Optimierung von Prozessen mittels RFID-Technologie in Transportsystemen und der Versand von Wechselbrücken im Speditionsgewerbe


Bachelorarbeit, 2017

76 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Management summary (deutsch)

Management summary (english)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Hintergrund und Rahmenbedingungen
1.2 Einzelziele und Aufbau
1.3 Innovatives Ziel
1.4 Abgrenzung
1.5 Methodik und Vorgehensweise

2 Theoretische Grundlage
2.1 RFID
2.1.1 Historie
2.1.2 Anwendungsbereiche
2.1.3 Bestandteile
2.1.4 Transponder
2.1.5 Bauformen für Transponder
2.1.6 Frequenz und Reichweite von Transpondern
2.1.7 Energieversorgung der Transponder
2.1.8 Lesegerät
2.2 Prozessmanagement
2.2.1 Funktionsorientierung versus Prozessorientierung
2.2.2 Theorien zur Geschäftsoptimierung
2.2.3 Aufgabe von Prozessmanagement
2.2.4 Ziele des Prozessmanagement
2.2.5 Phasen des Prozessmanagements
2.2.6 Prozessbewertung
2.2.7 Einordung in das Fachgebiet der Betriebswirtschaftslehre

3 Fallbeispiele für die Optimierung von Transportsysteme
3.1 Luftfracht
3.1.1 Analyse des Praxisbeispiels Luftfracht
3.1.2 Optimierungsmöglichkeiten für Lufthansa Cargo
3.1.3 Experteninterviews
3.1.4 Einordung als Teilprozess
3.2 Seefracht
3.2.1 Analyse des Praxisbeispiels Seefracht
3.2.2 Optimierungsmöglichkeiten für Schenker AG
3.2.3 Experteninterviews
3.2.4 Einordung als Teilprozess
3.3 Bahntransport
3.3.1 Analyse des Praxisbeispiels Bahntransport
3.3.2 Optimierungsmöglichkeiten für SBB Cargo
3.3.3 Experteninterviews
3.3.4 Einordung als Teilprozess
3.4 Versand von Wechselbrücken im Speditionsgewerbe
3.4.1 Analyse des Praxisbeispiels Wechselbrücken
3.4.2 Optimierungsmöglichkeiten für Schenker Deutschland AG
3.4.3 Experteninterviews
3.4.4 Einordung als Teilprozess

4 SWOT Analyse
4.1 SWOT-Analyse zu den Praxisbeispielen
4.2 Problemerkennung und Strategiebildung

5 Ergebnisse der Untersuchung und Handlungsempfehlung

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

8 Anhang
8.1 Anlage A: Historie RFID
8.2 Anlage B : Bauformen Transponder
8.3 Anlage C: Energieversorgung der Transponder
8.4 Anlage D: Lesegeräte
8.5 Anlage E: Theorien zur Geschäftsoptimierung

Management summary (deutsch)

Die vorliegende Bachelor-Thesis beschäftigt sich mit der Untersuchung zur Optimierung von Prozessen in folgenden Transportsystemen:

- Luft
- See
- Bahn
- sowie der Versand von Wechselbrücken im Speditionsgewerbe

mittels Einsatzes der RFID-Technologie (Radio-Frequenz-Identifikation). Anhandder ausgewählten Transportsystemesoll verdeutlicht werden, welche Prozesse sich mittels der RFID-Technologie verbessern lassen.Das größte Ziel von Unternehmen, die solch eine Technologie implementieren, ist es, Prozesse effektiver, effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Zu den genannten Fallbeispielen, werden auch die Kehrseiten aufgezeigt.

Außerdem wird eineStrenghs (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen) und Threats (Bedrohungen) Analyse, auch SWOT-Analysegenannt, durchgeführt. Die sich aus der SWOT-Analyse ergebenden unterschiedlichen Strategien werden vorgestellt.

Zum Schluss der Arbeit werden die Ergebnisse der Untersuchung der Fallbeispiele kurz zusammengefasst und eine Handlungsempfehlung ausgesprochen. Zusätzlich wird ein kurzes Fazit für die Zukunft gegeben.

