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Die Frage der Macht. Untersuchungen zum spartanischen Königtum

Title: Die Frage der Macht. Untersuchungen zum spartanischen Königtum

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 14 Pages , Grade: gut (2,0)

Autor:in: Marian Brys (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die hier vorliegende Arbeit rollt die in der Forschung intensiv diskutierte Frage nach den Machtverhältnissen im spartanischen Staat auf, skizziert die königlichen Rechte, die Herodot in seinen Historien festhielt und wird untersuchen, inwieweit diese scheinbar festgeschriebenen Befugnisse einer Verschiebung zugunsten des an Bedeutung gewinnenden Ephorats unterlagen. Dies zu überprüfen setzt die Notwendigkeit voraus, niedergeschriebene Ereignisse in Quellen, die die Interaktion, Kommunikation oder gar Konfrontation beider Institutionen thematisieren, chronologisch durchzugehen. Hierbei wähle ich zum einen Kleomenes I. als eine der schillerndsten Figuren des spartanischen Königtums und zum anderen Pausanias, der in der herodotischen Darstellung meines Erachtens die Kontrastfigur zum erst Genannteren einnimmt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die königlichen Rechte bei Herodot

3. Kleomenes: Zenit und Wendepunkt königlicher Macht?

3.1 Anaxandrides und Ariston

3.2 Maiandros und Arisagonas

3.3 Das Gesetz von 506 – Umschlag der Machtverhältnisse durch judikative Maßnahmen?

4. Tyrannische Ephoren – Niedergang königlicher Macht am Beispiel Pausanias?

5. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Machtverhältnisse im spartanischen Staat, insbesondere das Spannungsfeld zwischen den königlichen Befugnissen, wie sie Herodot überliefert, und der wachsenden Bedeutung des Ephorats. Ziel ist es zu analysieren, ob und wie die scheinbar festgeschriebenen königlichen Kompetenzen einer schrittweisen Verschiebung zugunsten der Ephoren unterlagen.

  • Die Darstellung königlicher Rechte in den Historien des Herodot.
  • Die Rolle von Kleomenes I. als Wendepunkt der königlichen Macht.
  • Die Auswirkungen des Gesetzes von 506 v. Chr. auf die Machtverhältnisse.
  • Die judikative Kontrolle durch die Ephoren und die Einschränkung der königlichen Handlungsautonomie.
  • Der Niedergang königlicher Macht am Beispiel von Pausanias.

Auszug aus dem Buch

3.3 Das Gesetz von 506 – Umschlag der Machtverhältnisse durch judikative Maßnahmen?

„Als die Schlacht beginnen sollte, machten sich zuerst die Korinther klar, daß sie Unrecht täten; sie änderten ihren Sinn und zogen nach Hause. Ihnen folgte Demaratos, der Sohn Aristons, der gleichfalls König von Sparta und Mittelfeldherr des spartanischen Heeres war. Er hatte sich früher mit Kleomenes vertragen. Seit dem Streit, der sich jetzt zwischen ihnen entspann, wurde es in Sparta gesetzlich verboten, daß beide Könige zugleich mit dem Heer ausrückten; das hatten sie bisher immer getan.“

Mit dieser Szene tritt der Dualismus der beiden Königshäuser deutlich hervor, sodass es, wie Herodot ausführt, zu einer legislativen Reaktion im militärischen Bereich kam. Der Fall, so bekannt er auch ist, sorgt in der Forschung immer wieder für neue Deutungsversuche. Luther postuliert, dass auch vor 506 v. Chr. das Oberkommando nicht zwingend auf beide Könige übertragen worden sei, vielmehr einer (Kleomenes) die Führung übernommen habe, der andere (Demaratos) diesem untergeordnet sei und mit Abzug des Eurypontiden dieser seine Kompetenzen überschritten habe. Es sei also auch vor 506 v. Chr. nötig gewesen, Ephoren und Volksversammlung zu überzeugen, dem jeweils beantragenden König die Heerführung zu übertragen. Diese Argumentation mag ein mögliches Zusammenspiel beider Könige im Feld erklären, lässt aber die Notwendigkeit bzw. intendierte Wirkungsweise des Gesetzes völlig offen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Fragestellung nach der Entwicklung der spartanischen Machtverhältnisse und führt die zentralen Fallbeispiele Kleomenes und Pausanias ein.

