Die Digitalisierung der Abschlussprüfung. Eine kritische Analyse aktueller Entwicklungen


Masterarbeit, 2017
49 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Technologischer Wandel in der Informations- und Kommunikationstechnologie
2.1 Industrieevolutionsgeschichten
2.1.1 Industrie 1.0
2.1.2 Industrie 2.0
2.1.3 Industrie 3.0
2.1.4 Industrie 4.0
2.2 Definition der Digitalisierung
2.3 Technologien im digitalen Zeitalter
2.3.1 Internet der Dinge
2.3.3 Big Data
2.3.4 Cloud Computing

3. Aktivitäten der Normgeber auf den digitalen Wandel
3.1 Grundsätze zur ordnungsmäßigen Buchführung sowie zum Datenzugriff
3.2 Das E-Government-Gesetz
3.3 Der International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB)
3.4 Datenschutz und Datensicherheit
3.4.1 Datensicherheit
3.4.2 Datenschutz

4 Einsatz von Informationstechnologien in der Wirtschaftsprüfung
4.1 Die zukünftigen Perspektiven des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer
4.1.1 Die acht Szenarien
4.1.2 Strategien für große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
4.1.3 Strategien für mittelgroße Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
4.1.4 Strategien für kleine Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
4.1.5 Strategien im Zusammenhang mit der Digitalisierung
4.2 IT-gestützte Prüfung
4.2.1 Kontinuierliche Prüfung
4.2.2 Die Prüfung mit Cloud - Systemen
4.3 Die Massendatenanalyse (Big-Data-Analytics)
4.3.1 Hindernisse
4.3.2 Vorteile
4.4 Werkzeuge der Wirtschaftsprüfer für die Datenanalyse

5. Fazit

IV. Literaturverzeichnis

V. Verzeichnis der Gesetzesmaterialien

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Techniken in der Datenanalyse

III. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Digitalisierung und Vernetzung von Informationen schreitet immer weiter voran und ist kein Hype oder eine Modeerscheinung. In allen Geschäftsbereichen werden Geschäftsprozesse digital abgebildet die das Wirtschafts- und Gesellschaftsleben umwälzen werden. Durch die Digitalisierung und ihre digitale Transformation findet ein grundlegender Wandel in der Privaten- und Unternehmenswelt durch die Nutzung neuer Technologien statt. Die früher analogen Techniken werden zunehmend digitalisiert. Eine cybertechnische Integration aller Prozesse findet statt. So gelingt es, bestimmte Abläufe eines Prozesses schneller, wirtschaftlicher und ohne menschliches Eingreifen abzubilden. Die Transaktionskosten werden reduziert und die Mitarbeiter sind zeitlich und örtlich ungebunden. Arbeitsprozesse können somit schnell und flexibel erledigt werden.

Auch die aktuelle Marktstudie von Lünendonk „Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs-Gesellschaften in Deutschland“ vertieft das Thema der Digitalisierung. Für die meisten CFOs der Studienteilnehmer in Deutschland ist die Digitalisierung das Thema, mit dem sie sich in den nächsten zwei bis drei Jahren befassen müssen. Die Themen wie Rekrutierung und Internationalisierung folgen erst mit erheblichen Abstand.[1]

Darüber hinaus unterstützt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ab dem 01.07.2017 mit ihrem neuen Programm gezielt die digitale Transformation. Die Programme richten sich an Unternehmen und Freiberufler in Deutschland mit einem jährlichen Gruppenumsatz von bis zu 500 Mio. Euro. durch diesen Innovationskredit soll die Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen und Verfahren gefördert werden. Selbstverständlich muss aber auch weiterhin die IT-Sicherheit und der Datenschutz gewahrt werden.[2]

Geprägt ist dieser digitale Prozess von der Industrie 4.0. Die Integration und Vernetzung von Mensch und Maschine wird immer rascher voranschreiten. Die Technik entwickelt sich weiter und wird uns neue Produkte und Dienstleistungen bieten, die wir heute noch gar nicht kennen. Derzeit investieren viele Unternehmen in die Digitalisierung. Wie bei bisher jeder neuen Entwicklung sind die Erwartungen hoch, allerdings sind auch die Unsicherheiten nicht zu vernachlässigen.

Auch vor der Wirtschaftsprüfung macht die Digitalisierung keinen Halt. Durch die Digitalisierung in Unternehmen und die neuen ERP-Systeme, die die komplette Wertschöpfungsketten des Unternehmens abbilden, entsteht ein immer größeres Datenvolumen (das sogenannte Big Data). Diesem Datenvolumen und der zukünftigen Abhängigkeit von IT-Systemen gilt es Herr zu werden. Dies kann die Wirtschaftsprüfung durch eine Erweiterung ihres Dienstleistungsportfolios und einen ganzheitlichen Beratungsansatz mit Fokus auf die IT erreichen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften werden auch weiterhin Ihre eigenes IT-Wissen durch strategische Allianzen und Zukäufe erhöhen und ihre eigene Leistungspalette erweitern.

Auf internationaler Ebene werden Änderungen in den internationalen Prüfungsstandards kommen, dies zeigt die neu gebildeten Arbeitsgruppe, die Data Analytics Work Group (DAWG), des International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB).[3]Sobald in die internationalen Standards die Digitalisierung mit einfließt, ist es nur eine Frage der Zeit bis diese Änderungen bzw. Anpassungen auch in die deutschen Prüfungsstandards integriert werden.

