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Die Bedeutung der Ideenlehre in Platons "Phaidon"

Title: Die Bedeutung der Ideenlehre in Platons "Phaidon"

Term Paper (Advanced seminar) , 2017 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lisa Maria Hoffmann (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

Zielsetzung dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Elemente der platonischen Ideenlehre im Phaidon herauszuarbeiten. Dabei soll die Frage, welche Bedeutung der Ideenlehre im genannten Kontext zukommt, im Zentrum stehen, um die These, dass das zentrale Thema des Phaidon mehr die Ideenlehre darstellt und weniger die Unsterblichkeitsbeweise der Seele, bestätigen oder falsifizieren zu können. Bevor jedoch die Aufmerksamkeit den einzelnen Komponenten der Ideenlehre gewidmet wird, soll in einem ersten Schritt prägnant auf den Begriff Idee eingegangen werden, um etwaige Missdeutungen auszuschließen.

Danach erfolgt die Beschäftigung mit den Elementen der Ideenlehre. In diesem Zusammenhang soll zum einen auf die Arten und Eigenschaften der Ideen im Phaidon und zum anderen auf den transzendenten Charakter der Ideen mit Blick auf die „Zweiweltentheorie“ eingegangen werden. Daran anschließend soll Platons Beschreibung der Idee als formale Ursache genauer betrachtet werden, während in einem nächsten Schritt das Verhältnis zwischen Ideen und Sinnendingen durch die Betrachtung der Teilhabe im Phaidon spezifiziert werden. Zuletzt ist es vonnöten, näher auf die immanenten Eigenschaften der Ideen einzugehen. Im Anschluss an die soeben skizzierte Untersuchung folgt die Schlussbetrachtung der Arbeit, die vordergründig, neben einem prägnanten Resümee der Betrachtung, die Beantwortung der die Arbeit leitenden Frage sowie eine Stellungnahme in Bezug auf die zuvorderst erwähnte These erstrebt.

Platons Werk Phaidon zählt zu den mittleren Dialogen des antiken Philosophen. Kutschera bezeichnet die Dialoge dieser Gruppe, zu denen u.a. auch die Werke Symposion, Politeia und Phaidros gehören, als die „großartigsten Zeugnisse platonischer Philosophie.“ Auch ein Blick auf die Rezeptionsgeschichte bestätigt die Bedeutung des Phaidon: Er gehört zu den meist rezipierten Werken Platons. Das mag mitunter an der hohen literarischen Qualität der Texte liegen und der detaillierten Ausarbeitung der letzten Stunden des Sokrates kurz vor seinem Tod. Der Großteil der Schrift ist den Unsterblichkeitsbeweisen der Seele gewidmet, die unter anderem der These, dass der Tod für Philosophen kein Übel darstellt, sondern etwas Erstrebenswertes ist, dienen. Nichtsdestoweniger thematisiert der Dialog weitere Elemente der platonischen Philosophie, darunter die Ideenlehre. Hierbei ist darauf hinzuweisen, dass die Ideenlehre nicht als zusammenhängendes Werk formuliert wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung

2. Zum Begriff Idee

3. Die Ideenlehre in Platons Phaidon

3.1. Art und Eigenschaften der Ideen

3.2. Transzendenz der Ideen

3.3. Das Verhältnis der Ideen zu den empirischen Gegenständen

3.3.1. Ideen als formale Ursachen

3.3.2. Teilhabe

3.3.3. Die immanenten Eigenschaften

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Bedeutung der Ideenlehre innerhalb von Platons Dialog Phaidon. Das primäre Ziel ist es, die These zu überprüfen, ob die Ideenlehre das zentrale Thema des Werkes darstellt und die Unsterblichkeitsbeweise der Seele in diesem Kontext eine untergeordnete Rolle einnehmen.

  • Analyse der platonischen Terminologie für Ideen im Phaidon
  • Untersuchung der Eigenschaften und Arten von Ideen
  • Erörterung der Transzendenz der Ideen und deren Implikationen
  • Klärung des Verhältnisses von Ideen zu empirischen Gegenständen (Teilhabe und Ursächlichkeit)
  • Differenzierung zwischen wesentlichen und immanenten Eigenschaften

