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Stereotype als Instrument der Feindbilderzeugung im Verlauf der NS-Zeit

Eine Untersuchung über ihre Verwendung im "Völkischen Beobachter"

Title: Stereotype als Instrument der Feindbilderzeugung im Verlauf der NS-Zeit

Master's Thesis , 2016 , 153 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nico Heß (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II
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Im Zentrum dieser Arbeit steht die instrumentalisierte Pressepolitik der Nationalsozialisten während der NS-Herrschaft. Den Kern der Untersuchung bilden vier Begriffe, die in ihrer Verwendung als Stereotype der Agitation des NS-Regimes zugleich als Propagandainstrument dienten und maßgeblich zur Ausgestaltung und Erzeugung von Feindbildern beitrugen: Bolschewismus, Demokratie, Kapitalismus und Plutokratie. Allen vier Termini hefteten die Nationalsozialisten zusätzlich noch antisemitische Vorzeichen an, durch die eine Identität mit dem Judentum suggeriert wurde. Die NS-Propaganda funktionierte an dieser Stelle fortwährend nach dem gleichen Schema: Um rassenideologische Ideen mit politischen, ideologischen oder wirtschaftlichen Zielen zu verknüpfen, wurden Stereotype verwendet und zu Feindbildern ausgestaltet. Diese Form der Manipulation, Verleumdung und Hetze bestimmten letztlich die Vorurteile und den Hass, auf den die NS-Indoktrination gerichtet war.
Im Rahmen der folgenden Untersuchung werden Presseartikel aus der Zeitung „Völkischer Beobachter“ während der Jahre von 1933 bis 1945 systematisch analysiert und diskutiert. Es soll erforscht werden, mit welchen stereotypen Denkbildern die Zeitung in der NS-Diktatur vorwiegend arbeitete und welche rhetorischen Mittel, Erklärungsmuster und sprachliche Verknüpfungen die Zeitung verwendete, um die gewünschten Feindbilder zu erzeugen. Dabei sollen die Funktionen der untersuchenden Begriffe Bolschewismus, Demokratie, Kapitalismus und Plutokratie in ihrer Verwendung als Stereotype erfasst werden. Die Einordnung und Einstufung der zu untersuchenden Presseartikel in ihrem Kontext liegt somit im Kern der Untersuchung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zielsetzung der Arbeit

1.2 Aufbau der Arbeit

1.3 Methodische Vorgehensweise

1.4 Forschungsstand, Literatur und Quellen

2. Stereotype und Feindbilder

2.1 Die Ausgestaltung von Stereotypen zu Feindbildern

2.2 Bolschewismus

2.3 Demokratie, Kapitalismus und Plutokratie

3. Pressepropaganda im Dritten Reich

3.1 Historischer Hintergrund und Rahmenbedingungen

3.2 Die Pressekonferenz im RMVP und ihre Teilnehmer

3.3 Presseanweisungen und Sprachregelungen

4. Der „Völkische Beobachter“ im NS-Pressewesen

4.1 „Kampfblatt“ und Parteiorgan (1920-1933)

4.2. „Massenblatt“ und „Staatszeitung“ (1933-1945)

4.3 Personal – Redakteure und Korrespondenten

5. Analyse

5.1 Stereotype und Feindbilder der NS-Propaganda von 1933 bis 1939

5.1.1 Bolschewismus

5.1.2 Kapitalismus

5.1.3 Demokratie und Plutokratie

5.2 Stereotype und Feindbilder der NS-Propaganda von 1939 bis 1941

5.2.1 Die Berichterstattung über die Sowjetunion im VB im Zeichen des Nichtangriffspakts

5.2.2 Die Darstellung der Westmächte im VB bis zum „Unternehmen Barbarossa“

5.3 Die Feindpropaganda des VB zwischen 1941 bis 1945

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Rolle von Stereotypen als Instrument der Feindbilderzeugung in der nationalsozialistischen Presse. Im Zentrum steht die systematische Analyse von Presseartikeln der Zeitung „Völkischer Beobachter“ zwischen 1933 und 1945, um aufzuzeigen, wie durch sprachliche Manipulation und rhetorische Mittel wie Bolschewismus, Demokratie, Kapitalismus und Plutokratie gezielt Feindbilder konstruiert und zur ideologischen Indoktrination eingesetzt wurden.

