Sprachmittlung im Fach Spanisch


Hausarbeit, 2017

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung ... 3
2.
Erläuterung der drei wesentlichen Merkmale der Sprachmittlungskompetenz ... 3
3.
Die acht Arten der Sprachmittlung und Strategien zu ihrer Durchführung ... 4
4.
Sprachmittlung vs. Übersetzung ... 5
5.
Vom GER, zu den Bildungsstandards und zum Kerncurriculum ... 6
6.
Sprachmittlung in der Kombinierten Aufgabe im schriftlichen Abitur ... 7
7.
Sprachmittlung im Anfangsunterricht? ... 8
8.
Beurteilung einer Musteraufgabe zur Sprachmittlung im Abitur ... 9
9.
Abschließende Bemerkungen ... 11
10. Literaturverzeichnis ... 12

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1. Einleitung
Die Sprachmittlung ist ein essentieller Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts.
Schülerinnen und Schüler lernen die Wichtigkeit und die Hauptaufgabe des Sprachenlernens
kennen, indem reale sprachliche Alltagssituationen praktisch erprobt werden. Laut Grünewald
und Küster sollen durch Sprachmittlungen Nachrichten von der Muttersprache in eine
Zielsprache oder umgekehrt sinngemäß übermittelt werden, sodass die Verständigung in
zweisprachigen Situationen einfacher gelinge (vgl. Grünewald/Küster, 2009, S.200). Das
Bearbeiten von Sprachmittlungsaufgaben gilt als eine wichtige Übung im
Fremdsprachenunterricht, dessen Umsetzung im Abitur des Faches Spanisch überprüft
werden kann. Auch ich selbst hatte als Schüler die Möglichkeit, Sprachmittlungsaufgaben
sowohl im Unterricht als auch im Abitur bearbeiten zu können und kann zum jetzigen
Zeitpunkt sagen, dass es mir persönlich zur besseren Kommunikation im spanischsprachigen
Land verholfen hat.
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich zunächst mit den drei wesentlichen Merkmalen der
Sprachmittlungskompetenz und stellt die acht Arten der Sprachmittlung und Strategien zu
ihrer Durchführung dar. Anschließend wird eine Gegenüberstellung der Sprachmittlung und
der Übersetzung geliefert, bevor die Entwicklung vom Gemeinsamen Europäischen
Referenzrahmen (GER) bis zu den Bildungsstandards und zum Hessischen Kerncurriculum
skizziert und erläutert wird. Daraufhin soll diskutiert werden, wie Sprachmittlung in der
Kombinierten Aufgabe im schriftlichen Abitur stattfinden kann und, ob Sprachmittlung im
Anfangsunterricht überhaupt möglich ist. Nachfolgend wird auf die Beurteilung der dritten
Musteraufgabe zur Sprachmittlung im Abitur eingegangen, die von Kommilitonen bearbeitet
und von mir bewertet wurde, ehe die Hausarbeit mit meinen finalen Bemerkungen abschließt.
2. Erläuterung der 3 wesentlichen Merkmale der Sprachmittlungs-
kompetenz
Bevor genauer auf die wesentlichen Merkmale der Sprachmittlungskompetenz eingegangen
wird, soll eingangs eine Definition der Sprachmittlung gegeben werden.
,,Sprachmittlung ist die adressaten-, sinn- und situationsgerechte Übermittlung von
mündlichen oder schriftlichen INFORMATIONEN von einer Sprache in eine andere"
(Senatsverwaltung Berlin, 2006, S.3).
In der Definition wird deutlich, dass sich die Sprachmittlung mit insgesamt drei wesentlichen
Merkmalen der Sprachmittlungskompetenz, nämlich mit dem adressatengerechten,
sinngerechten und situationsgerechten Übermitteln von Informationen beschäftige. Dies
bedeutet, dass sowohl auf den Empfänger der Informationen Rücksicht genommen als auch
die Situation, in der sich beide Parteien befinden, beachtet werde. Außerdem komme es nicht
auf eine wörtliche Übermittlung, sondern auf eine sinngemäße Übermittlung der

