CO2-Bilanzierung und Minderungsstrategien der Baubranche in Deutschland


Bachelorarbeit, 2017
92 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungen
1. Einleitung
1.1 Motivation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehen
1.3 Abgrenzung
1.4 Politische Situation, Wirkung und Messung von CO2-Emissionen

2. Analyse der baubedingten CO₂-Emissionen durch einen Top-Down-Ansatz
2.1 Ziel und Vorgehensweise
2.2 Umriss der Baubranche
2.3 Datenanalyse
2.3.1 Datengliederung
2.3.2 Verwendete Datenquellen
2.3.3 Qualität der Datenquellen
2.3.4 Auswertung der Datenquellen
2.4 Resultate
2.4.1 Ganzheitliche Top-Down-Analyse
2.4.2 Anteilige Top-Down-Analyse
2.4.3 Ergebnisvergleich mit internationalen Werten
2.5 Diskussion und Fazit

3. Analyse der baubedingten CO₂-Emissionen durch einen Bottom-Up-Ansatz
3.1 Ziel und Vorgehensweise
3.2 Datenanalyse
3.2.1 Verwendete Datenquellen
3.2.2 Qualität der Datenquellen
3.2.3 Auswertung der Datenquellen
3.3 Resultate
3.3.1 Betrachtungsweisen und Emissionsberechnung
3.3.2 Betrachtung der Baustoffe
3.3.3 Betrachtung der Baustoffkategorien
3.3.4 Betrachtung der EPD-Module
3.3.5 Verknüpfung der Treibhauspotenziale mit den Produktionsmengen
3.4 Diskussion und Fazit

4. Minderungsstrategien und Einsparpotenziale in der Baubranche
4.1 Zusammenführung Top-Down- und Bottom-Up-Ansatz
4.2 Beteiligte Akteure in der Baubranche
4.3 Strategien zur Reduzierung von CO2-Emissionen
4.3.1 Strategien zur Minderung der operationalen Energie
4.3.2 Strategien zur Minderung der grauen Energie
4.4 Hemmnisse und Probleme bei der Umsetzung der Strategien
4.5 Potentiell realisierbare Treibhausgasreduzierung
4.6 Diskussion und Fazit

5. Schlussbetrachtung und Ausblick
5.1 Zusammenfassung und Konklusion
5.2 Kritische Würdigung
5.3 Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Zusammenfassung

Der weltweiten Baubranche wird das größte und wirtschaftlich erschwinglichste Potenzial Treibhausgasemissionen zu mindern zugeschrieben. Dies gilt ebenfalls für den deutschen Gebäudesektor, der mit seinem enormen Energieverbrauch und Emissionssaustoß großen Einfluss auf den Treibhauseffekt nimmt. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die von der deutschen Baubranche ausgehenden CO2-Emissionen zu bilanzieren und davon ausgehend Minderungsstrategien für die einzelnen Akteure aufzustellen sowie Möglichkeiten zum Klimaschutz beizutragen zu ermitteln. Dazu befasst sich diese Arbeit zunächst mit der Ermittlung einer Obergrenze mittels eines Top-Down-Ansatzes durch Betrachtung der beteiligten Wirtschaftszweige, um im Anschluss daran den Fokus auf die verkörperte, graue Energie der Baustoffe anhand eines Bottom-Up-Ansatzes zu setzen und dadurch eine Untergrenze für die von der Baubranche verursachten Treibhausgasemissionen zu bestimmen. Das umfassendere Top-Down-Ergebnis ergibt aufgrund durchschnittlicher Emissionen von 521 Mt CO2e (CO2-Äquivalenten) einen Anteil der Baubranche an den jährlichen Emissionen in Deutschland von 51%. Das Minderungspotenzial ist bis 2030 auf 64 Mt CO2e eingeschätzt worden.

Schlüsselwörter: Baubranche, Treibhausgasemissionen, Minderungsstrategien, CO2e, graue Energie.

Abstract

The world's construction industry is said to have the greatest and most economically affordable potential to reduce greenhouse gas emissions. This also applies to the German building sector, which, with its enormous energy consumption and emissions, has a major impact on the greenhouse effect. The aim of the present work is to assess the CO2 emissions emanating from the German construction industry and to draw up reduction strategies for the individual actors and to identify ways of contributing to climate protection. To this end, this paper deals with the determination of an upper limit using a top-down approach by looking at the economic sectors involved, in order to then focus on the embodied, grey energy of the building materials using a bottom-up approach and thus determine a lower limit for greenhouse gas emissions caused by the construction industry. The more comprehensive top-down result shows that the construction industry accounts for 51% of annual emissions in Germany, due to average emissions of 521 Mt CO2e (CO2 equivalents). The reduction potential has been estimated to be 64 Mt CO2e by 2030.

Keywords: construction industry, greenhouse gas emissions, mitigation strategies, CO2e, embodied energy.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2-1: Globale energiebezogene CO 2 -Emissionen nach Sektoren

Abbildung 2-2: Schematische Aufteilung der Baubranche

Abbildung 2-3: Zuteilung der Wirtschaftszweige auf die drei Bereiche

Abbildung 2-4: Top-Down-Analyse der Treibhausgasemissionen der Baubranche in Deutschland

Abbildung 2-5: Anteilige Top-Down-Analyse der Treibhausgasemissionen der Baubranche

Abbildung 2-6: Prozentuale Anteile der einzelnen Wirtschaftszweige an der Baubranche

Abbildung 2-7: Bedeutung der Bauwirtschaft in Deutschland 2016

Abbildung 2-8: Treibhausgasemissionen nach Wirtschaftszweig in der EU-28 im Jahr 2013

Abbildung 3-1: Operationale und Graue Energie

Abbildung 3-2: Vergleich verschiedener LCA-Datenbanken

Abbildung 3-3: Lebenswegmodule gemäß DIN EN 15804

Abbildung 3-4: Ausschnitt der Baustoffe der Ökobaudat

Abbildung 3-5: Summen der GWP-Werte auf Ebene der Baustoffkategorien, wobei links die enthaltene Anzahl Datensätze berücksichtigt ist und rechts nicht

Abbildung 3-6: Summen der GWP-Werte der EPD Module, wobei links die enthaltene Anzahl Datensätze berücksichtigt ist und rechts nicht

Abbildung 3-7: Ergebnisse der Bottom-Up-Analyse

Abbildung 3-8: Zusammenfassung der Betrachtungsarten auf Basis der Ökobaudat

Abbildung 4-1: Korridor der Treibhausgasemissionsanteile der Baubranche

Abbildung 4-2: Lernkurve energieeffizientes Bauen

Abbildung 4-3: Vergleich verschiedener Dämmstoffe aus der Ökobaudat

Abbildung 4-4: Sofortmaßnahmen und weiterführende Prozesse des NAPE für die 18. Legislaturperiode

Abbildung 4-5: Emissionsintensivste Baustoffe des Bottom-Up-Ansatzes nach Verknüpfung mit Produktionsmengen

Abbildung 4-6: Ergebnisbefragung Materialeffizienzmaßnahmen in Unternehmen

Abbildung 4-7: CO 2 -Einsparpotenziale im Aktuelle-Politik-Szenario bis zum Jahr 2030

Abbildung 4-8: CO 2 -Einsparpotenziale im Energiewende-Szenario bis zum Jahr 2030

Abbildung 4-9: Erfolgszyklus für zunehmende Minderungswirkung

Anhang

Abbildung 0-1 : Unvollständige oder unpräzise Datensätze der Ökobaudat

Abbildung 0-2: Fehlende Datensätze der Ökobaudat

Abbildung 0-3: Vollständiger Datensatz der verwertbaren Baustoffe der Ökobaudat (GWP in kg CO 2 e/kg Material

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Motivation und Problemstellung

„Die Baubranche ist eine ‘Schlüsselbranche‘ für zentrale gesellschaftliche Aufgaben [...] wie dem Klimaschutz und der Energiewende. […] Ich bin von der Stärke der deutschen Bauwirtschaft überzeugt – gerade auch als Klimaschutzbranche. Deutschland baut den Klimaschutz!“ [1]

Auf diese Weise verdeutlicht die Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks in ihrer Eröffnungsrede der BAU 2017, der weltgrößten Messe für Bau und Architektur,[2] die bedeutsame Rolle, die der Baubranche in Bezug auf den Klimaschutz zukommt.

Um die internationalen und nationalen Klimaschutzziele der Begrenzung der Emissionen und der Erderwärmungstemperatur erreichen zu können, müssen in allen Industriebereichen erhebliche Emissionsminderungen angestrebt werden. Dass auch die Baubranche zum Klimaschutz beitragen muss, zeigen die weltweit durch den Gebäudesektor verursachten CO2-Emissionen von 8,8 Gigatonnen (Gt) im Jahr 2010 (entsprechend 27% der gesamten Emissionen) und dem Endenergieverbrauch von 32%.[3] Dabei wird den Gebäuden bis 2030 ein Minderungspotenzial von 5,5–6,0 Gt CO2-Äquivalenten zugeschrieben.[4] Innerhalb Europas ist eine Zielerreichung nur durch eine gerechte Verteilung der Treibhausgasreduktionen unter den Mitgliedsstaaten, dem sogenannten Burden Sharing möglich. Auch in Deutschland spielt die Baubranche eine entscheidende Rolle im Rahmen des Klimaschutzes, denn die Gebäude waren 2016 für 30% der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich[5] und verbrauchten 35% der Energie (2014).[6] Aufgrund dieser sowohl international als auch national enormen Bedeutsamkeit der Baubranche für die Emissionsreduzierung, müssen die Treibhausgase verursachergerecht und präzise quantifiziert sowie akteursspezifisch gemindert werden.

Problematisch ist die bisherige Fokussierung der Forschung und der Minderungsanstrengungen auf den Energieverbrauch und die Emissionen während der Gebäudenutzung. Um die Treibhausgasemissionen effektiv zu reduzieren, muss jedoch ebenfalls eine Betrachtung der anderen Lebenszyklusphasen der Bauobjekte erfolgen, um eine Emissionsreduzierung während der gesamten Lebensdauer anzustreben.

