Die vorliegende Arbeit liefert die Grundlagen zu einer weiteren, tiefergehenden Einarbeitung in das Thema der Altlasten und deren Sanierung.
Im ersten Teil der Arbeit werden die rechtlichen Grundlagen erläutert. Die Inhalte und Definitionen des Gesetzes werden erklärt und ihre Bedeutung für die Thematik der Altlasten hervor gehoben.
Im Weiteren erklärt der Text, welche Maßnahmen durch das Gesetz ergriffen werden (müssen), wie eine Untersuchung und Bewertung abläuft, welche Sanierungsmaßnahmen es gibt und welche Verfahrensvorschriften bei der Sanierung der Altlasten einzuhalten sind. Des weiteren werden die Vorschriften für die Gefahrenabwehr behandelt, insbesondere Gefahren, die im Zusammenhang durch eine Bodenerosion durch Wasser entstehen können.
Im darauf folgenden Abschnitt werden über 50 umweltgefährdende Stoffe "im Sinne des Gesetzes", wie Arsen, Blei, Mineralöle, Borate etc. genannt und Schadstoffgruppen und ihren durchschnittlichen Anteil an Sanierungen beispielhaft aufgezeigt.
Der Hauptteil der Arbeit beschäftigt sich mit Informationen von praktischer Bedeutung, z.B. die Erfassung und Erkundung den Altlasten im Gelände selbst. Die Möglichkeiten der aktiven, sowie passiven Verfahren der Altlastensanierung werden ausführlich beschrieben.
Beispielhaft werden Kosten für Sanierungsmaßnahmen, z.B. Dichtwände etc. aufgezeigt, die aber abhängig vom Sanierungsziel, bzw. dem zu erreichenden Dekontaminationsgrad sind.
Das letzte Kapitel klärt die Finanzierung der Sanierung: wer hat zu zahlen und welche Fördermittel kommen evtl. in Frage?
Der Leser bekommt so einen weiten, ersten Überblick über die Erkundung und Sanierung von Altlasten, inklusive der zu beachtenden rechtlichen Grundlagen.
Inhaltsverzeichnis
1. Rechtliche Grundlagen
1.1. Das Bundesbodenschutzgesetz
1.2.Gefährdungsabschätzung und Maßnahmen durch das Gesetz
1.2.1. Untersuchung und Bewertung
1.2.2 Sanierungsmaßnahmen
1.2.3 Verfahrensvorschriften zur Altlastensanierung
1.2.4 Vorschriften für die Gefahrenabwehr im Zusammenhang mit Bodenerosion durch Wasser
1.2.5 Vorsorgeanforderungen
1.2.6 Anforderungen an das Auf- und Einbringen von Materialien auf oder in den Boden
1.3. Umweltgefährdende Stoffe im Sinne des Gesetzes
2. Altlasten
2.1 Erfassung und Erkundung
2.2 Sanierung von Altlasten
2.2.1 Aktive Verfahren
2.2.2 Passive Verfahren
3. Sanierungskosten
4. Finanzierung von Altlasten
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit befasst sich mit den gesetzlichen Regelungen und technischen Vorgehensweisen zur Behandlung von Altlasten in Deutschland, insbesondere unter Berücksichtigung des Bundesbodenschutzgesetzes. Das primäre Ziel ist die Darstellung des rechtlichen Rahmens sowie der systematischen Erfassung, Erkundung und Sanierung von Bodenkontaminationen.
- Rechtliche Rahmenbedingungen durch das Bundesbodenschutzgesetz
- Verfahren zur Gefährdungsabschätzung und Bodenbewertung
- Technische Sanierungsverfahren (aktiv und passiv)
- Finanzierung und Kostentragung bei Altlastensanierungen
- Fallbeispiele und Statistiken aus Baden-Württemberg
Auszug aus dem Buch
1.1 Das Bundesbodenschutzgesetz
Das Bundesbodenschutzgesetz war seit Ende der 80er Jahre in der Diskussion und trat erst am 1.3.1999 in Kraft. Das Motiv zur gesetzlichen Regulierung war die Rechtsunsicherheit und Rechtsuneinheitlichkeit für Hausbesitzer, gewerbliche Investoren und Kommunen im Bereich Altlasten. Entsprechend ist auch die „Schlagseite“ des Gesetzes hin zum Thema „Altlasten“, man könnte auch sagen: „nachsorgender Bodenschutz“.