Management summary (english)

The present bachelor’sanalyses the optimization of processes in the following transport systems:

- air
- sea
- rail
- dispatch of swap bodies in a forwarding company

by using of RFID-technology (radio-frequency identification).

Based on selected transport systems it shall be made clear which processes can be improved by means of the RFID-technology. The main objective of companies implementing this technology is to make processes more effective, more efficient and less expensive. As far as the described practical examples cases are concerned, the flip sides are disclosed, too.

A strengths, weakness, opportunities and threats analysis, also called SWOT analysis, is carried out for the given example cases. By means of this SWOT-analysis the different strategies are presented.

At the end of this thesis the results of the example cases analysis are summarized, and a recommendation for action is proposed. Furthermore, a conclusion for the future is drawn.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Prognose zum weltweiten Umsatz mit RFID-Transpondern bis zum Jahre 2020 ( in Milliarden US-Dollar) 8

Abbildung 2: Anwendungsbereiche 13

Abbildung 3: Aufbau und grundsätzliche Funktion von RFID-Systemen 13

Abbildung 4: Reichweite der Datenübertragung und Bezeichnung 15

Abbildung 5: Frequenzbereiche 15

Abbildung 6: Abkürzungen der Frequenzbereiche 16

Abbildung 7: Kenngrößen von RFID-Technologien 16

Abbildung 8: Input - Output Prozess 19

Abbildung 9: Dach und Säulen des Prozessmanagements 20

Abbildung 10: Das Zeit-Kosten-Qualitäts-Dreieck 20

Abbildung 11: Funktionsorientierter versus prozessorientierter Organisation 22

Abbildung 12: Überblick über Phasen des Prozessmanagements nach Autoren 24

Abbildung 13: Die 5 Phasen des Prozessmanagements 25

Abbildung 14: Qualitative und quantitative Bewertung 25

Abbildung 15: Standortbestimmungen von Containern an den einzelnen Stationen 30

Abbildung 16: Schenker Seefrachtcontainer mit einem RFID Transponder 33

Abbildung 17: RFID-Transponder am Güterwagen von SBB Cargo 37

Abbildung 18: Leseanlage am Gleis bei SBB Cargo 38

Abbildung 19: GPS-Ortung und Überwachung für Bahnfahrzeuge und Güterwagon 41

Abbildung 20: SWOT-Analyse zu den aufgeführten Praxisbeispielen 52

Abbildung 21: Prozessverbesserung der Praxisbeispiele 56

Abbildung 22: Bauformen von Disk-Transponder 69

Abbildung 23: Glastransponder 70

Abbildung 24: Transponder in Plastikgehäuse 71

Abbildung 25: RFID-Etiketten - Smart-Labels 71

Abbildung 26: Transponder Smart-Label 72

Abbildung 27: Messungen der Produkte der Firma Farsens S.L. 72

Abbildung 28: Transponder von Farsens S.L. zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit 72

Abbildung 29: Anwendungsmöglichkeiten aktiver Transponder 73

Abbildung 30: Stationärer Lesegerät 74

Abbildung 31: Portables Lesegerät 75

Abbildung 32: Lesegeräte der Firma TAGnology RFID GmbH 75

1 Einleitung

1.1 Hintergrund und Rahmenbedingungen

Die Idee dieser Bachelor-Thesis begründet sich,in von mir gemachten Erfahrungen in zahlreichen Anwendungsfeldern im Speditions- und Transportgewerbe. Bei meinen jetzigen und vorherigen Arbeitgebern im Speditionsgewerbe/Transportgewerbe wurde die RFID–Technologie immer wieder angesprochen. Leider konnte ich eine Implementierung nicht miterleben, da eine Umsetzung nicht durchgeführt wurde. Die Gründe hierfür sind mir nicht bekannt.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind die Unternehmen gezwungen, zu­kunftsorientierte Technologien, einzusetzen umProzessoptimierungen durchzuführen. Denn nur Unternehmen, die Ihre Geschäftsprozesse schneller, flexibler und vor allem kostengünstiger darstellen können,werden am Markt erfolgreich sein.[1]

Aus der Abbildung 1 ist deutlich zu erkennen, dass laut Prognose der welt­weite Umsatz von RFID-Transpondern in den nächsten Jahren deutlich steigen wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Prognose zum weltweiten Umsatz mit RFID-Transpondern bis zum Jahre 2020 ( in Milliarden US-Dollar)[2]

Daher habe ich beschlossen, eine Optimierung von Prozessen mittels RFID-Technologie in den Transportsystemen:

- Luft (Fallbeispiel Lufthansa Cargo)

- See (Fallbeispiel Schenker AG)

- Bahn (Fallbeispiel SBB Cargo)

- sowie im Versand von Wechselbrücken im Speditionsgewerbe (Fallbeispiel Schenker Deutschland AG)

zu untersuchen.

