Textoptimierung. Ein Versuch zur Verbesserung geschriebener Texte


Seminararbeit, 2002

39 Seiten, Note: Sehr Gut


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Analyse des Originaltextes
Textlänge
Wortschatz
Satzbau
Gesamtidee, Thema, Absicht
Gliederung
Inhaltlich
Formal
Thematische Entfaltung
Grad an Implizitheit / Explizitheit
Kohäsionsmittel
Verweismittel
Verknüpfungsmittel
Fokus – Hintergrund Gliederung

Optimierung des Originaltextes
Lesbarkeit
Verstehbarkeit
Brauchbarkeit
Anwendbarkeit
Was verändert wurde

Befragung

Auswertung
Reaktionen auf das Quiz – Leseaufgabe
Hauptteil des Fragebogens

Literatur

Anhang
Originaltext
Optimierter Text
Fragebögen

Einleitung

In meinem Teil dieser Seminararbeit habe ich mit einer Analyse des Originaltextes begonnen, bin danach auf meine Optimierung eingegangen, und habe schließlich die Reaktionen der Versuchspersonen auf die Texte analysiert.

Die Analyse des Originaltextes erfolgte nach den Grundzügen des „Zürcher Textanalyserasters“[1], denn dieses bietet meiner Ansicht nach eine gute Möglichkeit einen Text objektiv und übersichtlich zu untersuchen. Ich bin nicht auf alle Punkte des Zürcher Textanalyserasters gleich stark eingegangen, sondern habe nur die für den Text relevanten Punkte ausführlich behandelt. Ich benutzte zur Analyse des Originaltextes das „Zürcher Textanalyseraster“ weil es sehr gut strukturiert und übersichtlich ist, und deshalb besser zur eigentlichen „Themenbestimmung“ besser geeignet ist. Durch die Anwendung dieses Rasters habe ich nicht nur die Stärken und Schwächen des Originaltextes klargemacht, sondern auch schon einen großen Schritt in Richtung Erklärung meiner Optimierung getan. Durch die gründliche Analyse des Originaltexts werden die Gründe für meine Veränderungen schon zum größten Teil erklärt.

Im zweiten Teil meiner Arbeit beschäftigte ich mich mit meiner Optimierung, und zwar versuchte ich erst ganz allgemein herauszufinden, was man am Originaltext verbessern könnte, und legte dann Stück für Stück dar, wie ich vorgegangen bin. Die allgemeine Erklärung zu den Optimierungen machte ich hauptsächlich mit Hilfe des „Minimalmodells zu Verständlichkeitsanalyse und –optimierung“ von Christoph Sauer.[2] Denn dieses Minimalmodell ist im Gegensatz zum Textanalyseraster stärker optimierungsbezogen, und zudem habe ich mit der Analyse des Originaltextes meiner Ansicht nach dieses Textanalyseraster bereits voll ausgenutzt. Zudem ergänzen sich das Minimalmodell Sauers und das Zürcher Textanalyserasters in mehreren Punkten, und somit habe ich Aspekte beider Modelle zum Teil „zusammengewürfelt“, um ein breiteres Bild der beiden Texte entwerfen zu können.

Der Schlussteil beschäftigt sich schließlich mit der Frage inwieweit meine Optimierung sinnvoll oder nützlich war, und ob dies an der Auswertung Fragebögen, die ich gestaltete, abzulesen wäre.

Analyse des Originaltextes

Beim Originaltext handelt es sich um einen literaturwissenschaftlichen Text über das Kunstwerk im Strukturalismus. Gefunden habe ich diesen Text im Lehrbuch: „Einführung in die neuere deutsche Literaturwissenschaft.“[3]. Er schien mir gerade deshalb geeignet, weil er in einem Lehrbuch auftaucht, und somit die Zielgruppe schon recht genau festgelegt ist.