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Informationen an. Eigene Absichten sollen demzufolge nicht beim Mitteln zwischen der
eigenen und der Zielsprache in den Informationen einfließen (vgl. Europarat, 2001, S.1).
Beim adressatengerechten Übermitteln von Informationen falle das Augenmerk auf den
Empfänger. Dies bedeutet, dass Informationen aus der Sicht des Adressaten kommuniziert
werden müssen und der Sprachstil der jeweiligen Zielgruppe angepasst werden müsse. Der
Mittler müsse vom Kenntnisstand des Empfängers ausgehen (vgl. Philipp/Rauch, 2010, S.3)
und demzufolge den Sprachstand, Bildungsstand und das Alter des Adressaten ungefähr
einschätzen können, um ihn sprachlich nicht zu überfordern (vgl. Senatsverwaltung Berlin,
2006, S.3).
Eine sinngerechte Übermittlung meint das Vermitteln des Sinnes und der Hauptaussagen
beziehungsweise eine Zusammenfassung der wesentlichen inhaltlichen Punkte der
Ausgangsnachricht. Diese müssen nicht wörtlich übermittelt werden, sondern dürfe sich viel
mehr sprachlicher Umschreibungen bedienen (vgl. Grünewald/Küster, 2009, S.200f.). Zweck
verdeutlicht, dass eine Loslösung vom Ausgangstext stattfinden müsse (vgl. Zweck, 2010,
S.8). Wichtig hierbei sei das Beherrschen von Methodenkompetenzen, wie beispielsweise die
Worterschließungskompetenz, sowie ein trainiertes Hör- oder Leseverstehen, damit eine
Sprachmittlung erfolgreich stattfinden könne (vgl. Grünewald/Küster, 2009, S. 200f.).
Außerdem müssen sich die Mittler der Situation gemäß artikulieren (vgl. Kolb, 2008, S.40).
Im Klassenraum gestalten hierbei Themen wie Reisen oder Einkaufssituationen die häufigsten
Sprachmittlungssituationen (vgl. ebd., S.42). Diese interkulturellen Begegnungssituationen
sollten von den mittelnden Personen jedenfalls mitberücksichtigt werden, damit authentische
und realitätsnahe Gesprächssituationen entstehen.
3. Die 8 Arten der Sprachmittlung und Strategien zu ihrer Durchführung
Laut der Senatsverwaltung für Bildung gebe es insgesamt acht verschiedene Arten von
Sprachmittlung (vgl. Senatsverwaltung Berlin, 2006, S.3). Diese Arten unterscheiden sich in
ihrer Übermittlungsvariante. Hierbei wird zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie
zwischen Hör- und Lesetexten differenziert. Vier Möglichkeiten werden auf der Basis
fremdsprachlicher Ausgangstexte gebildet. Sowohl fremdsprachliche Hörtexte als auch
fremdsprachliche Lesetexte können mündlich sowie schriftlich ins Deutsche übertragen
werden. Aber auch eine umgekehrte Übertragung ist möglich. Die ausstehenden vier Arten
der Sprachmittlung gehen von Ausgangstexten in deutscher Sprache aus. So können ebenfalls
deutsche Hör- und Lesetexte sowohl schriftlich als auch mündlich in die jeweilige
Fremdsprache übermittelt werden.
Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, mit welchen Strategien Sprachmittlungen besser
gelingen. Hierzu werden hilfreiche Lösungsansätze im Gemeinsamen europäischen
Referenzrahmen für Sprachen (GER) als auch in Zwecks Aufsatz ,,Umschreiben,
vereinfachen, Beispiele geben" geliefert. Zunächst einmal wird zwischen produktiven und

