Die vorliegende Arbeit befasst sich primär mit der Darstellung der psychischen Störung Depression sowie der der Angststörungen. Der wesentliche Schwerpunkt liegt hierbei auf der Betrachtung von kind- und jugendspezifischen Aspekten dieser Störungen. Im ersten Abschnitt dieser Arbeit wird zunächst eine allgemeine sowie eine kind- und jugendspezifische Begriffsbestimmung und eine Klassifikation der Depressionen vorgenommen, bevor die beiden Formen Major Depression bzw. depressive Episode und Dysthyme Störung anschließend differenziert betrachtet und dargestellt werden. Dem folgt eine detaillierte Abhandlung bezüglich Epidemiologie, möglicher Verläufe und Nosologie. Ergä nzend sollen danach mögliche Erklärungsansätze anhand relevanter Risikofaktoren vorgestellt werden. Ebenfalls bilden erwähnte Risikofaktoren die Basis für eine spätere Argumentation bezüglich des Ansatzes vom unter Punkt 4 vorgestellten MindMatters- Programm. Im zweiten Abschnitt der Arbeit findet eine Bestimmung bzw. Klassifikation der kind- und jugendspezifischen Angststörungen statt. Hierzu werden ebenfalls verschieden (Unter-)Formen differenziert vorgestellt. Eine weiterführende Darstellung der diversen Angststörungen vollzieht sich in Analogie zum Aufbau des ersten Abschnitts. Im dritten Teil dieser Arbeit sollen nach einer lakonischen Zusammenfassung bzw. Einleitung mögliche Präventions- bzw. Interventionsmöglichkeiten unter den Maßgaben des ganzheitlichen Schulansatzes des MindMatters-Programms auf die zuvor dargestellten psychischen Krankheiten Depression und Angststörungen bezogen und angewendet werden. Den Abschluss der vorliegenden Arbeit bildet das Fazit, indem resümierend die wichtigsten Aspekte und Faktoren nochmals zusammengetragen werden. Letztlich erfolgt eine kritische Betrachtung des vorgestellten MindMatters-Programms u.a. hinsichtlich der praktischen Umsetzbarkeit. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Depressionen (kind- und jugendspezifisch)
2.1 Begriffsbestimmung und Klassifikation
2.1.1 Major Depression / depressive Episode
2.1.2 Dysthyme Störung
2.2 Epidemiologie, Verläufe und Nosologie
2.2.1 Epidemiologie
2.2.2 Verläufe
2.2.3 Nosologie
2.3 Erklärungsansätze und Risikofaktoren
2.3.1 Biologische Faktoren
2.3.2 Psychische Faktoren
2.3.3 Soziale Faktoren
3. Angststörungen (kind- und jugendspezifisch)
3.1 Begriffsbestimmung und Klassifikation
3.1.1 Störungen mit Trennungsangst
3.1.2 Panikstörungen
3.1.3 Phobische Störungen
3.1.4 Generalisierte Angststörungen
3.1.5 Posttraumatische Belastungsstörung
3.2 Epidemiologie, Verläufe und Nosologie
3.2.1 Epidemiologie
3.2.2 Verläufe
3.2.3 Nosologie
3.3 Erklärungsansätze und Risikofaktoren
3.3.1 Biologische Faktoren
3.3.2 Psychische Faktoren
3.3.3 Soziale Faktoren
4. Interventions- und Präventionsmöglichkeiten im Rahmen des MindMatters-Programms
4.1 Was ist MindMatters? – Eine Kurzbeschreibung
4.2 Wie kann sich Schule partizipieren?
5. Kritische Würdigung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Darstellung und den Hintergründen psychischer Störungen, speziell Depressionen und Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen, auseinander und untersucht, wie das MindMatters-Programm durch einen ganzheitlichen Schulansatz präventive und unterstützende Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit etablieren kann.
- Epidemiologie und nosologische Charakteristika von Depressionen bei Kindern und Jugendlichen.
- Detaillierte Analyse von Angststörungen, einschließlich deren Klassifikation und Ausprägungsformen.
- Multikausale Erklärungsansätze und Risikofaktoren für die Entstehung psychischer Störungen.
- Implementierungsmöglichkeiten und Strategien des MindMatters-Programms im schulischen Kontext.
- Die Rolle der Schule bei der Prävention von Stigmatisierung und der Förderung von Resilienz.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Panikstörungen
Nach Essau (2003:40ff.), die sich auf DSM-IV und ICD-10 bezieht, ist das primäre Merkmal der Panikstörung das wiederholte unerwartete und mit keinen spezifischen situativen Auslöser verbundene Auftreten spontaner Panikattacken, gefolgt von deutlicher Verhaltensänderung und/oder mindestens vier Wochen anhaltender Besorgnis hinsichtlich eventuellen Wiederauftretens (sog. „Angst vor der Angst“, S.D.) bzw. möglichen Begleiterscheinungen/Konsequenzen (z.B. Kontrollverlust, Depersonalisierung [nur in der Adoleszenz], verrückt werden) der Panikattacke. Essau (2003:41) merkt an, dass Panikstörungen bei Kindern häufig schwer zu diagnostizieren sind, da diese selten berichten aufgrund körperlicher Symptome spezifische Angst vorm Sterben, vorm Verrücktwerden oder vor Kontrollverlust zu haben. In Analogie dazu setzen während der Adoleszenz Ängste vor spezifischen Symptomen des vegetativen Nervensystems (z.B. Angst nicht mehr Atmen zu können) ein (vgl. ebd.).