Der Text selbst wurde aber nicht von den Autoren dieses Lehrbuches verfasst, sondern ist ein Auszug aus einem anderen Werk, nämlich aus Jan Mukařovskýs „ Kapitel aus der Poetik“[4]. Diese Tatsache erschwert die Arbeit natürlich gewissermaßen, macht sie aber auch interessanter. Denn der Text ist nur als Auszug im Buch vorhanden, und nicht als vollständiger Text. Er umfasst nur einen Abschnitt eines vollständigen Textes, ist also gewissermaßen aus dem Kontext gerissen. Dadurch wird es für den Rezipienten schwieriger den Text zu verstehen, denn dem Text geht nur ein Kapitel über die strukturalistische Literaturwissenschaft im allgemeinen voran, und der Text selbst befindet sich im sogenannten „Arbeitsteil“ zu diesem Kapitel.

Tatsächlich behandelt Mukařovský ein komplexes Thema dessen Verständnis man sich erarbeiten muss. Doch meiner Ansicht nach sollte man diesen Arbeitsprozess nicht mit einer verkomplizierenden Sprache unnötig erschweren.

Mein Optimierungsversuch beruht darauf, dass ich als Zielgruppe des Textes Studenten und Schüler annehme, wie sie auch im Vorwort des Buches genannt wird:

„Der vorliegende Band will sowohl Studenten wie auch Schülern (etwa den Teilnehmern an einem Leistungskurs ‚Deutsch’ innerhalb der reformierten Oberstufe) den Zugang zur Literatur erleichtern [...] An ausgewählten Textbeispielen wird verdeutlicht, wie sich namhafte Vertreter der einzelnen Richtungen mit dem problematischen Thema ‚Literatur’ in Theorie und Praxis auseinandergesetzt haben.“[5]

Natürlich kann man aus diesem Zitat ersehen, warum der Text nicht auf Studenten und Schüler zugeschnitten ist. Die Autoren hatten wohl die Absicht den Studenten Originaltexte von Literaturwissenschaftlern als Teil eines Lernprozesses zu lesen zu geben. Jedoch auch wenn ich den Text nicht als explizit auf Studenten und Schüler ausgerichtet optimiert hätte, sondern als einen Text für Wissenschaftler, hätte ich ihn nicht anders betrachtet. Denn nur weil ein Text für ein Akademikerpublikum verfasst wird, muss er noch lange nicht in einer Sprache geschrieben sein, die gleich kompliziert ist wie der Inhalt des Textes. Eine einfachere und klarere Sprache in wissenschaftlichen Texten, könnte vielen Studenten und Wissenschaftlern eine Menge Zeit ersparen. Denn soweit ich weiß geht es auch Wissenschaftlern die etwas publizieren nicht nur darum, ihre Ideen und Ergebnisse festzuhalten sondern auch vor allem darum, gelesen und verstanden zu werden.

Somit ging ich bei der Textoptimierung davon aus, dass der Text als Zielgruppe alle umfasst, die mehr über die Literaturwissenschaft des Strukturalismus erfahren möchten oder müssen.

Nun möchte ich von den Gründen meiner Textauswahl weg, und hin zur eigentlichen Analyse des Textes gehen. Hier sei noch einmal angemerkt, dass ich das „Zürcher Textanalyseraster“ als anleitende Hilfe gesehen habe, ihm jedoch nicht ganz streng gefolgt bin.

Textlänge

Der Text umfasst 261 Wörter, und vier ganze Sätze, die mit einem Punkt abgeschlossen werden. Wenn man die Verwendung von Strichpunkten hinzuzieht, umfasst der Text acht Sätze. Somit ergibt sich eine durchschnittliche Satzlänge von 65, 25 Wörtern (nur mit Punkt abgeschlossene Sätze) bzw. 32, 625 Wörtern (mit Punkt und Strichpunkt abgeschlossene Sätze).

