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Römische und mittelalterliche Stadtmauer in Worms

Title: Römische und mittelalterliche Stadtmauer in Worms

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kathrin Lamm (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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[...] Aufgrund von bruchstückhaften Funden wollte die ältere Forschung in Worms ein monströs anmutendes Kastell sehen, das mit einer Mauer, die einen Umfang von 3900m bei einem Flächeninhalt von 65ha, wesentlich größer als die doch sehr viel bedeutenderen Städte Mainz, Trier oder Köln gewesen wäre. Nicht allein die Tatsache, daß die Ausgrabungen ein solches immenses Kastell nicht beweisen wollten, so ist es doch überhaupt recht unwahrscheinlich, daß das vergleichsweise unbedeutende Worms so groß gewesen sein sollte. Seit den Forschungen von Koehl 1903 und denen Armknechts 1971 schien diese Größe der Stadtmauern jedoch gesichert zu sein. Aufgrund der negativen Grabungsbefunde mußte man sich in jüngster Zeit jedoch von „Groß- Worms“ verabschieden; Mathilde Grünewald bemühte sich in den letzten Jahren durch zahlreiche Grabungen besonders, die römische Mauer sowie das ebenfalls nicht verifizierbare Kastell zu finden und somit ein auf Fakten begründetes Bild der römischen Stadt aufzuzeigen. Nach ihren Ergebnissen entspricht die römische Stadtmauer mit 1950m Länge der einer römischen Kastellmauer mit einem Flächeninhalt von etwa 23ha. Die mittelalterliche Stadtmauer und ihre Erweiterungen ist natürlich ungleich einfacher auszumachen, ist sie doch in großen Teilen noch erhalten. Besonders der Name Burchard, Bischof von Worms 1000- 1025, wird mit der mittelalterlichen Erweiterung der Mauer in Verbindung gebracht. In dieser Arbeit sollen die römischen und mittelaterlichen Verhältnisse der Stadt Worms und ihrer Mauer aufgezeigt und verglichen werden. Erweiterungen waren des öfteren nötig. Interessant ist natürlich, wer für diese Erweiterungen verantwortlich war und aus welchen Gründen sie durchgeführt wurden. Ich werde mich dabei ausschließlich auf die neueste Froschung zu den Mauern stützen, so daß die alten Schätzungen des ungleich größeren römischen Worms außer acht bleiben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das römische Worms

2.1 Rekonstruktionsversuche

3 Die mittelalterliche Mauer

3.1 Reduktion oder Erweiterung

3.2 Der Mauerverlauf

3.2.1 Der Wormser Hafen

3.3 Die Mauerbauordnung

4 Der Bischof und die Mauer

4.1 Die Erweiterung Burchards

5 Weitere Erweiterungen der Stadtmauer

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung der Stadtmauern von Worms vom römischen Kastell bis zum mittelalterlichen Ausbau, wobei insbesondere die Kontinuität und die Motive für Stadterweiterungen kritisch beleuchtet werden. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle von Bischof Burchard und die Korrektur älterer, auf fehlerhaften Annahmen basierender Forschungsmeinungen.

  • Vergleich der römischen und mittelalterlichen Stadtbefestigungen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Theorie der "Mauerreduktion"
  • Die politische und bauliche Rolle des Bischofs Burchard
  • Analyse der Wormser Mauerbauordnung und des Mauerverlaufs
  • Archäologische Einordnung der Stadterweiterungen

Auszug aus dem Buch

Der Mauerverlauf

Betrachtet man die erhaltene Westseite der Mauer, so sieht man über und neben dem Stück römischer Mauer aus Kalksteinen kleinteiliges, buntes Mauerwerk aus Sandsteinen mit wenigen Kalksteinen gemischt. Schräg gesetzte Steine, die an Fischgräten oder Tannenzweige erinnern, kann man hier immer wieder beobachten. Diese Mauer verläuft nach Süden und biegt am Luginsland in etwa rechtem Winkel nach Osten ab. Dieses westliche Stück bis hin zum Andreastor (ein neuzeitlicher Durchbruch der Mauer) weist ebenso das Fischgrätenmuster auf in den unteren Partien. Auch östlich des Andreasstiftes zeigt sich streckenweise das selbe kleinteilige Mauerwerk, manchmal Fischgrätenmuster; bei einer Untersuchung 1936 erwies sich die Mauer als kaum fundamentiert.

Im weiteren Verlauf – östlich der Pankratiusgasse - wurden Teile der Mauer in den 1930er Jahren vom Reichsarbeitsdienst abgetragen; diese Mauer zeigte – laut Armknecht – ebenso kleinteiliges Fischgrätenmuster. Die folgende Pfauenpforte fällt aus dem Rahmen, ihre Mauern sind aus roten Sandsteinen gefertigt. Erst nach einer breiten Abrissfuge folgte auf eine Länge von 4,50m wiederum das Mauerwerk aus kleineren Steinen mit dem Fischgrätenmuster. Ab dem jetzt folgenden, als Bindturm bezeichneten Eckturm, knickt die Mauer nach Norden ab; das kleinteilige Mauerwerk ist unter Verputz und Ausbesserungen zumindest im unteren Drittel noch zu erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Erforschung der römischen und mittelalterlichen Stadtmauer von Worms ein und skizziert den Übergang von alten, fehlerhaften Forschungsthesen zu aktuellen, durch Grabungen gestützten Erkenntnissen.

