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Ein Bundessenat anstelle des Bundesrats? Eine Untersuchung zur Einführung eines Senatsmodells anhand von Kriterien zu Demokratiereformen

Titel: Ein Bundessenat anstelle des Bundesrats? Eine Untersuchung zur Einführung eines Senatsmodells anhand von Kriterien zu Demokratiereformen

Hausarbeit , 2016 , 25 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird der Kriterienkatalog von Ludger Helms auf das Senatsmodell angewandt. Welches Verhältnis besteht zwischen Partei- und Landesinteressen im Bundesrat? Ist eine Reform, wie die Einführung eines Senats nach US-amerikanischem Vorbild, sinnvoll?

Zunächst soll daher ein Überblick über die Besonderheiten des Bundesrats im Institutionengefüge der Bundesrepublik dargelegt werden. Im Anschluss daran folgt eine Diskussion über die Probleme und den Reformbedarf, die diese Besonderheiten mit sich bringen. Anschließend wird auf der Grundlage der von Ludger Helms beschriebenen Kriterien zur Einordnung von Demokratiereformen ein Analyseraster erarbeitet. Darauf folgt eine genauere Beschreibung des Reformvorschlags in Form des Senatsmodells. Zuletzt soll anhand der aufgestellten Kriterien geprüft werden, ob – und wenn ja, inwieweit – durch eine mögliche Reform Vorteile zum bestehenden Status-Quo zu erwarten sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Besonderheiten und Funktionen

2.1 Rolle im föderalen System der Bundesrepublik

2.2 Einbindung in die Gesetzgebung der Bundesrepublik

3 Probleme und Reformbedürftigkeit

3.1 Komplizierte Mehrheitsfindung und ‚divided government‘

3.2 Landes- und Parteiinteressen

3.3 Der Bundesrat als Blockade Instrument?

3.4 Zwischenfazit

4 Bewertungskriterien der Reformoptionen

5 Einführung eines Senats statt des Bundesrats?

5.1 Das ‚Senatsmodell‘

5. 2 Evaluation der Reformoption

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Bundesrates im politischen System der Bundesrepublik Deutschland sowie die Notwendigkeit und Umsetzbarkeit einer umfassenden Reform, insbesondere unter dem Aspekt einer möglichen Einführung eines Senatsmodells nach US-amerikanischem Vorbild.

  • Strukturelle Besonderheiten und Funktionen des Bundesrates im föderalen System.
  • Analyse aktueller Probleme wie Mehrheitsfindung, Blockadewirkung und Parteiinteressen.
  • Evaluierung der Föderalismusreform I im Hinblick auf das Demokratiedefizit.
  • Entwicklung und Anwendung eines Kriterienkatalogs zur Bewertung von Demokratiereformen.
  • Kritische Prüfung des Senatsmodells als Alternative zum aktuellen Bundesratsmodell.

Auszug aus dem Buch

3.3 Der Bundesrat als Blockade Instrument?

Der Vorwurf, dass der Bundesrat in Zeiten divergierender Mehrheiten von der Opposition als ‚Blockade Instrument‘ genutzt wird, ist nicht neu. Und auch in der Politikwissenschaft lässt sich bislang kein Konsens darüber herstellen, inwieweit diese Vorwürfe zutreffen.

Empirisch betrachtet deutet wenig daraufhin, dass der Vorwurf gerechtfertigt ist. Denn die Gesamtzahl der Gesetze, die etwa in der 17. Legislaturperiode scheiterten – also trotz Einberufung des Vermittlungsausschusses nicht verkündetet wurden – betrug 9. Das macht bei 553 vom Bundestag beschlossenen Gesetzen eine Quote von 1,6%. Und auch rückblickend deuten die empirischen Befunde nicht darauf hin, dass eine intensive Blockierung von Gesetzvorhaben der Bundesregierungen zu beobachten ist. Bis zum Ende der 17. Legislaturperiode betrug die Quote der vom Bundestag beschlossenen und trotz Vermittlungsausschuss nicht verkündeten Gesetze bei etwa 1,4%. Ist der Vorwurf der Blockade also haltlos?

Dagegen sprechen verschiedene Gründe. Denn auch, wenn der Anteil der letztendlich blockierten Gesetze relativ gering ist – bei vielen blockierten Gesetzen ist die Qualität entscheidend, da es sich teilweise um zentrale Vorhaben der jeweiligen Regierungen handelte. Beispiele hierfür gab es in der Vergangenheit ausreichend.