Wortschatz

Der Wortschatz ist eher wissenschaftlich, aber nicht durch extrem komplizierten Wörtern gekennzeichnet, sondern eher durch spezielle Begriffe, die im Text selbst erläutert werden. Beispielsweise:

„strukturelle Ästhetik“

„objektivistische Richtungen“

„ ästhetisches Objekt“

„immaterielle Struktur“

„ästhetisch aktualisiert“[6]

Die Wörter „objektivistisch“ und „strukturell“ zeigen deutlich einen Wortschatz, der über bloßes Allgemeinwissen hinausgeht, doch beim Begriff „ästhetisches Objekt“ sind die Wörter selbst leicht verständlich, doch der Begriff als solcher zählt wohl kaum zum durchschnittlichen Allgemeinwissen. Somit ist die Frage nach dem Wortschatz im Text nicht ganz einfach zu beantworten, da es sich um hauptsächlich allgemein bekannte Wörter, aber unbekannte und wissenschaftliche Begriffe handelt. Man muss den Wortschatz aufgrund dieser Tatsache wohl als „wissenschaftlich“ bezeichnen, oder zumindest als „themenspezifisch“.

Satzbau

Dadurch, dass die Sätze ausgesprochen lang sind, ergibt sich zwingend ein charakteristischer Satzbau. (Man könnte natürlich auch sagen, dass sich durch den charakteristischen Satzbau überlange Sätze ergeben.) Dieser Satzbau ist gekennzeichnet durch lange Sätze, die aus vielen kompliziert ineinandergreifenden Teilsätzen bestehen. Diese Teilsätze sind im eigentlichen Satz wiederum durch Semikolons in Satzeinheiten geteilt. Als Beispiel für diesen komplexen Satzbau könnte man eigentlich jeden Satz im Text verwende, aber bereits der erste Satz hat sehr charakteristische Eigenheiten.

„Die strukturelle Ästhetik gehört den objektivistischen Richtungen an, d.h. denen, die zum Ausgangspunkt (nicht jedoch zum ausschließlichen Ziel) ihrer Erforschung das ästhetische Objekt bestimmen, d.h. das Kunstwerk, ein Objekt freilich, das nicht im materiellen Sinne verstanden werden darf, sondern als das äußere Erscheinungsbild einer immateriellen Struktur, d.h. eines dynamischen Gleichgewichts der Kräfte, die durch die einzelnen Elemente dargestellt werden.“[7]

Dieser Satz ist an sich schon sehr lang, doch der längste Satz im Text umfasst 118 Wörter, und 4 Strichpunkte, was natürlich absolute Überlänge ist. Es scheint beim Autor generell ein „Unwille zum Punkt“ zu existieren, möglicherweise wurde die Verwendung von Strichpunkten als Möglichkeit angesehen, den starken inhaltlichen Zusammenhang der Aussagen zu zeigen.

Auffällig bei diesem Beispiel ist die häufige Verwendung von Attributsätzen, die durch die Konjunktion „d.h.“. eingeleitet werden. Ungewöhnlich ist dabei, dass immer weiter spezifiziert wird. Der Satz „zoomt“ sozusagen immer näher an einen bestimmten Inhalt heran. Graphisch könnte man dies vielleicht so darstellen:

Objektivistische Richtungen

ästhetisches Objekt

Kunstwerk

immaterielle Struktur

dynamisches Gleichgewicht der Kräfte

Gesamtidee, Thema, Absicht

Das Thema des Textes ist sehr abstrakt und komplex, dadurch ergibt sich schon eine natürliche Schwierigkeit den Text zu verstehen. Diese Komplexität des Themas wird im Text aber eigentlich nicht weiter berücksichtigt, man hat eher das Gefühl, dass der Autor seinen Gedankengängen freien Lauf gelassen hat, was den Text zwar sehr dynamisch macht, aber leider den Rezipienten nicht berücksichtigt.

