Das Peisistratidenbild bei Herodot, Thukydides und Aristoteles


Hausarbeit, 2014

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kontexte der Darstellung der Peisistratiden bei Herodot, Thukydides und Aristoteles
2.1. Herodot
2.2. Thukydides
2.3. Aristoteles

3.Das Peisistratidenbild
3.1. Peisistratos – Machtergreifung und Herrschaft
3.2. Hippias, Hipparchos, Thessalos, Hegesistratos – Herrschaft, das Attentat von 514 und dessen Konsequenzen
3.3. Die Peisistratos-Bilder im Vergleich
3.4. Die Bilder der anderen Peisistratiden im Vergleich: Hippias, Hipparchos und Thessalos
3.5. Zielsetzung der Darstellung der Peisistratiden

4. Zusammenfassung

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Tyrannis in Athen, von 561/60-511/10 mit längeren Unterbrechungen, erwuchs aus dem Ringen adliger Familien um die Vorherrschaft im Staate. Auf sie folgte die Demokratie. Die Tyrannis, der Systemwechsel und die (neue) Demokratie wurden im Nachhinein eingehend erforscht, bewertet und gedeutet. Die Verfassungsdebatte bei Herodot, die Abhandlung über Staatsformen in der Nikomachischen Ethik des Aristoteles und die genaue Analyse der politischen Verhältnisse im Athen des peloponnesischen Krieges durch Thukydides zeugen vom antiken Interesse an Staatsformen und guten wie schlechten inhärenten Eigenschaften der jeweiligen Organisation.

In dieser Arbeit soll die Darstellung der Peisistratiden anhand entscheidender Textstellen in den Historien Herodots, dem Peloponnesischen Krieg von Thukydides und der Athenaion Politeia von Aristoteles untersucht werden und damit verbundene Bewertungen und Deutungen für das entworfene Bild herausgearbeitet werden. Es soll dabei vor allem um die zugeschriebenen Eigenschaften und die Regierungsweise der Peisistratiden gehen.

Die Forschung ist in Bezug auf die Peisistratiden oftmals auf diese drei Autoren angewiesen, die jedoch ihrerseits unterschiedliche Schwerpunkte setzten und auch ihren eigenen politischen Standpunkt einbrachten. Letzteren zu erarbeiten kann und soll diese Arbeit nicht leisten. Es soll aber versucht werden, bestimmte Tendenzen der Autoren, die das Gesamtbild mitgestalten, ausfindig zu machen und an Textstellen festzumachen.

Bei den hier behandelten antiken Autoren muss auch die Quellenfrage gestellt werden. Eine endgültige Feststellung der primären Quellen ist jedoch nicht möglich, weil keiner der Autoren seine Quellen zitiert oder ausdrücklich nennt.1 Herodot musste sich als erster Bearbeiter daher der "Erkundung" bedienen, d.h. durch Fragen und Nachforschen die Geschichte rekonstruieren.2 Thukydides griff wahrscheinlich auf Herodots und des Atthidographen Hellanikos Werk zurück, aber auch er musste sich bei der "Auffindung der Wahrheit"3, auf Inschriften verlassen.4 Aristoteles standen schon Thukydides' und Herodots Werk zur Verfügung, daneben verwendete er wohl eine Atthis von Androtion.5

Zuerst werden die Kontexte der Darstellung der Peisistratiden bei den Autoren genannt (Kap.2). Im Anschluss wird die Peisistratiden-Darstellung, unterteilt zwischen Peisistratos und seinen Söhnen, untersucht, im zweiten Schritt nach demselben Schema verglichen. Schließlich wird die Zielsetzung der Darstellung verglichen und interpretiert (Kap.3). Die Arbeit endet mit einer kurzen Zusammenfassung der Ergebnisse (Kap.4).

Durch diese Vorgehensweise soll vor allem der Darstellung Rechnung getragen werden, da sie bei den Autoren durchaus unterschiedlich ist. So berichtet Herodot weniger ausführlich als Aristoteles und nennt auch manche Ereignisse nicht. Auch durch Weglassen von Information wird das Bild beeinflusst.6 Erst wenn das erfolgt ist, werden die entworfenen Bilder verglichen, um dahinterliegende Schwerpunkte besser herauszuarbeiten. Schließlich sollen Veränderung oder Konstanz, Unterschiede oder Gleichartigkeiten in den Berichten im Hinblick auf mögliche Sichtweisen der Autoren auf die Peisistratiden verglichen und interpretiert werden.