Betrachtet man die unzählig und einschlägig Literatur zum Thema RFID, so wird eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten dargestellt. Gerade im Hinblick auf die Optimierung von Prozessen ist der Einsatz der RFID-Technologie geeignet. Genau diese Eignung der Technologie möchte ich in dieser Thesis vorstellen. Deshalb sollen im ersten Teil der Arbeit die Theoretischen Grundlagen der RFID-Technologie und des Prozessmanagements vorgestellt werden. Im zweiten Teil werden anhand von Fallbeispielen und Experteninterviews die Optimierungsmöglichkeiten der Prozesse durch die RFID-Technologie untersucht.

1.2 Einzelziele und Aufbau

Das Ziel der vorliegenden Thesis ist es, die Optimierungsmöglichkeiten von Prozessen anhand von Fallbeispielen im Transport- und Speditionsgewerbe in Bezug auf den Einsatz der RFID-Technologie darzustellen.

Die der Arbeit zugrunde liegende Hypothese lautet, dass die RFID-Technologie in vielen Sektoren des Transport- und Speditionsgewerbes zu weitreichenden Optimierungen führen könnte. Enorme Vorteile entstehen durch die schnellere Abwicklung der Prozesse. Die hierdurch gewonnene Zeit bringt finanzielle Vorteile.

Ziel 1 -Einführung in die, theoretischen Grundlagen von RFID unddem Prozessmanagement. –Darstellung der Besonderheiten des Prozessmanagements -Vorstellung von RFID-Einsatz im Transportsegment in ausgewählten Teilbereichen anhand von Fallbeispielen -die Zuordnung in deren Teilprozesse.

Ziel 2 -Analyse der vorliegenden Fallbeispiele -Darstellung der Fallbeispiele in einer SWOT-Matrix. -Ableitung der Strategiebildungen aus der SWOT-Matrix.

Ziel 3 -Erstellung einer Handlungsempfehlung-Nachweis der Verbesserung der Prozesseaus den Fallbeispielen.

Alle diese Ziele werden die Untersuchung der Optimierungsmöglichkeiten und die Beantwortung der Thesis unterstützen.

1.3 Innovatives Ziel

Seit Jahrzehnten ist die RFID-Technologie auf dem Markt und somit etwas Alltägliches geworden. Die Ausarbeitung des innovativen Ziels ist somit nicht komplett neu. Es soll vielmehr untersucht werden, welche Prozesse sich optimieren lassen.Dabei werden vier Fallbeispielevorgestellt.

1.4 Abgrenzung

Im Fokus dieser Bachelor-Thesis steht die Untersuchung zur Optimierung von Prozessen mittels RFID-Technologie an ausgewählten Fallbeispielen.Auch soll kurz dargestellt werden, was die Unternehmen in den Fallbeispielen nicht bedacht haben.

Aufgrund des begrenzten Umfangs der Bachelor-Thesis wird nicht auf die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, Kosten-Nutzen Bewertung, Integrierung in die IT-Software als auch Risiken eingegangen.

1.5 Methodik und Vorgehensweise

Zur Recherche und Beantwortung der Thesis dienten einschlägige Fachliteraturen, Fachzeitschriften, Magazine und Veröffentlichungen im Internet. Für die Fallbeispiele dienten ausschließlich Internetquellen. Auf Basis dieser Recherchen wird die Optimierung von Prozessen hergeleitet.