Der Text hat in jedem Fall eine Gesamtidee, und zwar wird eine strukturalistische Ansicht erklärt, nämlich dass ein Kunstwerk durch eine innere Struktur bestimmt ist, und wie man die Beschaffenheit dieser Struktur verstehen darf. Es wird zu Anfang erklärt, in welchem Zusammenhang man von der künstlerischen Struktur spricht. Danach wird die künstlerische Struktur an sich genauer untersucht, bzw. die These von der künstlerischen Struktur beschrieben. Inhaltlich hängt der Text sehr stark zusammen, es hat quasi alles miteinander zu tun, somit kann man von einer Gesamtidee ohne jegliche Themenabweichungen sprechen.

Das Textziel ist im Sinne einer Leseaufgabe wohl der Aufbau einer mentalen Repräsentation des Textes. Die Absicht des Autors ist schwieriger zu erklären, da es wohl notwendig wäre das gesamte Werk Mukařovskýs zu kennen, um zu wissen was er mit seinen Ausführungen erreichen wollte. Da das Buch, aus dem dieser Text stammt „Kapitel aus der Poetik“ heißt, nehme ich an, dass er einfach einen Überblick über verschiedenen literaturwissenschaftliche Ansichten geben wollte. Somit soll der Text wohl dazu dienen, den Inhalt zu Lern-, Lehr-, und Forschungszwecken zu vermitteln.

Gliederung

Inhaltlich

Der Text hat ein sehr abstraktes Thema und somit einen komplizierten Inhalt, der aber auf recht knappem Raum untergebracht ist. Wie schon erwähnt hat man beim Lesen das Gefühl, direkt die Gedankengänge des Autors verfolgen zu können, es herrscht ein stetiges Anknüpfen von einem Inhalt an den nächsten. Der Text läuft flüssig und sehr rasch von Inhalt zu Inhalt weiter, erst wird das ästhetische Objekt erwähnt, dann wird es genauer beschrieben durch die künstlerische Struktur, die dann wiederum genauer beschrieben, und in ihre Elemente zerlegt wird.

Formal

Der Text ist äußerlich sehr schlecht gegliedert, denn er hat keinerlei graphische Gliederung durch Absätze, und trägt auch keine Überschrift.

Thematische Entfaltung

Der Text besitzt eine nachvollziehbare Texthintergrundslogik, alles im Text hängt zusammen, und der Inhalt wird von Satz zu Satz weitergesponnen.

Die Textvordergrundslogik ist schwieriger festzustellen. Zwar wird inhaltlich auf jeden Fall zusammenhängend gearbeitet, aber man kann eigentlich nicht behaupten, dass wir den Text verstehen, weil er uns besonders dabei hilft[8]. Der Text ist nicht wirklich gut zugänglich. Wenn man den ihn im Hinblick auf die „Brauchbarkeit“[9] betrachtet, fällt natürlich gleich auf, dass der Text überhaupt nicht „brauchbar“ ist. Der Text unterstützt den Leser nicht beim Erfüllen der Leseaufgabe, und die innere Organisation wird auch nicht graphisch sichtbar gemacht.

Grad an Implizitheit / Explizitheit

Meiner Ansicht nach ist der Text etwas zu implizit gestaltet, um leicht verstanden zu werden, aber im Grunde werden alle Zusammenhänge explizit erläutert. Einige metakommunikative Elemente wären hier sicher sinnvoll um das Textverstehen zu erleichtern.