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rezeptiven Strategien unterschieden. Produktive Strategien sind vor allem beim Mitteln in
eine Fremdsprache nützlich. Die Mittler arbeiten bei dieser Strategie mit Synonymen,
Antonymen, Oberbegriffen, Umschreibungen und Beispielsätzen. Die Lernenden werden
zunächst von der Lehrkraft an diese Möglichkeiten herangeführt. Bei fortgeschrittenen
Lernern kann das Leistungsniveau gesteigert werden. Idealerweise übertrifft das Niveau der
Texte, bezüglich des Wortschatzes und deren sprachliche Strukturen, die Kompetenzen der
Lernenden, damit deren Lernzuwachs förderlich ist. Ziel dieses Ansatzes ist, dass die Lerner
selbstständig diese oben genannten Möglichkeiten anwenden und auf das Übersetzen
verzichten (vgl. Zweck, 2010, S.8). Rezeptive Strategien basieren auf der Erschließung
unbekannter Wörter und dem Finden von Schlüsselwörtern. Texte werden überflogen oder
gehört und in eine Textsorte eingeordnet, bevor der Text beim zweiten Überfliegen/ Anhören
durch Markierungen und Notieren von Randkommentaren und Schlüsselwörtern auf dessen
Kerngehalt gekürzt wird. Außerdem können sich unbekannte Wörter entweder aus dem
Kontext, mithilfe anderer Sprachen oder anhand von Wörtern der gleichen Familie
erschlossen werden (vgl. ebd., S.9). Demzufolge findet eine Vereinfachung von Sätzen statt.
Auch werden Strategien genannt, die Arbeits-, Lese- und Schreibtechniken zur
Texterschließung darstellen. Dazu werden individuelle Strukturierungshilfen genutzt. Zum
einen wird das Lesetempo eigenständig bestimmt, zum anderen werden Markierungen,
Unterstreichungen oder Textreduktionen vorgenommen, sodass nur wichtige Informationen
und somit der Kerngehalt der Nachricht ersichtlich wird (vgl. Senatsverwaltung Berlin, 2006,
S.4).
4. Sprachmittlung vs. Übersetzung
Dieser Punkt ist inhaltlich sehr relevant, da die Sprachmittlungskompetenz deutlich von den
möglichen Unterformen, wie beispielsweise dem Übersetzen, abgegrenzt werden sollte (vgl.
Philipp/Rauch, 2010, S.3). Der wesentliche Unterschied beider Formen liege laut Philipp und
Rauch in ihrer Übermittlungsart. Beim Übersetzen gehe es schlichtweg um eine detailgetreue
Übertragung des gesamten Textes oder Textausschnittes in die andere Sprache, wohingegen
bei der Sprachmittlung der Fokus auf einer situations- und adressatengerechten Wiedergabe
der für ein bestimmtes Interesse wesentlichen Inhalte liege. Der Empfänger der Nachricht
stehe somit im Mittelpunkt und der Mittler müsse dessen interkulturelles sowie sprachliches
Wissen berücksichtigen. Im Gegensatz zur Sprachmittlung werde bei der Übersetzung
lediglich die Wahrung der sprachlichen Strukturen des Ausgangstextes in Betracht gezogen.
Auch dürfe die Textsorte sowie ihre stilistischen Mittel beim Übersetzen keinesfalls geändert
werden. Bei der Sprachmittlung hingegen sei der Mittelnde dazu aufgefordert, sich von der
Textstruktur des Originaltextes zu lösen, indem er eigene Worte nutze, Satzstrukturen
vereinfache oder allgemein paraphrasiere (vgl. ebd.).
Vor allem aber werde ein trivialer Unterschied in den Aufgabenstellungen gefunden. So
werden beim Übersetzen nicht kontextualisierte Aufgabenstellungen verwendet, die bei einer
Sprachmittlung aufgrund ihrer fehlenden wichtigen Informationen regelrecht falsch sind.
Denn hier müsse sich der Mittelnde in eine vorgegebene Situation hineinversetzen, in der
Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Sprachmittlung im Fach Spanisch
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Romanische Sprachen und Literaturen)
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
12
Katalognummer
V388104
ISBN (eBook)
9783668621404
ISBN (Buch)
9783668621411
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sprachmittlung, fach, spanisch
Arbeit zitieren
Robin Winterscheid (Autor), 2017, Sprachmittlung im Fach Spanisch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388104

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