Als stetige Herausforderung an Organisationen und Unternehmen wird immer wieder der steigende Wettbewerbsdruck angeführt. Die Märkte verändern sich und stellen neue Anforderungen an die Innovationsfähigkeit der Unternehmen. Betroffen vom Innovationsdruck sind nicht nur Produkte und Dienstleistungen, sondern auch Organisationsformen. Aufgabe der Führungskräfte ist es, zunehmend den Wandel und Veränderungen von Strukturen (Organisationsentwicklung), aktiv und eigenverantwortlich zu gestalten. Um als „Veränderer“ und „Gestalter“ bzw. als „Gründer“ agieren zu können, sind neben fachlichen insbesondere soziale und personale Kompetenzen erforderlich. Vor diesem Hintergrund werden in der Führungsforschung seit Beginn der neunziger Jahre Konzepte der transformativen Führung diskutiert. Hierbei rückt die Persönlichkeit der Führungskraft wieder stärker in den Mittelpunkt der Betrachtung. Dabei werden alte und zwischenzeitlich in den Hintergrund getretene Konzepte wie Charisma wieder aktuell. Im Zusammenhang transformationaler Führungstheorien konstatiert auch WEINERT (1998) eine Wiederentdeckung interindividueller Unterschiede in Bezug auf die Persönlichkeit von Führungskräften und spricht in diesem Zusammenhang ebenfalls von charismatischer Führung.1 1 vgl. WEINERT, Organisations- und Personalpsychologie, 1998, Kap. 8.4.3
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 EINORDNUNG DER CHARISMATISCHEN FÜHRUNG INNERHALB DER FÜHRUNGSTHEORIEN
3 „CHARISMATISCHE FÜHRUNG – TRANSFORMATIONALE FÜHRUNG“
3.1 DEFINITIONSVERSUCHE
3.2 UNTERSCHIEDE: TRANSAKTIONALE UND TRANSFORMATIONALE FÜHRUNG
4 PERSÖNLICHKEITSMERKMALE CHARISMATISCHER LEADER
5 DIE VISION ALS WERKZEUG CHARISMATISCHER LEADER – ZIEL, ZWECK, UND FUNKTION
6 KRITIK AM KONZEPT DER CHARISMATISCHEN FÜHRUNG
7 ANHANG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Konzept der charismatischen Führung im Kontext moderner Organisationstheorien, um deren Bedeutung für den organisationalen Wandel und die Steuerung von Mitarbeitern zu beleuchten.
- Theoretische Einordnung charismatischer Führung in die New Leadership Theories.
- Abgrenzung zwischen transaktionaler und transformationaler Führung.
- Identifikation zentraler Persönlichkeitsmerkmale charismatischer Führungskräfte.
- Analyse der Vision als zentrales Führungsinstrument.
- Kritische Reflexion der ideologischen und manipulativen Aspekte des Konzepts.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Als stetige Herausforderung an Organisationen und Unternehmen wird immer wieder der steigende Wettbewerbsdruck angeführt. Die Märkte verändern sich und stellen neue Anforderungen an die Innovationsfähigkeit der Unternehmen. Betroffen vom Innovationsdruck sind nicht nur Produkte und Dienstleistungen, sondern auch Organisationsformen. Aufgabe der Führungskräfte ist es, zunehmend den Wandel und Veränderungen von Strukturen (Organisationsentwicklung), aktiv und eigenverantwortlich zu gestalten. Um als „Veränderer“ und „Gestalter“ bzw. als „Gründer“ agieren zu können, sind neben fachlichen insbesondere soziale und personale Kompetenzen erforderlich. Vor diesem Hintergrund werden in der Führungsforschung seit Beginn der neunziger Jahre Konzepte der transformativen Führung diskutiert. Hierbei rückt die Persönlichkeit der Führungskraft wieder stärker in den Mittelpunkt der Betrachtung. Dabei werden alte und zwischenzeitlich in den Hintergrund getretene Konzepte wie Charisma wieder aktuell. Im Zusammenhang transformationaler Führungstheorien konstatiert auch WEINERT (1998) eine Wiederentdeckung interindividueller Unterschiede in Bezug auf die Persönlichkeit von Führungskräften und spricht in diesem Zusammenhang ebenfalls von charismatischer Führung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Es wird der steigende Innovations- und Wettbewerbsdruck auf Organisationen beschrieben, der den Bedarf an transformationaler und charismatischer Führung begründet.