Kohäsionsmittel

Verweismittel

Die Verwendung verschiedener Kohäsionsmittel hängt natürlich ganz stark mit dem jeweiligen Satzbau, der in einem Text verwendet wird, zusammen. In diesem Text werden ausgesprochen viele Verweismittel verwendet, die zum Teil auch etwas verwirren können. Wie in diesem Beispiel:

[...] „die Veränderungen ergeben sich aus der stetigen Umgruppierung der gegenseitigen Beziehungen und aus der relativen Wichtigkeit der einzelnen Elemente ; im Vordergrund stehen immer diejenigen unter ihnen, die ästhetisch aktualisiert werden , d.h. die, welche mit dem bisherigen Stand der künstlerischen Konvention im Widerspruch stehen ; die zweite Gruppe , die sich aus den Elementen zusammensetzt , die sich der bisherigen Konvention unterordnen , bildet den Hintergrund , vor dem sich die Aktualisierung der ersten Gruppe abzeichnet , und vor dem sie empfunden wird .[10]

Hier versuchte ich mit der farblichen Markierung deutlich zu machen welche Verweismittel zu welchen Begriffen gehören. An diesem Beispiel sieht man, dass die Verwendung von Verweismitteln das Verständnis nicht unbedingt erleichtern muss, denn es kommt unter anderem auch ganz auf die Art der verwendeten Verweismittel an, wie man (hoffentlich) bei meinem Optimierungsversuch noch sehen wird.

Verknüpfungsmittel

Eine sehr wichtige Gruppe unter den Kohäsionsmitteln sind natürlich die Konnektive, oder Verknüpfungsmittel. Bei Mukařovskýs Text fällt gleich die koordinierende Konjunktion „d.h.“ ins Auge, die insgesamt fünf mal verwendet wird, und immer, wie schon beim Beispiel zum Satzbau recht deutlich wurde, einen Teilsatz einleitet, der den Inhalt des vorherigen Teilsatz nochmals spezifiziert. Außer dieser „Lieblingskonjunktion“ des Autors, verwendet er eigentlich nicht besonders viele, aber auch nicht auffällig wenige Konnektive.

Organisatoren werden überhaupt nicht verwendet, was vielleicht auch damit zusammenhängen könnte, dass der Text relativ kurz ist.

Fokus – Hintergrund Gliederung

Die sogenannte Fokus – Hintergrund Gliederung ist hingegen im Text sehr wichtig, denn wie schon gezeigt wurde, hängen die einzelnen Teilsätze sehr stark zusammen, und inhaltlich wird immer von Teilsatz zu Teilsatz „weitergesponnen“. Es wäre also bei den meisten Teilsätzen im Text so gut wie unmöglich die Fokus – Hintergrund Gliederung einfach umzustellen, ohne eine gravierende inhaltliche Änderung, bzw. komplette Sinnlosigkeit zu bewirken. Z.B.:

„Obgleich jedes Kunstwerk für sich genommen eine Struktur bildet, ist die künstlerische Struktur nicht die Angelegenheit eines einzigen Werks, sondern sie dauert in der Zeit, indem sie bei ihrem Fortschreiten von einem Werk auf das andere übergeht und sich dabei ständig verändert; die Veränderungen ergeben sich aus der stetigen Umgruppierung der gegenseitigen Beziehungen und aus der relativen Wichtigkeit der einzelnen Elemente;“[11]

Verändert man nun die Fokus - Hintergrund Gliederung, könnte dieser Teilsatz beispielsweise so aussehen:

Die künstlerische Struktur dauert in der Zeit, indem sie bei ihrem Fortschreiten von einem Werk auf das andere übergeht und sich dabei ständig verändert, denn obgleich jedes Kunstwerk für sich genommen eine Struktur bildet, ist die künstlerische Struktur nicht die Angelegenheit eines einzigen Werks; die Veränderungen ergeben sich aus der stetigen Umgruppierung der gegenseitigen Beziehungen und aus der relativen Wichtigkeit der einzelnen Elemente;

Wenn man den Teilsatz so umstellt wie ich es getan habe, sieht man eindeutig, dass man hier die Fokus – Hintergrund Gliederung nur verändern kann, wenn man den ganzen Text von Grund auf ändert. Bis zum Strichpunkt ergibt der umgestellte Teilsatz noch Sinn, obwohl sich durch die neue Fokus – Hintergrund Gliederung auch eine leichte inhaltliche Änderung ergeben hat. Doch mit dem restlichen Teilsatz, der zwischen zwei Strichpunkten steht, ist er nun nicht mehr zusammenzuführen. Es entsteht ein deutlicher Bruch, der vom Rezipienten kaum mehr überwunden werden kann.

