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Die Determinanten des deutschen Strompreises. Eine empirische Analyse für den Terminmarkt

Title: Die Determinanten des deutschen Strompreises. Eine empirische Analyse für den Terminmarkt

Master's Thesis , 2018 , 115 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Simon Schweihoff (Author)

Engineering - Power Engineering
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Im Rahmen der Deregulierung seit Ende der 90er Jahre und der damit einhergehenden Liberalisierung des europäischen Energiemarktes, haben sich angesichts des Strom-Großhandelsmarktes in Deutschland zahlreiche Änderungen ergeben. Dazu zählt unter anderem die Bildung von börslichen und außerbörslichen Märkten, die den Handel mit Strom am Großhandelsmarkt über die Jahre, vor allem für Energieversorgungsunternehmen (EVU), Energieerzeugern, Banken und großen Energieverbrauchern, wie beispielsweise Aluminiumherstellern, geprägt haben.

Charakterisierend für den Handel mit Strom ist die Unterscheidung zu anderen finanziellen oder physischen Produkten. Insbesondere die fehlende Speicherbarkeit von Strom führt dazu, dass gängige Preismodelle wie beispielsweise das Cost-of-Carry Modell für die Ermittlung des Terminpreises nicht angemessen sind. Zum Beispiel durch Änderungen politischer Rahmenbedingungen und dem dadurch einhergehenden stetigen Zuwachs an erneuerbaren Energien, steigen zusätzlich Unsicherheiten bei der Preisbildung im Strommarkt. Daher ist es für die aufgezählten Marktakteure von elementarer Bedeutung zu wissen, wie sich der Strompreis im Spot- und Terminmarkt – losgelöst von den privaten Haushalten - bildet und entwickelt. Daraus ergibt sich die Fragestellung, welche Determinanten sich positiv oder negativ auf den deutschen Strom-Großhandelsmarkt auswirken.

Aufgrund der hohen Volatilität im Spotmarkt versuchen die Marktakteure bereits innerhalb des Terminmarktes ihre Marktpreisrisiken durch Ein- oder Verkäufe auf Basis eines Fixpreises abzusichern, Arbitragehandel auszuüben oder gezielte Spekulationen vorzunehmen. Denn dem überwiegenden Handel mit Endkunden auf Basis von Fixpreisen steht der volatile und damit variable Großhandelsmarkt gegenüber. Große EVU verfolgen daher das Ziel, die Erlöse durch den Verkauf von Strom bereits frühzeitig zu sichern und dadurch planbar zu gestalten. Infolgedessen liegt der Fokus dieser empirischen Arbeit auf der Analyse des Terminmarktes.

Die Zielsetzung dieser Arbeit legt somit den Fokus auf die theoretische Ableitung der Einflussfaktoren des deutschen Strompreises und die empirische Untersuchung dieser mithilfe multipler linearer Regressionsanalysen, wobei jeweils eine separate Analyse der beiden wichtigsten Produkte des Strom Terminmarktes erfolgt. Insgesamt umfasst die Datenanalyse einen Zeitraum von fünfeinhalb Jahren - von Beginn des Jahres 2012 bis Mitte des Jahres 2017.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Grundlagen und Rahmenbedingungen im liberalisierten Strommarkt