2. Kontexte der Darstellung der Peisistratiden bei Herodot, Thukydides und Aristoteles

2.1. Herodot

Herodot platziert seinen Exkurs zur Machtergreifung und Herrschaft des Peisistratos im Kroisos-Logos7. Er ist als Kurzgeschichte konzipiert,8 welche dadurch eingeleitet wird, dass Kroisos sich nach der Lage der Hellenen erkundigt, Peisistratos' Tyrannis fiel in die Zeit seiner Herrschaft. Kroisos und Peisistratos stehen für Herodot im selben Themenkomplex: in beiden Geschichten sind Orakel und die Persönlichkeit des Herrschers entscheidend, (beispielsweise Hdt.1.55 Kroisos, Hdt.1.62 Peisistratos) und maßgeblich für den weiteren Verlauf der Geschichte. Hier ist vor allem die enge Verknüpfung von "politische[m] Geschehen" und "persönliche[m] Schicksal des handelnden Herrschers"9 wichtig, die bei Kroisos wie Peisistratos gegeben ist.

Der Mord an Hipparchos und das Ende der Tyrannis werden als Exkurs in die Schilderung der Demokratie des Kleisthenes verlegt10, um hervorzuheben, dass, obwohl Athen unter den Tyrannen mächtig war, "es jedoch nachdem es von der Tyrannenherrschaft befreit worden war, noch mächtiger" wurde11.

2.2. Thukydides

Thukydides geht in seinem Werk nur auf das Attentat und den anschließenden Fall der Tyrannis ein12. Der Exkurs passt aber zur Situation, über die Thukydides schreibt: das Klima des Misstrauens in Athen im Jahr 415.13 Durch die Furcht der Athener vor den Tyrannen kann er zur Tyrannis überleiten.14 Diese wurde aus einer volkstümlichen Überlieferung gespeist, dass sie sich nicht selbst der Tyrannis entledigten, sondern der Spartaner und Alkmeoniden bedurften.15 Woran er Anstoß nimmt, hat Thukydides schon erwähnt16: er störte sich an der Unwissenheit und Leichtgläubigkeit der Athener.17 Er will ein berichtigtes Bild, sowohl der Fakten als auch der Beurteilung nach, vermitteln und eine "historische(...) Lüge" berichtigen: "Ursache und Wirkung [des Attentates] werden miteinander vertauscht."18

2.3. Aristoteles

In die AP ist die Tyrannis der Peisistratiden chronologisch eingefügt.19

3.Das Peisistratidenbild

3.1. Peisistratos – Machtergreifung und Herrschaft

Herodot verwendet dreiteilige Muster,20 die die Tyrannis als unnatürlich,21 im Falle des Peisistratos aber unwiderstehlich und gottgewollt erscheinen lassen.22 Auf sprachlicher Ebene wird so die Unnatürlichkeit der Tyrannis gezeigt.

Herodots Bild von Peisistratos stellt erstens auf seine Intelligenz, die vor allem zur Täuschung dient23, und weitere Voraussetzungen ab. Zuerst machte er sich zum "Führer des Bergvolkes", außerdem war er durch seine Taten als Feldherr gegen Megara bekannt24. Bei seinem ersten Versuch der Machtergreifung "betörte" er das Volk mit seiner List25, seine Intelligenz zeigte sich auch im zweiten Schritt: "die Bewilligung der Leibwache [war] letztlich ein Gradmesser seiner Beliebtheit"26. Die List mit Hilfe der Phye tadelt Herodot wegen ihrer Einfalt,27 das bleibt aber eine Ausnahme, die Kritik fällt zum Teil auch auf die Athener. Bei der dritten Machtergreifung lässt Peisistratos keinen Widerstand aufkommen: er lässt verkünden, dass die Athener "sich nicht fürchten, sondern heimgehen [sollten], ein jeder in sein Haus"28, und erreicht so Ruhe und Ordnung.