2 Theoretische Grundlage

2.1 RFID

Zur berührungslosen Datenerfassung stellte der Barcode die optimale Technologie dar. In Anbetracht der heutigen technischen Funktionen, entwickelt sich die RFID–Technologie weiter und ist heute eine Konkurrenz.Die Abkürzung RFID steht für Radio Frequency Identification. Dies bedeutet, dass Gegenstände, die mit einem RFID-Transponder ausgestattet werden, kontaktlos und genau identifiziert werden können. Die Speicherung der Daten erfolgt über einen Chip. Dieser kommuniziert über Funk mit der Basiseinheit.[3] Dietechnischen Verfahren wurden aus der Funk- und Radartechnik übernommen.[4]

2.1.1 Historie

Die RFID-Technologie hat eine jahrzehntelange Historie, die der Anlage Aentnommen werden kann.

2.1.2 Anwendungsbereiche

Heutzutage wird die RFID Technologie bereits in vielen Bereichenangewendet. Aus der Abbildung 2 können einige Anwendungsbereiche entnommen werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anwendungsbereiche[5]

2.1.3 Bestandteile

Ein RFID – System besteht aus zwei Komponenten:

- dem Transponder[6] und

- derSchreib-Lese-Einheit (Lesegerät)[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Aufbau und grundsätzliche Funktion von RFID-Systemen[8]

2.1.4 Transponder

Der Transponder wird auch als „Tag“ bezeichnet und fungiert als Datenträger. Transponder werden an den Objekten angebracht oder direkt mit verbaut. Durch den Einsatz von Funktechnologie werden die Transponder ausgelesen. Die vorher gespeicherten Daten, wie Identifikationsnummer und weitere Daten über das Objekt, sind auf dem Transponder.[9]

Die Bauformen sind unterschiedlich und können je nach Anwendung/Verwendungunterschiedlich hergestellt werden.

2.1.5 Bauformen für Transponder

Es gibt eine Reihe von Bauformen. Je nach Anwendungsbereich und Kundenwunsch werden diese individuell produziert. Sonderbauformen sind zum Beispiel Champion-Chip (für sportliche Zeitmessungen) oder Brieftraubentransponder.Zu den geläufigsten Bauformen gehören folgende Transponder:

- Disk Transponder

- Transponder in Glasgehäusen

- Transponder in Plastikgehäusen

- Transponder als Smart Label

- Spezielle Transponder [10]

Die Erläuterungen zu den einzelnen genannten Bauformen sowie Bilder, kann der Anlage B im Anhang entnommen werden.

2.1.6 Frequenz und Reichweite von Transpondern

Bevor man ein RFID-System auswählt, ist es notwendig, dass die richtige Betriebsfrequenz ausgewählt wird. Diese ist notwendig, um die Reichweite der Datenübertragung, die Übertragungsrate sowie die Lesegeschwindigkeit zu bestimmen.[11] Die RFID-Systeme müssen einerseits den technischen Anforderungen als auch staatlichen Regularen entsprechen. Erlaubte Frequenzbereiche als auch die erreichten Sendeleistungen werden durch staatliche Organe geregelt.[12]

Bei der Reichweite der Datenübertragung existieren drei Varianten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Reichweite der Datenübertragung und Bezeichnung[13]

Bei den Frequenzbereichen existieren international keine einheitlichen Normen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Frequenzbereiche[14]

Die Abkürzungen der Frequenzbereiche stehen für:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Abkürzungen der Frequenzbereiche[15]

Durch die unterschiedlichen Frequenzbereiche haben sich individuelle Einsatzfelder für RFID-Lösungen gefunden.[16] Die Abbildung als Tabellenform unten zeigt einige Kenngrößen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Kenngrößen von RFID-Technologien (in Anlehnung an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)[17]

2.1.7 Energieversorgung der Transponder

Bei der Energieversorgung, lassen sich die Transponder in drei Unterscheidungsmerkmale gliedern:

- aktive Transponder
- passive Transponder
- semi-aktive (teilgestützte) Transponder[18]

In der Anlage C werden weitere Informationen zu der Energieversorgung der drei Transponder ausgewiesen.