Der immense von der Baubranche ausgehende Emissionsausstoß und Energieverbrauch in Kombination mit den enormen Minderungspotenzialen und den zahlreichen Hemmnissen für deren Umsetzung, machen weitere nachhaltige Forschung im Bereich der Quantifizierung der Treibhausgasemissionen und der Reduzierung dieser notwendig.

1.2 Zielsetzung und Vorgehen

Die Forschung zielt darauf ab, Kenntnis über den Anteil der Baubranche an den Treibhausgasemissionen und Ansätze zur Emissionsminderung zu gewinnen. Im Rahmen dieser Arbeit ist die Zielsetzung die jährlichen Treibhausgasemissionen insbesondere die CO2-Emissionen der Baubranche zu quantifizieren, auf Handlungsinstrumente und Reduktionsstrategien der beteiligten Akteure einzugehen sowie deren klimaschutzbezogenen Minderungspotenziale abzuschätzen. Dazu ist der Hauptteil der vorliegenden Arbeit in drei Abschnitte unterteilt, in denen zunächst der Beitrag der Baubranche auf den Treibhauseffekt durch zwei verschiedene Ansätze ermittelt wird und im Anschluss daran Potenziale und Minderungsstrategien aufgezeigt werden.

Zu Beginn der Arbeit wird in Kapitel 2 mittels eines Top-Down-Ansatzes eine makroökonomische Untersuchung der Treibhausgasemissionen aller Wirtschaftszweige, die mit der Baubranche in Verbindung stehen, vorgenommen. Am Anfang befindet sich eine für die Zwecke dieser Arbeit hilfreiche Definition der Baubranche, gefolgt von einer Abgrenzung und einer Einteilung in drei entsprechend sinnvolle Bereiche. Daraufhin werden die relevanten Informationsquellen beschrieben und hinsichtlich ihrer Gliederung und Qualität analysiert. Im Anschluss daran erfolgt die Quantifizierung der Treibhausgasemissionen für den Gebäudebetrieb, die Baustoffindustrie und die gesamte Baubranche zuerst unter der Annahme, dass alle Wirtschaftszweige vollständig der Baubranche zuordenbar sind und nachfolgend unter geschätzter anteiliger Berücksichtigung.

Kapitel 3 behandelt ebenfalls die Quantifizierung der Treibhausgasemissionen, allerdings mittels einer Bottom-Up-Untersuchung auf der Ebene der Baustoffe und Bauprodukte. Zunächst werden die Ökobilanzdaten der Bauprodukte bezüglich ihrer Vollständigkeit und Qualität untersucht. Anschließend werden anhand verschiedener Betrachtungsweisen die Baustoffe, die Baustoffkategorien und die Lebenszyklen der Baustoffe analysiert und danach die Treibhausgasintensitäten mit den Produktionsmengen verknüpft, um die von der Baustoffindustrie ausgehenden Emissionen zu ermitteln.

Schließlich erfolgen im vierten Kapitel eine Zusammenführung beider Ansätze und die Benennung der an der Baubranche beteiligten Akteure. Ebenfalls werden die zur Verfügung stehenden Instrumente und Minderungsstrategien erläutert, Hemmnisse bei der Umsetzung dieser diskutiert und basierend auf den Strategien Reduzierungspotenziale der Baubranche abgeschätzt.

1.3 Abgrenzung

Im Sinne des Umweltschutzes sind zahlreiche Indikatoren und ökologische Faktoren von Relevanz.[7] Die gesamte Umweltbeeinflussung kann folglich nur unter Berücksichtigung aller Aspekte ermittelt werden. Die vorliegende Arbeit beschränkt sich auf die Bilanzierung der luftverschmutzenden Umweltbelastung, die ausschließlich durch das Treibhausgaspotenzial von der Baubranche ausgeht.

Dabei wird für die Quantifizierung der Treibhausgasemissionen aufgrund unzureichender Datenpräzision weder die Baubranche in Hoch- und Tiefbau unterschieden, noch innerhalb des Gebäudesektors zwischen Wohn- und Nichtwohngebäuden differenziert. Stattdessen ist die Baubranche in ihre relevanten Wirtschaftszweige eingeteilt. Des Weiteren erfolgt keine Bewertung der Minderungsstrategien und Potenziale aus ökonomischer Sicht, sondern lediglich die Erläuterung deren klimaschützender Wirkung, um den Fokus auf umweltpolitische Argumente zu setzen.
Außerdem wird innerhalb der Systemgrenzen für die Betrachtung der Baustoffe nicht zwischen dem Einsatz von erneuerbarer und nicht-erneuerbare Energie unterschieden.

1.4 Politische Situation, Wirkung und Messung von CO2-Emissionen

Der Umweltschutz einschließlich des Klimaschutzes ist eines der bestimmenden Themen der Gegenwart und der Zukunft, welches die gesamte Menschheit und die Erde betrifft. Die globale Erwärmung aufgrund des anthropogenen Treibhauseffekts bereitet verstärkt Politikern und Klimaforschern Sorgen. Ein Anstieg des Meeresspiegels und zunehmend häufigere Unwetterextreme sind nur ein Bruchteil der befürchteten Folgen der Erhöhung der Durchschnittstemperatur auf der Erde. Dementsprechend ist seit Jahren unaufhörlich politisches Engagement in den Klimaschutz investiert worden, um den Klimawandel mittel- und langfristig zu verlangsamen oder gar zu stoppen. Offiziell begonnen haben die Bemühungen mit der Unterzeichnung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) 1992 in Rio de Janeiro.[8] Daraufhin folgten bis dato 22 Klimakonferenzen (Conference of the Parties; COP), auf denen diverse internationale Klimaziele vereinbart und angepasst wurden. Das bekannteste Ergebnis war das Kyoto-Protokoll bei der COP 3 in Kyoto, womit sich erstmals alle teilnehmenden Länder zu einer verbindlichen Treibhausgasreduktion verpflichteten.[9] Auf der 21. UN-Klimakonferenz wurde das Paris-Abkommen als Nachfolgevertrag beschlossen, durch den alle 195 Mitgliedsstaaten verbindlich zu einer Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf unter 2 °C beitragen sollen.[10] Problematisch hierbei ist der im Juni 2017 vom aktuellen Präsidenten der USA verkündete Ausstieg aus dem Klimaabkommen, wodurch nun der zweitgrößte Treibhausgasemittent der Welt nicht im benötigten Ausmaß zu der Klimaschutzzielerreichung beitragen wird.[11]

Treibhausgasemissionen verstärken den Treibhauseffekt, welcher der Hauptgrund für die Klimaerwärmung ist. Der Treibhauseffekt beschreibt den Umstand, dass die anthropogenen Treibhausgase[12] die kurzwellige Sonneneinstrahlung durch die Atmosphäre lassen, jedoch die von der Erde reflektierte langwellige Infrarotstrahlung absorbieren und somit die eintreffende Strahlungsenergie unverhältnismäßig größer als die abgehende Energie ist. Die dadurch resultierende Erderwärmung wird durch den Wirkbilanzindikator Treibhauspotenzial (Global Warming Potenzial; GWP) in CO2-Äquivalenten (CO2e) für einen Zeithorizont von 100 Jahren gemessen.[13] Da auch die Baubranche Treibhausgasemissionen verursacht, müssen diese quantifiziert und reduziert werden, um zum Klimaschutz beizutragen.

Unabdingbare Instrumente zur Messung der Emissionen sind unter anderem die Umweltökonomische Gesamtrechnung (UGR), Treibhausgasinventare, Input-Output-Rechnungen, Umweltkennzeichnungen (Environmental Product Declaration, EPD) und Ökobilanzierungen (Life Cycle Assessment, LCA). Während die UGR statistische Zusammenstellungen sind, welche die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen um den Faktor Natur erweitern und das Ziel haben die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft und Umweltbelastung, Umweltzustand und Umweltschutzmaßnahmen darzustellen,[14] müssen die Treibhausgasinventare regelmäßig von allen Mitgliedsstaaten der UNFCCC nach den Richtlinien des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) veröffentlicht werden.[15] Für den Top-Down-Ansatz finden Input-Output-Rechnungen in UGR-Struktur Anwendung, welche die Emissionen der einzelnen Produktionsbereiche enthalten und im Rahmen des Bottom-Up-Ansatzes werden LCA-Datenbanken eingesetzt, die hauptsächlich aus EPD-Datensätzen bestehen.

2. Analyse der baubedingten CO₂-Emissionen durch einen Top-Down-Ansatz

2.1 Ziel und Vorgehensweise

In diesem Kapitel soll eine obere Grenze der in Deutschland entstehenden jährlichen Treibhausgasemissionen, hervorgerufen durch die Baubranche, bestimmt werden. Hierzu werden Input-Output-Tabellen verschiedener Datenquellen herangezogen, um einen Top-Down-Ansatz aufzustellen und die Emissionen quantifizieren zu können.[16] Dabei wird durch eine makroökonomische Abschätzung mit Hilfe historischer Daten bestimmt, welche Wirtschaftszweige aus den Hauptbereichen der Energieumwandlung, Industrie, Transport und Bau in welcher Höhe Treibhausgase verursachen.[17] 2010 war der Gebäudesektor für 19% der weltweit durch Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich.[18] Auf globaler Ebene entsprach dies 2014, wie in Abbildung 2-1 zu erkennen ist, mengenmäßig etwa 3–4 Gt (entsprechend 3000–4000 Megatonnen) energiebezogener CO2-Emissionen durch Gebäude.[19] Wobei in dieser Betrachtung noch keine Emissionen aus mit der Baubranche verwandten Sektoren, wie der Industrie für die Baustoffproduktion und dem Transportwesen enthalten sind. Die Werte auf globaler Ebene müssen demnach auf nationaler Ebene in Deutschland runtergebrochen werden und gleichzeitig auf die gesamte Baubranche ausgeweitet werden, denn das Ziel der Top-Down-Analyse in diesem Kapitel ist nun einen möglichst präzisen Wert für den Anteil der Baubranche an den gesamten jährlichen Treibhausgasemissionen in Deutschland zu erhalten.

