Die "Moderne" ist ein vielschichtiger Begriff um den es bis heute viele kontroverse Meinungen gibt und der auch die literarische Moderne mit einbezieht. Er bildet zum einen eine historische und zum anderen eine systematische Kategorie. Ziel dieser Arbeit soll sein, die Bedeutungen des Begriffes und die Entstehung der literarischen Moderne anhand der Berliner Proklamation darzustellen.
Überdies soll die Umsetzung der neuen literarischen Regeln am Beispiel der naturalistischen Lyrik Arno Holz‘ untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Entstehung der literarischen Moderne
2. Selbststilisierung und Kommunikationsstrategien – die Veröffentlichung der 10 Thesen des Vereins „Durch!“
3. Arno Holz‘ Lyrik und der Naturalismus, eine Umsetzung der Moderne?
4. Ein Wendepunkt der Literatur?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entstehung und den Begriff der „literarischen Moderne“ um 1900, wobei ein besonderer Fokus auf der Berliner Proklamation des Vereins „Durch!“ sowie der praktischen Umsetzung literarischer Neuerungen im Werk von Arno Holz liegt.
- Historische und systematische Einordnung des Modernebegriffs um 1900
- Die Rolle von Manifesten und Proklamationen als Kommunikationsstrategien
- Der Einfluss des Naturalismus auf die literarische Moderne
- Analyse von Arno Holz’ Lyrik als experimentelle „Wortkunst“
- Diskussion der Moderne als Wendepunkt der Literaturgeschichte
Auszug aus dem Buch
3. Arno Holz‘ Lyrik und der Naturalismus, eine Umsetzung der Moderne?
Zu Beginn kann festgehalten werden, dass der Naturalismus eine Strömung von Theorien, Programmen, Proklamationen, Entwürfen, Leitartikeln und Thesen war, welche alle zur Revolution der Literatur beitragen sollten und haben. Diese Entwicklung mit Breitenwirkung war in Deutschland an Theatergründungen geknüpft und mit den zahlreichen Publikationen in Zeitschriften, zum Beispiel der Zeitschrift Freie Bühne, verbunden. „Um 1890 lag ein Gefühl von Revolution in der Luft, das sich literarisch zuerst in der Lyrik bemerkbar machte.“ Die damaligen Dichter nannte man erst „Jüngst Deutsche“, bevor sie später als frühe Naturalisten bezeichnet wurden. „Arno Holz, der eigentliche Theoretiker des deutschen Naturalismus, […] [forderte] die radikale Verneinung des Gewesenen und damit ein ebenso radikales Bekenntnis zur ‚Wahrheit‘, […] zu einem neuen, naturwissenschaftlichen Denken.“
Er verfasste 1899 selbst eine Reform der Lyrik, indem er seine neuen Methoden (z.B. die Mittelachsenpoesie) zu erklären versuchte. Am Ende des Buches der Zeit tauchen erste Gedichtzeilen auf, die noch nicht mittelachsig, aber schon auffällig anders waren. Sein daraus resultierendes „Weltgedicht“ Phantasus wird durch das biogenetische Grundgesetz bestimmt und bekommt seine Imagination durch die unterschiedlichen Stufen der Natur, die das lyrische Ich durchläuft, während es sich an jegliche Vor-Ichs erinnern kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Entstehung der literarischen Moderne: Dieses Kapitel erläutert den vielschichtigen Begriff der Moderne und grenzt ihn von gesellschaftlichen sowie ästhetischen Veränderungsprozessen ab.
2. Selbststilisierung und Kommunikationsstrategien – die Veröffentlichung der 10 Thesen des Vereins „Durch!“: Hier wird die Rolle des Vereins „Durch!“ und dessen Berliner Proklamation als theoretisches Fundament der naturalistischen Bewegung und als Marketing-Strategie beleuchtet.
3. Arno Holz‘ Lyrik und der Naturalismus, eine Umsetzung der Moderne?: Das Kapitel untersucht Arno Holz als zentralen Theoretiker und Lyriker des Naturalismus und analysiert seine experimentellen Textverfahren im „Phantasus“.
4. Ein Wendepunkt der Literatur?: Abschließend wird diskutiert, inwiefern die literarische Moderne tatsächlich einen Wendepunkt markiert und wie sie sich in Abgrenzung zur Antike und vorangegangenen Epochen definiert.
Schlüsselwörter
Moderne, Literaturgeschichte, Naturalismus, Arno Holz, Berliner Proklamation, Durch!, Phantasus, Ästhetik, Mittelachsenpoesie, Jahrhundertwende, Literaturreform, Avantgarde, Wortkunst, gesellschaftlicher Wandel, Literaturpluralismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entstehung der literarischen Moderne um das Jahr 1900 und untersucht, ob und wie diese als Wendepunkt der Literaturgeschichte verstanden werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die theoretische Begriffsbestimmung der Moderne, die Rolle literarischer Manifeste und die künstlerische Praxis des Naturalismus am Beispiel von Arno Holz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der „modernen Regeln“ darzustellen und zu prüfen, ob die ästhetische Moderne einen bewussten Gegensatz zur Antike darstellt oder aus anderen historischen Strömungen resultiert.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse von Primärquellen, insbesondere Manifesten und lyrischen Werken, sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der literaturwissenschaftlichen Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Bedeutung der Zehn Thesen des Vereins „Durch!“ sowie einer detaillierten Interpretation von Arno Holz’ Lyrik, insbesondere seinem Werk „Phantasus“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Moderne“, „Naturalismus“, „Arno Holz“, „Wortkunst“ und „gesellschaftlicher Wandel um 1900“ charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Berliner Proklamation des Vereins „Durch!“?
Sie gilt als das theoretische Gründungsdokument, das den Begriff der „Moderne“ in der Literatur etablierte und eine Abkehr vom klassischen Kunstideal forderte.
Wie unterscheidet sich Arno Holz’ Ansatz von der traditionellen Lyrik?
Holz brach mit traditionellen Formen, nutzte experimentelle Textkonstruktionen wie die Mittelachsenpoesie und versuchte, wissenschaftliche Genauigkeit mit ästhetischer Gestaltung zu verbinden.
Wird die Moderne als abgeschlossene Epoche betrachtet?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Moderne kein abgeschlossener Zustand ist, sondern ein Prozess, der auch über das Jahr 1900 hinaus in späteren Strömungen nachwirkt.
- Arbeit zitieren
- Nicole Schönbach (Autor:in), 2013, Die literarische Moderne, ein Wendepunkt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415909