Risiken und Chancen der Sprachentwicklung bei Zweisprachigkeit


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017
13 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

1
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung ... 2
2.
Sprache ... 3
3.
Was ist Zweisprachigkeit? ... 3
3.1
Wer ist zweisprachig? ... 4
3.2 Formen der Zweisprachigkeit ... 4
4.
Sprachentwicklung bei Zweisprachigkeit ... 5
4.1 Soziogene Bedingungen für die Sprachentwicklung ... 6
4.2 Häufigkeit von Zweisprachigkeit ... 7
5.
Risiken und Folgen von Zweisprachigkeit ... 7
6.
Chancen von Zweisprachigkeit ... 8
7.
Zwischenfazit ... 9
8.
Bedeutung für die Soziale Arbeit ... 10
9.
Fazit ... 10
Literaturverzeichnis ... 12

2
1. Einleitung
In Deutschland werden häufig die Themen: ,,Migration" und ,,Einwanderung" diskutiert und
rücken somit den Aspekt der ,,Zweisprachigkeit" oder auch ,,Bilingualismus" verstärkt in den
Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses. Dieses Phänomen der zweisprachigen
Situation betrifft in unserer heutigen Gesellschaft viele Menschen, denn ungefähr jeder
zehnte Bürger ist immigriert oder lebt als Kind von Migranten (vgl. Jenny 2008, S.13). Es
herrscht neben der kulturellen Vielfalt, ein Wachstum an sprachlichen Gegebenheiten.
Besonders immer mehr Kinder wachsen bereits im frühen Alter mit mehr als einer Sprache
auf und erwerben somit neben der in der Familie gesprochenen Sprache auch die, der in der
Mehrheitsgesellschaft genutzten Sprache: wie z.B. deutsch (vgl. Chilla/Rothweiler/Babur
2013, S.7). Gesellschaftlich wird angenommen, dass nur durch den Erwerb der deutschen
Sprache eine erfolgreiche Integration stattfinden und somit das Bestehen in der Gesellschaft
erfolgen kann. In diesem Kontext wird in Bezug auf das Bildungssystem stark davon
ausgegangen, dass vermehrt zweisprachig aufwachsende Kinder Schwierigkeiten haben, die
deutsche Sprache zu erwerben und durch die Konfrontation von zwei Sprachen es zu einer
Störung oder gar Schädigung der sprachlichen Entwicklung kommen könnte (vgl. Behörde
für Bildung und Sport 2002, S. 5). In den Theorien, welche sich auf Sprachforschungen
beruhen, zeigen sich häufig widersprüchliche Annahmen und Aussagen, die auf der einen
Seite die zweisprachige Erziehung als eine untragbare und überfordernde Situation für
Kinder halten und auf der anderen Seite den Eltern oder Erziehungsberechtigten dringendst
empfehlen, die Kinder zweisprachig zu erziehen (vgl. Triarchi-Herrmann 2006, S. 11-12).
Diese schwammigen Überlegungen führen häufig zu Verwirrungen und Unsicherheiten,
sodass eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema ,,Zweisprachigkeit" für mich
persönlich als wichtig erscheint, da auch ich als Kind von migrierten Eltern großes Interesse
habe, diesen Aussagen nachzugehen und mit einem kritischen Blickpunkt näher zu
durchleuchten.
Demnach werde ich im Rahmen des Seminars ,,Soziale Milieus, Habitus und
Lebensführungen im Kontext von Migration" in der folgenden Hausarbeit mich mit der Frage
beschäftigen, ob das Aufwachsen in der Zweisprachigkeit ein Hindernis für die
Sprachentwicklung bedeutet.
Zu Beginn der Hausarbeit wird im ersten Kapitel der Begriff der ,,Zweisprachigkeit" erläutert,
um somit in das Thema einzusteigen. Nachfolgend wird eine kleine Übersicht über die
aktuellen Zahlen des Vorkommens des zweisprachigen Aufwachsens bei Kindern im Kontext
der soziogenen Bedingungen in der Familie, im Freundeskreis und in der Schule aufgezeigt.
Anschließend erfolgt eine Betrachtung der sprachlichen Entwicklung, sowie eine
Auseinandersetzung mit den sowohl Risiken und Folgen als auch Chancen bei einer
Zweisprachigkeit. Was das Thema letzten endlich für die Soziale Arbeit bedeutet und welche

