Mit der vorliegenden Arbeit wurde versucht, anhand von Daten und Fakten nachzuweisen, dass es sich beim Rauchen um eine schwere Suchterkrankung handelt, die nicht nur extrem gesundheitsschädigend, sondern in hohem Ausmaß tödlich ist. Von den lebensbedrohlichen Erkrankungen und dem frühzeitige Tode sind nicht nur die Raucher, sondern auch die Passivraucher betroffen.
Christine Scherrer befasste sich mit der Geschichte des Rauchens, weil sie u.a. wissen wollte, wie es soweit kommen kann, dass eine Sucht gesellschaftlich so ausgeprägt ist und akzeptiert wird. Sie suchte Erklärungen für die Abwehrmechanismen der Raucher, Wege aus der Nikotinsucht und beschreibt die bisher mäßigen Erfolge, aber auch die großen Chancen in der Suchtpräventionsarbeit.
Ugurlu Cemal als psychiatrischen Krankenpfleger im medizinisch-somatischen Bereich und als aktiven Raucher interessierten vor allem die gesundheitlichen Folgeschäden des Rauchens, die Übersterblichkeit der Raucher im Vergleich mit anderen Sterbedaten, die ökonomischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkte des Rauchens.
Mein Interesse als unfreiwilliger Passivraucher galt vor allem den giftigen Inhaltsstoffen im Zigarettenrauch, den „Marktsicherungsstrategien“ der Tabakkonzerne, den Hypothesen der Suchtentstehung im Allgemeinen und der Nikotinsucht im Besonderen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichte des Rauchens