2.1 Charakteristika und Besonderheiten des Produktes Strom

2.2 Historische Entwicklung und Liberalisierung des deutschen Strommarktes

2.3 Der Großhandelsstrommarkt

2.3.1 Börslicher und außerbörslicher Handel

2.3.2 Produkte im deutschen Spot- und Terminmarkt

2.3.3 Akteure und Risiken im Stromhandel

3 Theoretischer Bezugsrahmen und Forschungshypothesen

3.1 Strompreismodelle

3.1.1 Verlaufseigenschaften von Strompreisen

3.1.2 Bewertung von Strom-Terminpreisen

3.2 Einflussfaktoren und funktionale Beziehungen

3.2.1 Angebots- und Nachfragestruktur

3.2.2 Brennstoffpreise und Emissionskosten

3.2.3 Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Aspekte

3.3 Abgrenzung der Einflussfaktoren für den Terminmarkt und Hypothesen

4 Stand der bisherigen empirischen Forschung

5 Empirische Studie

5.1 Konzeption der empirischen Studie

5.2 Vorbehandlung und Operationalisierung der Modellvariablen

5.3 Ergebnisse der Studie und Interpretation der Ergebnisse

5.3.1 Deskriptive Statistik

5.3.2 Ergebnisse der empirischen Studie

5.3.3 Überprüfung der Forschungshypothesen und Interpretation

6 Fazit

6.1 Zielerreichung

6.2 Perspektiven

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Master-Thesis zielt darauf ab, die wesentlichen Determinanten des deutschen Strompreises am Terminmarkt zu identifizieren und deren Einfluss empirisch zu untersuchen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Analyse, welche Faktoren (wie Brennstoffpreise, CO2-Zertifikate oder Wechselkurse) die Preisbildung für Baseload- und Peakload-Produkte beeinflussen und inwiefern sich diese von Spotmarkt-Einflüssen unterscheiden.

  • Analyse der Preisbildungsmechanismen am liberalisierten deutschen Strom-Terminmarkt.
  • Einsatz multipler linearer Regressionsanalysen (OLS) über einen Zeitraum von fünfeinhalb Jahren.
  • Untersuchung des Einflusses von Kohle-, Öl-, Gaspreisen sowie Emissionszertifikaten und Wechselkursen.
  • Vergleich der Sensitivität von Baseload- und Peakload-Produkten gegenüber fundamentalen Einflussfaktoren.

Auszug aus dem Buch

2.1 Charakteristika und Besonderheiten des Produktes Strom

Das Produkt Strom als solches unterscheidet sich grundsätzlich in den Eigenschaften von anderen physisch erfüllbaren Produkten wie zum Beispiel Kohle oder Öl. Die Anwendungsbereiche Wärme, Licht und Kraft machen Strom dabei zu einem universellen Energieträger. Die verschiedenen Eigenschaften, worunter im Wesentlichen Homogenität, Leitungsgebundenheit und die mangelnde Speicherung von Strom zu verstehen sind, wirken sich dabei auf den Preis des Produkts Strom aus und sind damit elementar für diese Arbeit. Die Kenngrößen stellen dabei die Stromspannung in Volt und die Stromstärke in Ampere dar. Die Multiplikation dieser Größen ergibt die elektrische Leistung in Watt.

Lagerung: Strom ist im Wesentlichen nicht lagerfähig und muss nach der Produktion umgehend verbraucht werden. Pumpspeicher, Kondensatoren oder Blei- Lithium- und Nickelbatterien können zwar dem Mangel der fehlenden Speicherung entgegenwirken, bilden aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen jedoch keine wirtschaftliche Alternative. Die zum Teil fehlende Lagerung des Stroms hat zur Auswirkung, dass stets die Übertragungsnetzbetreiber, worunter Amprion, TransnetBW, TenneT und 50Hertz einzuordnen sind, die Aufgabe haben, Nachfrage und Angebot von Strom im Einklang zu halten und damit für ein Leistungsgleichgewicht zu sorgen. Ansonsten könnte dies zur Folge haben, dass die Nennfrequenz von 50 Hertz nicht eingehalten wird und damit die Frequenzabweichung letztlich zu einem Blackout führen könnte. Für Frequenzschwankungen können demnach sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite verantwortlich sein. Um die Schwankungen im Netz auszugleichen, wird sogenannte Regelleistung eingesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung des Strom-Großhandelsmarktes ein und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der empirischen Analyse.