Abbildung 2-1: Globale energiebezogene CO2-Emissionen nach Sektoren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: International Energy Agency (2015), S.27

Um nutzbringende Ergebnisse für die Top-Down-Analyse zu erzielen wird dazu nachfolgend zunächst der Begriff der Baubranche erläutert und mithilfe mehrerer Bereichsabgrenzungen umrissen. Daraufhin werden die drei verwendeten Datensätze hinsichtlich ihrer Datenqualität, Vollständigkeit und Vergleichbarkeit betrachtet. Im Anschluss daran erfolgt eine Erläuterung, grafische Darstellung und Beurteilung der Ergebnisse für die einzelnen Bereiche, damit die Treibhausgasemissionen quantifiziert werden können. Da jedoch die Baubranche die verschiedenen Wirtschaftszweige nicht vollständig abdeckt, werden im Rahmen einer zweiten Berechnung die Wirtschaftskategorien nur anteilig nach ihren erwarteten prozentualen Anteilen an der Baubranche berücksichtigt. Abschließend werden die Ergebnisse umfänglich diskutiert und auf Probleme hinsichtlich der Berechnung und der erhaltenen Ergebnisse eingegangen.

2.2 Umriss der Baubranche

Zunächst wird die Bezeichnung der Baubranche für die in dieser Arbeit erforderlichen Zwecke definiert. Die Baubranche enthält bei Weitem nicht nur das eigentliche Bauwesen, welches fälschlicherweise oftmals mit der Baubranche gleichgestellt wird. Vielmehr ist die Baubranche überdies industrieübergreifend in den bauverwandten Sektoren ausgedehnt. Zahlreiche Industriesektoren stehen eng in Verbindung mit der Baubranche und sind im Laufe des Lebenszyklus von Gebäuden vor, während oder nach dem Betrieb notwendig gewesen. Im Sinne des Begriffs der „Baubranche“ werden einige Bezeichnungen verwendet, die oft nicht explizit voneinander zu trennen sind und sich überschneiden können. Eine schematische Struktur der Baubranche ist in Abbildung 2-2 dargestellt. Zu beachten ist, dass diese Illustration keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit oder Disjunktheit erhebt.

Die Baubranche ist der Überbegriff, enthält alle Sektoren sowie die zugehörigen Wirtschaftszweige und kann auf der darunterliegenden Ebene in die zwei Fachgebiete Bauwesen und Bauverwandte Sektoren unterteilt werden. Hierbei ist das Bauwesen erneut unterschieden in die Bautechnik und die Bauwirtschaft und beinhaltet somit alle Bauarbeiten und Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit der Errichtung, dem Betrieb und der Bewirtschaftung von Bauwerken stehen. Komplementär zum Bauwesen sind auf der rechten Seite die mit der Baubranche verwandten Sektoren abgebildet. Zum einen sind darin die Industriezweige für die Rohstoffgewinnung und -veredelung sowie die Materialumwandlung und die Herstellung von Baustoffen, Bauteilen und Inneneinrichtung enthalten. Zum anderen gehören dazu die Energiegewinnung, -umwandlung und -verteilung wie auch die Entsorgung von Abfällen, um den Betrieb eines Bauobjektes zu gewährleisten.

Im Sinne des Bauwesens werden der Bautechnik unter anderem die essentiellen vorgelagerten Arbeitsbereiche der Geotechnik, der Architektur, der Statik und der Baumaschinentechnik zugeordnet. Die Bauwirtschaft wiederum ist untergliedert in Hochbau, Tiefbau und Vorbereitende Baustellenarbeiten, zu denen auch die Bauinstallation und sonstige Ausbaugewerbe zählen. Nach der Klassifizierung WZ 2008 kann die Bauwirtschaft mit dem Baugewerbe (Abschnitt F) gleichgesetzt werden.[20]

Abbildung 2-2: Schematische Aufteilung der Baubranche

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung angelehnt an Statistisches Bundesamt (2008) und (2007), S. 10

Aufgrund der möglichen Bezeichnung der Bauwirtschaft als die Baubranche im engeren Sinne, werden dieser noch weitere Gliederungsebenen hinzugefügt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist der Betrieb und die Bewirtschaftung der Bauobjekte nur für den Hochbau aufgeführt. Stattdessen sind Beispiele für vorbereitende Baustellenarbeiten und den Tiefbau dargestellt. Unter dem Betrieb des Bauobjektes werden übliche Nutzungsmöglichkeiten verstanden, die als das Pendant zum Sektor Versorgung und Entsorgung betrachtet werden können. Die Bewirtschaftung enthält die Tätigkeiten, die vor und während des Lebenszyklus des Gebäudes für die Eigentümer oder die Bewohner relevant sind und wird durch den Abschnitt L der Klassifizierung nach WZ 2008, Grundstücks- und Wohnungswesen, abgedeckt.

Basierend auf der abgebildeten Struktur der Baubranche wird die nachfolgende Top-Down-Analyse aufgebaut. Dazu werden alle für die Baubranche zumindest anteilig relevanten Wirtschaftszweige aus der Klassifizierung WZ 2008 verwendet und auf die dargestellte Struktur der Baubranche angewendet.

Die einzelnen Wirtschaftszweige sind dabei anhand der NACE-Systematik (Statistische Systematik der Wirtschaftszweige in der Europäischen Gemeinschaft) gegliedert. Anhand dieser Gliederungshierarchie ist die Baubranche für eine genauere Abschätzung der Treibhausgasemissionen in drei größer werdende und farblich unterschiedene Bereiche aufgeteilt. Die einzelnen Wirtschaftszweige sind dementsprechend den Bereichen zugeordnet und in Abbildung 2-3 dargestellt.

Bauwesen ohne Betrieb der Bauobjekte (BoB)

Der erste Bereich umfasst die direkten Emissionen der Bautätigkeit, welche zweifellos dem Bauwesen zuzuordnen sind und entspricht der gesamten orange hinterlegten Fläche. Darunter fallen die gesamte Bautechnik sowie die Bauwirtschaft, mit Ausnahme des Betriebs der Bauobjekte. Enthaltene Wirtschaftszweige sind dementsprechend Baugewerbe (WZ 2008 - Kategorie F), Architektur- und Ingenieurbüros, Kauf, Verkauf und Vermittlung von Grundstücken und Gebäuden sowie Finanzierungsdienstleistungen durch Bausparkassen. Dieser erste Bereich kann auch als Bauwesen im engeren Sinne angesehen werden.

Bauwesen ohne Betrieb + Industrie (BoBI)

Zusätzlich zum gesamten BoB enthält der zweite Bereich die Industrie der bauverwandten Sektoren und ist durch den magentafarbenen Rahmen gekennzeichnet. Dementsprechend wird dieser Bereich im Folgenden auch als „Bauwesen ohne Betrieb + Industrie“ (BoBI) bezeichnet. Er wird in Bezug auf das BoB um sämtliche Industriezweige ergänzt und enthält folglich außerdem die indirekten Emissionen, die durch Vorketten wie der Herstellung von Textilien, Holz- und Korkwaren, chemischen Erzeugnissen, Papier und Pappe, Glas, Keramik, Gummi und Kunststoffwaren, Metallerzeugnissen, elektronischen Geräten sowie der Herstellung von Inneneinrichtung und Möbeln entstehen. Des Weiteren sind diesem Bereich der Gütertransport im Straßenverkehr und der Schifffahrt sowie Emissionen aus dem Großhandel und der Gewinnung von Rohstoffen wie Steinen, Erden und Erzen, die jedoch nicht der Energiegewinnung dienen, enthalten.

Bauwesen + Bauverwandte Sektoren (Baubranche)

Der dritte Bereich umfasst die gesamte Baubranche wie sie in Abbildung 2-2 dargestellt ist und damit alle baurelevanten Wirtschaftszweige (grüne Umrandung). BoBI wird um den Betrieb der Bauobjekte, sowie die dafür benötigte Energieversorgung und Abfallentsorgung ergänzt. Ausgedrückt in Wirtschaftszweigen kommen nun folglich unter anderem Emissionen aus Kohlebergbau, Gewinnung von Erdöl und Erdgas, Kokerei und Mineralölverarbeitung, Eisenbahngütervekehr wie auch aus der Energie- und Wasserversorgung und der Instandhaltung hinzu.

Mithilfe dieser Einteilung der Baubranche in die vorgestellten drei Bereiche werden in Abschnitt 2.4 die Ergebnisse der Top-Down-Analyse berechnet, um einen Eindruck für den Anteil des Bauwesens, der Gebäudenutzungsphase sowie der gesamten Baubranche an den jährlichen Treibhausgasemissionen in Deutschland zu erhalten. Zunächst erfolgt jedoch eine Erläuterung und Qualitätsprüfung der verwendeten Datenquellen.

Abbildung 2-3: Zuteilung der Wirtschaftszweige auf die drei Bereiche

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung aus Recherchen und Statistisches Bundesamt (2008) [21]

2.3 Datenanalyse

2.3.1 Datengliederung

Grundlage für die ausstoßgerechte Zuteilung der Emissionswerte ist ein anerkanntes Klassifikationsschema. Das Internationale System von Wirtschaftsklassifikationen ist ein hierarchisch aufgebautes Gliederungssystem und sieht auf internationaler Ebene das ISIC (International Standard Industrial Classification), auf Ebene der EU das NACE und auf nationaler Ebene für Deutschland das WZ 2008 (Wirtschaftszweige) für die Klassifikation von Wirtschaftszweigen vor. Für Güterklassifikationen wird in Europa und Deutschland die CPA (Classification of Products by Activity) verwendet.[22] Die WZ 2008 ist die vom Statistischen Bundesamtes üblicherweise verwendete Klassifikation und umfasst 21 mit Großbuchstaben gekennzeichnete Wirtschaftsbereiche (Abschnitte), die tiefergehend in 4 weitere Ebenen gegliedert sind. Aufbauend auf ISIC Rev. 4 und NACE Rev. 2 ist eine äußerst detaillierte Klassifikation entstanden.[23] Die Zuteilung der Wirtschaftszweige auf die drei Bereiche in Abbildung 2-3 der Baubranche ist ebenfalls durch die Gliederung der Klassifikation der Wirtschaftszweige von 2008 entstanden. Dabei sind die Abschnitte F und L vollständig der Baubranche zurechenbar und die Abschnitte A – E, G, H, K, M und N zumindest anteilig.