Aufgrund der Brisanz und Aktualität wird mit der vorliegenden Arbeit die aktuelle Entwicklung der Digitalisierung dargestellt und dabei besonders auf die Abschlussprüfung eingegangen. Im Fokus steht dabei die Big Data Analyse. Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser einen Überblick über die Technologien im digitalen Zeitalter zu verschaffen und die derzeitigen Bemühungen der Gesetzgeber wiederzugeben, um die Auswirkung der Digitalisierung auf die Abschlussprüfung darzustellen.

Das vorliegende Werk ist in fünf Hauptkapitel gegliedert. Um den Leser an das Thema heranzuführen, wird in Kapitel zwei kurz die Industrieevolutionsgeschichte beschrieben. Hierzu werden die Evolutionsstufen in die Meilensteine Industrie 1.0 bis 4.0 eingestuft und erläutert. Dabei wird der Begriff der Industrie 4.0 kritisch durch definiert, da hier durch die Bundesregierung eine Definition herausgegeben wurde, die sich nur auf den Teil der Produktion in der Wertschöpfungskette bezieht. Damit der Leser ein besseres Verständnis des Themas erhält, erfolgt im zweiten Kapitel ebenfalls eine Definition des Begriffs Digitalisierung, sowie eine Erläuterung der wichtigsten Technologien, die in der heutigen Zeit entstanden sind: das Internet der Dinge, Big Data und Cloud Computing im digitalen Zeitalter.

Im dritten Kapitel werden die Aktivitäten der Normgeber auf den digitalen Wandel verdeutlicht. Aus diesem Grund erhält jede Organisation bzw. Gesetzestext eine eigene Unterüberschrift. Dieser Abschnitt unterteilt sich in die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Buchführung sowie zum Datenzugriff (GOBD), das E-Government-Gesetz, das IAASB, den Datenschutz und die Datensicherheit. Dabei werden die verschiedenen Organisationen bzw. Gesetzestexte erläutert. Speziell im Abschnitt 3.3 verdeutlicht der Autor eine Auswahl der eingegangenen Kommentare der Prüfungsgesellschaft auf das Dokument der neu gebildete Arbeitsgruppe DAWG unter der Führung des IAASB.

Das vierte Kapitel befasst sich mit dem Einsatz von Informationstechnologien in der Wirtschaftsprüfung. Dabei werden die zukünftigen Perspektiven des Berufsstandes der Wirtschaftsprüfer, die von dem Institut für Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung und dem Institut für Anlagen und Systemtechnologien unter Beauftragung des IDW, erstellten acht Szenarien und die damit in Verbindung stehenden Strategien wiedergegeben. Unter den Strategien für kleine, mittlere und große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften hat der Autor Strategien für diese Gesellschaften im Zusammenhang mit der Digitalisierung entwickelt und gibt Beispiele von bereits etablierten Digitalisierungsmaßnahmen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Im Anschluss des vierten Kapitels wird die IT-gestützte Prüfung erläutert. Kapitel vier untergliedert sich in die unterabschnitte kontinuierliche Prüfung und Cloud-Systeme. Dieser Abschnitt beschreibt ebenfalls die Massendatenanalyse (oder auch Big-Data-Analytics genannt). Außerdem werden die Vorteile und Nachteile bei der Verwendung dieser Analysemethode vertieft. In diesem Abschnitt werden auch die Werkzeuge für eine Datenanalyse genannt, allerdings ist die praktische Umsetzung der Prüfprogramme in einem Jahresabschluss nicht Bestandteil dieser Arbeit.

Die Arbeit schließt mit einem zusammenfassenden Fazit der wichtigsten Faktoren der digitalen Transformation und deren letztlichen Bewertung durch den Autor im fünften Kapitel ab.

2. Technologischer Wandel in der Informations- und Kommunikationstechnologie

Der Weg zur digitalen Transformation ist durch vier industrielle Revolutionen geprägt, welche neue Technologien zum Vorschein gebracht haben. Diese werden im nachfolgenden Abschnitt erläutert.

2.1 Industrieevolutionsgeschichten

Eine industrielle Revolution bedeutet nicht zwangsläufig nur einen Wechsel der Agrarwirtschaft hin zu einer Industriegesellschaft. Jeder dieser vier industriellen Revolutionen ist nicht zwangsläufig einer Revolution gleichzustellen. Die Industrie entwickelt sich weiter. Um mehr über die Evolution bis zur Industrie 4.0 zu erfahren, müssen auch die anderen Industrieevolutionsgeschichten näher betrachtet werden.

2.1.1 Industrie 1.0

Die erste industrielle Revolution –heute Industrie 1.0 genannt- startet etwa um 1800 und beginnt mit der Erfindung der Dampfmaschine und der entwickelten Massenproduktionsanlagen. Durch den von der Dampfmaschine erzeugten Dampf konnte die Wärme- bzw. Druckenergie in mechanische Arbeit umgewandelt werden. So konnten Webstühle, die in dieser Zeit noch durch menschliche Arbeitskraft betrieben wurden, durch Maschinen betrieben werden. Die erste industrielle Revolution dauerte noch über 100 Jahre an.