Auf der anderen Seite betont Herodot den Götterwillen:29 Schon das Omen bei Peisistratos' Geburt30 ist typisch: "wie bei anderen bedeutenden Tyrannen erzählte man später von beängstigenden Vorzeichen, bevor der künftige Gewalthaber geboren wurde"31. Der Tyrann beachtete den Willen der Götter,32 ein weiterer Beweis für seine Vorsicht und Intelligenz33, . Peisistratos war die Tyrannis, (zumindest bei seinem dritten Versuch) durch die Götter bestimmt, es gab nichts, was die Athener dagegen tun konnten.34

Peisistratos' Herrschaft (über die seiner Söhne verlautbart Herodot nichts bis zum Attentat von 514v. Chr.35 ), wird positiv dargestellt: er "regierte die Stadt nach dem herkömmlichen Brauch und richtete sie schön und trefflich her"36. Das galt jedoch vor allem für seine erste Herrschaftsperiode. Nachdem er vertrieben worden, beziehungsweise selbst außer Landes gegangen war, stellte sich auch dies anders dar: Peisistratos eroberte Athen37 und sicherte die Herrschaft durch "zahlreiche[s] Kriegsvolk" und die Stellung von Geiseln, auch Naxos unterwarf er gewaltsam38. Trotzdem wurde seine Herrschaft insgesamt nicht negativ beurteilt.39 Herodots Kritik richtet sich vielmehr gegen einen Teil der Athener: sie sehen Peisistratos tatenlos zu als er landet, vielen sei "ein Herr lieber (...) als die Freiheit"40. Die vorgebrachte Entschuldigung für die Übrigen ist oben schon genannt worden: Peisistratos wird von den Göttern begünstigt.

Herodot hält Peisistratos zugute, dass er nur wie ein Verwalter der bestehenden Ordnung gewirkt habe41. Dennoch bemängelt er Defizite in der Außenpolitik: die Tyrannis hielt die Athener schwach, während die Demokratie sie stärkte.42

Aristoteles beginnt seinen Bericht von der Machtergreifung mit einer differenzierten Beschreibung der um die Macht ringenden Parteien43. Peisistratos ist demnach "der volksfreundlichste", seine Gegner streben andere Verfassungsentwürfe an.44 Das ist auch seine bestimmende Eigenschaft: mehrfach wird seine Volks-/Menschenfreundlichkeit ausdrücklich erwähnt45. Hierbei muss zwischen der Volksfreundlichkeit als politischem Programm im Gegensatz zu seinen Kontrahenten,46 und der generellen Menschenfreundlichkeit unterschieden werden. Letztere betrifft alle: die Armen, denen er Geld vorstreckt, und ebenso die "Mehrheit (...) der Adligen", sogar "Übeltäter"47. Auch seine Taten im Krieg um Salamis werden positiv hervorgehoben.48 Außerdem wird auf seine Aufrichtigkeit hingewiesen: nicht er, sondern Megakles hat die Idee, Phye zu benutzen, um ihm wieder an die Macht zu verhelfen.49 Aristoteles kritisiert den Plan als "primitive und allzu einfache Weise" die Macht wiederzuerlangen50 und damit eher Megakles und Peisistratos als die Athener, im Gegensatz zu Herodot.

Ansonsten ist Peisistratos wenig listig: zwar verletzte er sich selbst, um die Athener zu täuschen, als er aber die Leibwache forderte, soll Solon dagegen gesprochen haben,51 seine Absichten lagen also offen und die Athener hätten sie erkennen müssen.52 Nur in der Entwaffnung der Bevölkerung53, ging er zielführend vor: "Nachdem er seine Rede beendet hatte, sagte er auch, was mit den Waffen geschehen sei; sie sollten weder erstaunt noch entmutigt sein, sondern nach Hause gehen und sich um ihre Privatgeschäfte kümmern, die gesamten Staatsgeschäfte werde er selbst führen."54