Neben diesem Klassifikationsschema gibt es auf internationaler Ebene jedoch auch die für das Reporting der UNFCCC benötigten Treibhausgasinventare, die nach den verbindlichen IPCC-Richtlinien gegliedert sind.[24] Darin werden die folgenden Quell- und Senkengruppen nach dem Ausstoß ihrer Treibhausgasemissionen gemessen in CO2e dokumentiert: „Energie“, „Industrie“, „Landwirtschaft“, „Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft“ (LULUCF) sowie „Abfall“.

In Deutschland werden Emissionsdaten jährlich von zwei institutionellen Einrichtungen im Internet veröffentlicht. Das Umweltbundesamt, ansässig in Dessau-Roßlau[25], und das Statistische Bundesamt mit Hauptsitz in Wiesbaden[26], welches auch „Destatis“ genannt wird, publizieren regelmäßig Umwelt- und Energieberichte für Deutschland öffentlich im Internet. Seit 2010 ist ein enger Austausch beider Institutionen vereinbart, um Kräfte, Wissen und Quellen zu bündeln.[27] Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat mit der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) sogar vertraglich vereinbart Energiebilanzen zur Verfügung zu stellen.[28] Diese werden daraufhin unter anderem vom Umweltbundesamt für Statistiken und Darstellungen verwendet.

2.3.2 Verwendete Datenquellen

Die Top-Down-Analyse wird in dieser Arbeit auf zwei verschiedene Quellen aufbauend durchgeführt. Zum einen publiziert das Statistische Bundesamt die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR), welche die Tabellen zu dem Ausstoß von anthropogenen Luftemissionen enthalten.[29] Zum anderen existiert ein Nationaler Inventarbericht im Rahmen der Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls, der von allen Mitgliedsstaaten der UNFCCC regelmäßig anzufertigen ist.[30] Der deutsche Bericht wird vom Umweltbundesamt veröffentlicht.

Für die Berechnung der Treibhausgasemissionen von BoB, BoBI und der Baubranche werden zwei Tabellen der UGR aus der Ausgabe von 2016 herangezogen. Der dritte Datensatz basiert auf den Nationalen Trendtabellen atmosphärischer Emissionen aus dem Jahre 2017, die dem Nationalen Inventarbericht 2017 entsprungen sind. Dieser enthält den aktuellen Datenstand aus dem Jahre 2015 ist und beruht auf der IPCC-Gliederungsstruktur.[31] Für die Berechnung der Emissionen der Baubranche sind hierbei nur die Kategorien Energie, Industrie und Abfall von Bedeutung, weshalb für die Gesamtemissionsmenge, auf welche die ermittelte baubezogene Emissionsmenge bezogen wird, stets LULUCF außer Acht gelassen wird. Eine genauere Aufschlüsselung der recht groben Klassifizierung zur Baubranche ist mit dem von den UNFCCC bereitgestellten ‚Common Reporting Format’ möglich.[32]

Die zwei Tabellen der UGR sind nach der Klassifizierung WZ 2008 gegliedert. Dabei enthält die Tabelle 4.1.1 sechs Treibhausgase in Tonnen CO2e gemessen, wobei die Produktionsbereiche entsprechend der CPA-Klassifizierung nach WZ 2008 sortiert sind, jedoch durch die enge Verbindung zur NACE äquivalent zu verwenden sind. In Tabelle 4.2.8 wird der kumulierte CO2-Gehalt der Güter der letzten Verwendung 2012 abgebildet. Darin enthalten sind alle verwendeten Güter des Inlands abzüglich Vorleistungen. Darunter fallen der Konsum der privaten Haushalte, der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck und des Staates, sowie Vorratsveränderungen und Ausrüstungs- und Bauinvestitionen.[33]

2.3.3 Qualität der Datenquellen

Hinsichtlich der Zuverlässigkeit sind die zwei Datensätze als absolut vertrauenswürdig zu beurteilen, da sie von staatlicher Seite zur Verfügung gestellt werden. Von befriedigender Ausführlichkeit kann ausgegangen werden, allerdings kann kein Anspruch auf Vollständigkeit und Exaktheit erhoben werden. Die Datengewinnung und Validierung der IPCC-Daten erfolgt durch Fachverantwortliche, die Statistiken, Studien und Forschungsergebnisse auswerten.[34] Durch die bloße Einschätzung von Experten sind Unsicherheiten in der Datenqualität der Treibhausgasinventare ein „elementarer Bestandteil“.[35] Dem entgegen ist das Datenmaterial der UGR auch in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) verankert und durch die Herkunft aus amtlichen Statistiken höchst fundiert.[36]

2.3.4 Auswertung der Datenquellen

Die beiden verwendeten Quellen des Umweltbundesamtes und Destatis arbeiten folglich mit verschiedenen Klassifizierungssystemen, was zwar die Vergleichbarkeit erschwert, aber insgesamt einen größeren Rahmen abdeckt. Jedoch ist besonders die ungleiche und vor allem zu grobe Gliederung der beiden Datenquellen problematisch.

In erster Linie fällt bei den Daten des Umweltbundesamtes eine exakte Einteilung der Wirtschaftsbereiche der Baubranche auf die vorgegebenen Quell- und Senkengruppen der IPCC-Richtlinien schwer, weil diese zu unscharf gegliedert sind. Dadurch leidet trotz möglicherweise hoher Datenqualität die Genauigkeit der Ergebnisse für die Treibhausgasemissionen der definierten Bereiche der Baubranche und wird zu einer unsicheren Abschätzung. Im Gegensatz dazu können die CPA-Produktionsbereiche der UGR-Tabellen den WZ 2008 deutlich exakter zugeordnet werden. Allerdings mangelt es auch hier an entsprechend benötigter Gliederungstiefe, um alle Wirtschaftszweige wirklich präzise zuteilen zu können.

2.4 Resultate

In diesem Teilkapitel werden die Ergebnisse der Top-Down-Analyse dieser Arbeit präsentiert und zudem auf Resultate einiger anderer Quellen eingegangen. Im Jahr 2014 betrugen nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die direkten und indirekten CO2-Emissionen im Bedarfsfeld „Wohnen“ in Deutschland 116 Mt bzw. 94 Mt und ergeben dementsprechend in Summe 210 Mt CO2e.[37] Dabei entstanden die direkten CO2-Emissionen durch die Verbrennung von Energieträgern und die indirekten durch die Energiebereitstellung für die privaten Haushalte. Die privaten Haushalte der EU-28 stießen 2013 Treibhausgasemissionen in Höhe von 903 Mt CO2e aus.[38]

2.4.1 Ganzheitliche Top-Down-Analyse

Um nun die Ergebnisse der Top-Down-Analyse sinnvoll auswerten zu können, sind alle Emissionswerte der einzelnen Bereiche und Datenquellen bei Berücksichtigung der Wirtschaftszweige zu 100% in Abbildung 2-4 zusammengefasst. Gründe für die deutlich voneinander abweichenden Werte der Quellen sind unter anderem die verschiedenen Gliederungsstrukturen, Berichtsjahre und Systemgrenzen bezüglich der berücksichtigten Treibhausgase.

Abbildung 2-4: Top-Down-Analyse der Treibhausgasemissionen der Baubranche in Deutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung nach Statistisches Bundesamt (2017) (j), Tabellen 4.1.1 und 4.2.8 sowie Umweltbundesamt (2017) (b), Tabelle GHG_CO2eq

Bauwesen ohne Betrieb der Bauobjekte (BoB)

Nach Betrachtung der Treibhausgasemissionen des Bauwesens ohne den Betrieb, erhält man für die Daten der UGR Tabelle 4.1.1 der Umweltökonomischen Gesamtrechnung des Statistischen Bundesamtes 11,8 Mt CO2e, was 1% der Treibhausgasemissionen aller Produktionsbereiche im Jahre 2014 in Deutschland entspricht. Die Tabelle UGR 4.2.8 derselben Quelle, welche die kumulierten CO2-Emissionen der letzten Verwendung des Jahres 2012 enthält, berechnet sich für BoB zu 75,0 Mt. Dies entspricht 5% des gesamten CO2-Gehalts der Güter der letzten Verwendung im Inland 2012. Für die erste Abgrenzung der Baubranche summieren sich die Emissionen der IPCC-Gliederung zu 82,9 Mt CO2e entsprechend 9% der gesamten Treibhausgasemissionen 2015 in Deutschland.

Insgesamt entspricht das BoB den gesamten direkten Treibhausgasemissionen der WZ-Abschnitte F und L sowie Teilen von K und M und ist für durchschnittlich 5% der deutschen Treibhausgas-emissionen verantwortlich.

Bauwesen ohne Betrieb + Industrie (BoBI)

Die Werte des BoBI sind durch das Hinzukommen der Vorketten für die Baustoffherstellung sowie die Gewinnung und Umwandlung von allen nicht auf die Energieerzeugung ausgelegten Rohstoffe dementsprechend deutlich größer. Folglich ergeben die Berechnungen der beiden Daten der UGR Emissionen in Höhe von 173,6 und 531,8 Mt CO2e. Die Abschätzung der IPCC ermittelt sich zu 354,9 Mt CO2e. Durchschnittlich beträgt der Anteil von BoBI an den deutschen Treibhausgasemissionen 32%.