In dieser Entwicklung gehören die Eisenbahn, der Kohleabbau, die Dampfschifffahrt und der Textildruck zu den ersten Erfolgen der frühen Industrialisierung. Die erste industrielle Revolution schaffte neue Arbeitsplätze in den Fabrikhallen und revolutionierte die Welt des Arbeitens.[4]Der Kapitalismus war geboren und führte demnach auch zu großen sozialen Unruhen (Weberaufstände, Kinderarbeit, Hungerlöhnte, etc.). Es entstanden in dieser Zeit Gewerkschaften, die Arbeiterparteien und das Genossenschaftswesen.[5]

Bereits im 19. Jahrhundert wurden erste Grundlagen für die Industrie 3.0 geschaffen. Die Computerarbeit wurde auf mechanischer Ebene entwickelt und die britische Mathematikerin Ada Lovelance gilt aufgrund ihres erstellten Programmes als die erste Programmiererin. Der mechanische Computer wurde von ihr nie fertiggestellt. Ihre Arbeit fließt allerdings in spätere Programmiersprachen ein.[6]

2.1.2 Industrie 2.0

Der Beginn der Industrie 2.0 beginnt im 20. Jahrhundert mit der Einführung der Elektrizität als Arbeitskraft, die Entdeckung des Rohöls und dessen wirtschaftliche Verwertbarkeit, der Verbrennungsmotoren und dem Fließband für die Massenabfertigung. Die Industrie 2.0 ist geprägt durch Akkordarbeit, die Fließbänder und der Konsumgesellschaft. In dieser Zeit wurde nicht nur lebensnotwendiges gekauft, so sind die Luxusgüter erstanden. Darunter zählte auch das Auto als neuer Lebensstandard. Aus diesem Grund wurden auch neue Infrastrukturen (Autobahnen, Brücken, sonstiges) geschaffen. Dies hat vor allem in der Schwerindustrie (Stahl, Zement, Öl, etc.), zu einem wirtschaftlichen Aufschwung geführt.[7]

In dieser Industrieentwicklung erfuhr auch die Büroarbeit eine Entwicklung in der Kommunikation. Durch das Telefon und die Telegramme wurde die Kommunikation vereinfacht und Arbeitsprozesse beschleunigt.

Mit der Industrie 2.0 begann das Zeitalter der Globalisierung. Geprägt war die Industrie 2.0 durch eine Verkettung von abgeschlossenen Teil-Prozessen zu einem gesamten Prozess. Die Industrie 2.0 endete mit der Erfindung des Computers.[8]

2.1.3 Industrie 3.0

Industrie 3.0 ist geprägt durch den Computer, die Automatisierung der Fertigung, die Datenverarbeitung und den Roboter. Vordenker gab es bereits schon im 18. Jahrhundert, dazu gehört die schon zuvor erwähnte Ada Lovelace mit der Idee eines individuell programmierbaren Computers. Der deutsche Bauingenieur Konrad Ernst Otto Zuse entwickelte im Jahr 1941 den ersten funktionsfähigen Computer der Welt, der programmgesteuert, frei programmierbar und vollautomatisch war.[9]

Weitestgehend wurden immer mehr Arbeitsschritte von Maschinen und Robotern ersetzt. Der Mensch hatte hierbei die Aufgabe der Kontrolle übernommen. Darüber hinaus wurde in der Industrie 3.0 die Wertschöpfungsketten digitalisiert. Es wurden computergesteuerte Fräsmaschinen (NC-Maschinen), computergesteuerte Zeichnungserstellungen und 3D Modellierungen (CAD) entwickelt. Mit dieser technologischen Hilfe konnten Prototypen am Computer erstellt und ausprobiert werden, ohne physische kostenintensive Prototypen produzieren zu müssen.[10]Heutzutage wird fast jeder Schritt in der Wertschöpfungskette digital unterstützt.

2.1.4 Industrie 4.0

Die offizielle Definition des Begriffes Industrie 4.0 der Plattform Industrie 4.0 unter Leitung der Bundesregierung lautet:

„In der Industrie 4.0 verzahnt sich die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Treibende Kraft dieser Entwicklung ist die rasant zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Sie verändert nachhaltig die Art und Weise, wie zukünftig in Deutschland produziert und gearbeitet wird: Nach Dampfmaschine, Fließband, Elektronik und IT bestimmen nun intelligente Fabriken (sogenannte „Smart Factories“) die vierte industrielle Revolution.“[11]

Durch diese Definition der Bundesregierung, kann man darauf schließen, dass die Industrie 4.0 sich lediglich auf die Produktion in der Wertschöpfungskette auswirkt. Dies war bisher in allen vorgelagerten Industrieevolutionen so, kann allerdings nicht adäquat auf die Industrie 4.0 in gleicher Form angewendet werden. Die Besonderheit der Industrie 4.0 ist, dass die gesamte Produktionsweise verändert und somit weit über Produktionsunternehmen hinausgeht. Im Unterschied zur Industrie 1.0 bis 3.0, die in erster Linie die Veränderung der Fertigungsmethode und die Produktion tangierte, hat bei der Industrie 4.0 zunächst eine Veränderung im Marketing und im Handel stattgefunden, also die letzten Glieder der Wertschöpfungskette.[12]Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von Informationen macht es möglich, die in der Industrie 2.0 geschaffene Reihenprozessverarbeitung vollständig zu integrieren und zu vernetzen. Der Unterschied zwischen der Industrie 3.0 und der Industrie 4.0 ist es, dass bisher Geräte zu bestimmten Schritten programmiert wurden und vorhandene Daten abgefragt werden. In der Industrie 4.0 können Geräte ihre Daten online zur Verfügung stellen, diese dann selbständig auslesen und so selbständig agieren. Dies wird allem voran durch das Internet der Dinge getragen.[13]Die Aufgabe der Industrie wird es sein, Internetfähige, kommunizierende Produkte, sogenannte Smarte Produkte herzustellen und Dienstleistungen anzubieten, die eine Maschine-zu-Maschine-Kommunikation (M2M) herstellen können.[14]