Peisistratos ist doch zur List fähig: im Einklang mit seiner Milde und Menschenfreundlichkeit verfolgt er eine Politik des Festhaltens der Bevölkerung auf dem Land. Aristoteles führt hier genauer aus55: erstens soll sie von der Stadt ferngehalten werden, zweitens soll sie "bei mäßigem Wohlstand und mit den eigenen Angelegenheiten beschäftigt weder Lust noch Zeit [haben]", an der Politik teilzunehmen. Dazu gehört auch die Versorgung der Armen mit Geld, damit sie vom Ackerbau leben konnten.56 Peisistratos sei selbst aufs Land gereist, um "Aufsicht zu führen", sodass keine Notwendigkeit bestand, in die Stadt zu kommen.57 Die Anekdote vom Bauern am Hymettos58, fasst das Konzept zusammen: Peisistratos freut sich wegen seiner Menschlichkeit über "seinen Freimut und seinen Fleiß", damit er aber keinen weiteren Grund zur Beschwerde habe, "befreite [er] ihn von allen Abgaben". Das eigentlich negative Fernhalten der Bevölkerung von der Politik wird durch sein sonstiges Verhalten, (Milde, niedrige Steuern,, Menschenfreundlichkeit59 ) geadelt, die Herrschaft wird positiv gesehen: Aristoteles könnte sie als Fortführung der solonischen Verfassung empfunden haben60, immerhin sei Peisistratos vor dem Areiopag erschienen und "wollte (...) alles nach den Gesetzen verwalten"61. Dank solchen Verhaltens lobt Aristoteles indirekt seine Herrschaft: "deshalb hat man oft gesagt, die Tyrannis des Peisistratos sei das 'Goldene Zeitalter des Kronos' gewesen"62.

3.2. Hippias, Hipparchos, Thessalos, Hegesistratos – Herrschaft, das Attentat von 514 und dessen Konsequenzen

Hegesistratos wird in keinem der Werke näher erwähnt. Herodot berichtet in seiner Schilderung des Attentates und der sich 4 Jahre später anschließenden Befreiung nichts von Thessalos. Von Hipparchos wird nur ein Traum erwähnt, indem ihm Leid als Sühne für seine Frevel prophezeit wird, was sie sind bleibt offen63. Hippias findet dagegen breitere Erwähnung. Er war Tyrann, nicht sein Bruder Hipparchos.64 Wie für Peisistratos ist genaue Kenntnis von Orakeln und Omen charakteristisch für ihn. Auch die richtige Deutung zeigt wieder Intelligenz an. Das wird an zwei Stellen deutlich: an ersterer gibt Hippias die versuchte Rückkehr aufgrund eines Traumes und eines seiner ersten Deutung widersprechenden Zeichens auf, an zweiterer kann er den Lauf der Geschichte durch die eingeholten Orakel prophezeien, aber nicht ändern: Die Korinther würden dereinst die Peisistratiden zurückwünschen, "dies sagte er, weil er die Weissagungen genau kannte."65 Sokles' Rede behandelt zwar die Tyrannen Korinths, weil sie aber in einer Verhandlung über die Unterstützung des Hippias gehalten wird, werden die genannten Attribute auch mit ihm als Tyrannen assoziiert.66 Über seine Art zu herrschen berichtet Herodot nichts, darüber hinaus lässt er jedoch keinen Zweifel, dass Hippias ein Tyrann ist. So erwähnt er den politischen Mord am Olympiasieger Kimon67 und weist auf die Täuschung hin: die Peisistratiden wollen mit dem Mord nichts zu tun gehabt haben.68 Außerdem stellt er Hippias als engen Verbündeten der Perser dar69, durch die "Hellas mehr Unglück [hat] erleiden müssen als in zwanzig anderen Menschenaltern"70.

[...]


1 Vgl. Simon Hornblower, Th. aus Athen, in: DNP 12/1, 2002, S. 505-512.

2 Meister, Klaus, Herodotos, in: DNP 5, 1998, S. 467-475.

3 Thuk. 1.22.2-3, An Übersetzungen wurden die im Quellen- und Literaturverzeichnis genannten verwendet.

4 Simon Hornblower, Th. aus Athen, in: DNP 12/1, 2002, S. 505-512.

5 Meister, Klaus, Androtion, in: DNP 5, 1996, S. 696.

6 Vgl. Gray, Vivienne, Reading the rise of Pisistratus: Herodotus 1.56-1.68, in: Histos 1, 1997, S.128-153, Herodot ließ z.B. die Einnahme von Sigeum aus, weil "they might not have served his theme", Hdt. 5.94, S. 132.