Optimierung des Originaltextes

Um den Originaltext zu optimieren, musste ich mich erst darum bemühen, den Text zu verstehen, denn durch das Thema und die Schreibweise waren einige „natürliche Blockaden“ gegeben, die mir die Optimierung erschwerten. Aber gerade diese Blockaden empfand ich als reizvoll, da es den Anschein hatte, als sei der Text sehr einfach zu optimieren.

Doch es stellte sich heraus, dass eine plumpe Vereinfachung und Verkürzung der Sätze, dem Text seine Qualität rauben würde, derer ich mir erst nach einer genaueren Analyse richtig bewusst wurde. Denn natürlich hat dieser Originaltext seine Mängel, aber es handelt sich auch um einen sehr flüssigen Text, der bei einem Optimierungsversuch sehr schnell „brüchig“ wird.

Trotzdem habe ich mich darum bemüht den Text insgesamt zu vereinfachen. Seinen Satzbau, seinen Stil, seine Gliederung. Denn auch wenn komplizierte Sprache anregend sein kann, so ist die Vermittlung eines anregenden Inhalts wohl grade bei einem wissenschaftlichen Text wichtiger.

Bei meinem Optimierungsversuch stützte ich mich auf das Sauersche „Minimalmodell zu Verständlichkeitsanalyse und –optimierung“[12], um einen Überblick über die Gründe für meine Veränderungen geben zu können.

Grundsätzlich habe ich den Text eher „sanft“ optimiert, und somit nur Nachträge, Verbesserungen und Redigierungen vorgenommen. Denn ich fühlte mich nicht befugt, einen wissenschaftlichen Text inhaltlich stark zu verändern.

[...]


[1] Markus Nussbaumer / Peter Sieber: Über Textqualitäten reden lernen – z.B. anhand des Zürcher Textanalyserasters. In: Diskussion Deutsch. Heft 141. 1995.

[2] Christoph Sauer: Ein Minimalmodell zur Verständlichkeitsanalyse und –optimierung. In: Sprache: Verstehen und Verständlichkeit. Kongressbeiträge der 25. Jahrestagung der Gesellschaft für angewandte Linguistik, GAL e.V. Hrsg. von Bernd Spillner. S.149 – 171. Im Folgenden zitiert als: MzV

[3] Dieter Gutzen / Norbert Oellers / Jürgen H. Petersen: Einführung in die neuere deutsche Literaturwissenschaft. Ein Arbeitsbuch. 6., neugefasste Aufl. Berlin : Erich Schmidt 1989. Im Folgenden zitiert als: EdL

[4] Jan Mukařovský: Kapitel aus der Poetik. Aus dem Tschechischen übers. v. Walter Schamschula, Frankfurt a. M. 1967.

[5] EdL, S.7

[6] EdL, S.300

[7] EdL, S. 300

[8] Markus Nussbaumer / Peter Sieber: Über Textqualitäten reden lernen – z.B. anhand des Zürcher Textanalyserasters. In: Diskussion Deutsch. Heft 141. 1995. S.14

[9] MzV S.164f.

[10] EdL, S. 300f

[11] EdL, S. 300

[12] MzV

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Textoptimierung. Ein Versuch zur Verbesserung geschriebener Texte
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Veranstaltung
Projektseminar: Textoptimierung
Note
Sehr Gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
39
Katalognummer
V40640
ISBN (eBook)
9783638391115
Dateigröße
858 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Textoptimierung, Versuch, Verbesserung, Texte, Projektseminar, Textoptimierung
Arbeit zitieren
Magdalena Mayer (Autor), 2002, Textoptimierung. Ein Versuch zur Verbesserung geschriebener Texte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40640

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