Derzeit erfasst die Industrie 4.0 den Service, die Wartung und die Produkte. Es werden so neue Dienstleistungsmöglichkeiten geschaffen. Im kompletten Service wird ein immer größeres Augenmerk auf Technik gelegt. Es werden Drucker in Firmen eingesetzt, die den Patronenstand, die Temperatur und den Stromverbrauch überwachen. So können gezielt Serviceleistungen angeboten werden und potenzielle Fehler noch vor ihrem tatsächlichen Eintritt beseitigt werden. Die gleiche Technik kommt auch bei Maschinen zum Einsatz. Hier wird bspw. der Ölstand ständig überwacht und gezielt gewartet.[15]

Die Industrie 4.0 erfasst somit nicht nur unmittelbar die Produktionsweise, sondern die Produkte des täglichen Lebens. Sie wird die Nutzung dieser Produkte, sowie das Leben und Arbeiten erheblich beeinflussen. Die Digitalisierung wird u.a. beschleunigt durch die Themen Bevölkerungswachstum, steigendes Ausbildungsniveau, Einkommenswachstum und die Infrastruktur.[16]

Durch die Industrie 4.0 wird die Betriebswirtschaft vor immer neue Herausforderungen gestellt. Die Vorstände und Geschäftsführungen der einzelnen Unternehmen möchten nun tagesaktuelle Cash-Flow Rechnungen, sowie die zukünftigen Erwartungen und Zahlen mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit erhalten. Dies ist mit steigenden Anforderungen an die finanzielle und betriebliche Planung verbunden. Laut BITKOM, dem Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, gehen heute bereits fast zwei Drittel (70 %) der deutschen Unternehmen davon aus, dass die Industrie 4.0 und die damit zunehmende Digitalisierung eine große Herausforderung für ihr Unternehmen darstellt. Demgegenüber sehen 19 % das die Digitalisierung die Existenz ihres Unternehmens gefährdet.[17]

2.2 Definition der Digitalisierung

Der Begriff Digitalisierung entstand erstmals in der Industrie 3.0 und kann als digitale Umwandlung, Darstellung und Durchführung von Information undKommunikation, sowie die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen definiert werden.[18]Anders, als in der Industrie 3.0 in der die IT vor allem für Automatisierung genutzt wurde, steht in der Industrie 4.0 die diskruptive Technologie, innovative Geschäftsmodelle, Automatisierung, Flexibilisierung und Individualisierung im Vordergrund.[19]Die Digitalisierung ist eng verknüpft mit dem Begriff der digitalen Transformation. Der Begriff steht für die kontinuierliche Veränderung beziehungsweise für einen evolutionären Übergang von einem physischen Umgang mit den Dingen, hin zu einer virtuellen Steuerung von Prozessen in ein IT-System, das alles mit allem vernetzt.[20]Die digitale Transformation ist in allen Branchen und auch in den privaten Haushalt eingezogen. Der Prozess der Digitalisierung ist meist so ausgestaltet, dass aktuelle neue Technologien die sich im privaten Alltag durchgesetzt haben, in die Unternehmen integriert werden. Hier ist allem voran das Thema soziale Medien und Mobilität zu nennen.[21]Die Hardware wurde durch Software ersetzt, die Software wurde durch das Internet ergänzt, die dazugehörige Software wird meist kostenlos Angeboten um mit den Daten der Nutzer ein neues Geschäftsmodell zu generieren.[22]

Die ökonomischen Auswirkungen der Digitalisierung sind, dass physische Produkte in digitale Produkte umgewandelt werden. Dieser Wandel hat Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette. Ein physisches Produkt (bspw. Geld) wird erstmals in ein digitales Produkt (bspw. Bitcoins) transformiert, dies hat zur Folge, dass die dahinterliegende Wertschöpfungskette des physischen Produktes (Maschinen, Rohstoffe, etc.) an Bedeutung verliert bzw. substituiert wird.[23]

Des Weiteren bestimmt der Faktor Information, als neuer Produktionsfaktor die Arbeitsweise der Unternehmen. Die Unternehmen setzen durch die Digitalisierung auf Software, mit deren Hilfe sie ihre Datenbestände in Echtzeit abrufen können. Es werden im Zeitalter der Digitalisierung neue Technologien wie Cloud Computing, Big Data Analytics, Cognitive Computing und intelligente Netze eingesetzt.[24]Die Unternehmen werden papierloser und etablieren ein Online-Buchführungssystem. Durch diesen Einsatz der neuen IT-Systeme (IT-Geschäftsprozess, IT-Anwendung und IT-Infrastruktur) wird die Flexibilität der Wertschöpfungskette erreicht und Prozesse können automatisiert und beschleunigt werden.[25]

