Heutzutage differenziert man zwischen fünf Weltreligionen und das Christentum ist eine davon. Dessen Ursprung als Weltreligion liegt in der Entstehung der Urgemeinde vor zirka 2000 Jahren. Das Christentum wurzelt im Judentum, denn Jesus selbst, aber auch seine Mutter Maria und alle Apostel der Urgemeinde waren Juden. Außerdem stimmen auch die wesentlichen Glaubensüberzeugungen des Christentums, wie der Monotheismus und die Autorität der Heiligen Schrift, mit denen des Judentums überein.
In dieser Hausarbeit wird die Entstehungsgeschichte des Urchristentums, die mit der Ablösung vom Judentum gekoppelt ist, untersucht. Zuerst erfolgt dafür eine knappe Einordnung der Thematik in den historischen Kontext. Der Glaube daran, dass Jesus der Messias ist, ist zentraler Bestandteil der religiösen Auffassung der Urgemeinde und ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal vom Judentum. Man könnte sagen, es ist eine Voraussetzung für die Entstehung der Urgemeinde. Aus diesem Grund wird erörtert inwiefern Jesus selbst einen messianischen Anspruch an sich hatte und warum die Jünger an ihn als Messias glaubten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einordnung in den historischen Kontext
3. Jesus und der messianische Anspruch
3.1. Zur historischen Person des Jesus
3.2. Kontroverse zum messianischen Anspruchs Jesu
4. Die Jerusalemer Urgemeinde
4.1. Die Zeit nach der Kreuzigung Jesu 30 n.Chr.
4.2. Das Apostelkonzil 49 n.Chr.
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte des Urchristentums und dessen allmähliche Ablösung vom Judentum. Dabei wird analysiert, inwieweit Jesus selbst einen messianischen Anspruch erhob, welche Rolle der Glaube der Jünger an ihn spielte und wie die Jerusalemer Urgemeinde zur Ausbreitung des Christentums beitrug.
- Historischer Kontext von Palästina zur Zeit Jesu und der römischen Herrschaft
- Analyse der historischen Person Jesu und der Kontroversen um seinen messianischen Anspruch
- Die Entwicklung und Struktur der Jerusalemer Urgemeinde als Lebensgemeinschaft
- Die Bedeutung der Tempel- und Gesetzesfrage für die Spaltung der Urgemeinde
- Das Apostelkonzil von 49 n.Chr. als Wendepunkt zur Heidenmission
Auszug aus dem Buch
3.1. Zur historischen Person Jesus
In der historischen Forschung herrscht größtenteils Einigkeit darüber, dass Jesus im Jahr 6 v.Chr. oder 7 v.Chr. geboren wurde. Biblische Berichte über seine Geburt sind in den Evangelien des Lukas und Matthäus zu finden, darin steht geschrieben, dass Jesus in der Regierungszeit Herodes des Großen geboren wurde, welche von 37 v.Chr. bis 4 v.Chr. andauerte. Außerdem ist von einer Volkszählung geschrieben, diese hatte Herodes im Jahr 8. n.Chr. veranlasst hatte, somit dürfte sie in Judäa zirka 7 n.Chr. durchgeführt worden sein. Einen entscheidenden Hinweis liefert auch die Erwähnung eines außergewöhnlich hellen Sterns im Matthäus Evangelium, denn um den 1. Dezember 7 v.Chr. soll es eine große Konjunktion von Jupiter und Saturn gegeben haben, dass der Geburtstort von Jesus tatsächlich Bethlehem ist, ist allerdings nach wie vor umstritten. Vielmehr gehen Historiker davon aus, dass der Geburtsort von den Evangelisten geändert wurde, um die Verbindung zu David aus Bethlehem zu schaffen. Denn der angekündigte Messias sollte auch ein Sohn Davids sein.
