Die im Grunde beispiellose Expansion Roms über den gesamten Mittelmeerraum ist einer der besonderen Aspekte der römischen Geschichte. Dabei stellt das Ausgreifen Roms in den Osten, welches am Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. begann und mit der Einverleibung Ägyptens im Jahre 30 v. Chr. seinen Abschluss fand, einen interessanten Teilaspekt dieser Expansion dar. Anders als im Westen, wo es Rom hauptsächlich mit sogenannten Barbaren zu tun hatte, traf es im Osten auf eine hoch entwickelte Kultur.
Eine entscheidende Station bei der Ausdehnung Roms nach Griechenland war der 2. Makedonische Krieg (200-197 v. Chr.). Er leitete eine Kette von Ereignissen ein, die schließlich in der Annexion großer Teile Griechenlands durch Rom mündeten. Deshalb ist auch die Frage, wie es zu diesem Krieg kam, also die Frage nach den Motiven, die Rom hatte, direkt im Anschluss an den 2. Punischen Krieg gegen Makedonien und seinen König Philipp V. vorzugehen, von großem Interesse. Steckte dahinter die Absicht einen Welteroberungsplan in die Tat umzusetzen, wie es Polybios annahm , oder handelte es sich doch nur um einen begrenzten Konflikt, der durch die gegebenen Umstände zu den oben genannten Folgen führte?
Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es daher, die römischen Motiven für den 2. Makedonischen Krieg herauszufinden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Thematik
- Quellenlage
- Forschungsstand
- Der Weg in den Krieg
- Die makedonischen Aktionen im Osten
- Die griechischen Gesandten und Roms Beschluss zum Krieg
- Die Darstellung der römischen Motive in den Quellen
- Polybios: Das römische Eingreifen und die Tyche
- Die Anhäufung von Kriegsursachen bei Livius
- Philipps Verstoß gegen den Vertrag von Phoinike
- Römische Hilfe für Bundesgenossen in Griechenland
- Die Rolle Athens
- Die Gefahr einer makedonischen Invasion Italiens
- Schlussfolgerungen
- ,„Vacuos deinde pace Punica iam Romanos ...“
- Der Zweite Makedonische Krieg als Fortsetzung des ersten
- Das Zustandekommen des Friedens von Phoinike
- Roms Kriegsziele
- Roms „hegemonialer Imperialismus“
- Fazit
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Ziel dieser Hausarbeit ist die Untersuchung der römischen Motive für den 2. Makedonischen Krieg (200-197 v. Chr.). Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse der historischen Quellen, um die in ihnen dargestellten Motive zu bewerten und eine plausible Interpretation der römischen Handlungsweise zu entwickeln.
- Die makedonischen Aktionen im Osten im Kontext des Friedens von Phoinike (205 v. Chr.)
- Die Rolle der griechischen Gesandten und deren Einfluss auf Roms Kriegsentscheidung
- Die Darstellung der römischen Motive in den Quellen von Livius und Polybios
- Die Frage nach Roms Hegemonialanspruch und seinen strategischen Zielen
- Das Spannungsverhältnis zwischen begrenzten Konflikten und der römischen Expansionspolitik
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Thematik und die Quellenlage vor. Dabei wird auch auf die Forschung zum Thema eingegangen. Kapitel 2 beleuchtet die makedonischen Aktionen im Osten nach dem 1. Makedonischen Krieg (205-200 v. Chr.). Es wird gezeigt, wie Philipp V. seine Macht in der Ägäis wiederherstellen wollte und dabei in Konflikt mit römischen Interessen geriet. Kapitel 3 analysiert die in den Quellen dargestellten römischen Motive für den 2. Makedonischen Krieg. Dabei werden die Darstellungen von Livius und Polybios kritisch geprüft und auf ihren historischen Wahrheitsgehalt hin untersucht. Kapitel 4 geht der Frage nach, inwieweit der 2. Makedonische Krieg als Fortsetzung des 1. Makedonischen Krieges zu sehen ist und welche strategischen Ziele Rom verfolgte. Es werden Argumente für einen „hegemonialen Imperialismus“ Roms im östlichen Mittelmeerraum diskutiert.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen der Arbeit sind der 2. Makedonische Krieg (200-197 v. Chr.), die römischen Motive für den Krieg, die Rolle Makedoniens in der östlichen Mittelmeerpolitik, die historische Quellenlage, die Analyse der römischen Expansionspolitik und die Frage nach dem „hegemonialen Imperialismus“ Roms.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Anlass für den 2. Makedonischen Krieg?
Der Krieg (200-197 v. Chr.) wurde durch die Expansion von König Philipp V. im Osten und die Hilfegesuche griechischer Gesandter an Rom ausgelöst.
Welche Motive hatte Rom für das Eingreifen in Griechenland?
Motive waren der Schutz von Bundesgenossen, die Sorge vor einer makedonischen Invasion Italiens und das Bestreben, Philipps Macht nach dem 2. Punischen Krieg einzuschränken.
Wie unterscheiden sich die Quellen von Polybios und Livius?
Polybios sieht das Eingreifen oft im Kontext einer göttlichen Fügung (Tyche), während Livius eine Vielzahl konkreter Kriegsursachen und Vertragsverstöße Philipps anführt.
War Rom ein "hegemonialer Imperialist"?
In der Forschung wird diskutiert, ob Rom planmäßig den Osten erobern wollte oder ob es sich um eine schrittweise Ausdehnung der Vormachtstellung durch begrenzte Konflikte handelte.
Welche Rolle spielte der Friede von Phoinike?
Der Friede von 205 v. Chr. beendete den 1. Makedonischen Krieg; Philipps spätere Aktionen wurden von Rom als Verstoß gegen diesen Vertrag gewertet.
- Citation du texte
- Philipp Schneider (Auteur), 2002, Der Ausbruch des zweiten Makedonischen Krieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414379