Jeremy Rifin, ein amerikanischer Ökonom, geht davon aus, dass durch die digitale Transformation ein neues Wirtschaftssystem entsteht und damit den Kapitalismus ablöst. Durch das Internet wird seiner Aussage nach eine Ökonomie des Teiles entstehen.[26]Dies ist jetzt bereits durch das immer präsente werdende Crowdfunding und die Kickstarter-Projekte zu beobachten. Auf diesen Plattformen wird ein Projekt oder ein bestimmtes Produkt durch Personen finanziert die sich für dieses Produkt interessierten. Im Gegenzug erhalten Sie eine Ausfertigung dieses Produktes, sofern eine bestimmte Summe für die Fertigung des Produktes erreicht ist.

Auch der Dienstleistungssektor, wozu die Wirtschaftsprüfung gehört, wird von der digitalen Transformation erfasst und die Tätigkeit des heutigen Wirtschaftsprüfers verändern.

2.3 Technologien im digitalen Zeitalter

Eine EMNIDbusse-Umfrage vom Januar 2016 kommt zu dem Ergebnis, dass rund 80 Prozent der Bundesbürger bei digitalen Begriffen wie, Internet der Dinge oder Big Data, nicht wissen, worum es sich bei diesen Begriffen handelt.[27]Aus diesem Grund werden nachfolgend die neuen Technologien Internet der Dinge, Big Data und Cloud Computing im digitalen Zeitalter erläutert.

2.3.1 Internet der Dinge

Ziel beim Internet der Dinge ist es, alle Gegenstände, die bisher auf die Steuerung durch den Menschen angewiesen sind, mit Hilfe des Internet zu verbinden. Die Gegenstände können dadurch selbständig miteinander kommunizieren, sich mit Informationen Versorgen und Aktionen ausführen.[28]Der Begriff Internet der Dinge wurde erstmals im Jahr 1999 von Kevin Ashton, einem britischen Technologie-Pionier, verwendet. Er hatte die Vision eines allgegenwärtigen Computereinsatzes. Das Internet der Dinge ist ein Netzwerk das zahlreiche smarte Produkte umfasst und sich untereinander austauscht (Maschine-to-Maschine). Jedes Objekt in diesem Netzwerk ist über eine eigene Internetadresse identifizierbar. Durch eine Verbindung mit dem Internet sind die smarten Produkte in der Lage selbständig zu agieren, sich einer Situation anzupassen und auf bestimmte Szenarien zu reagieren. Eine Eingabe durch den Menschen, wie es bisher beim Computer und dem Internet notwendig ist, ist hierzu überflüssig.[29]

In der Industrie lässt sich eine Veränderung schon heute beobachten. So werden bspw. in den amerikanischen Versandzentren von Amazon, eine Flotte autonomer Kiva-Robotor eingesetzt, die die Regale mit den zu versendenden Paketen zu den Verladestationen befördern. Die Roboter kommunizieren über ein drahtloses Netzwerk miteinander und orientieren sich an elektronischen Barcodes auf dem Boden. Durch den Einsatz der Roboter hat sich die Produktivität in den Versandzentren mehr als verdoppelt.[30]In Deutschland wurde bspw. im VIP Parkhaus am Düsseldorfer Flughafen ein autonomes Einparksystem etabliert. Dieser Roboter Namens „Ray“ platziert die Autos Zentimeter genau nebeneinander und schaft es so, das rund 40 Prozent mehr Autos auf der gleichen Fläche untergebracht werden können. Darüber hinaus erhält er durch das Netzwerk am Düsseldorfer Flughafen Informationen über Abflüge und Ankünfte, so dass er die Autos vorsortiert, damit die Autos wieder pünktlich für den Besitzer bereitstehen.[31]

Auch in die privaten Haushalte hat sich das Internet der Dinge etabliert. Ein Beispiel ist das Smarte-Produkt Amazon Echo mit Sprachsteuerung „Alexa“. Die Lautsprecher können auf das Internet und alle im Netzwerk liegenden smarten Produkte zugreifen, sich automatisch aktualisieren, ständig dazu lernen, über die Sprachsteuerung Musik abspielen, Fragen beantworten, Nachrichten liefern, Verkehrs- und Wetterinformationen, informiert über örtliche Geschäfte, steuert Lampen, Lichtschalter und Thermostate.[32]

Darüber hinaus verfolgen wir unsere Aktivität und unseren Schlafrhythmus mithilfe von Fitness Armbändern und können so Rückschlüsse über den Gesundheitszustand erhalten, oder uns einfach selber kontrollieren. Das Internet der Dinge und die damit in Zusammenhang stehenden smarten Produkte werden sich in den zukünftigen Dekaden weiter vergrößern und neue Möglichkeiten, aber auch Risiken bspw. Hackerangriffe bieten.

