Der Erwerb oder der Verkauf von Unternehmen, die Börseneinführung, die Vorbereitung der Nachfolgeregelung, der Zusammenschluß mehrerer Unternehmen: dies alles setzt eine intime Kenntnis der beteiligten Unternehmen voraus, die nicht aus der Analyse der Jahresabschlüsse allein zu erlangen ist. Erforderlich ist eine Gesamtwürdigung des Unternehmens, in der die Vergangenheit und die geplante Entwicklung, das Marktumfeld und die interne Struktur des Unternehmens bis hin zu den psychologischen Facetten dargestellt und analysiert werden. Diese umfassende Analyse wird im internationalen Bereich Due Diligence genannt.
In dieser Arbeit soll zunächst Grundlegendes über dieses spezielle Unternehmensbewertungsverfahren erklärt werden um anschließend den in heutiger Zeit immer wichtigeren Teilbereich der Human Resources Due Diligence näher zu beleuchten. Die enorme Bedeutung dieses Schwerpunktes der Due Diligence, der in der Literatur auch Psychologische Due Diligence genannt wird, soll ebenso erläutert werden wie die für eine entsprechende Beurteilung notwendigen Instrumente und deren praktischer Einsatz.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Due Diligence – Definition und historischer Hintergrund
1.2 Teilbereiche der Due Diligence
2. Human Resources Due Diligence
2.1 Hard Facts
2.2 Soft Facts
2.2 Potentialerkennung
2.3 Instrumente der Untersuchung
2.4 Die Beurteilung
3. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der Analyse und Bewertung der Human Resources im Kontext von Due-Diligence-Prozessen bei Unternehmenstransaktionen, um die Bedeutung von Hard und Soft Facts für den Integrationserfolg aufzuzeigen und geeignete Untersuchungsmethoden darzustellen.
- Grundlagen und historischer Kontext der Due Diligence
- Differenzierung zwischen quantitativen Hard Facts und qualitativen Soft Facts
- Methoden und Instrumente zur Potentialerkennung und Mitarbeiterbeurteilung
- Die Rolle der Unternehmenskultur bei Fusionen und Übernahmen
Auszug aus dem Buch
2.2 Soft Facts
Zusätzlich zu den „Hard Facts“ gibt es aber auch noch andere erfolgsentscheidende Faktoren im Rahmen einer Due Diligence, die nicht unterschätzt werden dürfen. So genannte „Soft Facts“ – auch als psychologische Faktoren bezeichnet - sind schwer zu messen, können einen Unternehmenskauf aber maßgeblich beeinflussen. Das Problem dieser „Soft Facts“ liegt darin, daß sie sich einer klaren Meßbarkeit und einer eindeutigen Zuordnung in einer Verursachungskette entziehen. Daher wird die Analyse auch zu anderen Mitteln greifen, die in einer Beobachtung und in vielen Einzelgesprächen sowie einer intensiven Betriebsgehung liegen. Die Bedeutung dieses Teils der Human Resources Due Diligence liegt gerade in den außerordentlich starken Auswirkungen, die eine Unstimmigkeit in diesem Bereich auf das Funktionieren des Unternehmens und damit auf seine Ertragskraft haben kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Due Diligence ein und erläutert die wachsende Bedeutung der Human Resources Due Diligence für den Erfolg von Unternehmensakquisitionen.
2. Human Resources Due Diligence: Dieses Kapitel analysiert systematisch die für den Unternehmenskauf relevanten personellen Faktoren, unterteilt in Hard Facts und Soft Facts sowie deren methodische Erfassung.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit unterstreicht, dass zukünftig besonders die weichen Kriterien im Rahmen der Due Diligence an Bedeutung gewinnen werden, um Reibungsverluste bei Unternehmenszusammenschlüssen zu minimieren.
Schlüsselwörter
Due Diligence, Human Resources, Unternehmenskauf, Hard Facts, Soft Facts, Unternehmensbewertung, Akquisition, Unternehmenskultur, Potentialerkennung, Mitarbeiterbefragung, Management-Audit, Unternehmensziele, Integrationserfolg, Personalführung, Transaktionsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Untersuchung von Human Resources im Rahmen von Due-Diligence-Prozessen bei Unternehmensverkäufen oder -zusammenschlüssen.
Welche sind die zwei zentralen Themenfelder?
Die Arbeit unterscheidet primär zwischen sogenannten Hard Facts, wie juristischen Rahmenbedingungen, und Soft Facts, die psychologische Aspekte wie Unternehmenskultur und Führung umfassen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die weitreichende Bedeutung der Human-Resources-Analyse aufzuzeigen, um Spannungen und Integrationsprobleme im Vorfeld einer Transaktion frühzeitig zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen und stellt strukturierte Instrumente wie Interviews, Management-Audits, Assessment-Verfahren und Betriebsbegehungen als Bewertungsgrundlagen vor.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Kategorisierung von Hard und Soft Facts, spezifische Methoden der Potentialerkennung sowie konkrete Instrumente für die Untersuchung und Beurteilung der Mitarbeiterressourcen detailliert erörtert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Due Diligence, Humankapital, Unternehmensakquisition, Management-Performance, Unternehmenskultur und Integrationsstrategie.
Warum sind Soft Facts so schwer zu bewerten?
Soft Facts entziehen sich oft einer klaren Messbarkeit und einer eindeutigen Zuordnung in einer betriebswirtschaftlichen Verursachungskette, weshalb sie durch Beobachtung und Gespräche analysiert werden müssen.
Welchen Einfluss hat das sogenannte „Herrschaftswissen“?
Der Umgang mit Herrschaftswissen dient laut Arbeit als Merkmal für die vorhandene Führungskultur und beeinflusst die Kontaktdurchlässigkeit sowie den internen Informationsfluss innerhalb eines Unternehmens.
Warum wird im Rahmen der Due Diligence eine Betriebsbegehung empfohlen?
Eine Betriebsbegehung vermittelt einen direkten Eindruck von der Organisation, dem Klima und der Unternehmenskultur, wobei Details wie Büroeinrichtung oder Kleiderordnung als Indikatoren für die innere Verfassung der Mitarbeiter dienen können.
- Arbeit zitieren
- Mag. Christoph Steiner (Autor:in), 2004, Human Resources Due Diligence, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38756