7 Hdt. 1.59-1.64.

8 Zur Rolle der Kurzgeschichten vgl. Gray, Vivienne, Short stories in Herodotus' Histories, in: Bakker, Egbert J./ van Wees, Hans/ Jong, Irene J.F. De (Hrsg.), Brill's companion to Herodotus, Leiden/Boston 2002, S. 292-317. "While the main story addresses the expansion of eastern power, Greeks often appear in 'short stories'", S. 298.

9 Cobet, Justus, Herodots Exkurse und die Frage der Einheit seines Werkes, Historia 17, Wiesbaden 1971, zit. nach Shimron, Binyamin, Politics and belief in Herodotus, Historia Einzelschriften 58, Wiesbaden 1989, S. 82-83.

10 Hdt.5.55ff.

11 Hdt. 5.66.

12 Thuk. 6.53.3-6.59.4.

13 Thuk. 6.53.2.

14 Thuk. 6.53.2.

15 Vgl. Gomme, A.W./ Andrewes, A./ Dover, K.J./ A Historical Commentary On Thucydides. Books V 25-VIII, Oxford 1970, S. 325f.

16 Thuk. 1.20.2.

17 Vgl. dazu auch Pothou, Vassiliki, La place et le rôle de la digression dans l'oeuvre de Thucydide, Historia Einzelschriften 203, Stuttgart 2009, S. 146.

18 Stahl, Hans-Peter, Thukydides. Die Stellung des Menschen im geschichtlichen Prozeß, Zetemata Monographien Zur Klassischen Altertumswissenschaft 40, München 1966, S. 8.

19 Hier Arist. AP 13-19, da immer die AP des Aristoteles zitiert wird, wird folgendermaßen zitiert: AP....

20 Moles, John, Herodotus and Athens, in: Bakker, Egbert J./van Wees, Hans/ Jong, Irene J.F. De (Hrsg.), Brill's companion to Herodotus, Leiden/Boston 2002, S. 32-52: so gibt es drei Warnungen an Peisistros' Vater, Hdt.1.59, drei Rivalen um die Macht, drei Versuche, sie zu erringen, S. 37.

21 Ders. a.a.O., stellt hier auf Vokabular ab und die Vorgänge vor Peisistratos' Geburt: die Tyrannis war noch nicht "festgewurzelt", Hdt. 1.60, die Kessel fangen von selbst an zu kochen, Hdt.1.59.

22 Vgl. Lavelle, Brian M., The compleat angler. Observations on the rise of Peisistratus in Herodotus (1.59-1.64), in: Classical Quarterly 41, 1991, S. 317f, Spruch des Sehers bei Pallene, Hdt. 1.62.

23 Vgl. Osborne, Robin, Archaic Greek History, in Bakker, Egbert J./ van Wees, Hans/ Jong, Irene J.F. De (Hrsg.), Brill's companion to Herodotus, Leiden/Boston 2002, S. 516 "His account of Peisistratus (...) is strongly weighted toward Peisistratus the deceiver".

24 Hdt. 1.59.

25 Hdt. 1.59.

26 Libero, Loretana de, Die archaische Tyrannis, Stuttgart 1996, S. 57.

27 Hdt. 1.60.

28 Hdt. 1.63.

29 Vgl. Lavelle, 1991, S. 318, benennt beide Aspekte als "surpassing intelligence" und "divine sponsorship".

30 Hdt. 1.59.

31 Berve, Helmut, Die Tyrannis bei den Griechen. Erster Band. Darstellung, München 1967, S. 47.

32 Parallele zu Kroisos, der ebenfalls sehr auf die Orakel bedacht ist und sein Handeln nach ihnen ausrichtet, Hdt. 1.53, dasselbe gilt später auch für Hippias, Hdt. 5.93.

33 Hdt. 1.61 (kein Verkehr mit Megakles' Tochter wegen des Fluches), Hdt, 1.64 (Entsühnung von Delos).

34 Vgl. Lavelle, 1991, S. 322f. Thunfisch-Metapher aus dem Orakelspruch, Hdt. 1.62, die Thune (Athener) können dem Fischer (Peisistratos) nicht entkommen. Das Orakel dient der Rechtfertigung der Niederlage und Hervorhebung von "Peisistratos' irresisitibility", ebenso Gray, 1997, S. 149f.: "stories of tyrants were regularly conceived in conventional and mythical terms, (...) and the tyrants' irresistibility is a constant feature."

