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Pressefreiheit contra "Putinisierung"- Zum Wandel der politischen Kultur in Russland

Title: Pressefreiheit contra "Putinisierung"- Zum Wandel der politischen Kultur in Russland

Essay , 2004 , 26 Pages

Autor:in: Julia Schatte (Author)

Politics - Region: Russia
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Die mediale Präsenz jedes politischen und gesellschaftlichen Ereignisses in Russland, angefangen bei den Duma- und Präsidentschaftswahlen im Dezember 2003 bzw. März 2004 bis zu den Terroranschlägen in Moskau und Nord-Ossetien vor und nach den Wahlen in Tschetschenien im September 2004, spiegelt die Entwicklung der russischen Informationspolitik unter Vladimir Putin wider. Obwohl Russland heute formal eines der liberalsten Pressegesetze des Welt besitzt und die Zensur offiziell abgeschafft ist, gilt es als Land mit eingeschränkter Pressefreiheit.
Im folgenden soll das russische Verständnis des Rechtes zu informieren und informiert zu sein sowie die Wahrnehmung von Zensur betrachtet werden. Im weiteren wird veranschaulicht, welche Veränderungen und Tendenzen sich in den letzten Jahren in der Medienlandschaft abzeichnen und wie diese im demokratischen Kontext zu bewerten sind. Das aktuelle Fallbeispiel der Entlassung des Moderators Leonid Parfjonovs und die Absetzung seines Politmagazins "Namedni" beim TV-Sender NTW soll die Wichtigkeit einer komplexen und kontextbezogenen Betrachtung der Ereignisse und Vorgänge auf dem russischen Medienmarkt betonen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pressefreiheit - zwischen Definition und Auslegung

3. Die Freiheit und ihre Finanzierung

4. Informationssicherheit statt Pressefreiheit

5. Zensur: bekämpft oder erwünscht?

6. Der Fall Parfjonov: Zensur contra Unternehmensethik

7. Russland: Demokratie auf dem Rückzug?

8. Vermerke

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der russischen Medienlandschaft unter der Präsidentschaft von Vladimir Putin, analysiert das Spannungsfeld zwischen offizieller Pressefreiheit und staatlicher Einflussnahme und beleuchtet die Wahrnehmung von Zensur durch Akteure und Öffentlichkeit.

  • Staatliche Einflussnahme auf die russische Medienpolitik
  • Definition und Interpretation von Pressefreiheit in Russland
  • Finanzierungsmodelle von Medien und deren Auswirkungen auf die Unabhängigkeit
  • Fallanalyse zur Medienzensur und Unternehmensethik

Auszug aus dem Buch

Zensur: bekämpft oder erwünscht?

An A. Piontovskijs Vergleich von Putins Image mit des Kaisers neuen Kleidern knüpft die Frage an, in welcher Hinsicht die Zensur beim "Ankleiden" eine Rolle spielt. Neben dem Rückgang des Pluralismus in der russischen Medienlandschaft und der Erwähnung derer, die heutzutage für eine Zensur verantwortlich gemacht werden können, ist dabei vor allem zu beachten, wie und ob diese Zensur von der Bevölkerung einerseits und der Kommunikationselite andererseits empfunden wird. Wie wichtig ist Pressefreiheit überhaupt und wird eine Bedrohung wahrgenommen?

Ein wenig erfreuliches Bild zeichnen A. Simonov von der "Glasnost´ Defence Foundation" und der Journalist Michail Fišman von der "Newsweek Russia". Nach Ansicht dieser beiden Vertreter der russischen Kommunikationselite ist die Bevölkerung weit davon entfernt, Meinungs- und Pressefreiheit als Grundrechte wahrzunehmen. Ebenso werden Freiheit und Wohlstand nicht miteinander in Verbindung gebracht. Fišman betont, dass Medien in Russland aus rein geschäftlichen Gründen betrieben werden - und die Geschäftssphäre werde von der Macht kontrolliert. Simonov hält die Auslegung, dass die Bevölkerung ein Interesse an der Wahrheit hat und die Staatsmacht eben diese zurückhält, für unrealistisch.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Entwicklung der russischen Informationspolitik unter Putin und stellt den Rückgang der Pressefreiheit sowie das Fallbeispiel der Entlassung von Leonid Parfjonov vor.