2.1 Anfänge des Rauchens
2.2 Tabak als Heilmittel, als Medikament und als Mittel gegen den Hunger
2.3 Tabak-Bekämpfung und Tabak als Einnahmequelle
2.4 Rauchverbote und Raucherlaubnisse
2.5 Tabakmonopole und industrielle Zigarettenherstellung
3 Inhaltsstoffe im Zigarettenrauch und deren Wirkung im Körper
3.1 Natürliche und durch das Rauchen entstehende Inhaltsstoffe
3.1.1 Nikotin
3.1.2 Nornikotin
3.1.3 Teer
3.1.4 Kohlenmonoxid (CO)
3.1.5 Staubteilchen
3.1.6 Blausäure
3.1.7 Formaldehyd
3.1.8 Methylalkohol
3.1.9 Kohlenwasserstoffe
3.1.10 Nitrosamine
3.1.11 Radioaktive Substanzen
3.2 Chemische und weitere Zusätze
3.2.1 Pyridin
3.2.2 Xylol
3.2.3 Benzaldehyd
3.2.4 Menthol
3.2.5 Phenolderivate
3.3 Ausmaß der Schadstoffkonzentrationen im Zigarettenrauch
3.4 Gefahrstoff Zigarette
4 Gesundheitliche Folgeschäden des Rauchens
4.1 Gesundheitliche Folgeschäden des Aktiv-Rauchens
4.1.1 Krebserkrankungen
4.1.2 Herz-, Kreislauf-, Gefäß-, und Knochenerkrankungen
4.1.3 Lungenerkrankungen
4.1.4 Magenerkrankungen
4.1.5 Frauenspezifische Erkrankungen
4.1.6 Hauterkrankungen
4.1.7 Männerspezifische Erkrankungen
4.1.8 Immunerkrankungen
4.1.9 Zahnerkrankungen
4.1.10 Augenerkrankungen
4.1.11 Krebs- und Raucherkrankheiten auch durch Leichtzigaretten
4.1.12 Erhöhtes Diabetes-Risiko
4.2 Gesundheitliche Folgeschäden des Passiv-Rauchens
4.2.1 Atemwegsinfekte bei Jugendlichen
4.2.2 Leukämien bei Kinder
4.2.3 Intelligenzminderung bei Kindern
4.2.4 Asthma, Lungenkrebs und andere Atemwegs- und Lungenerkrankungen bei Kindern und Erwachsenen
4.2.5 Herzerkrankungen
4.2.6 Krebserkrankungen von Haustieren
4.3 Gesundheitsschäden auch durch Nikotin
4.4 Körperliche Veränderungen durch das Rauchen
5 Sterblichkeit der Raucher
5.1 Weltweit
5.2 Europäische Situation
5.2.1 In Großbritannien und im Vergleich mit anderen Sterbedaten
5.2.2 In Deutschland und im Vergleich mit Verkehrstoten
5.2.3 In Österreich und im Vergleich mit Alkohol und illegalen Drogen
5.3 Im Vergleich mit Luftschadstoffen
5.4 Im Vergleich mit anderen Todesursachen
6 Entstehung der Nikotinabhängigkeit
6.1 Was ist Sucht?
6.2 Was ist Abhängigkeit?
6.3 Erklärungsmodelle zur Suchtentstehung
6.4 Biologische Ursachen der Abhängigkeits- und Suchtentwicklung
6.5 Psychologische Ursachen der Suchtentstehung
6.5.1 Tiefenpsychologische Modelle
6.5.2 Lerntheoretische Ansätze
6.6 Sozialwissenschaftliches Erklärungsmodell der Suchtentstehung
6.7 Entstehung der biologischen Nikotinabhängigkeit
6.8 Nikotinkinetik und Nikotinwirkung
6.8.1 Aufnahme und Resorption
6.8.2 Physiologische Effekte
6.8.3 Psychische Reaktionen
6.8.4 Subjektive Wirkung
6.9 Die Zigarette – ein Drogenapplikationsgerät
6.10 Gewöhnung
6.11 Nikotin als Antidepressivum?
6.12 Feststellung der Nikotinabhängigkeit
7 Die Tabakindustrie
7.1 Tabakgeschäft in den USA
7.2 Werbung in den USA
7.3 Tabaklobby in den USA
7.3.1 Sponsoring von Wahlkämpfen
7.4 Aussagen von leitenden Angestellten der größten Tabakfirmen in den USA
7.5 Finanzielle Zuwendungen
7.6 Verharmlosen im Auftrag der Tabakindustrie
7.7 Wissen um Krebsentstehung und Nikotinsucht
7.7.1 Außergerichtliche Zahlungen
7.8 Tabaklobby in Großbritannien
7.8.1 Sponsoring der britischen Premierministerin
7.9 Tabaklobby in Deutschland
7.9.1 Unterstützung von Präventionskampagnen für Kinder
7.10 Rechtliche Schritte gegen die Tabakindustrie in Deutschland
7.10.1 Manipulationen
7.11 Das Tabakgeschäft in Österreich
7.11.1 Tabakmonopol
8 Ökonomische Gesichtspunkte der Nikotinsucht
8.1 Betriebsgewinn und Folgekosten weltweit
8.2 Raucherkosten in den USA
8.3 Steuereinnahmen und Raucherkosten in Deutschland
8.3.1 Raucherbedingte Erkrankungskosten pro Person
8.3.2 Absolute Kosten bei Atemwegserkrankungen
8.3.3 Umsatzvergleich zwischen legalen und illegalen Drogen
8.4 Einnahmen in Österreich
8.5 Genaue Kosten des Rauchens
8.6 Einsparungen durch frühen Tod der Raucher
8.7 Raucher belasten das Gesundheitssystem
8.8 Tabakindustrie als Wirtschaftsfaktor
8.8.1 Keine große Bedeutung als Arbeitgeber
8.8.2 Laufende Arbeitsplatzeinsparungen und Umstrukturierungen
8.8.3 Ausbau des Automatengeschäfts
8.8.4 Subventionierung des Tabakanbaues
9 Rauchergesellschaft
9.1 Raucherrate in Europa
9.2 Raucherrate in Deutschland
9.3 Raucherrate in Österreich
9.4 Raucherzunahme weltweit
9.5 Raucherzunahme in Europa und Nordamerika
9.6 Raucherzunahme in Österreich und einigen Ländern Europas