Bauwesen + Bauverwandte Sektoren (Baubranche)

Für die Betrachtung der gesamten Baubranche werden nun alle relevanten Wirtschaftszweige berücksichtigt, wodurch sich Werte von 640,5 Mt CO2e für die Treibhausgasemissionen in Deutschland und 1010,2 Mt CO2 für die Güter der letzten Verwendung ergeben. Die Daten des Umweltbundesamts mit IPCC-Gliederung errechnen sich zu 828,75 Mt CO2e. Diese Emissionswerte entsprechen einem durchschnittlichen Anteil von 79% an den gesamten erderwärmenden Emissionen in Deutschland.

Zusammenfassend ist zu erkennen, dass das Bauwesen ohne Betrieb einen Anteil von 5% und die Herstellung von Baustoffen, Baumaterialien und Bauteilen der einzelnen Produktionsbereiche einen Anteil von 27% (Abstand zwischen BoB und BoBI) an den deutschen Treibhausgasemissionen ausmacht. Außerdem wird aus der Analyse deutlich, dass der Gebäudebetrieb (Abstand zwischen BoBI und Baubranche) mit durchschnittlich 47% gravierend zu den gesamten Emissionen beiträgt. Als Verhältnis direkter zu indirekter Emissionen ergibt sich 1,74 zu 1.

2.4.2 Anteilige Top-Down-Analyse

Die vorangegangen Werte aus Abbildung 2-4 beruhen allesamt auf der Annahme, dass die relevanten Wirtschaftszweige zu 100% der Baubranche anrechenbar sind. Dies ist jedoch nicht der Regelfall, weshalb im Folgenden die einzelnen CPA-Kategorien nur noch nach ihren ermittelten oder geschätzten prozentualen Anteilen an der Baubranche berücksichtigt werden. Dadurch ergeben sich deutlich niedrigere und auch realistischere Werte als in der vorherigen Auswertung. Die aus verschiedenen Quellen ermittelten prozentualen Anteile der Wirtschaftszweige an der Baubranche sind zusätzlich zur rechten Spalte in Abbildung 2-3 in Abbildung 2-6 verdeutlicht. Dabei ist anhand der schraffierten Fläche, welche die nicht der Baubranche zurechenbaren Anteile darstellt, anschaulich zu erkennen, dass die Emissionsmengen im Vergleich zur vorherigen Berechnung deutlich sinken müssen.

Bauwesen ohne Betrieb der Bauobjekte (BoB)

Wie in Abbildung 2-5 zu sehen ist, bleiben die Werte von BoB unverändert, weil die darin enthaltenen Wirtschaftszweige vollständig der Baubranche zuzuordnen sind. BoB entspricht folglich nach wie vor 5% der deutschen Treibhausgasemissionen. Allerdings verändern sich die Ergebnisse für BoBI und die gesamte Baubranche enorm dadurch, dass manche Wirtschaftsabschnitte nach WZ 2008 teilweise nur zu geringen Anteilen der Baubranche in Deutschland zuordenbar sind.

Bauwesen ohne Betrieb + Industrie (BoBI)

Für die Treibhausgasemissionen der in BoBI enthaltenen Wirtschaftszweige ergeben sich in dieser Berechnung Emissionswerte zwischen 94,1 und 250,5 Mt CO2e. Statt 32% resultiert nun ein wesentlich realistischerer Anteil von 14% an den klimarelevanten Emissionen.

Bauwesen + Bauverwandte Sektoren (Baubranche)

Bei Berücksichtigung aller relevanten CPA-Kategorien liegen die Zahlen zwischen 445,2 und 560,5 Mt CO2e. Somit ergibt sich für die gesamte Baubranche ein Anteil an den jährlichen deutschen Treibhausgasemissionen von 51%, der aus einer Reduzierung von 28% aufgrund der lediglich anteiligen Betrachtung resultiert.

Abbildung 2-5: Anteilige Top-Down-Analyse der Treibhausgasemissionen der Baubranche

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung nach Statistisches Bundesamt (2017) (j), Tabellen 4.1.1 und 4.2.8 sowie Umweltbundesamt (2017) (b), Tabelle GHG_CO2eq

Die Baustoff- und Bauproduktherstellung macht bei anteiliger Berücksichtigung der Wirtschaftszweige 9% der deutschen Treibhausgasemissionen aus. Der Betrieb der Bauobjekte einschließlich der Energiegewinnung und –verteilung ermittelt sich zu einem nach wie vor nicht zu unterschätzenden Anteil von 37% an den gesamten Treibhausgasemissionen. In der vorliegenden Arbeit ergibt sich ein Verhältnis direkter zu indirekter Emissionen von 4,46 zu 1.

Abbildung 2-6: Prozentuale Anteile der einzelnen Wirtschaftszweige an der Baubranche

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung nach Recherchen von BMWi (2017), Statistisches Bundesamt (2017) (g), S. 47-57 für die Wirtschaftszweige 2 - 19 und weiteren Quellen [39]

2.4.3 Ergebnisvergleich mit internationalen Werten

Für das Bauwesen ohne Betrieb wird ein Anteil von 5% an den deutschen Treibhausgasemissionen berechnet. Dabei fällt auf, dass, wie in Abbildung 2-7 zu sehen ist, ein Zusammenhang zwischen der Zahl der Erwerbstätigen im Baugewerbe und der Bruttowertschöpfung bestehen könnte. Im Jahr 2016 liegen diese Werte mit 5,6% bzw. 4,8% in ähnlichen Dimensionen wie der Treibhausgasausstoß.

Abbildung 2-7: Bedeutung der Bauwirtschaft in Deutschland 2016

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung angelehnt an Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. (2017)

Ein weiterer Vergleich zu Daten auf europäischer Ebene kann mithilfe Abbildung 2-8 gezogen werden. Während sich die Ergebnisse dieser Top-Down-Analyse auf Deutschland beziehen, sind in der Kreisgrafik Werte für die Treibhausgasemissionen der EU-28 im Jahr 2013 dargestellt. Im Vergleich zu den für BoB ermittelten 5% in Deutschland stößt das Baugewerbe im europaweiten Durchschnitt 10,9% der Treibhausgasemissionen aus. Nach Abzug der Wasserversorgung und sonstiger Dienstleistungen, die wahrscheinlich nicht für 5,9% der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, kann man davon ausgehen, dass in Deutschland umweltverträglicher als im europäischen Durchschnitt gebaut wird.

Eine Gegenüberstellung der europäischen Werte mit der bereits berechneten deutschen Baustoff- und Baumaterialherstellung (BoBI ohne BoB) wird aufgrund der nicht vergleichbar strukturierten Aufschlüsselung der Grafik nicht vollzogen.

Allerdings lässt sich eine Parallele bei der Gebäudenutzung ziehen. Während diese einschließlich der Energieversorgung in Deutschland für 37% der Treibhausgase verantwortlich ist, sind es in der EU-28 laut Eurostat 46,2% (Private Haushalte + Energieversorgung). Für den prozentualen Unterschied könnten bei der Kategorie Private Haushalte und Energieversorgung Aktivitäten, die nicht der Gebäudenutzung zuzuordnen sind, verantwortlich sein.

Um eine belastbare Positionierung Deutschlands im Vergleich zu der EU-28 bezüglich der Treibhausgasemissionen der Baubranche zu erfahren, wäre eine verwandtere Strukturierung der Daten wünschenswert.

Abbildung 2 ‑ 8 : Treibhausgasemissionen nach Wirtschaftszweig in der EU-28 im Jahr 2013

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eurostat (2017), S. 160

Zusätzlich zu den für Deutschland berechneten Werten, werden Studien aus anderen Ländern herangezogen. Die südkoreanische Untersuchung von Cho und Chae aus dem Jahr 2016 liefert Werte, die aufgrund deutlich abweichender Rahmenbedingungen keinen seriösen Vergleich mit den berechneten deutschen Emissionswerten zulassen. Sie nehmen an, dass ausgehend von einer Lebensdauer von 30 Jahren der Anteil der Materialproduktion 20% im Vergleich zu 9% beträgt. Auch das Ergebnis der gebäudebezogenen Treibhausgasemissionen fällt für die Nutzungsphase in dieser Studie mit 80% verglichen mit den 37% in Deutschland signifikanter aus.[40]

Mit 84% berechnet Oviir 2016 den Anteil der Nutzungsphase an den CO2-Emissionen für ein vierstöckiges Referenzwohngebäude in Estland sogar noch höher.[41]

2.5 Diskussion und Fazit

Im Nachhinein muss akzeptiert werden, dass die gesamte vorangegangene Analyse auf Daten beruht, die bei Weitem nicht detailliert genug sind, um eine exakte Aussage darüber treffen zu können, welchen Anteil die Baubranche an den gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland hat. Obwohl die beiden verwendeten durch das Statistische Bundesamt und dem Umweltbundesamt zur Verfügung gestellten Datensätze absolut vertrauenswürdig sind, könnten sie angesichts der mangelnden Vollständigkeit und der zum Teil auf Abschätzungen basierenden Datenbasis geeigneter sein.

Weiterhin sind bei dem Versuch die Treibhausgasemissionen der Baubranche genau zu berechnen, die Gliederungen der Wirtschaftszweige und Industrien problematisch, weil mit ihnen die Baubranche unmöglich exakt den vorhandenen Klassifizierungen zugeordnet werden kann, sondern lediglich durch Abschätzungen annähernd quantifiziert werden kann.

Zusätzlich ist ein kongruenter Vergleich beider Datensätze aufgrund der Verwendung zweier unterschiedlicher Einteilungssysteme ausgeschlossen. Das Statistische Bundesamt verwendet die Klassifizierung der WZ 2008, wohingegen das Umweltbundesamt sich auf die IPCC-Gliederung stützt. Außerdem kann bei der IPCC-Gliederung auf zwei alternative Gesamtmengen Bezug genommen werden, je nach Berücksichtigung von LULUCF. Folglich müsste an einem detaillierteren Klassifizierungssystem gearbeitet werden, welches auch solche sektorenübergreifenden Branchen wie die der Baubranche, exakt zuordnen lässt, um die Emissionen zu berechnen. Ferner muss solch eine Klassifizierung einheitlich gegliedert sein, um nicht nur auf nationaler Ebene von Nutzen zu sein.