2.1.8 Lesegerät

Je nach eingesetzter Technologie besteht ein Lesegerät aus einer Leseeinheit bzw. einer Schreib-/Leseeinheit und einer Antenne. Wie das Wort Lesegerät ankündigt, liest es die Daten vom Transponder. Bei einer Schreib-/Leseeinheit kommt eine zusätzliche Funktion hinzu. Es liest nicht nur die Transponderdaten aus, sondern weist zusätzlich den Transponder an, weitere Daten zu speichern. Das Lesegerät kontrolliert zusätzlich die Qualität der Datenübermittlung. Um die Informationen des Transponder an weitere IT-Systeme (PC, Automatensteuerung, usw.) zu leiten, sind die Lesegeräte typischerweise mit einer zusätzlichen Schnittstelle ausgestattet, um die Daten weiterzuverarbeiten.[19]

Die Daten, welche auf dem Transponder vorhanden sind, können berührungslos über Funkwellen ausgelesen werden. Auch Lesegeräte, können je nach Anwendungsgebiet und Verwendungszweck, unterschiedliche Bauformen haben.[20]

Schreib-/Leseeinheiten können entweder als

- portableoder als
- fest installierte

Geräte konfiguriert werden. Beide Typen werden in der Anlage D genauer beschrieben.

2.2 Prozessmanagement

Warum werden Geschäftsoptimierungen durchgeführt? Die Antwort ist ganz einfach: am Anfang eines Geschäftsprozesses steht im Vordergrund immer der Kunde mit seinen Bedürfnissen. Dadurch, dass der Kunde eine spezielle Leistung erhält, wird sein Bedürfnis befriedigt. Dies sichert dem Unternehmen den wirtschaftlichen Erfolg.[21] Denn heutzutage sind die Unternehmen einem enormen externen Druck ausgesetzt. Dabei spielen die Globalisierung der Märkte, die Deregulierung des Wettbewerbs, die kürzeren Produktlebenszyklen oder die wechselnden Vorlieben der Kunden sowie die vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten im heutigen Zeitalter der Informationstechnologieeine große Rolle. Unternehmen sind daher daran interessiert, Innovationen zu entwickeln, um in der Zukunft auch wettbewerbsfähig zu sein.[22]

In der Literatur sind zahlreiche Definitionen zu Geschäftsprozessen vorhanden. Viele von diesen Definitionen fordern das Vorhandensein eins Anfangs und eines Endes. Weiterhin fordern Sie genau definierte Inputs[23] und Outputs[24] der Prozesse[25] und seiner Teilprozesse.[26]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Input - Output Prozess[27]

Hammer und Champy haben hierzu dasDach und die drei Säulen des Prozessmanagements,wie in der Abbildung 20zu sehen, entworfen. Sie weisen darauf hin, dass durch Anwendung des Prozessmanagements ein Umdenken in den Arbeitsprozessen stattfindet. Durch die Optimierung der drei Säulen erhält man im Ergebnis positive und messbare Leistungsgrößen.[28]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Dach und Säulen des Prozessmanagements[29]

Heutzutage müssen Unternehmen nicht nur die drei Säulen verbessern (Qualitätsverbesserung/Serviceverbesserung, Zeitersparnis und Kostensenkung),sondern auch gleichzeitig Sorge dafür tragen, dass Innovationen in den Bereichen Produkte und Dienstleistungen entwickelt und im Unternehmen implementiert werden. Dies ist eine Voraussetzung,um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Hierzu haben die Autoren Margit Osterloh und Jetta Frost folgende Abbildung erstellt.[30]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Das Zeit-Kosten-Qualitäts-Dreieck[31]

2.2.1 Funktionsorientierung versus Prozessorientierung

Funktionsorientierte Organisationsform

Die Bedeutung einer funktionsorientierten Unternehmensorganisation beinhaltet, dass bei Organisationsinseln viele Schnittstellen vorhanden sind. Auch liegen Reibungsverluste und Kommunikationsprobleme vor. Diese Form zeichnet sich dadurch aus, dass eine vertikale Ausrichtung der Funktionen innerhalb des Unternehmens existiert.[32] Der Gegensatz zu Funktionsorientierung ist die prozessorientierte Organisation.