2.3.3 Big Data

Big Data beschreibt die gewaltigen Datenmengen die in der heutigen Zeit verfügbar sind und stätig weiterwachsen. Diese Daten stammen u.a. aus den Bereichen Internet, Mobilfunk, Finanzindustrie, sozialen Medien, Kredit- und Kundenkarten, Überwachungskameras sowie Flug- und Fahrzeugen. Die großen Online-Handelsplattformen (Amazon, eBay und Zalando) können bspw. mit Hilfe der gesammelten Daten, die Interessen ihrer Kunden identifizieren. Es lassen sich außerdem Rückschlüsse über deren zukünftiges Kaufverhalten schließen. Diese Schlüsse werden durch Algorithmen gezogen, die wissen was wir kaufen, bevor wir ahnen, was wir wollen.[33]Die Wirtschaft generiert personenbezogene Profile und erhält so neue Einblicke in das Risikopotenzial und das Kaufverhalten der Kunden. So lassen sich die Produkte und ihre Produktion optimieren. Neue Investitionen lassen sich anhand der Daten vorausberechnen und senken so das Risiko der Unternehmen.[34]Big Data ist allerdings auch eine große Herausforderung für den Datenschutz und das Persönlichkeitsrecht. Einer Speicherung personenbezogener Daten stimmen Betroffene oftmals nicht zu. Es kann auch passieren das Personen digital bevormundet werden, da das Scoring einen als risikobehaftet und kreditunwürdig einstuft, weil man nicht im richtigen Stadtviertel wohnt, sich durch eine bestimmte Art fortbewegt oder gewisse Bücher liest.[35]

2.3.4 Cloud Computing

Durch das Cloud Computing, oder auch Rechenwolke genannt, ist es möglich bei Bedarf IT-Ressourcen, also Netze, Server, Anwendungen, etc. die einem Unternehmen bei der elektronischen Datenverarbeitung (EDV) unterstützen, jederzeit und überall bereitzustellen. In den Unternehmen müssen durch Cloud Computing keine eigenen Rechenzentren oder Hochleistungscomputer mehr betrieben werden. Die Unternehmen können ihre IT-Ressourcen bedarfsorientiert bei einem Cloud-Anbieter reservieren und nutzen. Im Unterschied zu traditionellen Rechenzentren bietet die Cloud eine Dynamik und Elastizität der Ressourcennutzung. Die IT Ressourcen können schnell und bedarfsorientiert, durch minimalen Managementaufwand, bereitgestellt werden.[36]Zu beachten ist, dass die gesetzlichen Anforderungen der Datensicherheit und des Datenschutzes durch den Anbieter der Cloud gewährleistet sein müssen.[37]

3. Aktivitäten der Normgeber auf den digitalen Wandel

Die Aktualität und Bedeutung der Digitalisierung und der Industrie 4.0 wird durch Maßnahmen der Bundesregierung deutlich. Wie in der Begriffsbestimmung der Industrie 4.0 erläutert, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Begriff der Industrie 4.0 geprägt. Der Gesetzgeber bekennt sich deshalb klar zur Digitalisierung und der damit einhergehenden digitalen Transformation und hat deshalb in der vergangenen Dekade bereits Weichenstellungen in diese Richtung vorgenommen.

In der Finanzverwaltung werden immer mehr Daten in digitaler Form erhoben. Angefangen hat diese digitale Transformation mit der Pflicht zur digitalen Abgabe der Lohnsteueranmeldung und der Umsatzsteuervoranmeldung. Nun wird die Liste der ausschließlich elektronisch zu erfüllenden Meldepflichten mit jedem Jahr länger.

3.1 Grundsätze zur ordnungsmäßigen Buchführung sowie zum Datenzugriff

Die externe Rechnungslegung dient in erster Linie dem Schutz der Interessen von Anteilseignern und Gläubigern. Aber auch die Finanzverwaltung hat für den Zweck der Besteuerung ein Interesse an den Daten der Rechnungslegung. Die betriebliche Buchführung wird bei allen Unternehmen durch EDV-Systeme unterstützt. Die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) für den IT-Einsatz wurden in Form von BMF-Schreiben konkretisiert. Hierzu sind die Verwaltungsanweisungen, Grundsätze ordnungsmäßiger Speicherbuchführung (GoS), die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) und die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) zu nennen.[38]Die genannten Verwaltungsanweisungen finden sich nach Überarbeitung und Anpassungen an den heutigen Stand der Technik in den „Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“ (GoBD), in Kraft getreten am 01.01.2015, wieder. Die GoBD konkretisieren somit die Ordnungsmäßigkeitsanforderungen und ersetzen die bisher geltenden Grundsätze (GoBS und GDPdU).[39]Die einzelnen Anforderungen an die GoBDs, die ein Unternehmen einhalten muss, werden unter Abschnitt 3.4 näher erläutert.