Ebenfalls schwierig gestaltet sich die Festlegung der Anteile für die prozentuale Berücksichtigung der Wirtschaftszweige, weil es zum einen nicht genügend verlässliche und aktuelle Quellen gibt und es zum anderen an einer anerkannten Definition der Baubranche und mit ihr im Zusammenhang stehenden Sektoren fehlt.

Des Weiteren besteht Handlungsbedarf bei dem Umfang der Datenerhebung hinsichtlich der unterschiedlichen Treibhausgase. Teilweise werden sechs verschiedene Gase in die Einheit CO2e umgerechnet und einbezogen, in anderen Fällen aber auch nur drei Treibhausgase oder nur Kohlenstoffdioxid als solches. Dies erschwert die Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Datensätze enorm.

Ein umfassender Datenvergleich mit aktueller Literatur, die sich im gleichen Ausmaß und Detailgrad mit der Baubranche in Deutschland befasst, fällt mangels ausreichender Anzahl tauglicher Quellen schwer.

Trotz der genannten Verbesserungsmöglichkeiten und des Handlungsbedarfs hilft diese Top-Down-Analyse die Bedeutsamkeit der Baubranche im Sinne der Reduzierung von Luftschadstoffemissionen zu erkennen und indiziert infolge der erheblichen Treibhausgasemissionen ein enormes Minderungspotenzial, welches aufgrund des Burden Sharings auch von Deutschland bestmöglich ausgenutzt werden muss. Außerdem wird durch diese Analyse deutlich, in welchen Bereichen, Vorketten und Industriezweigen besonders große Emissionsmengen verursacht werden, denn mit einem Anteil von 5% an den Gesamtemissionen müssen neben dem eigentlichen Bauwesen (BoB) besonders die Baustoffindustrie mit 9% und die Gebäudenutzung mit 37% studiert werden.

Dadurch, dass die Baubranche in einer großen Anzahl an Industriezweigen anteilig vertreten ist und in dieser Arbeit für 51% der jährlichen deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, muss unbedingt genauer identifiziert werden, in welchen Teilen der Güterproduktion und Rohstoffgewinnung, in welchen Bauphasen sowie bei welchen Baustoffen und Bauteilen ökologisch am effektivsten Emissionen reduziert werden können, um die vereinbarten nationalen und internationalen Klimaziele erreichen zu können. Deshalb ist auch eine Betrachtung im kleinsten Spektrum der Bauwirtschaft, nämlich der einzelnen Baustoffe und Bauteile im Rahmen der folgenden Bottom-Up-Analyse notwendig.

3. Analyse der baubedingten CO₂-Emissionen durch einen Bottom-Up-Ansatz

3.1 Ziel und Vorgehensweise

Während das Ziel der Top-Down-Analyse des vorherigen Kapitels war, einen oberen Richtwert für den Anteil der Baubranche an den deutschen Treibhausgasemissionen zu geben, soll die folgende Bottom-Up-Analyse dementsprechend eine untere Grenze vermitteln. Dabei wird die Baubranche dieses Mal jedoch nicht aus makroökonomischer Sicht aus der Ferne betrachtet, sondern speziell auf die Emissionen der Baustoffindustrie aus mikroökonomischer Sichtweise eingegangen.[42] Durch eine Bottom-Up-Analyse kann eine höhere Auflösung der Entstehung der Emissionen erreicht werden, weil im Gegensatz zur Top-Down-Analyse nicht ökonomische Verknüpfungen, sondern eine tiefergehende Betrachtung im Vordergrund steht.[43] Anstatt jedoch den Schwerpunkt der Forschung für geringere Treibhausgasemissionen von Gebäuden nur auf die Gebäudenutzungsphase zu legen, sollte der kritische umweltpolitische Blick auf den gesamten Lebenszyklus erweitert werden.[44] Dementsprechend sollten die Systemgrenzen im Optimalfall cradle-to-grave sein, wodurch das Bauprodukt von der „Wiege bis zur Bahre“ betrachtet wird.[45]

Im Detail werden folglich Baustoffe, Bauteile und Bauprodukte hinsichtlich deren Treibhauspotenzials während des gesamten Lebenszyklus analysiert, wofür allein die Tatsache, dass in Deutschland etwa 90% aller verwendeten mineralischen Rohstoffe zu Baustoffen verarbeitet werden, spricht.[46] Dabei entstehen neben den Emissionen durch operationale Energie während der Nutzungsphase auch Emissionen durch graue oder auch verkörperte Energie (Embodied Energy), die in direkte und indirekte Energie unterschieden wird. Während direkte graue Energie im Laufe des eigentlichen Bauens von Gebäuden verbraucht wird, kommt indirekte graue Energie vor allem bei der Herstellung der Baustoffe und in den vor- und nachgelagerten Prozessen vor. Die indirekte graue Energie macht den größten Anteil der verkörperten Energie aus.[47] In Abbildung 3-1 sind die operationale Energie und die graue Energie, sowie die einzelnen Ursprünge dieser beiden Energien dargestellt. Die Umrandung der grauen Energie weist darauf hin, dass in dieser Bottom-Up-Analyse die Baustoffe hinsichtlich ihrer grauen Energie untersucht werden und die Gebäudenutzungsphase nicht betrachtet wird. Hierbei darf die Bedeutsamkeit der grauen Energie nicht unterschätzt werden, denn sie entspricht je nach Quelle 15 bis 25 Jahren der Betriebsenergie eines Gebäudes.[48]

Neben der in der vorliegenden Arbeit verwendeten Vorgehensweise, die Energie- und Emissionsmengen aus Bauproduktsicht zu untersuchen, schlagen Ndiaye et al. (2005) einen alternativen Ansatz vor. Dabei wird die Wertschöpfungskette, in welcher die Energie benötigt wird, in vier Ebenen unterteilt und damit eher der Fokus auf den Zeitpunkt der Emissionsentstehung gesetzt. Während Ebene 1 der benötigten direkten Energie für den Produktionsprozess entspricht, beinhaltet Ebene 2 zu dieser Menge zusätzlich die Energie, die für die Herstellung der Eingangsgüter gebraucht wird. In Ebene 3 kommt die Energie für die Herstellung der Produktionsanlagen hinzu und die vierte Ebene enthält zusätzlich die Energie, die für die Produktion der Ausrüstung zur Herstellung der Maschinen aus Ebene 3 benötigt wird.[49] Auf diesen Ansatz wird nachfolgend jedoch nicht weiter eingegangen, sondern stattdessen der Lebenszyklus der Umweltdatenbank Ökobaudat verwendet.

Abbildung 3-1: Operationale und Graue Energie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung angelehnt an Dixit et al. (2010) (a), S. 1240

Zunächst bewertet Kapitel 3.2 die Herkunft, die Vollständigkeit und die Exaktheit der verwendeten Daten. Abschnitt 3.3 präsentiert anhand diverser Diagramme die Resultate der Analysen der Baustoffe, der Baustoffkategorien, der EPD Module (Environmental Product Declaration) und der Treibhausgasemissionen der Baubranche. Im Anschluss werden in Teil 3.4 die Ergebnisse kritisch untersucht und ein Fazit gezogen.

3.2 Datenanalyse

3.2.1 Verwendete Datenquellen

Zum Erstellen von Ökobilanzen können je nach Anwendungsgebiet verschiedene LCA-Datenbanken verwendet werden. Um einen Eindruck für die Diversität zu bekommen, ist in Abbildung 3-2 ein Vergleich für eine kleine Auswahl von Ökobilanzdatenbanken dargestellt.

Abbildung 3-2: Vergleich verschiedener LCA-Datenbanken

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung nach Recherchen aus BMUB (2016) (a), Institut Bauen und Umwelt e.V. (2016), ecoinvent (2017), ESU-services (o.J.), ETH Zürich (o.J.), Umweltbundesamt (2015) (b), European Commission (2014), environdec (o.J.)

Für die Abschätzung der Treibhausgasemissionen der Baubranche mittels einer Bottom-Up-Analyse eignet sich in der vorliegenden Arbeit aufgrund der Aktualität, der Spezialisierung auf Baumaterialien und der auf Deutschland bezogenen Datensätze vorzugsweise die Datenbank Ökobaudat. Diese liefert die Treibhauspotenziale der Baustoffe und eine weitere Quelle, veröffentlicht vom Statistischen Bundesamt, publiziert die benötigten Produktionsstatistiken.[50]

Die Ökobaudat ist ein offizielles Informationsportal für nachhaltiges Bauen, welche vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zur Verfügung gestellt wird. Mithilfe dieser Plattform können Baumaterialien und Bauteile kostenfrei für eine Ökobilanzierung verwendet werden. Die verwendete Datenbank entspricht der aktuellen Version vom 18.05.2016 und ist konform zur DIN EN 15804[51] aufgebaut.[52] Sie enthält 1006 Datensätze, die unter anderem auf Basis von Daten von der LCA-Datenbank GaBi (Ganzheitliche Bilanzierung) und durch Umweltproduktdeklarationen des Instituts Bauen und Umwelt e.V. (IBU) berechnet werden.[53] Die Datensätze sind entweder unternehmensspezifisch oder über mehrere Hersteller gemittelt,[54] wobei die einzelnen Baumaterialien in 64 unterschiedliche Kategorien gegliedert sind und jeweils für die relevanten EPD Module aufgeführt sind. Die einzelnen von Umweltproduktdeklarationen abgeleiteten Lebenswegmodule (EPD-Module) sind in Abbildung 3-3 zu sehen.