Prozessorientierte Organisationsform

Bei dieser Organisationsform werden die Charakteristika der funktionsübergreifenden Aufgaben mit den Zielen und Strategien des Unternehmens verbunden. Dabei liegt der Focus der Unternehmen auf der Steigerung der Wirtschaftlichkeit sowie der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.[33] Es werden Strukturen geschaffen, welche die Abläufe entlang der Aufgabenerfüllung durchführen. Sie bieten aber auch dem Mitarbeiter das Wissen, zielorientiert und zielgerichtet zu arbeiten.[34]

Das Schaubild im Folgenden verdeutlicht die Unterschiede von funktionsorientierter und prozessorientierter Organisationen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Funktionsorientierter versus prozessorientierter Organisation[35]

(in Anlehnung an Karl Werner Wagner und Gerold Patzak)

2.2.2 Theorien zur Geschäftsoptimierung

Es gibt zwei Ansätze um die Prozessorganisation im Unternehmen zu optimieren.

1- Business Process Reengineering

2- Kaizen-Konzept[36]

Die Beschreibungen der beiden Theorien zur Geschäftsoptimierung kann der Anlage E entnommen werden.

2.2.3 Aufgabe von Prozessmanagement

Die Aufgabe des Prozessmanagements ist es, die Prozesse so zu regulieren, dass eine zielorientierte Gestaltung durch Lenkung und Entwicklung zustande kommt. Die Leistung für den Kunden muss sich erhöhen und gleichzeitig einen Mehrwert für das Unternehmen erzielen. Die Basis ist somit die kundenorientierte Unternehmensführung.[37]

Beispiele der Aufgaben:

- Lokalisierung gezielter Kostentreiber
- Straffung und Abstimmung von Arbeitsschritten
- Kundenorientierung durch Erhebung und Analyse
- Erhöhung der Kundenzufriedenheit
- Verbesserung der Qualität
- Reduzierung der Reaktionszeit[38]

2.2.4 Ziele des Prozessmanagement

Erfolgsbestimmende sowie erfolgsunterstützende Faktoren sind für die erfolgreiche Einführung und Umsetzung des Prozessmanagements notwendig. Denn diese Faktoren gestalten die Veränderungsprozesse. Aus der Unternehmensstrategie sind die Ziele des Prozessmanagements so abzuleiten, dass diese in Einklang gebracht werden.[39] Durch den Einsatz von nachhaltigem Prozessmanagement lassen sich folgende Ziele für Unternehmen erreichen:

- Eigene Geschäftsprozesse kennen
- Gestalten und verbessern der Prozesse
- Abläufe dokumentieren
- Flexibler werden[40]
- Erhöhung der Kundenzufriedenheit
- Verbesserung der Qualität[41]
- Steigerung der Effektivität
- Steigerung der Effizienz
- Erhöhung der Flexibilität[42]

Hans-Christian Pfohl schreibt in seinem Buch Logistikmanagement, dass das Herz einer Zielstellung mit der „4r-Regel“ zum Ausdruck kommt. Dabei muss die richtige Ware/Dienstleistung, im richtigen Zustand, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.[43]

2.2.5 Phasen des Prozessmanagements

Es müssen mehrere Phasen durchlaufen werden, um die Ziele des Prozessmanagements realisieren zu können. Unterschiedliche Autoren nennen unterschiedliche Phasen. Ralf Helbig hat einige Phasen von Autoren in seinem Buch zusammengefasst. In der unteren Abbildung sind einige Autoren und deren Phasen genannt:[44]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Überblick über Phasen des Prozessmanagements nach Autoren[45] (in Anlehnung an Ralf Helbing)

Es ist deutlich zu erkennen, dass es keine einheitlichen Phasen vorhanden sind. Aus den unterschiedlichen Phasenmodellen hat Ralf Helbig fünf allgemeine Phasen abgeleitet:[46]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 13: Die 5 Phasen des Prozessmanagements[47]

2.2.6 Prozessbewertung

In den Bewertungen von Prozessen lassen sich in qualitative und quantitative Faktoren unterscheiden. Im Vordergrund stehen bei der qualitativen Bewertung die Prozessfähigkeiten und das Vorhandensein bestimmter Prozessmerkmale. Hingegen steht bei der quantitativen Bewertung die Messung von Prozessleistung an oberster Stelle.[48]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 14:Qualitative und quantitative Bewertung[49]

2.2.7 Einordung in das Fachgebiet der Betriebswirtschaftslehre

Die Ausarbeitung der Untersuchung zur Optimierung von Prozessen mittels RFID wird in das Fachgebiet des Supply-Chain-Managements eingeordnet.

