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Prävention von sexuellem Missbrauch im Volksschulalter

Title: Prävention von sexuellem Missbrauch im Volksschulalter

Diploma Thesis , 2005 , 86 Pages , Grade: 1

Autor:in: Michele Müller (Author)

Didactics - Theology, Religion Pedagogy
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Summary Excerpt Details

In folgender Arbeit möchte ich den sexuellen Missbrauch an Kindern und dessen Prävention bearbeiten. Vorab möchte ich erläutern, dass mit dem Begriff „Kind“ auch jugendliche Menschen bis zur Volljährigkeit gemeint sind. In meiner Arbeit werde ich „Fallgeschichten“ ausgrenzen, denn ich möchte mich durch derartige emotionale Aussagen nicht von der Sachlichkeit abbringen lassen, was aber vermutlich die Folge wäre. Zusätzlich würde diese Art der Vorangehensweise dem Leser ein sehr düsteres und bedrückendes Bild suggerieren und ihn eventuell am Weiterlesen hindern, was meiner Zielsetzung nicht entsprechen würde. Ferner werde ich auch die Psyche des Täters und mögliche Behandlungsformen für Sexualstraftäter ausklammern und mich nur kurz mit den Planungsphasen der Tat auseinandersetzen. Hauptsächlich möchte ich den Missbrauch aus dem Blickwinkel der Opfer betrachten. Die konkrete Präventionsarbeit kann ich selbstverständlich nur exemplarisch aufzeigen und erhebe keineswegs den Anspruch auf Vollständigkeit.

Mir scheint der Kindesmissbrauch ist mittlerweile nicht mehr im selben Rahmen tabuisiert wie früher dennoch glaube ich, dass selten alle Aspekte des Missbrauchs Beachtung finden. Ich vermute, dass sich der Durchschnitt der Lehrpersonen überholten, konservativen Präventionsmethoden bedient, welche die Kinder vielmehr ängstigen als sie stärken. Deshalb scheint mir die Auseinandersetzung mit diesem Gegenstand aktuell und angebracht.

Mein direkter Zugang zu diesem Thema liegt wohl darin begründet, dass ich selbst negative Erfahrungen in diesem Bereich gemacht habe und eines der Opfer bin, das ohne professionelle Hilfe die Ereignisse gut verarbeiten konnte. Doch leider ist dies nicht immer der Fall und aus diesem Grunde für mich Anlass, einen besseren Zugang zu dieser Materie zu forcieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1 FAKTEN