Auszug aus dem Buch

3.3.1. IDEEN ALS FORMALE URSACHEN

Hier wird bereits deutlich, dass die Ideen in unmittelbarem Zusammenhang zum Begriff der Ursache stehen. Darüber hinaus ist an dieser Stelle interessant, dass Platon die Ideen als „gar nichts Neues“ bezeichnet und sogar mit der Phrase „auf jenes Abgedroschene“ auf die Ideen rekurriert. Dies verweist darauf, dass die Ideen bereits bekannt sind. Entweder in dem Sinne, dass die Ideenlehre in der Form, in der sie an dieser Stelle aufgegriffen wird, im Phaidon bereits zweimal vorgetragen wurde oder aber darüber hinaus, dass die derartige Ideenlehre bereits in der platonischen Akademie vor der Abfassung des Phaidon bekannt und präsent gewesen ist. Nichtsdestoweniger werden die Ideen nun um einen weiteren Aspekt erweitert, indem ihnen Ursächlichkeit zugesprochen wird, was einen neuen Zugang zu eröffnen scheint. So erklärt der platonische Sokrates, dass den schönen Einzeldingen die Schönheit allein aufgrund der Idee des Schönen zukommt und ebenso verhält es sich mit allem anderen (vgl. Phd., 100c). Somit stellen die Ideen den „wahrhaften Grund dafür […] [dar], warum ein Seiendes das ist, was es ist, und das sein kann, was es ist“ und können ergo als formale Ursache bezeichnet werden. Dabei werden die schönen Gegenstände einzig durch Rückgriff auf die Idee des Schönen begründet, nicht aber durch die Benennung weiterer Attribute wie beispielsweise die Farbe oder die Gestalt der phänomenalen Gegenstände (vgl. Phd., 100c-d).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung: Einführung in Platons Phaidon, Einbettung in das Werk des Autors und Formulierung der Forschungsfrage zur Bedeutung der Ideenlehre.

2. Zum Begriff Idee: Analyse der etymologischen und semantischen Aspekte des Begriffs Idee in Bezug auf die griechischen Termini ἰδέα, εἶδος und γένος.

3. Die Ideenlehre in Platons Phaidon: Detaillierte Untersuchung der Komponenten der Ideenlehre, angefangen bei deren Eigenschaften und Arten im Dialog.

3.1. Art und Eigenschaften der Ideen: Bestimmung der Merkmale von Ideen als unveränderlich, unsichtbar und ewig sowie Klassifizierung der im Phaidon behandelten Ideenarten.

3.2. Transzendenz der Ideen: Diskussion der Trennung zwischen sinnlich erfahrbarer Welt und intelligiblen Ideen sowie die Bedeutung der Anamnesislehre für diese These.

3.3. Das Verhältnis der Ideen zu den empirischen Gegenständen: Untersuchung der ontologischen Beziehung zwischen den Ideen und den Dingen in der Welt.

3.3.1. Ideen als formale Ursachen: Erläuterung der Funktion von Ideen als Gründe für die Beschaffenheit und das Sein empirischer Gegenstände.

3.3.2. Teilhabe: Analyse des Konzepts der Teilhabe (methexis) als Bindeglied zwischen den vollkommenen Ideen und den imperfekten sinnlichen Dingen.

3.3.3. Die immanenten Eigenschaften: Differenzierung zwischen den Ideen selbst und den in Trägern vorhandenen (immanenten) Eigenschaften sowie deren Rolle bei den Unsterblichkeitsbeweisen.

4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung der These zur zentralen Bedeutung der Ideenlehre im Phaidon.

Schlüsselwörter

Platon, Phaidon, Ideenlehre, Anamnesis, Teilhabe, methexis, Unsterblichkeit der Seele, Transzendenz, formale Ursache, immanente Eigenschaften, Dualismus, antike Philosophie, Erkenntnistheorie, Ontologie, Eidos.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ideenlehre in Platons Phaidon und untersucht, welche Bedeutung diese für den Dialog hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Definition des Begriffs Idee, die Eigenschaften und Transzendenz der Ideen, das Konzept der Teilhabe sowie die Unterscheidung zwischen Ideen und immanenten Eigenschaften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die Ideenlehre das zentrale Thema des Phaidon bildet und nicht, wie oft vermutet, lediglich die Unsterblichkeitsbeweise der Seele.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textimmanente philosophische Untersuchung, die den Dialog Phaidon unter Einbeziehung relevanter Forschungsliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Arten und Eigenschaften der Ideen, ihre Transzendenz und ihre ursächliche Beziehung zu den empirischen Gegenständen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Platon, Phaidon, Ideenlehre, Teilhabe, Anamnesis und die Unsterblichkeit der Seele.

Warum spielt das Teilhabe-Konzept eine so wichtige Rolle für das Verständnis des Dialogs?

Es erklärt, wie ein empirischer Gegenstand Eigenschaften einer Idee besitzen kann, ohne selbst den ontologischen Status einer vollkommenen Idee zu erreichen.

Welche Rolle spielen die "immanenten Eigenschaften" bei den Unsterblichkeitsbeweisen?

Platon nutzt die Differenzierung zwischen wesentlichen Eigenschaften und dem Unvermögen, ihr Gegenteil anzunehmen, um zu begründen, warum die Seele unsterblich ist.

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Details

Title
Die Bedeutung der Ideenlehre in Platons "Phaidon"
College
University of Mannheim
Course
Platons Ideenlehre
Grade
1,7
Author
Lisa Maria Hoffmann (Author)
Publication Year
2017
Pages
20
Catalog Number
V386913
ISBN (eBook)
9783668625204
ISBN (Book)
9783668625211
Language
German
Tags
Platon Ideen Sokrates Ideenlehre theoretische Philosophie Antike Anamnesislehre Wiedererinnerung Transzendenz der Ideen Teilhabe immanente Eigenschaften idea eidos Phaidon Unsterblichkeit Seele Beweise Unsterblichkeitsbeweise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Maria Hoffmann (Author), 2017, Die Bedeutung der Ideenlehre in Platons "Phaidon", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/386913
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