1. Einleitung
In dem von Anna-Katharina Wicke erarbeiteten Referat zum Thema „Die Förderung von Selbsthilfeorganisationen durch die Entwicklungszusammenarbeit“ werden die Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur Förderung von Selbsthilfeprojekten in Entwicklungsländern genauer beleuchtet.
Während die Referentin zu Beginn des Referates die wesentlichen Ansatzpunkte der Entwicklungszusammenarbeit erläutert, zieht sie über die institutionelle Infrastruktur der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland den Bogen hin zum Konzept der „Hilfe zur Selbsthilfe“ und dessen Umsetzung. Gegen Ende des Referates stellt die Referentin mögliche Entwicklungshindernisse der Selbsthilfeförderung und Fehler früherer „Hilfe zur Selbsthilfe“-Programme dar.
Angaben zur verwendeten Literatur findet der Leser im anhängenden Literaturverzeichnis.
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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ZIELE DER ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT
2.1. WESENTLICHE ANSATZPUNKTE DES PARTIZIPATIONSKONZEPTES
3. METHODIK UND DURCHFÜHRUNG DER DEUTSCHEN ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT
3.1. STAATLICHE INSTITUTIONEN
3.1.1. KFW UND GTZ
3.2. NON-GOVERNMENTAL ORGANISATIONS (NGO`S)
4. DAS KONZEPT DER „HILFE ZUR SELBSTHILFE“
4.1. ENTSTEHUNG, FUNKTION UND GELTUNGSBEREICH
4.2. DIE ENTWICKLUNGSPOLITISCHE ZIELSETZUNG DES KONZEPTES
5. FÖRDERUNG VON SELBSTHILFEORGANISATIONEN
5.1. GRUNDPRINZIPIEN DER FÖRDERUNG
5.2. METHODISCHER ANSATZ
5.3. KRITERIEN ZUR ERFOLGSEVALUIERUNG
6. MÖGLICHE PROBLEMPUNKTE DER SELBSTHILFEFÖRDERUNG
6.1. ENTWICKLUNGSHINDERNISSE DER SELBSTHILFEFÖRDERUNG
6.2. MIßMANAGEMENT FRÜHERER „HILFE ZUR SELBSTHILFE“-PROGRAMME
7. FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit beleuchtet die Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bei der Förderung von Selbsthilfeorganisationen in Entwicklungsländern, um die Nachhaltigkeit und Effektivität dieses Ansatzes kritisch zu untersuchen.
- Institutionelle Infrastruktur und Akteure der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
- Das Konzept der "Hilfe zur Selbsthilfe" und seine entwicklungspolitischen Ziele
- Grundprinzipien und methodische Ansätze bei der Förderung lokaler Initiativen
- Herausforderungen, Entwicklungshindernisse und Fehlerquellen früherer Programme
Auszug aus dem Buch
5.1. Grundprinzipien der Förderung
Das Konzept der Förderung von „außen“ beinhaltet folgende Grundprinzipien:
sowohl die Eigenanstrengungen als auch die Eigenverantwortung der Menschen bestehen weiterhin;
bereits existierende Selbsthilfeinitiativen werden verstärkt. Falls nichts dergleichen bereits existiert, darf die Förderung nicht über einen ersten Anstoß hinausgehen;
kontinuierliche, engagierte Partizipation der Zielgruppe ist obligatorisch. Jedes Projekt muß zu mehr als 50% von der einheimischen Bevölkerung selbst getragen werden, um so die Bereitschaft, Gemeinschaft und das notwendige Know-how für eine Kontinuität der Projekte auch nach Einstellung der Hilfe von außen zu schaffen;
es werden keine Individuen, sondern immer Kollektive gefördert, um so eine hohe Breitenwirksamkeit zu sichern;
konkrete Planung der Hilfe zur Selbsthilfe wird nicht von den Entwicklungsplanern, sondern in einem beiderseitig produktiven Dialog zwischen Entwicklungsplanern und der beteiligten einheimischen Bevölkerung bestimmt;
die Dezentralisierung der Durchführung entwicklungspolitischer Maßnahmen nach dem Subsidiaritätsprinzip ist hilfreich. Zum einen wird der Staat entlastet, zum anderen können einige dieser Maßnahmen von den betroffen Bevölkerungsschichten am effektivsten und mit einem hohen Lernerfolg verbunden durchgeführt werden;
Selbsthilfe zu dem Zweck, Fremdhilfe wahrnehmen zu können. Hierzu bedarf es der Bereitwilligkeit, sich auf die Hilfestellungen einzulassen und das dafür erforderliche Vertrauen aufzubauen;
Verbesserung der gewerkschaftlichen Interessenorganisation der betroffenen Bevölkerungsgruppen. Gerade arme Menschen verfügen über keinerlei Einfluß, Macht oder sonstige Möglichkeiten, sich selbst zu vertreten, wenn sie nicht in einer Gruppe organisiert sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in das Thema der Förderung von Selbsthilfeorganisationen durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und Überblick über den strukturellen Aufbau des Referats.
