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Der Einfluss von Suggestivfragen in quantitativen Datenerhebungen

Titel: Der Einfluss von Suggestivfragen in quantitativen Datenerhebungen

Hausarbeit , 2010 , 36 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Stefan Rausch (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Suggestivfragen, ein oftmals beschriebenes Thema in Lehren zur wissenschaftlichen Vorgehensweise quantitativer und qualitativer Datenerhebungen, werden in ihrer Wirkung oft als Gefahr für das methodisch korrekte Arbeiten angesehen, jedoch zumeist mit eher hinweisendem als untersuchtem Charakter. Unbestritten ist der manipulative Einfluss, den jene Fragen auf die Antwort des Empfängers haben. Es zeigt sich in psychologischen Experimenten, dass Reaktionen eines Menschen in unterschiedlichen Situationen nicht ausschließlich mit logischen Argumenten beeinflusst werden können , sondern verbale, unbewusst wahrgenommene Signale des Senders, ebenso formend auf die Meinungen oder Entscheidungen des Angesprochenen wirken.
In dieser Arbeit wird dieser Appell der Vermeidung eben jener Fragen untermauert. Sie geht mit der Annahme einher, dass eine in die Befragung indizierte Suggestion Auswirkungen auf die Beantwortung des Probanden hat, in die Richtung, welche suggeriert wird. Hauptanliegen der Untersuchung ist zudem der statistische Beleg für die Fragestellung, ob, und vor allen Dingen, in welchem Maße Suggestivfragen das gewonnen Datenbild einer quantitativen Erhebung verzerren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methodischer Aufbau

2.1 Begriffklärung von Suggestion und Suggestivfragen

2.2 Methode zur Erhebung primärer Daten

2.2.1 Methodenerläuterung

2.2.2 Formelle Methodenkritik

2.3 Indizierung von Suggestionen in die Fragen

2.3.1 Methodisch korrekter Fragebogen (Fragebogen A)

2.3.2 Suggestiver Fragebogen (Fragebogen B)

3. Die Durchführung und personellen Rahmenbedingungen

3.1 Die Durchführung

3.2 Darstellung der Ergebnisse der Rahmenbedingungen

4. Auswertung und Interpretation der Suggestivfragen

4.1 Vergleich der neutralen und suggestiven Fragen

4.1.1 Frage 3, 4 und 5: Fragen zum Parteienpluralismus im deutschen Bundestag

4.1.2 Frage 6 und 7: Privatisierung der deutschen Bahn und Bundestagswahl

4.1.3 Dependenzen der unterschiedlichen Gruppeneigenschaften

4.2 Fehleranalyse und Störfaktoren

5. Schlussbetrachtung, Grenzen der Untersuchung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Suggestivfragen auf die Datenqualität in quantitativen Erhebungen, um zu belegen, in welchem Maße solche Fragen das Ergebnis verzerren. Das primäre Ziel ist der statistische Nachweis der manipulativen Wirkung durch einen Vergleich zwischen einer Kontrollgruppe mit einem neutralen Fragebogen und einer Experimentalgruppe mit einem suggestiven Fragebogen.

  • Wissenschaftliche Grundlagen der Suggestion in Befragungen
  • Experimentelles Design: Kontrollgruppe versus Experimentalgruppe
  • Statistische Auswertung von Suggestivfragen
  • Analyse von Störfaktoren wie dem Interviewer-Effekt und sozialer Erwünschtheit

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Suggestiver Fragebogen (Fragebogen B)

Während in Fragebogen (A) die Korrektheit der Anwendung der Methode das Hauptaugenmerk darstellt, eröffnet sich im zweiten (B) die Eingabe von Suggestion in die Fragen 3, 4, 5, 6 und 7. Die äußere Gestaltung und die Antwortvorgaben, ausgenommen die Namensänderung in Frage 5, sind identisch, ebenso wie das abgefragte Thema, womit eine Veränderung der Ergebnisse durch diese gleich bleibenden Bedingungen ausgeschlossen werden kann.

In der Frage 3 wird auf zwei verschiedene Varianten eine Beeinflussung auf den Probanden ausgeübt, zum einen auf Grund der einseitigen Argumentation gegen die Anwesenheit von fünf Parteien sowie des Weiteren durch die Formulierung „…ebenso negativ oder doch positiv?“. Damit bekräftigt der Fragende erneut die negativen Eigenschaften der Thematik und zudem, und das ist noch relevanter, erstellt er eine imaginäre soziale Erwünschtheit, bzw. Zugehörigkeit, falls der Befragte negierend antwortet. Soziale Erwünschtheit bezeichnet den Einfluss der von der Gesellschaft als scheinbar positiv gewerteten Meinung auf das Verhalten der Person.