Auch wenn einzelne Arbeitsprozesse optimiert werden, bedeutet dies nicht, dass der Erfolg für Unternehmen langfristig gesichert ist. Die Einzelprozesse werden so aufeinander abgestimmt, dass man von Supply-Chain-Managment spricht. Dies sorgt dafür, dass eine vollständige und nachhaltige Optimierung hinsichtlich der Faktoren: Qualität, Zeit und Kosten erzielt werden kann.[50]

3 Fallbeispiele für die Optimierung von Transportsysteme

3.1 Luftfracht

Lufthansa Cargo

Das Unternehmen Lufthansa Cargo hat das Technologieunternehmen MOJIX beauftragt, ein System für Lufthansa Cargo zu konzipieren, mit dessen Hilfe man in Echtzeit (Real Time Location) sehen kann, wo sich eine Einzelsendung, eine ganze Palette oder ein Luftfrachtcontainer im Umschlagslagerbefindet. Ziel von Lufthansa Cargo ist es eine verbesserte Kontrolle der Verladungen und des Transportes der Sendungen. MOJIX hat mit Hilfe der RFID-Technologie eine Lösung für Lufthansa Cargo geschaffen.Dabei werden die Objekte nicht an Kontrollpunkten identifiziert sondern das MOJIX-System ortet die Transponder auf einen Meter genau und visualisiert diese in dreidimensionalen Räumen.[51]

3.1.1 Analyse des Praxisbeispiels Luftfracht

Lufthansa Cargo will mit dieser Technologie den Prozess der Sendungslokalisierungdurch Echtzeitoptimieren, um eine verbesserte Kontrolle der Verladungen und des Transportes der Sendungenzu erzielen. Durch den Einsatz der RFID-Technologie und des MOJIX-Systems können Prozesse nachhaltig optimiert werden. Die Qualität von Lufthansa Cargo erhöht sich und die Kosten werden gesenkt.[52]

Durch die Anbringung von RFID-Transponder können Objekte schneller im Umschlagslager geortet werden. Dies beschleunigt den Verladeprozess und verringert das Risiko des Prozesses der Fehlverladung. Auch werden die angelieferten Objekte der Spediteure automatisch erfasst, solange diese mit einem RFID-Transponder versehen sind. Die Auftragsdaten der Objekte können somit automatisch gelesen werden. Der Prozess der Zuteilung eines Lagerorteskann gesteigert werden.[53]

[...]


[1] Vgl. Wannenwetsch, H. (2014). S. 623

[2] Statista GmbH. (kein Datum). Abgerufen am 02. 02 2017 von https://de.statista.com/statistik/daten/studie/295354/umfrage/umsatzprognose-auf-dem-weltmarkt-fuer-rfid-tags/.

[3] Vgl. Wannenwetsch, H. (2010). S. 403 ff

[4] Vgl. Finkenzeller, K. (2012). S. 6

[5] Lange, V. (2010). S. 13

[6] Transponder ist aus dem Begriff Responder (senden und antworten) zusammengesetzt.

[7] Vgl. Finkenzeller, K. (2012). S. 8

[8] Vincenz, M. (2003). o.S.

[9] Vgl. Kreibich, R., Edelmann, X. (2005). S. 20

[10] Vgl. Finkenzeller, K. (2012). S. 22

[11] Vgl. Wissenheit (2003). o.S.

[12] Vgl. Kern, C. (2006). S. 41

[13] Vgl. Finkenzeller, K. (2012). S.22 f.

[14] HowStuffWorks. (kein Datum). Abgerufen von http://electronics.howstuffworks.com/radio-spectrum.htm.

[15] Vgl. Clausi, A. G. (2004). S. 12

[16] Vgl. Kreibich, R., Edelmann, X. (2005). S. 25

[17] Vgl. Kreibich, R., Edelmann, X. (2005). S. 25 f.

[18] Vgl. Kern, C. (2006). S. 47

[19] Vgl. Kreibich, R., Edelmann, X. (2005). S. 20

[20] Vgl. Finkenzeller, K. (2012). S. 465

[21] Vgl. Hermann J. Schmerlzer, Wolfgang Sesselmann. (2008).S. 63

[22] Vgl. Frost, J., Osterloh , M. (2006). S. 17

[23] Bei Input benötigt ein Prozess Einsatzfaktoren wie zum Beispiel Arbeitsleistung, Energie, Informationen usw.