Eine Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), an dem sich 732 Unternehmen beteiligten zeigt, dass viele Regelungen der GoBD praxisfremd, unklar und wenig verständlich sind. Hier fordert die DIHK eine Verbesserung der GoBD an die derzeitige Praxis.[40]

3.2 Das E-Government-Gesetz

Das Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung, sowie zur Änderung weiterer Vorschriften (E-Government-Gesetz) gilt für öffentlich-rechtliche Verwaltungstätigkeiten der Behörden des Bundes, der Länder und Kommunen, sowie Stiftungen des öffentlichen Rechts. Ziel dieses Gesetzes ist es, die elektronische Kommunikation mit der Verwaltung zu erleichtern.[41]Es soll der Verwaltung ermöglicht werden ihre Verwaltungsdienste auch elektronisch anbieten zu können, um einen medienbruchfreien Prozess vom Antrag bis zur Archivierung digital zu realisieren.[42]

Die Kernpunkte dieses Gesetzes sind die Verpflichtung der Verwaltung zur Eröffnung eines DE-Mail-Zugangs und der Identifikationsmöglichkeit mit dem neuen Personalausweis (nPA), die Erleichterung bei der Erbringung von elektronischen Nachweisen und der elektronischen Bezahlung, Grundsätze der elektronischen Aktenführung und des Scannens, die Verpflichtung zur Dokumentation und Analyse von Prozessen und Regelungen zur Bereitstellung von maschinenlesbaren Datenbeständen durch die Verwaltung („open data“).[43]

Darüber hinaus ist es bisher so gewesen, dass als elektronisches Äquivalent der Schriftform allein nur die qualifizierte elektronische Signatur (qeS), wie im Zivilrecht, zugelassen war. Diese konnte sich in der Praxis jedoch nicht durchsetzen. Durch das E-Government-Gesetz sollen nun neben der qeS weitere sichere Technologien zur elektronischen Ersetzung der Schriftform zugelassen werden. Hierzu wurden die Verfahren der De-Mail, sowie Web-Anwendungen, die eine Identifizierung durch die eID-Funktion des neuen Personalausweises ermöglichen, erstellt. Durch die De-Mail wird der Sender der Nachricht durch ein sicheres Anmeldeverfahren identifiziert. Die Nachricht einschließlich aller Anhänge sind gegen Veränderungen geschützt und eine Signierung ist vorhanden.[44]

Des Weiteren erlaubt eine Rechtsverordnungsermächtigung der Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates eine schnelle Anpassung des E-Government-Gesetzes bei technologischen Weiterentwicklungen.[45]Durch die verankerten, bereits getesteten Standards und Vorgaben an die Unternehmen durch die Finanzverwaltung, werden diese auch in der freien Wirtschaft verwendet und in die wirtschaftliche Praxis integriert.

3.3 Der International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB)

Die digitale Transformation bietet Chancen, aber auch gleichzeitig Risiken. Diese Risiken versucht derzeit die Data Analytics Work Group (DAWG) des IAASB auf internationaler Ebene zu analysieren und zu minimieren.[46]In den ISA fehlt die Erwähnung der IT-gestützten Prüfungstechniken, wodurch sich die Frage erschließt, inwieweit die ISA stärker auf datenanalytische Prüfungstechniken Bezug nehmen sollte. Darüber hinaus ist die Frage zu klären, wie die datenanalytischen Prüfungshandlungen zu traditionellen Prüfungshandlungen (Einsichtnahme, nachrechnen, externe Bestätigung, etc.) stehen.[47]Aus diesem Grund hat die DAWG im September 2016 ein Dokument veröffentlicht und möchte hierzu Input über die Entwicklung des zunehmenden Einsatzes von Technologien in der Wirtschaftsprüfung mit einem besonderen Fokus auf der Analyse von Daten erhalten. Hierzu werden Antworten auf sechs formulierte Fragen benötigt. Die Kommentierungsfrist endete am 15.02.2017. Der DAWG hat dieses Dokument zur Diskussion bereitgestellt, da der technologische Fortschritt und die Entwicklung in der Datenanalyse jeden herausfordern. Die ISAs wurden in einer völlig anderen technologischen Ära geschrieben. Diese sind veraltet, allerdings gab es in den letzten Jahren rasante Veränderungen in den Technologien. Es ist zu klären was die Abschlussprüfung sein könnte oder sollte, da die gegenwärtige technologische Umgebung sehr schnelllebig ist.[48]

Die IASSB plant Änderungen in den Aus- und Fortbildungsnormen. Die effektive Nutzung der Datenanalyse in der Abschlussprüfung erfordert, das die Thematik Datenanalyse und deren Techniken in den Fortbildungsplänen integriert werden. Es ist erforderlich, dass die derzeitigen Wirtschaftsprüfer weiterbildungsmaßnahmen betreiben, um mit der digitalen Transformation mithalten zu können.[49]Darüber hinaus plant der IAASB den Überlegungen des DAWG zu folgen, die fachtechnischen Normen des ISA 315, ISA 540 und ISA 600 zu ändern. In der Identifikation und Beurteilung von Risiken (ISA 315) wird der Einsatz datenanalytischer Verfahren im Hinblick auf dieses Thema und Leitlinien sowie illustrierte Beispiele zur Nutzung diskutiert. Darüber hinaus wird erwogen das Datenrisiko als ein separates, zu beurteilendes Risiko aufzunehmen. Der zweite Standard, der zur Änderung diskutiert wird, ist die Prüfung von geschätzten Werten (ISA 540) und das damit zusammenhängende Risiko bei der Nutzung von externen Daten. Ein Teil des ISA 540-Projektes beinhaltet die Modernisierung des Standards im Hinblick auf die Prüfung komplexer systemgenerierter Schätzungen, die bei Banken- und Versicherungen üblich sein können. Oft sind diese Schätzungen von großen Datenmengen beeinflusst und die ISAs sind derzeit noch nicht so ausgestaltet, dass der Abschlussprüfer ein Verständnis der systemseitigen generierten Schätzungen und der Kontrollen aufbauen kann.[50]In der Konzernabschlussprüfung (ISA 600) wird darüber diskutiert, ob und inwieweit es die Datenanalyse möglich macht, dass die Prüfungshandlungen durch den Konzernabschlussprüfer, und nicht durch den Komponentenprüfer, durchgeführt werden.[51]Die Arbeitsgruppe erhoft sich durch die Erwähnung der IT-gestützten Prüfungstechnik (Computer assisted audit techniques – CAAT) in den ISAs eine Barrierefreiheit für die Wirtschaftsprüfung zu schaffen.[52]