1.1 Definition des Begriffs „Sexueller Missbrauch“

1.1.1 Die Frage der Einwilligung

1.1.2 Die Art der Handlung

1.1.3 Die Absicht des Täters

1.1.4 Anwendung von Gewalt

1.1.5 Altersbegrenzung

1.1.6 Altersunterschied zwischen Täter und Opfer

1.2 Zahlen

1.3 Rechtliche Situation

1.3.1 § 206 Schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen

1.3.2 § 207 Sexueller Missbrauch von Unmündigen

1.3.3 § 207a Pornographische Darstellungen mit Unmündigen

1.3.4 § 207b Sexueller Missbrauch von Jugendlichen

1.3.5 § 208 Sittliche Gefährdung von Personen unter sechzehn Jahren

2 MISSBRAUCHSDYNAMIK

2.1 Erwachsene bestimmen über den Körper von Kindern

2.2 Kinder vertrauen dem Täter

2.3 Das Geheimnis

2.4 Sprachlosigkeit, Abhängigkeit und Schuldgefühle

3 DAS TRAUMA

3.1 Die Traumadifferenzierung

3.1.1 Das Vortrauma

3.1.2 Das Haupttrauma

3.1.3 Das Second–Trauma

3.1.4 Das Folgetrauma

3.1.5 Kumulative Traumata

3.2 Traumatisierungsfaktoren

3.2.1 Primäre Traumatisierungsfaktoren

3.2.1.1 Opfer-Täter-Beziehung

3.2.1.2 „Intensität“ des sexuellen Missbrauchs

3.2.1.3 Zwang und Gewalt

3.2.1.4 Dauer und Häufigkeit des sexuellen Missbrauchs

3.2.1.5 Alter des Opfers

3.2.1.6 Geschlecht des Täters

3.2.2 Sekundäre Traumatisierungsfaktoren

3.3 Folgen des sexuellen Missbrauchs

3.3.1 Körperliche Verletzungen

3.3.2 Psychosomatische Symptome

3.3.3 Psychische Probleme

3.3.4 Soziale Auffälligkeiten

3.3.5 Auffälliges Sexualverhalten

3.3.6 Zur Interpretation von Symptomen

4 PRÄVENTION VON SEXUELLEM MISSBRAUCH

4.1 Präventionsbereiche

4.2 Präventionsmethoden im Ausland

4.2.1 Prävention in amerikanischen Volksschulen

4.2.2 Prävention in kanadischen Volksschulen

4.2.3 Prävention in englischen Volksschulen

4.3 Prävention in Österreich

4.4 Intervention

4.4.1 Ruhe bewahren

4.4.2 Das Kind unterstützen

4.4.3 Aufzeichnungen machen und soziales Umfeld erkunden

4.4.4 Die Strafanzeige

4.5 Der Grooming Prozess

5 ANSATZPUNKTE IN DER VOLKSSCHULE

5.1 Ansatzpunkte beim Volksschullehrer

5.1.1 Blickpunkte bei der Umsetzung

5.1.2 Bezug zum Lehrplan

5.2 Ansatzpunkte bei den Volksschulkindern

5.2.1 Sozialklima als Grundlage

5.2.2 Geschlechterrollen besprechen und hinterfragen

5.2.3 Integration demokratischer Elemente im Unterricht

5.2.4 Sexualerziehung im Rahmen des Sachunterrichts

5.2.5 Spezielle Prävention

5.2.5.1 Mein Körper gehört mir

5.2.5.2 Meine Gefühle

5.2.5.3 Geheimnisse

5.2.5.4 Berührungen

5.2.5.5 „Nein sagen“

5.2.5.6 Hilfe holen

5.2.5.7 Du bist nicht schuld

5.2.6 Elternarbeit

SCHLUSSBEMERKUNG

Zielsetzung & thematische Schwerpunkte

Die Diplomarbeit untersucht das Problem des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen sowie Möglichkeiten der Prävention aus der Sicht des Opfers. Ziel ist es, Lehrpersonen im Volksschulalter zu befähigen, durch gezielte „Ich-Stärkung“ und präventive Konzepte im Schulalltag die Autonomie der Kinder zu fördern und sie vor Übergriffen zu schützen.

  • Grundlagen des sexuellen Missbrauchs (Definition, rechtliche Situation, Zahlen)
  • Dynamik von Machtgefälle, Abhängigkeit und dem „Geheimnis“
  • Traumatisierungsfaktoren und Auswirkungen auf das betroffene Kind
  • Präventionsansätze in Österreich und im internationalen Vergleich
  • Konkrete Umsetzungsmöglichkeiten im Volksschulunterricht

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Die Frage der Einwilligung

Uneingeschränkte Zustimmung findet die Aussage, dass alle sexuellen Handlungen die durch Drohung und körperliche Gewalt erzwungen wurden, einen sexuellen Missbrauch darstellen. Auch wird jede sexuelle Handlung, die ein Erwachsener an einem Kind gegen dessen Willen durchführt, als sexueller Missbrauch bezeichnet. (Vgl. D. Bange 1995, S. 32) Dabei ist allerdings anzumerken, dass die scheinbare Einwilligung von Seiten der Kinder eine wichtige Verarbeitungsstrategie für sie sein kann. Vor allem ist durch das vorhandene Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern eine Zustimmung gar nicht möglich. Hier scheint mir das Konzept des wissentlichen Einverständnisses erwähnenswert:

„Ausgangspunkt dabei ist, daß bei Erwachsenen eine „Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ vorliegt, wenn eine Person an einer anderen ohne deren Zustimmung sexuelle Handlungen ausführt. Da Kinder aufgrund ihres emotionalen, kognitiven und sprachlichen Entwicklungsstands nicht den gleichen Informationsstand wie die Erwachsenen haben, von der Liebe, Zuneigung und sozialen Fürsorge Erwachsener abhängig sind und auch rechtlich Erwachsenen unterstellt sind, herrscht ein strukturelles Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern. Kinder können deshalb nicht als gleichberechtigte Partner sexuelle Kontakte mit Erwachsenen ablehnen oder ihnen zustimmen. Demnach ist jeder sexuelle Kontakt zwischen einem Kind und einem Erwachsenen sexueller Mißbrauch. Dieses Konzept wird von vielen WissenschaftlerInnen als Definitionsgrundlage verwendet (z.B. Schlechter/Roberge 1976, Finkelhor 1979, Kempe/Kempe 1980, Sgroi u.a. 1982, Saller 1986, Fegert 1987, Abelmann-Vollmer 1989, Hirsch 1990).“ (D. Bange 1995, S. 32)

