Die Prinzipal-Agent Theorie untersucht die vertragliche Beziehung zwischen Wirtschaftsubjekten. Ihr Ziel ist es, die effiziente Gestaltung von Verträgen zwischen einem Prinzipal und einem Agent anhand der damit verbundenen Kosten zu erklären. Der Prinzipal delegiert Aufgaben mit Entscheidungskompetenz an den Agenten, die dieser eigenverantwortlich gegen Entlohnung erfüllt. Der Prinzipal als Auftraggeber ist schlechter informiert als der Agent als Auftragnehmer.
Die von dem Agenten getroffene Auswahl der möglichen Handlungsalternativen, auch als Aktionen bezeichnet, ist vom Prinzipal nicht zu beobachten (Hidden action). Die Kontrolle des Agenten erfolgt anhand von ungenauen aber leicht beobachtbaren Performancegrößen, im Folgenden als Leistungsindikatoren bezeichnet. Die vertraglich festgelegten Leistungsindikatoren setzen Anreize für den Agenten, unter den möglichen Handlungsalternativen diejenige Kombination zu wählen, die zu einem maximalen Unternehmensergebnis führen. Die Kontrolle der Leistungsindikatoren ist für den Prinzipal mit Kosten verbunden. Bei Risikoaversion des Agenten entstehen zusätzliche Effizienznachteile. In diesem Fall muss bei der Ermittelung der Anreize das mit den Leistungsindikatoren verbundene Risiko berücksichtigt werden. Das effiziente Anreizniveau wird durch die Gewichtung der Leistungsindikatoren bestimmt.
Der erste Teil dieser Arbeit beschreibt das verwendete Prinzipal-Agent Modell. Im Anschluss wird die optimale Gewichtung von zwei Leistungsindikatoren bei mehreren Handlungen zur Implementierung eines effizienten Anreizniveaus behandelt, sowie Einflüsse von Leistungs- und Produktionskoeffizienten auf die Gewichtung. In der Schlussbetrachtung wird ein Resümee über die verschiedenen Einwirkungen auf die Gewichtung der Leistungsindikatoren gezogen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Grundstruktur des verwendeten Prinzipal-Agent Modells
- Anreize bei mehreren Handlungen und Leistungsindikatoren
- Relative Gewichtung der Leistungsindikatoren
- Relative Gewichtung der Leistungsindikatoren bei Sicherheit
- Relative Gewichtung der Indikatoren bei gleichgerichteten Vektoren
- Relative Gewichtung bei deckungsgleichem und bestimmtem Indikator
- Relative Gewichtung des bestimmten Leistungsindikators
- Schlussfolgerung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit untersucht die Gestaltung von Anreizsystemen in einer Prinzipal-Agent Beziehung, wobei der Fokus auf die optimale Gewichtung von Leistungsindikatoren bei mehreren Handlungen liegt. Ziel ist es, die Effizienz von Anreizsystemen zu maximieren, indem die Kosten für den Prinzipal und die Ineffizienzen aufgrund von Risikoaversion des Agenten berücksichtigt werden.
- Das verwendete Prinzipal-Agent Modell
- Die optimale Gewichtung von zwei Leistungsindikatoren
- Der Einfluss von Leistungs- und Produktionskoeffizienten auf die Gewichtung
- Die Auswirkungen von Risikoaversion des Agenten
- Die Effizienz von Anreizsystemen in Bezug auf die Kosten und Ineffizienzen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Prinzipal-Agent Theorie und das Problem der Informationsasymmetrie zwischen Prinzipal und Agent vor. Dabei wird auf die Bedeutung der Leistungsindikatoren und ihre Rolle bei der Gestaltung von Anreizsystemen eingegangen.
- Grundstruktur des verwendeten Prinzipal-Agent Modells: Dieses Kapitel beschreibt das zugrundeliegende Modell, welches zur Analyse der Anreizproblematik verwendet wird. Hier werden die wichtigsten Annahmen des Modells und die relevanten Variablen vorgestellt.
- Anreize bei mehreren Handlungen und Leistungsindikatoren: In diesem Kapitel wird die optimale Gewichtung von Leistungsindikatoren bei mehreren Handlungen behandelt. Es werden verschiedene Szenarien und Einflussfaktoren, wie z.B. Risikoaversion des Agenten, berücksichtigt.
Schlüsselwörter
Prinzipal-Agent Theorie, Anreizsysteme, Leistungsindikatoren, Risikoaversion, Informationsasymmetrie, Effizienz, optimale Gewichtung, Mehrere Handlungen, Leistungs- und Produktionskoeffizienten
Häufig gestellte Fragen
Was untersucht die Prinzipal-Agent-Theorie?
Sie analysiert die vertragliche Beziehung zwischen einem Auftraggeber (Prinzipal) und einem Auftragnehmer (Agent) unter Berücksichtigung von Informationsasymmetrien.
Was bedeutet „Hidden Action“?
Es beschreibt das Problem, dass der Prinzipal die Handlungen des Agenten nicht direkt beobachten kann und daher auf Leistungsindikatoren angewiesen ist.
Wie werden Leistungsindikatoren optimal gewichtet?
Die Gewichtung hängt von der Genauigkeit der Indikatoren, der Risikoaversion des Agenten sowie den Leistungs- und Produktionskoeffizienten ab.
Welchen Einfluss hat Risikoaversion auf Anreizsysteme?
Bei risikoaversen Agenten müssen Anreize vorsichtiger gesetzt werden, da die mit den Indikatoren verbundenen Risiken zusätzliche Effizienznachteile verursachen.
Was ist Ziel eines effizienten Anreizniveaus?
Den Agenten dazu zu bringen, genau die Kombination von Handlungen zu wählen, die das Unternehmensergebnis für den Prinzipal maximiert.
- Citar trabajo
- Nadine Wellermann (Autor), 2003, Anreize bei mehreren Aktionen und Performancegrößen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40129