Die Kommentare zu der neu gebildeten Arbeitsgruppe und das Dokument der DAWG sind durchweg positiv. Die Prüfungsgesellschaften, sowie weitere Stakeholder sind mit den geplanten Standards, die geändert werden sollen, einverstanden und froh darüber, dass das Thema der Datenanalyse durch die IASSB International angegangen wird. Nachfolgend greift der Autor die Kernpunkte der Kommentare der größeren Prüfungsgesellschaften auf.

[...]


[1]Vgl. Hossenfelder(2016), S.314

[2]Vgl. WPg(2017), S.643

[3]siehe Abschnitt 3.2

[4]Vgl. Frick, o.S.

[5]Vgl. Gutenberg/Giesen(2017), S.14;Sendler(2016), S.3–5

[6]Vgl. Frick, o.S.

[7]Vgl. Gutenberg/Giesen(2017), S.14–15;Sendler(2016), S.5

[8]Vgl. Gutenberg/Giesen(2017), S.14–15;Sendler(2016), S.5

[9]Vgl. Frick, o.S.

[10]Vgl. Gutenberg/Giesen(2017), S.15–16;Sendler(2016), S.5–6

[11]Bundesministerium für Wirtschaft und Energie(2017), o.S.

[12]Vgl. Sendler(2016), 8, 17-18

[13]siehe Abschnitt 2.3.1

[14]Vgl. Sendler(2016), S.20

[15]Vgl. Gutenberg/Giesen(2017), S.16–20;Sendler(2016), S.20–21

[16]Vgl. Hossenfelder(2016), S.314

[17]Vgl. BITKOM Research(2015), S.10

[18]Vgl. Springer Gabler Verlag, o.S.

[19]Vgl. Springer Gabler Verlag, o.S.

[20]Vgl. Fischer/Seebass(2016), S.12;Back(2016), S.8

[21]Vgl. Hossenfelder/Lünendonk(2016), S.52

[22]Vgl. Sendler(2016), S.24–25

[23]Vgl. Hossenfelder/Lünendonk(2016), S.76–77

[24]Vgl. Fischer/Seebass(2016), S.12

[25]Vgl. Burg/Klüber/Langenbrink/Pott(2017), S.122;Fabian(2007), S.9–10

[26]Vgl. Staun(2014), o.S.

[27]Vgl. Kantar TNS, o.S.

[28]Vgl. Springer Gabler Verlag, o.S.

[29]Vgl. Vertical Media GmbH, o.S.

[30]Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung(2015), o.S.

[31]Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung(2015), o.S.

[32]Vgl. Amazon (2017), o.S.

[33]Vgl. Seebass(2017), S.6–7;Springer Gabler Verlag, o.S.

[34]Vgl. Springer Gabler Verlag, o.S.

[35]Vgl. Springer Gabler Verlag, o.S.

[36]Vgl. Springer Gabler Verlag, o.S.;Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, o.S.

[37]siehe Abschnitt 3.3

[38]Vgl. Greulich/Riepolt(2016), S.39–42

[39]Vgl. Greulich/Riepolt(2016), S.39–42

[40]Vgl. Elektronische Rechnung (2017), S.559

[41]Vgl. Bundesministerium des Inneren(2017a), o.S.

[42]Vgl. Bundesministerium des Inneren(2017b), S.3

[43]Vgl. Bundesministerium des Inneren(2017b), S.4-6

[44]Vgl. Bundesministerium des Inneren(2017b), S.4–6

[45]Vgl. Bundesministerium des Inneren(2017b), S.6

[46]Vgl. Ruhnke(2017), S.422

[47]Vgl. Ruhnke(2017), S.426–427

[48]Vgl. IAASB(2016), S.9

[49]Vgl. IAASB(2016), S.18

[50]Vgl. IAASB(2016), S.18

[51]Vgl. Ruhnke(2017), S.427

[52]Vgl. Ruhnke(2017), S.426

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten

Details

Titel
Die Digitalisierung der Abschlussprüfung. Eine kritische Analyse aktueller Entwicklungen
Hochschule
Hochschule Osnabrück
Note
2,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
49
Katalognummer
V414628
ISBN (eBook)
9783668656215
ISBN (Buch)
9783668656222
Dateigröße
649 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
digitalisierung, abschlussprüfung, eine, analyse, entwicklungen, Wirtschaftsprüfung Jahresabschluss Prüfung, Wirtschaftsprüfung, Jahresabschluss, Prüfung, Revision
Arbeit zitieren
Matthias Bella (Autor), 2017, Die Digitalisierung der Abschlussprüfung. Eine kritische Analyse aktueller Entwicklungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/414628

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