  • Instrumentalisierung der Presse durch das NS-Regime
  • Konstruktion von Feindbildern durch spezifische Stereotype
  • Analyse semantischer Strukturen und propagandistischer Sprachmittel
  • Untersuchung der ideologischen Verknüpfung politischer Begriffe mit Antisemitismus
  • Rolle des „Völkischen Beobachters“ als staatlich gelenktes Massenmedium

Auszug aus dem Buch

1. EINLEITUNG

„Zionismus und Weltbolschewismus, so verschieden sie von außen sein mögen, sind zwei Druckmittel in der Hand einer alljüdisch geleiteten Weltpolitik, um die jüdischen Ziele durch kapitalistische Methoden im demokratischen Westen, durch bolschewistischen Terror im europäischen Osten, unter Aufhetzung der Soldaten und Arbeiter aller Völker zu verwirklichen.“

Der vorliegende Auszug aus Alfred Rosenbergs Hetzschrift „Europa und sein Todfeind“ aus dem Jahre 1938 dokumentiert in der Rückschau auf die nationalsozialistische Herrschaft zentrale Merkmale des NS-Sprachgebrauchs. Die stereotype Polemik gegenüber all jenen Feinden Nazi-Deutschlands gestalteten Ideologen und Propagandisten wie Rosenberg häufig mittels pejorativ konnotierter Symbol- bzw. Schlagwörter. Solch kurze Phrasen reduzieren komplexe semantische Zusammenhänge auf eine oberflächliche respektive stereotype Art und Weise unter ein sprachliches Konstrukt. Begriffe wie Juden, Bolschewisten, Kapitalisten oder auch der sogenannte demokratische Westen wurden im NS-Sprachgebrauch auf diese Weise durchgehend abwertend verwendet. Im Nationalsozialismus dienten sie vornehmlich der Erzeugung und gleichzeitigen Diffamierung von Feindbildern. Die Monosemierung politisch-ideologischer Begriffe war eine semantische Strategie zur Meinungslenkung durch den Propagandaapparat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Feindbilderzeugung im Nationalsozialismus ein, definiert die Zielsetzung der Arbeit und legt die methodische Herangehensweise dar.

2. Stereotype und Feindbilder: Hier werden die theoretischen Grundlagen zu Stereotypen und Feindbildern erörtert, inklusive einer Analyse der Begriffe Bolschewismus, Demokratie, Kapitalismus und Plutokratie.

3. Pressepropaganda im Dritten Reich: Dieses Kapitel beleuchtet das System der Presselenkung im Nationalsozialismus, inklusive der Rolle des RMVP und der Pressekonferenzen.

4. Der „Völkische Beobachter“ im NS-Pressewesen: Eine Analyse der Rolle, Geschichte und Struktur des „Völkischen Beobachters“ als zentrales Propagandainstrument.

5. Analyse: Der Hauptteil der Arbeit untersucht empirisch die Verwendung von Stereotypen in verschiedenen Phasen der NS-Zeit von 1933 bis 1945.

6. Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und bewertet die propagandistische Wirksamkeit der Stereotype.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Völkischer Beobachter, NS-Propaganda, Feindbilder, Stereotype, Bolschewismus, Kapitalismus, Plutokratie, Demokratie, Antisemitismus, Presselenkung, Sprachgebrauch, Ideologie, Indoktrination, Diskursanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime Presseartikel des „Völkischen Beobachters“ nutzte, um durch die gezielte Verwendung von Stereotypen Feindbilder in der Bevölkerung zu erzeugen und zu verfestigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die NS-Presselenkung, die Theorie von Stereotypen und Feindbildern, die Rolle des „Völkischen Beobachters“ sowie die propagandistische Instrumentalisierung von Begriffen wie Bolschewismus und Kapitalismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die rhetorischen Mittel und Denkbilder zu erforschen, mit denen das NS-Regime durch die Presse gewünschte Feindbilder aufbaute und politisch-ideologische Ziele verfolgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor verwendet die Methode der historischen Diskursanalyse, um die semantische Struktur des Quellenmaterials sowie die Strategien der NS-Rhetorik zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert systematisch die NS-Propaganda in verschiedenen Zeitabschnitten (1933-1939, 1939-1941, 1941-1945) und dokumentiert die Entwicklung und den Einsatz der untersuchten Feindbild-Begriffe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie NS-Propaganda, Feindbilder, Stereotype, Völkischer Beobachter, Antisemitismus und Presselenkung charakterisiert.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Begriff und Stereotyp?

Die Arbeit verdeutlicht, dass ein Begriff erst durch eine besondere, emotional aufgeladene Verwendung in einem spezifischen historischen Kontext zum Stereotyp wird, das beim Rezipienten unmittelbar eine vorgefasste Haltung auslöst.

Welche Rolle spielte der „Völkische Beobachter“ innerhalb der NS-Presse?

Der „Völkische Beobachter“ fungierte als zentrales Sprachrohr der NSDAP und als „Kampfblatt“, das durch seine spezifische sprachliche Gestaltung und inhaltliche Ausrichtung eine Vorbildfunktion für andere Zeitungen in Nazi-Deutschland einnahm.

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Details

Title
Stereotype als Instrument der Feindbilderzeugung im Verlauf der NS-Zeit
Subtitle
Eine Untersuchung über ihre Verwendung im "Völkischen Beobachter"
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,3
Author
Nico Heß (Author)
Publication Year
2016
Pages
153
Catalog Number
V392042
ISBN (eBook)
9783668629820
ISBN (Book)
9783668629837
Language
German
Tags
Nationalsozialismus Propaganda Völkischer Beobachter Stereotyp Bolschewismus Plutokratie Kapitalismus Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Heß (Author), 2016, Stereotype als Instrument der Feindbilderzeugung im Verlauf der NS-Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/392042
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