In Frage 4 wird, neben der einseitigen Argumentation für eine Partei mit Regierungsmehrheit, der suggestive Stimulus mit der Verwendung der Phrase „…, oder?“ am Ende eingegeben. Diese Floskel ändert den Charakter des Aussagesatzes hin zu einem Satz mit Zustimmungstendenz, in diesem Fall zu der Angabe „positiv“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Forschungsinteresse an der manipulativen Wirkung von Suggestivfragen in der empirischen Sozialforschung und stellt die experimentelle Anlage der Studie vor.

2. Methodischer Aufbau: Dieses Kapitel definiert Suggestion, erläutert die Konzeption des neutralen sowie des suggestiven Fragebogens und reflektiert kritisch die gewählte Methode der Datenerhebung.

3. Die Durchführung und personellen Rahmenbedingungen: Hier wird der Ablauf der Datenerhebung in Rostock beschrieben und die demographische Äquivalenz der beiden Untersuchungsgruppen dargelegt.

4. Auswertung und Interpretation der Suggestivfragen: Dieser Teil präsentiert die statistische Analyse der Ergebnisse, vergleicht die Antworten der beiden Gruppen und analysiert methodische Fehler sowie Störfaktoren.

5. Schlussbetrachtung, Grenzen der Untersuchung und Ausblick: Das Fazit bestätigt die datenverzerrende Wirkung von Suggestivfragen und weist auf die Grenzen der Stichprobengröße sowie den weiteren Forschungsbedarf hin.

Schlüsselwörter

Suggestivfragen, quantitative Datenerhebung, Fragebogen, Manipulation, soziale Erwünschtheit, Interviewer-Effekt, empirische Sozialforschung, methodische Fehler, Politikwissenschaft, Parteienpluralismus, Privatisierung, Datenauswertung, Umfrageforschung, Experimentalgruppe, Kontrollgruppe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Suggestivfragen die Antworten von Probanden in quantitativen Befragungen manipulieren und das Datenbild verzerren können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit thematisiert die Konstruktion von Fragebögen, die psychologische Wirkung von Suggestion, den Einfluss der sozialen Erwünschtheit sowie die methodische Fehleranalyse in der Politikwissenschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist der statistische Beleg dafür, ob und in welchem Maße die Verwendung von Suggestivfragen die Ergebnisse einer quantitativen Datenerhebung verfälscht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt ein experimentelles Design, bei dem eine Kontrollgruppe einen neutralen Fragebogen erhält, während eine Experimentalgruppe mit einem suggestiven Fragebogen konfrontiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Konstruktion der zwei Fragebögen, die Beschreibung des Erhebungsverfahrens, die statistische Auswertung der Daten und die Analyse möglicher Störfaktoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Suggestivfragen, Manipulation, Datenerhebung, Fragebogen, empirische Sozialforschung und methodische Validität.

Wie beeinflusst der Interviewer-Effekt die Ergebnisse laut der Studie?

Die Studie zeigt, dass der Kontakt zwischen Forscher und Proband die Antwortbereitschaft und das Antwortverhalten beeinflussen kann, insbesondere wenn eine Sympathie oder Unsympathie gegenüber dem Interviewer besteht.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Frage 7?

Es zeigt sich ein unerwartetes Ergebnis bei der Frage zur Akzeptanz von Nicht-Wählern: Trotz suggestiver Lenkung war die Akzeptanz in der Experimentalgruppe geringer als in der neutralen Kontrollgruppe, was auf komplexe soziale Faktoren hindeutet.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Einfluss von Suggestivfragen in quantitativen Datenerhebungen
Hochschule
Universität Rostock
Note
1,0
Autor
Stefan Rausch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
36
Katalognummer
V412092
ISBN (eBook)
9783668633810
ISBN (Buch)
9783668633827
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Suggestion Fragebogen quantitative Datenerhebung Methoden der Politikwissenschaft Empirische Sozialforschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Rausch (Autor:in), 2010, Der Einfluss von Suggestivfragen in quantitativen Datenerhebungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/412092
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  36  Seiten
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