2 Grundlagen und Rahmenbedingungen im liberalisierten Strommarkt: Hier werden die physikalischen Besonderheiten von Strom, die Marktstruktur und die regulatorische Entwicklung des deutschen Strommarktes dargelegt.

3 Theoretischer Bezugsrahmen und Forschungshypothesen: Das Kapitel widmet sich den Preismodellen und leitet auf Basis ökonomischer Theorien die Forschungshypothesen zu den Einflussfaktoren ab.

4 Stand der bisherigen empirischen Forschung: Eine Literaturübersicht fasst bisherige empirische Erkenntnisse zu Risikoprämien und Einflussfaktoren im Strommarkt zusammen.

5 Empirische Studie: Dieses Hauptkapitel beschreibt die Konzeption der Regressionsanalyse, die Datenbereinigung und präsentiert die statistischen Ergebnisse inklusive Modellgüteprüfung.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die Zielerreichung und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsperspektiven.

Schlüsselwörter

Strompreis, Terminmarkt, Baseload, Peakload, OLS-Regression, Energiehandel, Merit-Order, Brennstoffpreise, CO2-Zertifikate, Risikoprämie, Strommarkt, Marktpreisrisiko, Volatilität, Stromerzeugung, Regressionsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Determinanten, welche die Preisbildung von Strom am deutschen Terminmarkt maßgeblich beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Charakteristika des Stromhandels, die Funktionsweise von Spot- und Terminmärkten sowie die empirische Identifikation von Preistreibern durch Regressionsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Einflussfaktoren des deutschen Strompreises im Terminmarkt theoretisch abzuleiten und empirisch zu quantifizieren, getrennt nach Baseload und Peakload.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt multiple lineare Regressionsanalysen (Ordinary Least Squares - OLS), um Zusammenhänge zwischen den Terminpreisen und fundamentalen Marktvariablen zu bestimmen.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Im Hauptteil werden theoretische Preismodelle (z.B. Cost-of-Carry), die Merit-Order-Struktur und die empirische Überprüfung der aufgestellten Hypothesen mittels Zeitreihendaten analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Strompreis, Terminmarkt, Merit-Order, OLS-Regression und Energiehandel definieren.

Warum ist die Analyse von Kohle- und Gaspreisen für den Terminmarkt entscheidend?

Da diese Energieträger die Grenzkosten in der Merit-Order maßgeblich bestimmen, sind sie zentrale Treiber der Strompreisbildung für Kohle- und Gaskraftwerke.

Wie unterscheidet sich die Preisbildung im Baseload gegenüber dem Peakload?

Die Analyse zeigt, dass im Baseload der Kohlepreis als Haupttreiber fungiert, während im Peakload der Gaspreis einen deutlich stärkeren Einfluss ausübt.

Welche Rolle spielen CO2-Zertifikate in der Preisbildung?

CO2-Zertifikate (EUA) erhöhen die Grenzkosten fossiler Kraftwerke, was in den Modellen einen signifikant positiven Einfluss auf den Strompreis im Terminmarkt bestätigt.

Warum spielt der Wechselkurs (USD/EUR) eine Rolle für den Strompreis?

Da wichtige Brennstoffe wie Kohle und Öl in US-Dollar gehandelt werden, beeinflusst der Wechselkurs die Importkosten und wirkt sich damit indirekt auf die Preisgestaltung der Kraftwerksbetreiber aus.

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Details

Title
Die Determinanten des deutschen Strompreises. Eine empirische Analyse für den Terminmarkt
College
University of Applied Sciences Essen
Grade
1,3
Author
Simon Schweihoff (Author)
Publication Year
2018
Pages
115
Catalog Number
V413376
ISBN (eBook)
9783668643956
ISBN (Book)
9783668643963
Language
German
Tags
strompreis determinanten ols regression linear baseload peakload merit-order energie strom liberalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Schweihoff (Author), 2018, Die Determinanten des deutschen Strompreises. Eine empirische Analyse für den Terminmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/413376
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