Panikattacken werden „von einer überwältigenden Empfindung drohender Gefahr sowie dem Drang zu fliehen begleitet “ (zit. n. Essau (2003:41)). Panikattacken sind klar abgrenzbare Episoden intensiver Angst oder Unbehagens, bei denen mindestens vier somatische und kognitive Symptome einer Kampf- bzw. Fluchtreaktion auftreten und die innerhalb von ca. zehn Minuten ihren Klimax erreichen (vgl. ebd.).
Nach Essau (2003:42ff.) kann sich bei Jugendlichen mit Panikstörungen ein Vermeidungsverhalten bezüglich der Orte bzw. Situationen (z.B. in der Schule oder im Freundeskreis, S.D.) entwickeln, an bzw. in denen sie zuvor eine Panikattacke erlebt haben oder eine solche befürchten – die Agoraphobie. Agoraphobie ist laut DSM-IV keine separat kodierbare Störung, d.h. nach Essau (2003:48) tritt sie ausschließlich in Verbindung mit einer voll ausgeprägten Panikstörung auf. Demnach ist das Hauptmerkmal der Agoraphobie die Angst, sich an Orten aufzuhalten, an denen eine Flucht schwer möglich oder peinlich wäre bzw. an denen im Fall einer Panikattacke oder panikartiger Symptome keine Hilfe zu erwarten wäre (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Depressionen und Angststörungen im Kindes- und Jugendalter ein und erläutert den strukturellen Aufbau der Arbeit sowie die Anbindung an das MindMatters-Programm.
2. Depressionen (kind- und jugendspezifisch): Dieses Kapitel widmet sich der Begriffsbestimmung, Klassifikation sowie den epidemiologischen und ätiologischen Faktoren depressiver Störungen bei Kindern und Jugendlichen.
3. Angststörungen (kind- und jugendspezifisch): Hier werden die verschiedenen Formen von Angststörungen detailliert definiert, klassifiziert und hinsichtlich ihrer epidemiologischen Verläufe und Risikofaktoren analysiert.
4. Interventions- und Präventionsmöglichkeiten im Rahmen des MindMatters-Programms: Dieses Kapitel stellt das MindMatters-Programm als ganzheitlichen Ansatz zur Förderung der psychischen Gesundheit vor und erörtert, wie Schulen durch Maßnahmen gegen Stigmatisierung und zur Resilienzförderung partizipieren können.
5. Kritische Würdigung und Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz präventiver Schulprogramme zusammen und diskutiert kritisch die praktische Umsetzbarkeit sowie das Potenzial von MindMatters im schulischen Alltag.
Schlüsselwörter
Depression, Angststörungen, MindMatters, Kindesalter, Jugendalter, Prävention, Intervention, Resilienz, Stigmatisierung, psychische Gesundheit, Klassifikation, Epidemiologie, Risikofaktoren, Schule, Coping.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung psychischer Störungen, insbesondere Depressionen und Angststörungen, bei Kindern und Jugendlichen und untersucht deren Präventions- und Interventionsmöglichkeiten innerhalb der Schule.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die klinische Klassifikation dieser Störungen, deren Epidemiologie, die zugrunde liegenden biologischen, psychischen und sozialen Risikofaktoren sowie der schulische Ansatz zur Gesundheitsförderung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das MindMatters-Programm genutzt werden kann, um Schülern bei der Bewältigung dieser Störungen zu helfen und eine unterstützende Lernumgebung zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Arbeit angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse klinischer Fachbücher und Studien, um einen theoretischen Rahmen für die Störungsbilder und die Ansätze des MindMatters-Programms zu bilden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Begriffsbestimmungen, Symptomatiken, Komorbiditäten und multikausalen Entwicklungsmodelle von Depressionen und Angststörungen sowie deren Bedeutung im Schulkontext.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Depression, Angststörung, MindMatters, Prävention, Resilienz und Stigmatisierung geprägt.
Warum wird im Rahmen von Angststörungen von "normalen Durchgangsphänomenen" gesprochen?
Die Autoren unterscheiden zwischen behandlungsbedürftigen Störungen und alterstypischen, vorübergehenden Ängsten (z.B. vor Dunkelheit oder Trennung), die für die kindliche Entwicklung in bestimmten Phasen normal sind.
Welche Bedeutung hat das Labeling bzw. Stigmatisierung für das betroffene Kind?
Labeling kann zu Ausgrenzung, Scham und sozialem Rückzug führen, was die psychische Belastung massiv erhöht und den Verlauf einer Störung negativ beeinflussen kann.
Warum schränkt der Autor die Realisierbarkeit des Programms in der Sekundarstufe II ein?
Der Autor argumentiert, dass das Arbeiten in Kursen statt im festen Klassenverband die Förderung eines Gemeinschaftsgefühls und die Implementierung des ganzheitlichen MindMatters-Konzepts erschweren könnte.
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- Dipl.-Sozialpäd. Stefan Dannheiser (Author), 2005, Angststörungen und Depression in Kindheit und Adoleszenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/41077