Das Gesetz schafft die Voraussetzungen für einen wirksamen Bodenschutz und die Sanierung von Altlasten. Die einheitlichen Anforderungen, die das Gesetz bundesweit stellt, bilden die Grundlage für ein effektives Vorgehen der Behörden. Zugleich wird mit den Sanierungspflichten Rechtssicherheit und damit eine wesentliche Voraussetzung für künftige Investitionen gewährleistet.
Boden im Sinne dieses Gesetzes ist die obere Schicht der Erdkruste, soweit sie Träger der Bodenfunktionen ist (s.u.), einschließlich der flüssigen Bestandteile (Bodenlösung) und der gasförmigen Bestandteile (Bodenluft), ohne Grundwasser und Gewässerbetten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Rechtliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung und die wesentlichen Inhalte des Bundesbodenschutzgesetzes sowie die Definition von Bodenfunktionen und schädlichen Bodenveränderungen.
2. Altlasten: Hier werden Definitionen, Ausmaße der Altlastenproblematik in Deutschland sowie systematische Schritte zur Erfassung, Erkundung und den verschiedenen Sanierungsverfahren dargestellt.
3. Sanierungskosten: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über die Größenordnungen der Kosten für unterschiedliche Sicherungs- und Dekontaminationsmaßnahmen.
4. Finanzierung von Altlasten: Das Kapitel beschreibt die Verantwortlichkeitsregelungen für die Kostentragung sowie Fördermöglichkeiten für kommunale Altlastenprojekte, insbesondere in Baden-Württemberg.
Schlüsselwörter
Altlasten, Bundesbodenschutzgesetz, Bodensanierung, Gefährdungsabschätzung, Altstandorte, Altablagerungen, Dekontamination, Sicherungsverfahren, Bodenfunktionen, Schadstoffbelastung, Grundwasserschutz, Sanierungsplanung, Umweltschutz, Altlastenfonds, Bodenwerte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die gesetzliche Regulierung und die technischen Methoden zur Bewältigung von Altlastenproblemen auf Basis des Bundesbodenschutzgesetzes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen, die systematische Erkundung und Bewertung von Altlasten sowie verschiedene technische Verfahren zu deren Sicherung und Sanierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den gesetzlichen Rahmen sowie die operativen Schritte zur Gefahrenabwehr bei schädlichen Bodenveränderungen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse gesetzlicher Vorschriften, technischer Verfahrensregister und der Auswertung statistischer Daten zum Altlastenaufkommen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rechtlicher Bestimmungen, die systematische Erfassung und Erkundung von Altlasten sowie die Detaillierung aktiver und passiver Sanierungstechniken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Altlasten, Bodenschutz, Sanierungsverfahren, Gefährdungsabschätzung, Finanzierung und Schadstoffbelastung.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen aktiven und passiven Verfahren?
Aktive Verfahren zielen auf die vollständige oder teilweise Entfernung von Schadstoffen aus dem Boden ab, während passive Verfahren (z.B. Reaktive Wände) den Reinigungsprozess direkt in den Grundwasserkörper verlagern.
Was ist die Rolle des Bundesbodenschutzgesetzes für Grundstückseigentümer?
Das Gesetz verpflichtet Verursacher und Grundstückseigentümer zur Gefahrenabwehr, sieht jedoch insbesondere bei unwissentlichem Erwerb von Altlasten hohe finanzielle Risiken vor.
Was sind "Reaktive Wände" im Kontext der Sanierung?
Es handelt sich um innovative, passive Sanierungstechniken, bei denen Schadstoffe in einem Reaktor (z.B. Aktivkohle oder Eisen) im Untergrund adsorbiert oder abgebaut werden, ohne dass kontaminiertes Wasser gefördert werden muss.
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- Silke Neumann (Author), 2001, Altlasten und deren Sanierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40269