Des Weiteren enthält die Ökobaudat verschiedene Indikatoren der Wirkbilanz, von denen für die Zwecke dieser Arbeit nur das Globale Erwärmungspotenzial (GWP), auch Treibhauspotenzial genannt, von Relevanz ist. Durch das GWP werden die Emissionen verschiedener Gase in kg CO2e mit einem Zeithorizont von 100 Jahren ausgedrückt.[55]

Abbildung 3-3: Lebenswegmodule gemäß DIN EN 15804

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Ökobaudat (2013), S. 4

Die Produktionsstatistik des Statistischen Bundesamtes wird jährlich veröffentlicht und ist gegliedert nach dem Güterverzeichnis für Produktionsstatistiken (GP 2009).[56] In dieser Arbeit sind stets die Produktionszahlen für die zum Absatz bestimmten Mengen verwendet worden.

3.2.2 Qualität der Datenquellen

Hinsichtlich der Datenqualität ist anzumerken, dass alle Datensätze der Ökobaudat extern und unabhängig geprüft und gemäß der DIN EN ISO 14025[57] verifiziert werden.[58] Außerdem garantiert die Pflege durch den Bund eine hohe Qualität.[59] Dadurch, dass die Ökobaudat auf den Daten der Forschungsstiftung GaBi beruht, welche aus internationalen Life Cyle Inventory Datensätzen aus Industrie, Verbänden und dem öffentlichen Sektor bestehen, und zudem regelmäßig aufgrund Fachliteratur und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisiert werden, ist ebenfalls von einer gesicherten Datenqualität auszugehen.[60] Doch es kommt auch vor, dass Datensätze bereits etwa acht Jahre alt sind und deren Repräsentativität lediglich noch bis 2017 als gültig deklariert ist. Außerdem muss im Zusammenhang mit der Datenqualität erwähnt werden, dass neben den firmen- und verbandsspezifischen Datensätzen vor allem generische Datenansätze ungenau sein können. Auf alle generischen Datensätze (entsprechen 49 % der Datenbank), die keiner externen Prüfung durch eine unabhängige Stelle unterzogen wurden,[61] ist ein Sicherheitszuschlag zugerechnet. Dieser wird nur den Produktionsmodulen A1-A3 zugewiesen und beläuft sich je nach Aktualität und Vollständigkeit auf 10%, 20% oder 30%.[62]

Für die staatlichen Produktionsstatistiken versichert Destatis stets hohe Validität der Daten durch Qualitätssicherheit und Qualitätsstandards.[63]

3.2.3 Auswertung der Datenquellen

Bezüglich der Vollständigkeit der Datenquellen sind Abstriche zu machen. Der Datensatz der Ökobaudat enthält bei weitem nicht alle benötigten Baustoffe, Baumaterialen und Bauteile, um der gesamten Baubranche gerecht zu werden. Zur Verdeutlichung der Unvollständigkeit der Baustoffdatenbank sind im Anhang in Abbildung 0-1 ungenaue und in Abbildung 0-2 fehlende Datensätze ansatzweise aufgezählt. Zudem kann nur einem Bruchteil der Baustoffe eine Produktionsmenge zugeordnet werden, was die Aussagekraft der als Ziel gesetzten Gesamtmenge der Treibhausgasemissionen der Baubranche deutlich schmälert. Ein Grund hierfür ist die nicht mit der NACE oder WZ vergleichbaren Klassifizierung des Ökobaudat-Datensatzes. Außerdem sind die Materialien der Produktionsstatistik oftmals zu allgemein formuliert, wodurch eine genaue Zuordnung eines speziellen Baustoffes erschwert wird.[64] Des Weiteren sind in der Ökobaudat nicht für alle Baustoffe alle Lebenswegmodule miteinbezogen, sondern stattdessen oftmals nur eine unvollständige Anzahl. Die Datensätze enthalten folglich nicht die Gesamtheit aller benötigten Daten, um das Treibhauspotenzial der Baumaterialen genau abschätzen zu können.

Um die verwendeten Daten trotz mangelnder Vollständigkeit und Qualitätsabstriche durch Sicherheitszuschläge oder veraltete Daten sinnvoll nutzen, vergleichen und analysieren zu können, mussten die Daten zunächst aufbereitet werden. Zuerst wurden die in GWP/Einheit angegebenen Treibhauspotenziale mithilfe des für jeden Baustoff zur Verfügung stehenden Datensatzes in GWP/kg umgerechnet. Dies war aber aufgrund fehlender Umrechnungsfaktoren auf die Einheit kg nicht für alle Datensätze möglich. In einem weiteren Schritt wurden die Daten so weit wie möglich aufwändig manuell mit den Produktionsmengen des Statistischen Bundesamtes verknüpft. Dadurch konnten die Treibhausgasemissionen für die Baustoffe berechnet werden, für die eine Produktionsmenge vorhanden war. Eine Aufsummierung führt dann zu den gesamten Treibhausgasemissionen der Baubranche mittels des Bottom-Up-Ansatzes.

3.3 Resultate

3.3.1 Betrachtungsweisen und Emissionsberechnung

In diesem Abschnitt werden die Ergebnisse des Bottom-Up-Ansatzes präsentiert, um durch verschiedene Analysen und Sichtweisen die Luftemissionen der Baustoffindustrie und der weiteren betroffenen Lebenszyklusbereiche zu identifizieren und somit dem Ziel der Abschätzung des Anteils der Baubranche an den deutschen Treibhausgasemissionen näher zu kommen. Dazu werden zunächst die einzelnen Treibhausgaspotenziale der Baustoffe identifiziert und darauffolgend die zugehörigen Kategorien und EPD Module nach GWP-Werten sortiert, betrachtet. Anschließend werden in einem letzten Schritt die Treibhauspotenziale mit den Produktionsdaten des Statistischen Bundesamtes verknüpft.

3.3.2 Betrachtung der Baustoffe

Nachdem für alle Baustoffe und Bauprodukte das GWP/Einheit auf GWP/kg Material umgerechnet wurde, damit die einzelnen Werte für das globale Erwärmungspotenzial vergleichbar sind, ergibt sich für die Gesamtheit der betrachteten Baustoffe ein Wertebereich von -8,9 bis 27,7 CO2e/kg. Ein Ausschnitt aus der Analyse der GWP-Werte ist in Abbildung 3-4 mit 17 von insgesamt 64 gelisteten Kategorien dargestellt. Darin sind einige repräsentativ ausgewählte Baustoffe zu sehen, die in verschiedenen Kategorien die großen Schwankungen der Treibhauspotenziale aufzeigen. Die Höhe der GWP-Werte hängt entscheidend mit dem Verwendungszweck und dem eingesetzten Material zusammen. So weisen beispielsweise Türbeschläge aus Aluminium ein Treibhauspotenzial von 12,1 CO2e/kg auf, während diese aus Edelstahl mit 4,2 CO2e/kg nur etwa ein Drittel so emissionsintensiv sind. Dadurch werden die großen Schwankungen der einzelnen GWP-Intensitäten deutlich sichtbar und es können substituierbare Bauprodukte untersucht werden. Da nicht der gesamte Datensatz von 860 verwertbaren Baustoffen und Bauprodukten abgebildet werden kann, ohne die Lesbarkeit dieser Arbeit zu beeinträchtigen, ist dieser im Anhang in Abbildung 0-3 zu finden.

Das größte GWP mit 27,7 CO2e/kg weist die Pulverbeschichtung von Metallen auf, während das Recycling von Vacupor® NT-B2-S (Vakuum-Isolations-Paneele zur Wärmedämmung) -8,85 CO2e/kg aufnimmt. Ein negatives Treibhauspotenzial ergibt sich für Baustoffe, die während des gesamten Lebenszyklus in Summe mehr CO2e absorbieren als emittieren, weil in ihnen das CO2e eingelagert ist. Offensichtlich hohe Treibhauspotenziale weisen Bauprodukte im Heizungsbereich, Profile, Beschichtungen, Beschläge sowie Reaktionsharze auf. Vereinzelt hohe GWP-Werte sind beispielsweise noch für Sonnenschutztücher, Öltanks, Volumenstromregler und spezielle Türen zu nennen. Im Gegensatz dazu besteht großes Recycling Potenzial durch die End-of-Life-Prozesse von unterschiedlichen Materialien, besonders von Aluminium. Doch auch Baumwolle, Holzpellets, expandierter Kork, Schnitthölzer und Produkte aus Holz sind auf den gesamten Lebenszyklus gesehen zur CO2-Speicherung fähig. Der Zweck dieser ersten Analyse ist einen Überblick über die vielen verschiedenen Baustoffe zu geben und über die großen Schwankungen der einzelnen Treibhauspotenziale zu informieren, die im Rahmen einer zweiten Berechnung dann später in diesem Kapitel mit den Produktionszahlen verknüpft werden.

Abbildung 3-4: Ausschnitt der Baustoffe der Ökobaudat

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung nach Daten der Ökobaudat aus BMUB (2016) (a)

3.3.3 Betrachtung der Baustoffkategorien

Anhand der Analyse auf Baustoffebene kann nun außerdem abgeleitet werden, welche der 64 Baustoffkategorien besonders stark oder kaum an den Treibhausgasemissionen beteiligt sind (vgl. linker Teil der Abbildung 3-5). Auffällig ist das mit Abstand höchste Treibhauspotenzial der Reaktionsharze, in denen unter anderem Abdichtungen, Estrichmörtel sowie Kleb- und Dichtstoffe enthalten sind. Weiterhin besitzen die Kategorien Heizung und Beschläge große Summen von GWP-Werten. Negativ ins Gewicht fallen wie erwartet Vollholz und Holzböden, aber auch die End-of-life-Prozesse (EoL-Prozesse) von Metallen. EoL-Prozesse beinhalten neben dem Entsorgungsstadium einschließlich Rückbau, Transport, Abfallbehandlung und Deponierung auch sogenannte Gutschriften und Lasten außerhalb der Systemgrenze, wie zum Beispiel das Recyclingpotenzial. Diese Auswertung muss jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, weil hier die reinen Summen unabhängig von der Anzahl der einzelnen von der Ökobaudat berücksichtigten Baustoffe dargestellt sind. Somit kann eine hohe Anzahl Bauprodukte einer Kategorie ohne weiteres zu einer hohen Summe in dieser Analyse führen kann. Aufgrund dessen ist im rechten Teil der Abbildung 3-5 die Anzahl der in der Kategorie aufgeführten Baustoffe berücksichtigt worden, wodurch sich andere Kategorien als treibhausgasintensiv bzw. treibhausgasspeichernd herauskristallisieren. Anhand dieser Auswertung kann identifiziert werden, in welchen Materialbereichen ohne Betrachtung der Produktionsmengen potentiell die größten Emissionen zu erwarten sind, und somit auch, in welchen Baustoffkategorien Strategien zur Treibhausgasminderung angesetzt werden könnten.