2. Pressefreiheit - zwischen Definition und Auslegung: Das Kapitel kontrastiert die westliche Definition von Pressefreiheit mit dem spezifisch russischen Verständnis, das historisch durch Autoritarismus und das Erbe der 90er Jahre geprägt ist.

3. Die Freiheit und ihre Finanzierung: Hier wird analysiert, inwiefern die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Medien durch Oligarchen oder staatliche Stellen bedroht wird und welche Rolle Sponsoring spielt.

4. Informationssicherheit statt Pressefreiheit: Dieses Kapitel erläutert, wie der Begriff der "Informationssicherheit" als rechtliches Instrument zur Wiederherstellung staatlicher Zensur und zur Kontrolle der Medien genutzt wird.

5. Zensur: bekämpft oder erwünscht?: Die Untersuchung thematisiert das paradoxe Phänomen, dass ein beachtlicher Teil der russischen Bevölkerung und sogar Journalisten die Einführung von Zensur unter bestimmten Umständen befürworten.

6. Der Fall Parfjonov: Zensur contra Unternehmensethik: Eine detaillierte Analyse der Entlassung des Moderators Leonid Parfjonov, die als exemplarischer Konflikt zwischen journalistischer Freiheit und unternehmerischer Loyalität dargestellt wird.

7. Russland: Demokratie auf dem Rückzug?: Das Fazit setzt die Medienpolitik in den größeren Kontext des Umbaus der politischen Struktur und warnt vor einer langfristigen Schwächung des demokratischen Pluralismus.

Schlüsselwörter

Pressefreiheit, Russland, Putinisierung, Medienpolitik, Zensur, Informationssicherheit, Leonid Parfjonov, Medienmonopol, Demokratie, Kommunikationselite, Meinungsfreiheit, Journalismus, Staatliche Kontrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung und den Zustand der Presse- und Medienfreiheit in der Russischen Föderation unter der Präsidentschaft von Vladimir Putin.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Pressefreiheit, die Rolle staatlicher und oligarchischer Finanzierung, das Konzept der Informationssicherheit sowie die gesellschaftliche Akzeptanz von Zensur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Veränderungen in der russischen Medienlandschaft im demokratischen Kontext zu bewerten und aufzuzeigen, wie staatliche Eingriffe die Unabhängigkeit der Berichterstattung beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche und politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Medienberichten, Umfragedaten und Expertenmeinungen basiert.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Unterschiede zwischen westlichem und russischem Freiheitsverständnis, die ökonomische Abhängigkeit der Medien, die Instrumentalisierung von Gesetzen zur Informationssicherheit sowie den Fall Parfjonov.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere Pressefreiheit, Zensur, staatliche Verstaatlichung der Medien, Informationssicherheit und politischer Pluralismus.

Warum wird der Fall Parfjonov als zentrales Beispiel herangezogen?

Der Fall dient als anschauliches Beispiel, um das komplexe Zusammenspiel von politischem Druck, unternehmerischen Verträgen und journalistischer Ethik in der Praxis zu verdeutlichen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der russischen Demokratie?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die russische Demokratie aufgrund rückläufiger Tendenzen bei der Pressefreiheit und der zunehmenden staatlichen Kontrolle auf wackligen Beinen steht.

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Details

Title
Pressefreiheit contra "Putinisierung"- Zum Wandel der politischen Kultur in Russland
Author
Julia Schatte (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V39824
ISBN (eBook)
9783638384995
ISBN (Book)
9783638644761
Language
German
Tags
Pressefreiheit Putinisierung Wandel Kultur Russland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Schatte (Author), 2004, Pressefreiheit contra "Putinisierung"- Zum Wandel der politischen Kultur in Russland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/39824
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