2 Das römische Worms: In diesem Kapitel wird die Siedlungsgeschichte von der frühen Besiedlung bis zur Entstehung des römischen Kastells unter Berücksichtigung topografischer und archäologischer Befunde analysiert.

2.1 Rekonstruktionsversuche: Hier werden die Versuche diskutiert, die römische Stadtmauer zu lokalisieren, wobei festgestellt wird, dass vermeintliche Stadtmauerreste häufig anderen Strukturen zuzuordnen sind.

3 Die mittelalterliche Mauer: Dieses Kapitel thematisiert die Kontinuität der Befestigung von der Spätantike bis ins Mittelalter und hinterfragt den Forschungsansatz einer angenommenen Reduktion des Mauerumfangs.

3.1 Reduktion oder Erweiterung: Es wird argumentiert, dass keine Reduktion stattgefunden hat, sondern vielmehr eine kontinuierliche Erweiterung der Stadtfläche erfolgte, da die Bedeutung der Stadt nicht abnahm.

3.2 Der Mauerverlauf: Das Kapitel bietet eine detaillierte architektonische Analyse der noch erhaltenen Mauerabschnitte, ihrer Bauweisen und Knickpunkte.

3.2.1 Der Wormser Hafen: Diese Passage untersucht die These, dass der Mauerverlauf an der Südostecke direkt mit der Existenz eines antiken Hafenbeckens in Verbindung steht.

3.3 Die Mauerbauordnung: Der Inhalt der Mauerbauordnung wird als historisches Dokument analysiert, das einen virtuellen Rundgang entlang der Mauern beschreibt, jedoch Anachronismen enthalten kann.

4 Der Bischof und die Mauer: Hier wird das Wirken des Bischofs Burchard dargestellt, der die Stadt nicht nur als Bauherr erneuerte, sondern auch durch die Befreiung von der salischen Vorherrschaft politisch neu ausrichtete.

4.1 Die Erweiterung Burchards: Es wird erörtert, inwiefern Burchards Bautätigkeit, etwa der Bau von Stiftskirchen, eine gezielte politische Strategie zur Kontrolle über die Stadt darstellte.

5 Weitere Erweiterungen der Stadtmauer: Dieses abschließende Kapitel beschreibt die geringfügigen Erweiterungen des 12. Jahrhunderts und den exzessiven, aus heutiger Sicht überdimensionierten Mauerbau im 13. Jahrhundert.

Schlüsselwörter

Worms, Stadtmauer, Römerzeit, Mittelalter, Bischof Burchard, Kastell, Mauerbauordnung, Stadterweiterung, Archäologie, Festungsbau, Salierburg, Stadtgeschichte, Befestigung, Historische Topografie, Mauerreduktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Veränderung der Stadtbefestigungen von Worms von der Römerzeit bis zum späten Mittelalter.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen archäologische Mauerbefunde, die Rolle des Bischofs Burchard von Worms als Bauherr und politischer Akteur sowie die kritische Revision veralteter Forschungsthesen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den tatsächlichen Mauerverlauf und die Gründe für Stadterweiterungen aufzuzeigen, insbesondere um die fehlerhafte Annahme einer mittelalterlichen "Mauerreduktion" zu widerlegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Es wird eine Kombination aus der Auswertung historischer Quellen (wie Urkunden und der Vita Burchardis) und der Analyse aktueller archäologischer Grabungsergebnisse angewandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt detailliert die römische Topografie, den Verlauf der mittelalterlichen Mauer, die Bedeutung der Mauerbauordnung sowie die politische Strategie des Bischofs Burchard bei der Neugestaltung der Stadt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Worms, Stadtmauer, Kastell, Bischof Burchard, Stadterweiterung und Mauerbauordnung.

Warum spielt Bischof Burchard eine so entscheidende Rolle in der Arbeit?

Burchard ist eine zentrale Figur, da er laut der Vita Burchardis die Stadt nach desolaten Zuständen neu befestigte und architektonisch wie politisch maßgeblich umgestaltete.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit bezüglich des Wormser Hafens?

Die Arbeit stützt die These der Archäologin Mathilde Grünewald, dass die ungewöhnliche Südostecke des Mauerverlaufs auf die Existenz eines Hafens direkt hinter der Stadtmauer zurückzuführen ist.

Warum wird die sogenannte "Mauerreduktion" in der Arbeit abgelehnt?

Die Autorin argumentiert, dass eine Verkleinerung der Stadtmauer historisch und wirtschaftlich unplausibel ist, da römische Städte in diesem Raum ihre Bedeutung bewahrten und die archäologischen Befunde eher auf Erweiterungen hindeuten.

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Details

Title
Römische und mittelalterliche Stadtmauer in Worms
College
University of Heidelberg
Grade
2,0
Author
Kathrin Lamm (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V40586
ISBN (eBook)
9783638390743
Language
German
Tags
Römische Stadtmauer Worms
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Lamm (Author), 2003, Römische und mittelalterliche Stadtmauer in Worms, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40586
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