Abbildung 3-5: Summen der GWP-Werte auf Ebene der Baustoffkategorien, wobei links die enthaltene Anzahl Datensätze berücksichtigt ist und rechts nicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung nach Daten der Ökobaudat aus BMUB (2016) (a)

3.3.4 Betrachtung der EPD-Module

Neben der Analyse der einzelnen Baustoffe und der Kategorien, können auch die EPD Module ausgewertet werden. Dadurch können die Lebenszyklusphasen der Baustoffe, in denen die größten oder geringsten Treibhausgaspotenziale bestehen, abgeleitet werden. Wie im linken Teil der Abbildung 3-6 zu sehen ist, trägt das Produktionsstadium A1-A3 mit deutlichem Abstand am meisten zu Treibhausgasemissionen bei. Guarino et al. (2016) sowie De Wolf et al. (2017) ermitteln ebenfalls das Produktionsstadium als das emissionsintensivste Modul.[65]

[...]


[1] BMUB (2017) (a).

[2] Vgl. BMUB (2015).

[3] Vgl. IPCC (2014) (a), S. 22.

[4] Vgl. IPCC (2007), S. 65.

[5] Vgl. BMUB (2016) (b), S. 42.

[6] Vgl. BMWi (2015), S. 34.

[7] Indikatoren sind unter anderem Flächeninanspruchnahme, abiotischer Ressourcenverbrauch, Potenzial für den Abbau nicht fossiler Ressourcen, Potenzial für den Abbau fossiler Brennstoffe, Abbaupotenzial der stratosphärischen Ozonschicht, Versauerungspotenzial von Boden und Wasser.

[8] Vgl. Umweltbundesamt (2017) (a), S. 76.

[9] Vgl. ebd.

[10] Vgl. UNFCCC (2017) (a).

[11] Vgl. Tagesschau (2017).

[12] Vgl. Umweltbundesamt (2016): In Deutschland entsprechen 87,8% der freigesetzten Treibhausgasen CO2, 6,2% CH4, 4,3% N2O und 1,7% HFKW, FKW, SF6 und NF3.

[13] Vgl. König et al. (2009), S. 45.

[14] Vgl. Statistisches Bundesamt (2017) (j), S. 5.

[15] Vgl. Umweltbundesamt (2017) (a), S. 65.

[16] Vgl. Mayer et al. (2014), S. 28.

[17] Vgl. UNEP (2016), S. 9.

[18] Vgl. Edenhofer et al. (2014), S. 78 (darin sind bereits die elektrizitätsbezogenen Emissionen berücksichtigt).

[19] Vgl. International Energy Agency (2015), S. 27.

[20] Auf diese Klassifizierung wird in Abschnitt 2.3 noch genauer eingegangen.

[21] Die Quellen der prozentualen Anteile an der Baubranche werden in Abbildung 2-5 gekennzeichnet.

[22] Vgl. Statistisches Bundesamt (2008), S. 8.

[23] Vgl. ebd., S. 17f.

[24] Vgl. UNFCCC (2014).

[25] Vgl. Umweltbundesamt (2015) (a).

[26] Vgl. Statistisches Bundesamt (2017) (b).

[27] Vgl. Umweltbundesamt (2017) (a), S. 82.

[28] Vgl. ebd., S. 83.

[29] Statistisches Bundesamt (2017) (j).

[30] Umweltbundesamt (2017) (a).

[31] Umweltbundesamt (2017) (b).

[32] Vgl. UNFCCC (2017) (b).

[33] Vgl. Statistisches Bundesamt (2017) (m), S. 44 und Statistisches Bundesamt (2017) (k), S. 5.

[34] Vgl. Umweltbundesamt (2017) (a), S. 90.

[35] Umweltbundesamt (2017) (a), S. 89.

[36] Vgl. Statistisches Bundesamt (2014), S. 16.

[37] Statistisches Bundesamt (2017) (k), S. 50.

[38] Eurostat (2017), S. 159.

[39] Vgl. 1 Statistisches Bundesamt (2017) (f), S. 10-17; 2, 3, 4 Umweltbundesamt und AGEB (2017); 5 Prof. Dr.-Ing. Stoll & Partner Ingenieurgesellschaft mbH und Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (2016), S. 24-45; 6 textil+mode (2016), S. 4-6; 7 Verband der Deutschen Lederindustrie e.V. (o.J.); 8 Deutsche Säge- und Holzindustrie (o.J.); 9 Verband Deutscher Papierfabriken e.V. (2016), S. 2; 11 Verband der Chemischen Industrie e.V. (2017), S. 12; 12 Consultic Marketing & Industrieberatung GmbH (2016), S. 7-12; 13 BV Glas (2015), S. 14 und Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (2007), S. 2; 14 Wirtschaftsvereinigung Stahl (2015) und Eisenberg (2016), S. 49-51; 15 bdguss (2016), S. 4 und Simic et al. (2015), S. 22ff; 16, 17ZVEI (2017) (a) und (b); 18 VDMA (2017), S. 19 und Commerzbank (2014), S. 8; 20 AGEB (2016) und Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (2016) und (2017); 23 Statistisches Bundesamt (2016), S. 578f; 24 Statistisches Bundesamt (2017) (d), S. 15 und Statistisches Bundesamt (2017) (c), S. 25-28; 25 Statistisches Bundesamt (2017) (c), S. 55-58; 26 Statistisches Bundesamt (2017) (e), S. 8-18 und Statistisches Bundesamt (2017) (c), S. 41-44; 33 Statistisches Bundesamt (2013); 19 + 22 + 27-32 Diese Wirtschaftszweige werden aufgrund ihrer WZ 2008 Klassifikation ihrem Wesen nach direkt und vollständig der Baubranche bzw. dem Gebäudesektor zugeordnet; 10, 21, Für diese Wirtschaftszweige konnten keine zusätzlichen Zahlen aus Branchenübersichten, Statistiken oder Industrieverbänden gefunden werden, aus denen anhand von aufgeschlüsselten Umsatzzahlen oder Absatzmengen ein prozentualer Anteil an der Baubranche abgeleitet hätte werden können. Schwierigkeiten ergaben sich dabei durch die allgemeine Formulierung der Branchenzweige und nicht vorhandener Konjunkturberichte. Deshalb sind für diese Wirtschaftszweige vorsichtige Abschätzungen bzw. Annahmen anhand der Anzahl Unterklassifikationen innerhalb der Wirtschaftszweige sowie der darin laut WZ 2008 enthaltenen Produkte und Leistungen vorgenommen worden.

[40] Vgl. Cho und Chae (2016), S. 579.

[41] Vgl. Oviir (2016), S. 355.

[42] Vgl. Zimmermann und Sauer (2016), S. 11.

[43] Vgl. UNEP (2016), S. 7.

[44] Vgl. Guarino et al. (2016), S. 361.

[45] Vgl. Dixit et al. (2010) (a), S. 1242.

[46] Vgl. Statistisches Bundesamt (2017) (l), S. 23.

[47] Vgl. Cole (1998), S. 336.

[48] Vgl. Sattary und Thorpe (2012), S. 1402 und Meggers et al. (2011), S. 31.

[49] Vgl. Ndiaye et al S.1236 und Dixit et al. (2010) (b), S. 157.

[50] Vgl. Statistisches Bundesamt (2017) (h).

[51] Nachhaltigkeit von Bauwerken - Umweltproduktdeklarationen - Grundregeln für die Produktkategorie Bauprodukte.

[52] Vgl. BMUB (2016) (a).

[53] GaBi dient der Ökobaudat als Referenzdatenbank. IBU ist ein Verein, der Umweltproduktdeklarationen für Baustoffe vergibt.

[54] Vgl. König et al. (2009), S. 57.

[55] Vgl. Hong et al. (2014), S. 250.

[56] Vgl. Statistisches Bundesamt (2017) (h), S. 2-305.

[57] Umweltkennzeichnungen und -deklarationen - Typ III Umweltdeklarationen - Grundsätze und Verfahren.

[58] Vgl. Ökobaudat (2017), S. 1.

[59] Vgl. Zeumer et al. (2009), S. 58.

[60] Vgl. Kupfer et al. (2017), S. 150-156.

[61] Vgl. König et al. (2009), S. 57.

[62] Vgl. Ökobaudat (2017), S. 2f.

[63] Vgl. Statistisches Bundesamt (2017) (i).

[64] Beispielsweise werden in der Ökobaudat neun verschiedene Datensätze mit unterschiedlichen GWP-Werten für Zement aufgeführt, während sich nur eine Produktionsmenge in der Statistik finden lässt.

[65] Vgl. Guarino et al. (2016), S. 366 und De Wolf et al. (2017), S. 76.

Ende der Leseprobe aus 92 Seiten

Details

Titel
CO2-Bilanzierung und Minderungsstrategien der Baubranche in Deutschland
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
92
Katalognummer
V412017
ISBN (eBook)
9783668645295
ISBN (Buch)
9783668645301
Dateigröße
2933 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
co2-bilanzierung, minderungsstrategien, baubranche, deutschland, co2, co2e, emissionen, gwp, embodied, unfccc, energy, WZ 2008, statistisches bundesamt, destatis, cpa, hochbau, tiefbau, lca, lulucf, Kreditanstalt für Wiederaufbau, ipcc, nace, eol, epd, EnEV, COP, BMWi, UNEP, UGR, umweltökonomische gesamtrechnung
Arbeit zitieren
Sebastian Gramm (Autor), 2017, CO2-Bilanzierung und Minderungsstrategien der Baubranche in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412017

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