10 Abwehrmechanismen der süchtigen Raucher
11 Raucherentwöhnung
11.1 Die Schlusspunkt-Methode
11.2 Medikamentöse Raucherentwöhnung
11.2.1 Nikotinsubstitution
11.2.2 Bupropion
11.2.3 Andere pharmakologische Substanzen
11.3 Verhaltenstherapie
11.4 Akupunktur
11.5 Hypnose
11.6 Raucherentwöhnung ambulant
11.7 Raucherentwöhnung stationär
11.8 Selbstmotivation
12 Raucherprävention
12.1 Suchtprävention
12.2 Arten der Prävention
12.3 Wie betreibt man erfolgreiche Nikotinprävention?
12.3.1 Lebenskompetenzförderung
12.3.2 Preiserhöhungen
12.3.3 Rauchfreie Arbeitsplätze
12.3.4 Werbeverbote
12.3.5 Warnhinweise auf der Rauchwarenverpackung und neue Grenzwerte
12.3.6 Verbot irreführender Bezeichnungen und Ammoniakbeimischungen
12.3.7 Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen
12.3.8 Informationskampagnen in Finnland
12.4 Raucherbewusstsein in Österreich
12.4.1 Geringer Aufklärungsstatus der österreichischen Bevölkerung
12.4.2 Geringes Suchtverhalten-Verständnis von Jugendlichen in Tirol
12.5 Raucherbewusstsein in Italien
12.5.1 Informationsdefizit bei Ärzten und Krankenpflegepersonal in Italien
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Facharbeit zielt darauf ab, anhand fundierter Daten und aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse nachzuweisen, dass Rauchen eine schwere, gesundheitsschädliche und tödliche Suchterkrankung darstellt. Die Autoren untersuchen dabei die gesellschaftliche Akzeptanz des Rauchens, die gesundheitlichen Folgeschäden für Aktive und Passivraucher, die ökonomischen Aspekte sowie die Machenschaften der Tabakindustrie und leiten daraus Ansätze für eine effektive Suchtprävention ab.
- Historische Entwicklung und gesellschaftliche Verankerung des Rauchens
- Toxikologische Analyse der Inhaltsstoffe von Zigarettenrauch
- Gesundheitliche Langzeitfolgen und Mortalitätsraten
- Strategien der Tabakindustrie zur Kundenbindung und Suchtverschleierung
- Methoden der Raucherentwöhnung und Ansätze zur wirksamen Suchtprävention
Auszug aus dem Buch
3.1 Natürliche und durch das Rauchen entstehende Inhaltsstoffe
Einige Bestandteile des Zigarettenrauchs gehen unverändert aus dem Tabak in den Rauch über, z.B. das Nikotin, die übrigen Tabakalkaloide und die tabakspezifischen Nitrosamine. Andere entstehen erst in der Glutzone durch Pyrosynthese, z.B. CO, Benzol und Benzo[a]pyren. Die meisten Zigarettenrauchbestandteile werden durch Racemisierung, teilweisen Abbau oder Oxidation von spezifischen, im Tabak enthaltenen Vorstufen gebildet, z.B. Furane, Indole und Aromastoffe, oder sie entstehen neu aus stickstoffhaltigem Material im Tabak, z.B. Stickoxide, Amoniak und Cyanwasserstoff. (BUCHKREMER, et al., 1994)
Im Tabakrauch sind bisher über 3000 verschiedene Verbindungen nachgewiesen worden. Neben dem Hauptwirkstoff Nikotin sind dies u. a. Teer, mehrere hochtoxische Gase wie Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2), Stickstoffmonoxid (NO), Stickstoffdioxid (NO2), Blausäure, Formaldehyd, die karzinogenen Verbindungen Benzo(a)pyren und mehrere seiner Derivate, Nitrosamine, aromatische Amine, Schwelfeldioxid (SO2), Ammoniak, Acrolein und die Schwermetalle Chrom (Cr), Arsen(As), Cadmium (Cd) und Vanadium (V). (ROTH, 1998)
Im Nebenstromrauch haben einige der flüchtigen Schadstoffe gegenüber dem Hauptstromrauch eine bis zu 100-fache erhöhte Konzentration.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsabsicht dar, Rauchen als lebensgefährliche Suchterkrankung zu entlarven und das öffentliche sowie politische Desinteresse an einer konsequenten Bekämpfung zu hinterfragen.
2 Geschichte des Rauchens: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung nach, wie Tabak von einer importierten Exotik zur allgegenwärtigen „Genussdroge“ aufstieg, die trotz gesundheitlicher Bedenken gesellschaftlich etabliert wurde.
3 Inhaltsstoffe im Zigarettenrauch und deren Wirkung im Körper: Hier werden die toxischen Bestandteile einer Zigarette – von Nikotin über Teer bis hin zu radioaktiven Substanzen – analysiert und deren verheerende Wirkung auf den menschlichen Organismus dargelegt.
4 Gesundheitliche Folgeschäden des Rauchens: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Aufzählung der durch Aktiv- und Passivrauchen verursachten Erkrankungen, die nahezu alle Organsysteme des Körpers betreffen.