3
Erkenntnis ich aus der Hausarbeit entnehmen konnte, wird in einer Schlussbetrachtung in
Form eines Fazits festgehalten und rundet somit die Hausarbeit ab.
2. Sprache
Um in die Thematik einzusteigen sollte zunächst ein Blick auf die Begrifflichkeit der
,,Sprache" geworfen werden. Es handelt sich bei der ,,Sprache" um ,,[...] ein komplexes,
multidisziplinäres und integratives Phänomen im Alltag des Menschen [..] (Jung/Günther
2004, S.31). Verschiedene Komponenten, die in einer gewissen Weise in Beziehung gesetzt
werden müssen, bilden die Sprache. Diese Vielzahl an Elemente wie Wörter, Grammatik,
Lautsysteme, Sätze oder auch Texte machen die Sprache erst zu einer Sprache. Für die
Menschheit dient sie als wichtigstes Kommunikationsmittel für den gegenseitigen Austausch
von Informationen (vgl. Chilla/Rothweiler/Babur 2013, S.10ff.). Unser Denken und Handeln
wird anhand von Sprache geleitet und ist in vielen Dimensionen vertretbar. Sowohl
emotionelle als auch physische Elemente kann in Verbindung mit der Sprache gebracht
werden und prägt das Denken, Sprechen und Fühlen (vgl. Busch 2013, S.25ff.). Dies
charakterisiert eine Form der Verantwortung und Eigenständigkeit, welches sich bereits im
Kindesalter entwickelt und durch den Spracherwerb entstehen kann. Das sind
mitunteranderem Voraussetzungen für den richtigen Umgang und das richtige Miteinander in
unserer Gesellschaft (vgl. List 2003, S.221).
Sprache zeichnet jedoch noch viel mehr aus, als wir zu glauben denken. Menschen werden
entweder bereits bei der Geburt mit zwei Sprachen gesegnet oder lernen erst im späteren
Alter eine weitere Sprache und gewinnen dadurch eine neue Kompetenz.
Generell wird hier von einer Zweisprachigkeit gesprochen, die jedoch auch Unterschiede mit
sich bringt (vgl. Jung/Günther 2004, S.55ff.).
3. Was ist Zweisprachigkeit?
,,Zweisprachigkeit ist die wahlweise Verwendung
von zwei oder mehr Sprachen durch eine Person".
Triarchi-Herrmann
2006,
S.18
,,[...] jede Sprache, die nach der Erstsprache erlernt wird.
[...] die einfach zum Überleben in einer neuen
Gesellschaft und Kultur notwendig ist [...]".
Jung/Günther
2016,
S.57

4
In Hinblick auf die zwei oben dargestellten Zitationen wird deutlich, dass bereits in der
Begriffsbestimmung des Wortes ,,Zweisprachigkeit" oder auch ,,Bilingualismus" große
Unterschiedlichkeiten vorliegen. Diesbezüglich zeigen sich mit Blick auf die Literatur viele
unvergleichbare Definitionen. Nauwerck (2005) begründet dies mit den zu oft ungenauen
und
widersprüchlichen
Begriffserklärungen,
aufgrund
der
unterschiedlichen
Zusammenhänge von Zweisprachigkeit, sodass bisher noch keine einheitliche Definition
entwickelt wurde (vgl. Nauwerck 2005, S.41). Daran anknüpfend werden oftmals
unterschiedliche Aspekte in Betracht gezogen, wie die Funktion oder auch der Grad der
Beherrschung der Zweisprachigkeit. Grundsätzlich wird unter der Zweisprachigkeit eine
Sprache, die nach der Erstsprache erlernt wurde, verstanden. Sowohl die Erstsprache als
auch die Zweitsprache wird einer wichtigen Funktion zugeschrieben: Kommunikation. Denn
die Sprache, ob es nun die Erstsprache, welche meist die Muttersprache bedeutet oder die
Zweitsprache, die seit der Geburt mit der Muttersprache durchlaufen wird oder im Anschluss
gelernt wurde, fungiert als wichtiges Mittel für die alltägliche Lebensbewältigung und das
Überleben in der Gesellschaft (vgl. Jung/Günther 2004, S.57f.).
3.1 Wer ist zweisprachig?
In dieser Hinsicht gibt es ebenfalls differenzierte Aussagen vieler Theoretiker/innen. Die
Faktoren der sprachlichen Kompetenz oder der Verwendung der Sprache können hierbei in
Betracht gezogen werden (vgl. Busch 2013, 45f.). Um Personen eine Zweisprachigkeit
zuordnen zu können, ist zunächst eine Unterscheidung im Zweispracherwerb im Kindesalter
und dem Erwerb im Erwachsenalter notwendig. Von einer Muttersprache kann jedoch nur
gesprochen werden, wenn die Person bereits im Kindesalter zwei Sprachen ausgesetzt ist
(vgl. Jenny 2008, S.16).
3.2 Formen der Zweisprachigkeit
Viele Kinder erwerben in ihren ersten Lebensjahren die Erstsprache, welche normalerweise
die Muttersprache bedeutet. Andere wiederum erlernen eine weitere Sprache erst mit Beginn
des Erwachsenenalters, sodass hierbei von unterschiedlichen Formen bzw. Erwerbstypen
der Zweisprachigkeit die Rede ist. Durch eine Sprachforschung wurde herausgestellt, dass
es verschiedene Möglichkeiten gibt, eine zweisprachige Sprachkompetenz zu erwerben und
somit hier von drei Formen der Zweisprachigkeit die Rede ist und im Folgenden beschrieben
werden: (vgl. Chilla/Rothweiler/Babur 2013, S. 22 -23).
Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Risiken und Chancen der Sprachentwicklung bei Zweisprachigkeit
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Hildesheim)
Veranstaltung
Soziale Milieus
Note
1,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V387238
ISBN (eBook)
9783668618138
ISBN (Buch)
9783668618145
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zweisprachigkeit, Migration, deutsch, chance, risiko, frühkindlich
Arbeit zitieren
Christine Nguyen (Autor), 2017, Risiken und Chancen der Sprachentwicklung bei Zweisprachigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387238

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