2 EINORDNUNG DER CHARISMATISCHEN FÜHRUNG INNERHALB DER FÜHRUNGSTHEORIEN: Das Konzept wird den "New Leadership Theories" zugeordnet und als Antwort auf den organisationalen Wandel verortet.
3 „CHARISMATISCHE FÜHRUNG – TRANSFORMATIONALE FÜHRUNG“: Es werden Begriffsdefinitionen vorgenommen und der Unterschied zwischen transaktionaler (Austausch) und transformationaler Führung (Bindung an höhere Ziele) herausgearbeitet.
4 PERSÖNLICHKEITSMERKMALE CHARISMATISCHER LEADER: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Verhaltens- und Persönlichkeitsmerkmale zusammen, die Führungspersonen gemeinsam sind.
5 DIE VISION ALS WERKZEUG CHARISMATISCHER LEADER – ZIEL, ZWECK, UND FUNKTION: Die Vision wird als vierstufiger Attributionsprozess dargestellt, der Sinn stiftet und Mitarbeiter zur Leistung motiviert.
6 KRITIK AM KONZEPT DER CHARISMATISCHEN FÜHRUNG: Hier werden die ideologischen Gefahren, das Manipulationspotenzial und die inflationäre Verwendung des Begriffs "Vision" kritisch reflektiert.
7 ANHANG: Der Anhang enthält grafische Darstellungen des charismatischen Führungsansatzes zur Veranschaulichung der theoretischen Zusammenhänge.
Schlüsselwörter
Charismatische Führung, Transformationale Führung, Transaktionale Führung, Organisationsentwicklung, Vision, New Leadership Theories, Führungstheorien, Innovationsdruck, Attribution, Persönlichkeitsmerkmale, Mitarbeiterführung, Organisationswandel, Führungskraft, Management, Führungskompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Führungsstil der charismatischen Führung und dessen Rolle in modernen, sich wandelnden Organisationen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Einordnung, der Abgrenzung zu anderen Führungsstilen, dem Rollenverständnis charismatischer Leader und einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Konzept.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das Konzept der charismatischen Führung innerhalb der New Leadership Theorien zu verorten und zu erläutern, wie Führungskräfte durch Visionen und Persönlichkeit Wandel aktiv gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender Führungstheorien (z.B. House, Bass, Burns, Conger/Kanungo) und deren konzeptioneller Zusammenführung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Konzepte, die Charakterisierung der Führungspersönlichkeit, die Bedeutung von Visionen sowie eine kritische Würdigung der Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Charismatische Führung, Transformationale Führung, Vision, Organisationswandel und Führungspersönlichkeit.
Wie definiert der Autor das Verhältnis zwischen transaktionaler und transformationaler Führung?
Transaktionale Führung wird als ein auf Leistung basierender Austausch (Vertrag) beschrieben, während transformationale Führung auf Emotionalität, Vertrauen und der Ausrichtung an höheren gemeinsamen Werten basiert.
Welche vier Stufen durchläuft der Attributionsprozess laut CONGER?
Der Prozess umfasst die Formulierung der Vision, die Kommunikation der Vision, den Aufbau von Vertrauen in die Vision sowie die praktische Ausführung der Vision.
Warum übt NEUBERGER Kritik am Charisma-Konzept?
NEUBERGER warnt vor der ideologischen Komponente des "Heilsbringers", der durch Manipulation den Eigenwillen der Mitarbeiter brechen könnte, anstatt eine authentische Führung auszuüben.
- Arbeit zitieren
- Roland Mersch (Autor:in), 2004, Charismatische Führung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/40928