5 Sterblichkeit der Raucher: Die Autoren belegen anhand globaler und nationaler Statistiken die erschreckend hohe Mortalität durch Tabakkonsum im Vergleich zu anderen Todesursachen.
6 Entstehung der Nikotinabhängigkeit: Hier wird die Suchtentwicklung neurobiologisch und psychologisch erklärt, um das Wesen der Nikotinabhängigkeit und die Schwierigkeiten des Entzugs zu verdeutlichen.
7 Die Tabakindustrie: Dieses Kapitel entlarvt die Marketingstrategien und politischen Einflussnahmen der Konzerne, die systematisch die Sucht der Konsumenten fördern und wissenschaftliche Fakten leugnen.
8 Ökonomische Gesichtspunkte der Nikotinsucht: Hier wird der Gegensatz zwischen Steuereinnahmen und den volkswirtschaftlichen Folgekosten durch krankheitsbedingte Arbeitsausfälle und Behandlungskosten aufgezeigt.
9 Rauchergesellschaft: Dieses Kapitel liefert statistische Daten zur Raucherrate in Europa, Deutschland und Österreich und zeigt besorgniserregende Trends bei Jugendlichen auf.
10 Abwehrmechanismen der süchtigen Raucher: Hier werden typische kognitive Strategien und Argumentationsmuster von Rauchern beschrieben, die der Verleugnung der eigenen Abhängigkeit und Gesundheitsgefährdung dienen.
11 Raucherentwöhnung: Das Kapitel bietet eine Übersicht über verschiedene Methoden zur Tabakentwöhnung, von medikamentösen Ansätzen bis hin zu verhaltenstherapeutischen Maßnahmen.
12 Raucherprävention: Abschließend werden Strategien für eine effektive Suchtprävention diskutiert, wobei der Fokus auf lebenskompetenzfördernde Maßnahmen und politische Regulierungen gelegt wird.
Schlüsselwörter
Nikotinsucht, Raucherentwöhnung, Suchtprävention, Tabakindustrie, Gesundheitsschäden, Passivrauchen, Gesundheitsökonomie, Zigarettenkonsum, psychologische Abhängigkeit, Toxikologie, WHO, Public Health, Suchtforschung, Nikotinabhängigkeit, Jugendschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit belegt, dass Rauchen eine schwerwiegende und tödliche Suchterkrankung ist, die nicht als harmloses „Genussmittel“ verharmlost werden darf.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?
Die Arbeit umfasst toxikologische Analysen, gesundheitliche Langzeitfolgen, ökonomische Auswirkungen, das Verhalten der Tabakindustrie und Möglichkeiten der Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Lesern (Rauchern wie Nichtrauchern) die massive Gefahr des Rauchens vor Augen zu führen und die notwendige politische und gesellschaftliche Umkehr einzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien, Statistiken von Gesundheitsorganisationen (wie WHO, CDC, DHS) und Daten zur Suchtprävention.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt ausführlich die Inhaltsstoffe der Zigarette, die resultierenden körperlichen Schäden, die Übersterblichkeit durch Tabak, ökonomische Folgen sowie die Manipulationsstrategien der Tabakindustrie.
Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nikotinsucht, Raucherentwöhnung, Tabakindustrie, Suchtprävention und gesundheitliche Folgeschäden.
Warum spielt die Tabakindustrie eine zentrale Rolle in der Arbeit?
Die Autoren weisen nach, dass die Tabakindustrie durch aggressive Marketingstrategien, Lobbying und die Verharmlosung ihrer Produkte massiv zur Verbreitung der Sucht und zum Scheitern von Präventionsbemühungen beiträgt.
Was ist die zentrale Erkenntnis bezüglich der Tabakentwöhnung?
Es wird aufgezeigt, dass eine erfolgreiche Entwöhnung aufgrund der komplexen Suchtmechanismen meist eine Kombination aus medikamentöser Unterstützung und verhaltenstherapeutischer Begleitung erfordert.
Wie bewerten die Autoren die Rolle der Politik in Österreich?
Die Autoren kritisieren die unzureichende Aufklärungsarbeit und die bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen, die eine wirksame Raucherprävention in Österreich bisher eher behindern als fördern.
- Quote paper
- Walter Partoll (Author), C. Ugurlu (Author), Ch. Scherrer (Author), 2003, Rauchen - die bagatellisierte Sucht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39360