2. ZIELE DER ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT: Darstellung der entwicklungspolitischen Leitziele wie Armutsbekämpfung, wirtschaftliches Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit.
3. METHODIK UND DURCHFÜHRUNG DER DEUTSCHEN ENTWICKLUNGSZUSAMMENARBEIT: Erläuterung der institutionellen Akteure wie BMZ, KfW und GTZ sowie die Rolle der Nichtregierungsorganisationen.
4. DAS KONZEPT DER „HILFE ZUR SELBSTHILFE“: Analyse der Entstehung und der politisch-ökonomischen Zielsetzung dieses spezifischen Förderkonzepts.
5. FÖRDERUNG VON SELBSTHILFEORGANISATIONEN: Zusammenfassung der Grundprinzipien, methodischen Vorgehensweisen und Evaluierungskriterien für eine effektive Selbsthilfeförderung.
6. MÖGLICHE PROBLEMPUNKTE DER SELBSTHILFEFÖRDERUNG: Kritische Auseinandersetzung mit Entwicklungshindernissen und dem Missmanagement in historischen Programmen.
7. FAZIT: Resümee über die Notwendigkeit lokaler Partizipation und die Grenzen externer Unterstützung in der Entwicklungszusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Entwicklungszusammenarbeit, Selbsthilfeorganisationen, Hilfe zur Selbsthilfe, Partizipation, Armutsbekämpfung, Nachhaltige Entwicklung, NGO, GTZ, KfW, Entwicklungsplanung, Humankapital, Subsidiaritätsprinzip, Entwicklungshindernisse, Demokratisierung, Empowerment
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Effektivität und die Ansätze der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bei der direkten Förderung von Selbsthilfeorganisationen in Entwicklungsländern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das Partizipationskonzept, die institutionelle Umsetzung durch staatliche und nicht-staatliche Akteure sowie die methodische Ausgestaltung der "Hilfe zur Selbsthilfe".
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Analyse, unter welchen Bedingungen Selbsthilfeprojekte nachhaltig wirken und warum frühere Ansätze teilweise gescheitert sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf entwicklungspolitischen Konzeptpapieren, Berichten und Fachliteratur zur Wirtschafts- und Entwicklungssoziologie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der institutionellen Akteure, das Konzept der Hilfe zur Selbsthilfe, die praktischen Grundprinzipien der Förderung und eine kritische Diskussion von Problempunkten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Entwicklungszusammenarbeit, Partizipation, Empowerment, Nachhaltigkeit und das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe.
Warum wird im Dokument das "lokale Wissen" hervorgehoben?
Das Dokument betont, dass bei fehlendem Austausch zwischen dem Wissen der Experten und dem Alltagswissen der Betroffenen häufig eklatante Fehlplanungen entstehen.
Welche Rolle spielen politische Eliten bei der Selbsthilfeförderung?
Das Dokument stellt fest, dass herrschende Eliten Selbsthilfeinitiativen oft aktiv verhindern, da diese den Aufbau demokratischer Strukturen fördern, was eine Machtumverteilung zur Folge haben könnte.
- Citation du texte
- Anna-Katharina Wicke (Auteur), 2001, Förderung von Selbsthilfeorganisationen durch die Entwicklungszusammenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/405