[24] Als Output wird das verstanden, was durch den Input am Ende entsteht, wie zum Beispiel Produkte oder Dienstleistungen.

[25] DIN EN ISO 9000:2015 definiert Prozess als ein „Satz zusammenhängender oder sich gegenseitig beeinflussender Tätigkeiten, der Eingaben zum Erzielen eines vorgesehenen Ergebnisses verwendet. (DIN EN ISO 9000:2015-11 Absatz 3.4.1 mit diversen erklärenden Anmerkungen)

[26] Vgl. Osterloh, M., Jetta, F. (1998). S. 31

[27] TEIA AG. (kein Datum). Abgerufen am 20. 02 2017 von https://www.teialehrbuch.de/Kostenlose-Kurse/Technologiemanagement/22958-Definition-Zielsetzung-und-Aufgabe-von-Prozessmanagement.html.

[28] Vgl. Hammer, M., Champy, J. (1995). S. 48

[29] Hammer, M., Champy, J. (1995). S. 48

[30] Vgl. Frost, J., Osterloh , M. (2006). S. 17

[31] Frost, J., Osterloh , M. (2006). S. 17

[32] Vgl. Jochem, R., Mertins, K., Knothe, T. (2010). S. 57

[33] Vgl. Jochem, R., Mertins, K., Knothe, T. (2010). S. 57 f.

[34] Vgl. Remus, U. (2002). S. 67 ff.

[35] Eigene Darstellung in Anlehnung an Wagner, K.-W., Patzak, G. (2007). S. 23

[36] Vgl. Ehrhardt, S. (2014). S. 11

[37] Vgl. TEIA AG. (kein Datum). Abgerufen am 20. 02 2017 von https://www.teialehrbuch.de/Kostenlose-Kurse/Technologiemanagement/22958-Definition-Zielsetzung-und-Aufgabe-von-Prozessmanagement.html.

[38] Vgl. Hirzel, M., Geiser, U., Gaida, I. (2013). S. 9 f.

[39] Vgl. Krampf, P. (2016). S. 139

[40] Vgl. Fischermanns, G. (2013). S. 45 ff.

[41] Vgl. R. Scholz, A. Vrohlings. (1994). S. 21 ff.

[42] Vgl. Brecht-Hadraschek, B., Feldbrügge, R. (2013). S. 17

[43] Vgl. Pfohl, H.-C. (2004a). S. 4 ff.

[44] Vgl. Helbig, R. (2003).S. 37

[45] Eigene Darstellung in Anlehnung an Ralf Helbing (2003), S. 38

[46] Vgl. Helbig, R. (2003). S. 39

[47] Helbig, R. (2003). S. 40

[48] Vgl. Becker, T. (2008). S. 169

[49] Becker, T. (2008). S. 169

[50] Vgl. Erlach, K. (2007). S. 31

[51] Vgl. Casini, J. (14. 04 2010). Abgerufen am 03. 03 2017 von https://lufthansa-cargo.com/de/-/lhc-press-media-details-2010-page4-1.

[52] Vgl. Casini, J. (14. 04 2010). Abgerufen am 03. 03 2017 von https://lufthansa-cargo.com/de/-/lhc-press-media-details-2010-page4-1.

[53] Vgl. Schoetzke, F., Krischel, P. (kein Datum). S. 4 f.

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten

Details

Titel
Optimierung von Prozessen mittels RFID-Technologie in Transportsystemen und der Versand von Wechselbrücken im Speditionsgewerbe
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg  (EURO FH)
Veranstaltung
B.Sc. Logistikmanagement
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
76
Katalognummer
V415871
ISBN (eBook)
9783668666986
ISBN (Buch)
9783668666993
Dateigröße
1521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
RFID, optimierung von Prozessen, Transportsysteme
Arbeit zitieren
Bülent Celik (Autor), 2017, Optimierung von Prozessen mittels RFID-Technologie in Transportsystemen und der Versand von Wechselbrücken im Speditionsgewerbe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415871

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