Popularität erlangte in diesem Zusammenhang das Verhalten der seinerzeit von Oskar Lafontaine geführten SPD, die durch die Blockade der Steuerreform Theo Waigels im Jahr 1997 stark dazu beigetragen hat, dass die Regierung unter Helmut Kohl zum Ende ihrer Amtszeit einen beachtlichen Machtverlust hinnehmen musste. Derartiges Vorgehen bleibt dabei keineswegs auf die SPD beschränkt, denn auch die CDU nutzte 2002 ihre Mehrheit im Bundesrat, um ein von Finanzminister Eichel imitiertes Gesetzespaket zur Streichung von Steuersubventionen zu verhindern – was zu einer verschärften Haushaltssituation zum Ende der Regierungszeit Gerhard Schröders führte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Bundesrates als bedeutenden Vetospieler und führt in die wissenschaftliche Debatte um Reformbedarfe im deutschen Föderalismus ein.

2 Besonderheiten und Funktionen: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtliche Stellung des Bundesrates als Vertretung der Landesregierungen und dessen Mitwirkung im Gesetzgebungsprozess.

3 Probleme und Reformbedürftigkeit: Hier werden die Herausforderungen wie „divided government“, parteipolitische Interessenkonflikte und die Debatte um die Blockadewirkung des Bundesrates detailliert analysiert.

4 Bewertungskriterien der Reformoptionen: Das Kapitel definiert einen Analyseraster, basierend auf Ludger Helms, um politische Reformvorschläge anhand von Kriterien wie Partizipation, Gleichheit und Effizienz zu bewerten.

5 Einführung eines Senats statt des Bundesrats?: Das Kapitel beschreibt das Senatsmodell und evaluiert dieses kritisch hinsichtlich seiner strukturellen Auswirkungen und Reformchancen.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Senatsmodell im deutschen Kontext keinen Mehrwert bietet und eine Umsetzung aufgrund der dargelegten systemischen Gefahren utopisch bleibt.

Schlüsselwörter

Bundesrat, Föderalismus, Senatsmodell, Reform, Blockadewirkung, Gesetzgebung, Parteipolitik, Landesinteressen, Vetospieler, Divided Government, Demokratiereform, Partizipation, Politische Architektur, Bundesregierung, Koalition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des Bundesrates im deutschen Föderalismus, bewertet aktuelle Probleme der Gesetzgebung und untersucht die theoretische Reformoption, den Bundesrat durch einen direkt gewählten Senat zu ersetzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Mitwirkung der Länder an der Gesetzgebung, das Phänomen des "divided government", die Abwägung zwischen Landes- und Parteiinteressen sowie die Effektivität demokratischer Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Evaluation des Senatsmodells als Alternative zum Bundesrat, unter Anwendung eines strukturierten Kriterienkatalogs für Demokratiereformen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin bzw. der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, die empirische Befunde (Statistiken) mit qualitativen Bewertungskriterien verbindet, um Reformvorschläge wissenschaftlich einzuordnen.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die strukturellen Defizite des aktuellen Systems, die Problematik der Politikverflechtung sowie eine detaillierte Prüfung des Senatsmodells anhand der Kategorien Passgenauigkeit, Partizipation, Gleichheit, Effizienz und Legitimität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Bundesrat, Senatsmodell, Reformbedarf, Blockadewirkung, Parteipolitik und Föderalismus.

Warum wird das Senatsmodell als "utopisch" bezeichnet?

Das Modell wird als utopisch eingestuft, da es laut der Analyse systemische Probleme wie die Gefahr einer Totalblockade verschärfen würde und einen zu tiefgreifenden, historisch schwer umsetzbaren Eingriff in das deutsche Institutionsgefüge darstellt.

Wie bewertet die Arbeit die "Blockadewirkung" des Bundesrates empirisch?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Blockadewirkung empirisch betrachtet gering ist, da nur ein kleiner Prozentsatz der Gesetze letztlich scheitert, wobei jedoch die Qualität der blockierten Gesetze und der dadurch entstehende Konsenszwang problematisch bleiben.

Inwiefern beeinflusst die "Strukturbruchthese" die Argumentation?

Die Strukturbruchthese von Gerhard Lehmbruch dient als theoretisches Fundament, um die grundlegende Spannung zwischen der Vermischung von föderalen und parlamentarischen Elementen im Bundesrat zu erklären.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein Bundessenat anstelle des Bundesrats? Eine Untersuchung zur Einführung eines Senatsmodells anhand von Kriterien zu Demokratiereformen
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie)
Veranstaltung
Reformdebatten zum deutschen Regierungssystem
Note
2,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
25
Katalognummer
V387554
ISBN (eBook)
9783668628625
ISBN (Buch)
9783668628632
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bundestag Bundesrat Demokratie Senat Senatsmodell Demokratieforschung Demokratiereformen Reformen Bundessenat Reformoption Blockade Instrument Landesinteressen Parteiinteressen Gesetzgebung Föderale System Bundesrepublik Mehrheitsfindung Grundgesetz CDU SPD Vetospieler Veto Föderalismusreform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2016, Ein Bundessenat anstelle des Bundesrats? Eine Untersuchung zur Einführung eines Senatsmodells anhand von Kriterien zu Demokratiereformen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387554
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Leseprobe aus  25  Seiten
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