Die Gemeinsame Agrarpolitik (genannt GAP) ist mit ca. 50 Prozent der größte Posten im EU-Haushalt. Ihr fällt somit eine besondere Bedeutung unter den Politikbereichen der EU zu. Diese Arbeit befasst sich mit den Zielen und der Entwicklung der GAP. Zunächst werden die Probleme dargestellt, aus denen die Ziele im Agrarsektor abgeleitet worden sind, anschließend werden die verwendeten Instrumente erklärt und teilweise anhand von Angebot-Nachfrage Diagrammen auf ihre volkswirtschaftliche Wirkung hin analysiert. Die jüngste Reform der GAP im Jahr 2003 wird nach Darstellung der bisherigen Entwicklung erläutert und bewertet. Schließlich erfolgt die Beurteilung des Grades der Zielerreichung. Ziel der Arbeit ist es, dem Leser einen Überblick über die GAP zu geben und ihn vor allem über wichtige Reformschritte seit Anfang der 90er Jahre (insbesondere die Reform 2003) und die Diskrepanz zwischen Zielsetzung und Grad der Zielerreichung zu informieren. Es ist gleich zu Beginn zu bemerken, dass das Thema Agrarpolitik sehr umfangreich ist und deshalb nicht jeder Themenbereich im Rahmen dieser Hausarbeit detailliert analysiert werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ZIELE UND INSTRUMENTE DER GAP
2.1 ABLEITUNG DER ZIELSETZUNG
2.2 INSTRUMENTE DER GAP
3. ENTWICKLUNG DER GAP
3.1 ENTWICKLUNG BIS 1990
3.2 WICHTIGE REFORMEN DER GAP AB 1991
3.2.1 1991 – 2002
3.2.2 2003 - 2004
4. ZIELE BESTMÖGLICH ERREICHT?
5. SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der EU, ihre Zielsetzungen, historische Entwicklung sowie die Wirksamkeit ihrer eingesetzten Instrumente. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit die gesetzten agrarpolitischen Ziele erreicht wurden und ob die durchgeführten Reformen, insbesondere die der Jahre 2000 und 2003, zu einer ökonomisch sinnvollen Effizienzsteigerung führen.
- Historische Entwicklung der GAP von den Anfängen bis 2004
- Analyse agrarpolitischer Instrumente und deren Wohlfahrtseffekte
- Untersuchung der Zielsetzung: Nahrungsmittelsicherheit, Einkommenssicherung und Produktivität
- Bewertung der Reformschritte (Agenda 2000 und Reform 2003)
- Kritische Würdigung der Subventionspolitik und der Agrarlobby-Einflüsse
Auszug aus dem Buch
2.1 Ableitung der Zielsetzung
In perfekten Märkten werden Schwankungen in der regionalen Produktion durch regionalen Handel und Vorratshaltung ausgeglichen. Dies ist jedoch nach Ansicht vieler Staaten (bzw. deren Regierungen) in der Realität nicht der Fall, so wird argumentiert, dass der interregionale Handel beispielsweise durch hohe Transaktionskosten oder politische Reglementierungen erschwert wird. Private Vorratshaltung ist sehr riskant, da die zukünftige Entwicklung der Preise kaum vorhergesagt werden kann. In Anbetracht dieser Tatsache sehen die meisten Länder die Sicherstellung von Nahrungsmittelversorgung als wichtige politische Aufgabe (ob das damit verbundene Eingreifen der Staaten in Märkte wirklich zu der erhofften Sicherstellung von Nahrungsversorgung führen kann, ist Thema in Kapitel 3 und 4). In welcher Weise die Politik hier eingreift, hängt von der Stärke des angenommenen „Marktversagens“ und den politischen Möglichkeiten der betroffenen Länder ab (vgl.: Koester, El-Agraa 2004: S. 355 ff.).
Ein weiteres Problem im Agrarsektor stellt das Einkommen dar. Nach Ansicht vieler Staaten wächst das Einkommen im Agrarbereich nicht so schnell wie das Einkommen in anderen Bereichen in einer wachsenden Wirtschaft. Aus diesem Grund werden die Preise durch die Politik höher gesetzt als das sonst im Marktgleichgewicht der Fall wäre. Auf diese Weise soll das Einkommen von Landwirten künstlich erhöht werden (vgl.: Koester, El-Agraa 2004: S. 359-360; Mytler 2004: S. 5).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung der GAP im EU-Haushalt und Vorstellung der Zielsetzung, die Entwicklung der Politik sowie die Bewertung der Zielerreichung zu untersuchen.
2. ZIELE UND INSTRUMENTE DER GAP: Darstellung der aus Marktproblemen abgeleiteten Ziele und Beschreibung der Instrumente wie Import-, Export- und Binnenmarktregulierungen.
3. ENTWICKLUNG DER GAP: Chronologische Analyse der GAP von ihren Anfängen 1958 über die Reformen ab 1991 bis zur weitreichenden Entkopplungs-Reform 2003.
4. ZIELE BESTMÖGLICH ERREICHT?: Kritische Überprüfung der Zielerreichung in Bezug auf Produktivität, Einkommen und Nahrungsmittelversorgung sowie Analyse der Wirksamkeit der Instrumente.
5. SCHLUSS: Fazit zur Ineffizienz der GAP-Instrumente und kritische Reflexion über den Einfluss von Interessenverbänden auf den langsamen Reformprozess.
Schlüsselwörter
Gemeinsame Agrarpolitik, GAP, EU-Agrarhaushalt, Nahrungsmittelsicherheit, Marktversagen, Subventionen, Entkopplung, Direktzahlungen, Agrarreform, Agenda 2000, WTO, Produktivität, Importzölle, Exportsubventionen, Marktstabilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union, ihren Zielen, ihrer historischen Entwicklung und einer kritischen ökonomischen Bewertung ihrer Wirksamkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Problemanalyse im Agrarsektor, die eingesetzten Marktregulierungen sowie die Auswirkungen der weitreichenden Reformen, wie der Agenda 2000 und der Reform von 2003.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob die GAP ihre gesetzten Ziele (Produktivität, Einkommenssicherung, Nahrungsmittelversorgung) erreicht hat und ob die eingesetzten Instrumente ökonomisch sinnvoll sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse unter Verwendung von Angebot-Nachfrage-Diagrammen zur Bestimmung wohlfahrtsökonomischer Effekte sowie auf eine historische Aufarbeitung der politischen Dokumente.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Instrumente (Import/Export/Binnenmarkt), die chronologische Entwicklung der GAP seit 1958 sowie eine empirisch gestützte Bewertung der Zielerreichung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie GAP, Subventionsabbau, Marktversagen, Entkopplung von Direktzahlungen und agrarpolitische Reformen charakterisiert.
Welche Bedeutung hat die Entkopplung der Prämienzahlungen von der Produktion?
Die Entkopplung ist ein zentraler Richtungswechsel der Reform 2003, um Produktionsanreize zu verringern und eine allokative Effizienzsteigerung zu erreichen, da Landwirte nicht mehr primär für die Menge produzieren müssen.
Warum kommt der Autor zu einem enttäuschenden Ergebnis bei der GAP?
Der Autor argumentiert, dass die GAP-Instrumente aufgrund politischer Einflussnahme durch Agrarlobbys nicht konsequent auf ökonomische Effizienz ausgerichtet sind und die Subventionen lediglich umgeschichtet statt abgebaut werden.
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- René Kautz (Author), 2005, Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39495