Aufgewachsen ist Jesus mit hoher Wahrscheinlichkeit in Nazareth, dies überliefern alle Evangelien einstimmig. Außerdem deutet die Namensgebung der vier Brüder Jesus (Jakobus, Simon, Josef und Juda) auf eine feste Verwurzelung der Familie in den jüdischen Glauben hin. Wahrscheinlich erlernte Jesus den Beruf des Tektonen, den schon sein Vater erlernte. Außerdem sprach er aramäisch, zudem wird angenommen, dass er von seinem Vater in das Lesen der heiligen Schriften erlernt hatte, wodurch er vermutlich auch Kenntnisse in der hebräischen Sprache besaß.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Wurzeln des Christentums im Judentum und legt den Fokus auf die Entstehungsgeschichte der Jerusalemer Urgemeinde sowie die methodischen Herausforderungen bei der Nutzung biblischer Quellen.
2. Einordnung in den historischen Kontext: Dieses Kapitel beschreibt die politische Situation in Palästina unter römischer Herrschaft, von der Eingliederung durch Pompeius bis zur Einrichtung der römischen Prokuratur unter Statthaltern wie Pontius Pilatus.
3. Jesus und der messianische Anspruch: Hier werden die historischen Rahmendaten zu Leben und Wirken Jesu sowie die fachwissenschaftliche Debatte beleuchtet, ob Jesus selbst einen messianischen Anspruch erhob oder ob dieser erst durch die Jünger attribuiert wurde.
4. Die Jerusalemer Urgemeinde: Das Kapitel behandelt die Entwicklung der Urgemeinde nach der Kreuzigung Jesu, ihre inneren Strukturen, ihre soziale Solidarität sowie die Konflikte um Tempel und Gesetz, die schließlich zum Apostelkonzil führten.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Jerusalemer Urgemeinde durch die Missionierung und den Übergang zum Heidenchristentum den Grundstein für das Weltchristentum legte.
Schlüsselwörter
Urgemeinde, Judentum, Christentum, Jesus, Messias, Jerusalemer Urgemeinde, Apostelkonzil, Missionierung, Paulus, Petrus, Römisches Reich, Palästina, Heidenmission, Auferstehung, Zwei-Quellen-Hypothese
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung des Christentums aus dem Judentum und die Rolle der Jerusalemer Urgemeinde bei diesem Ablösungsprozess.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind der historische Kontext Palästinas, das Selbstverständnis Jesu, die Struktur der frühen Gemeinde in Jerusalem und die Entwicklung hin zur Heidenmission.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum die Jerusalemer Urgemeinde einen wesentlichen Beitrag zur Ausbreitung des Christentums leistete.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine historisch-kritische Analyse der Evangelien und der Apostelgeschichte sowie die Einbeziehung zeitgenössischer historischer Quellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die historische Person Jesu, die Kontroverse um seinen messianischen Anspruch, die soziale Struktur der Urgemeinde und die Bedeutung des Apostelkonzils.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Urgemeinde, Messias, Apostelkonzil, Heidenmission und das Spannungsfeld zwischen Judentum und Christentum geprägt.
Warum wird die Historizität der biblischen Berichte in der Arbeit kritisch hinterfragt?
Da die Bibel aus verschiedenen Textgattungen besteht und im Laufe der Jahrhunderte zahlreich übersetzt wurde, betont der Autor die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der Authentizität der Quellen.
Welche Rolle spielt Stephanus in der Entwicklung des Christentums gemäß der Analyse?
Stephanus wird als wichtiger Wegbereiter identifiziert, der durch seine Abkehr vom Tempel und die Hinwendung zur Synagoge den Boden für die spätere Heidenmission des Paulus bereitete.
Wie markiert das Apostelkonzil das Ende der Entwicklung des Judenchristentums?
Es markiert den Wendepunkt, an dem die Mehrheit der Apostel sich für die Öffnung des Christentums gegenüber Heiden entschied, wodurch die Exklusivität auf das jüdische Volk aufgehoben wurde.
- Citation du texte
- Thea Resbot (Auteur), 2015, Jesus und der messianische Anspruch. Der Weg vom Judenchristentum zum Christentum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/388878