35 Deshalb wird hier auf die gesamte Herrschaft der Peisistratiden bis 514 v.Chr. eingegangen.

36 Hdt. 1.59.

37 Vgl. Berve, 1967, "Es war kaum anders, als wenn ein fremder Monarch Attika erobert hätte", S. 52.

38 Hdt. 1.64.

39 Ebd.: "Könnte man die positive Beurteilung [der Peisistratidentyrannis] durch Thukydides, (...) damit erklären, daß zu ihrer Zeit die demokratische Freiheit suspekt geworden war, so zeugt doch Herodot davon, daß selbst in der perikleischen Epoche (...) die Gestalt des Peisistratos nicht in Verruf gekommen war", S. 57. Hdt. trennte hier zwischen Herrschaft und Tyrann selbst, vgl. Lateiner, Donald, The historical method of Herodotus Phoenix. Supplementary Volume 23, Toronto 1989, S. 171.

40 Hdt. 1.62.

41 Hdt. 1.59.

42 Hdt. 5.66, 5.78, Gray 1997, "the weakening effects of tyrany, which makes people serve tyranny's own narrow interest", S. 134.

43 Arist. AP13,4.

44 AP 13,4.

45 AP 13,4/14,1/16,1/doppelt in 16,8, in Anekdoten schwingt sie mit, AP 16,6.

46 AP 13,4.

47 AP 16,8 und Ap 16,2.

48 AP 14,1.

49 AP 14,4.

50 Ebd.

51 AP 14,2.

52 Vgl. Gouschin, Valerij, Pisistratus' leadership in AP. 13.3 and the establishment os the tyranny of 561/60 B.C., in: Classical Quarterly 49.1, 1999, S. 14-23, verfolgt sogar die These, Peisistratos sei ob seiner militärischen Erfolge von der Versammlung der Hopliten gewählt worden, um die Stasis zu beenden, daher die Leibwache aus Knüppelträgern, als „prostates tou demo“, es waren klare Erwartungen mit ihm verbunden, S. 17f.

53 AP 14,4-5.

54 Chambers 1990, die Geschichte ist sehr umstritten. "Herodot ignoriert sie ganz, und die Naivität des Volkes ist unglaublich." Bei Thukydides taucht sie im Zusammenhang mit dem Attentat von 514 auf. Chambers äußert die These, dass Aristoteles das Verhalten sizilischer Tyrannen verallgemeinert: "Da Peisistratos die athenische Tyrannenherrschaft begründet habe, werde ihm der Trick zugeschrieben.", S. 206f.

55 AP 16,3-5

56 AP 16,2-3, Chambers 1990, hält es für wahrscheinlicher, dass Peisistratos seine Anhänger belohnen wollte, um seine Herrschaft zu festigen, S. 209.

57 AP 16,5.

58 AP 16.6.

59 AP 16,4/16,7.

60 Vgl. Chambers 1990, S. 208.

61 AP 16,8, siehe auch 16,2.

62 AP 16,7.

63 Hdt. 5.56.

64 Hdt. 5.55.

65 Hdt.6.107 und 5.93.

66 Moles 2002: "This account contains standard items of tyrannical typology", S. 39.

67 Laut Berve 1967, stehen sie im Verdacht, die Tat begangen zu haben. Es ist jedoch nicht sicher, so dass Herodots Darstellung sie den Tyrannen hier anzulasten zu versuchen scheint, S. 65.

68 Hdt. 6.34, 6.38.

69 Hdt. 5.96, 6.109.

70 Hdt. 6.98.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Das Peisistratidenbild bei Herodot, Thukydides und Aristoteles
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Geschichtswissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V416228
ISBN (eBook)
9783668672574
ISBN (Buch)
9783668672581
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alte Geschichte, Herodot, Thukydides, Athen
Arbeit zitieren
Marius Luszek (Autor), 2014, Das Peisistratidenbild bei Herodot, Thukydides und Aristoteles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/416228

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