2. Die königlichen Rechte bei Herodot: Dieses Kapitel arbeitet die hierarchische Ordnung Spartas heraus und analysiert die sakralen und militärischen Befugnisse der Könige im Spiegel der herodotischen Quellen.

3. Kleomenes: Zenit und Wendepunkt königlicher Macht?: Das Kapitel beleuchtet anhand der Biografien und politischen Konflikte von Kleomenes die zunehmende Interaktion zwischen Königtum und Ephorat.

3.1 Anaxandrides und Ariston: Untersuchung der Konflikte um die Thronfolge und die Rolle der Ephoren bei der Beratung der Könige.

3.2 Maiandros und Arisagonas: Analyse der diplomatischen Initiativen von Kleomenes und der dabei deutlich werdenden machtpolitischen Eigenständigkeit des Königs.

3.3 Das Gesetz von 506 – Umschlag der Machtverhältnisse durch judikative Maßnahmen?: Untersuchung der legislativen Konsequenzen aus dem Dualismus der beiden Königshäuser und die Institutionalisierung der Ephorenkontrolle.

4. Tyrannische Ephoren – Niedergang königlicher Macht am Beispiel Pausanias?: Analyse der gerichtlichen Belangung von Pausanias als Beleg für die gewachsene Macht des Ephorats und die eingeschränkte Freiheit der Könige.

5. Schluss: Fazit über den Prozess der Bürokratisierung des spartanischen Königtums und dessen Einbindung als Polisamt.

Schlüsselwörter

Sparta, Königtum, Ephorat, Herodot, Kleomenes, Pausanias, Verfassungsgeschichte, Machtverhältnisse, Judikative, Gerusia, Heerführung, Dualismus, Rechtsgeschichte, Antike, Politische Institutionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die machtpolitische Entwicklung des spartanischen Königtums vom archaischen Heerkönigtum bis zu seiner zunehmenden Einbindung in die staatlichen Kontrollstrukturen durch die Ephoren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die Definition königlicher Rechte bei Herodot, der Dualismus zwischen den beiden Königshäusern und die Verschiebung von Machtbefugnissen zugunsten des Ephorats.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, inwieweit die königlichen Befugnisse historisch statisch waren oder ob sie durch eine Verschiebung zugunsten eines an Bedeutung gewinnenden Ephorats eingeschränkt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine chronologische Untersuchung der ereignisgeschichtlichen Quellen durch und setzt sich dabei kritisch mit modernen Forschungspositionen auseinander.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Interaktion von Königen und Ephoren anhand konkreter Ereignisse wie der Thronfolge von Kleomenes, der Gesetzgebung von 506 v. Chr. und dem gerichtlichen Vorgehen gegen Pausanias.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit?

Zu den Schlüsselbegriffen zählen die spartanische Verfassungsgeschichte, der Dualismus der Königshäuser, die judikative Kontrolle durch die Ephoren und die Rolle des Herodot als Primärquelle.

Warum spielt die Person des Kleomenes I. eine so große Rolle für die Argumentation?

Kleomenes fungiert als Fallbeispiel eines eigenständig agierenden Königs, dessen Konflikte mit dem Ephorat und dem Mitkönig Demaratos die Grundlage für eine weitreichende machtpolitische Zäsur in der spartanischen Geschichte bildeten.

Welche Rolle spielt das Gesetz von 506 v. Chr. für den Niedergang der königlichen Macht?

Dieses Gesetz, das den gemeinsamen Auszug beider Könige untersagte, wird als Wendepunkt interpretiert, durch den königliche Entscheidungen rechenschaftspflichtig und die Ephoren zu einer institutionalisierten Kontrollinstanz wurden.

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Details

Title
Die Frage der Macht. Untersuchungen zum spartanischen Königtum
College
Dresden Technical University  (Philosophisches Institut)
Course
Hauptseminar: Sparta
Grade
gut (2,0)
Author
Marian Brys (Author)
Publication Year
2004
Pages
14
Catalog Number
V40359
ISBN (eBook)
9783638388887
Language
German
Tags
Frage Macht Untersuchungen Königtum Hauptseminar Sparta
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marian Brys (Author), 2004, Die Frage der Macht. Untersuchungen zum spartanischen Königtum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40359
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