Zusammenfassung der Kapitel

FAKTEN: Dieses Kapitel erläutert die Schwierigkeiten einer allgemeinen Definition von sexuellem Missbrauch, beleuchtet statistische Erhebungen und stellt die rechtliche Situation in Österreich anhand relevanter Strafgesetzparagraphen dar.

MISSBRAUCHSDYNAMIK: Es wird die psychologische Situation des Opfers analysiert, wobei besonders das Machtgefälle, das Vertrauen zum Täter, die Rolle von Geheimnissen und die daraus resultierende Sprachlosigkeit hervorgehoben werden.

DAS TRAUMA: Dieses Kapitel differenziert verschiedene Arten von Traumata (Vortrauma bis kumulative Traumata), nennt Faktoren, die die Traumatisierung beeinflussen, und beschreibt die physischen sowie psychischen Folgen für die Betroffenen.

PRÄVENTION VON SEXUELLEM MISSBRAUCH: Der Abschnitt vergleicht verschiedene Ansätze der Prävention im In- und Ausland und diskutiert Interventionsmöglichkeiten, wie Ruhe bewahren, kindgerechte Unterstützung und die strafrechtliche Meldung.

ANSATZPUNKTE IN DER VOLKSSCHULE: Die Verfasserin beschreibt konkrete Wege für Lehrpersonen, um Prävention im Unterricht durch Sozialklima, Sexualerziehung, geschlechterspezifische Arbeit und Elternarbeit aktiv und fächerübergreifend zu gestalten.

Schlüsselwörter

Sexueller Missbrauch, Prävention, Volksschule, Traumatisierung, Kinderschutz, Machtgefälle, Ich-Stärkung, Missbrauchsdynamik, Körpergrenzen, Intervention, Sexualerziehung, Geheimnisse, Selbstwertgefühl, Geschlechterrollen, Pädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Diplomarbeit behandelt die Prävention von sexuellem Missbrauch an Kindern im Volksschulalter und wie Lehrpersonen die Kinder im Sinne einer „Ich-Stärkung“ unterstützen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Faktenlage, die Dynamik von Missbrauch, die Traumatisierung von Opfern, internationale Präventionsmethoden und konkrete unterrichtliche Ansatzpunkte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Handlungskompetenzen für Lehrpersonen aufzuzeigen, um die Wahrscheinlichkeit für Missbrauch zu senken und die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Kindern zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Aufarbeitung rechtlicher Bestimmungen und der Einbeziehung von Fallbeispielen sowie erprobten Unterrichtsmaterialien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung von Fakten, die Missbrauchsdynamik, die Traumatherapie, einen Vergleich von Präventionskonzepten (USA, Kanada, England, Österreich) und methodische Anleitungen für den Schulalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind sexueller Missbrauch, Prävention, Ich-Stärkung, Kinderschutz, Machtgefälle und Traumatisierung.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "guten" und "schlechten" Geheimnissen?

Die Arbeit betont, dass Kinder lernen müssen, dass „schlechte“ Geheimnisse (die Sorgen bereiten oder ängstigen) niemals gewahrt werden sollten und unbedingt weitererzählt werden müssen, während „gute“ Geheimnisse (wie eine Überraschung) harmlos sind.

Welche Rolle spielt die "Ich-Stärkung" bei der Prävention?

Die Ich-Stärkung ist das zentrale Konzept der Arbeit, da gestärkte, selbstbewusste Kinder, die ihre Grenzen kennen und Nein sagen können, für potenzielle Täter schwerer zu manipulieren sind.

Excerpt out of 86 pages  - scroll top

Details

Title
Prävention von sexuellem Missbrauch im Volksschulalter
College
Pädagogische Hochschule Vorarlberg
Grade
1
Author
Michele Müller (Author)
Publication Year
2005
Pages
86
Catalog Number
V39793
ISBN (eBook)
9783638384773
Language
German
Tags
Prävention Missbrauch Volksschulalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michele Müller (Author), 2005, Prävention von sexuellem Missbrauch im Volksschulalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39793
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