Die Nachhaltigkeit des Möbelherstellers IKEA

Wie umweltfreundlich ist das Unternehmen wirklich


Hausarbeit, 2015

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Forschungsfrage

1.2 Vorgehensweise

2 Vorstellung des Möbelherstellers

2.1 Kurzdarstellung

2.2 Vision und Geschäftsidee

3 Wie wirbt IKEA für ihre Nachhaltigkeit?

4 Nachhaltigkeit

4.1 Was ist Nachhaltigkeit überhaupt?

4.2 Kleiner historischer Rückblick

4.2.1 Intensivierung der Waldnutzung nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges

4.2.2 Verstärkung des staatlichen Zugriffs auf den Wald im 18. Jahrundert

4.3 Was kann und muss der Staat beitragen, damit Leitlinien und Grenzen eingehalten werden?

4.4 Anmerkung zum Nutzen und zur Nutzung des Waldes

5 IKEA in Wuppertal

5.1 Entwicklung des Standortes

5.2 Es ist nicht alles Gold was glänzt

6 Kritische Betrachtungen

7 Fazit und Ausblick

Glossar

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Literatur- und Quellenverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung, Zielsetzung und Forschungsfrage

Jeder Deutsche kennt das Möbelhaus IKEA, fast jeder hat mindestens ein Möbelstück in seinen eigenen vier Wänden von dem schwedischen Unternehmen. Für Viele ist ein Besuch in den Möbelhäusern zu einem absoluten Kult geworden, man wird durch die einzelnen Abteilungen geführt. Markierungen auf dem Boden weisen einem den Weg. Man ist fast gezwungen die unzähligen Möbelstücke und Accessoires zu bestaunen, da es keinen anderen Weg gibt. Am Ende geht die Route direkt durch ein riesen Lager, indem die eingepackten Möbel selbstständig aus den Regalen geholt werden können, falls diese nicht schon vergriffen sind. Die Reise ist damit aber noch nicht zu Ende, nachdem der halbautomatisierte Kassenbereich passiert ist, werden am Imbissstand erstmal günstige Hot Dogs zu sich genommen und die Getränke Flatrate ausgenutzt. Wer dann noch Hunger hat, holt sich zudem ein leckeres Eis. Diesem Ablauf oder so ähnlich, sind 2014 Weltweit 716 Millionen Menschen gefolgt.1 Man hat schon richtig gelesen, "Millionen".

Im Fernsehen und auch auf der Website von IKEA wird groß mit dem Slogan „Nachhal­ tigkeit" geworben. ,,Was aber ist in Wuppertal geschehen, eine Großstadt in Nordrhein Westfalen, die normalerweise nur mit ihrer Schwebebahn für Aufsehen sorgt?" Genau hier wird an einem Autobahnkreuz ein neues Möbelhaus des schwedischen Giganten entstehen, dem es aber nicht zu schade ist, dafür 9.500 qm Wald zu roden.2

Für mich stehen daher sehr viele Fragen im Raum, die alle geklärt werden wollen. Doch in der vorliegenden Arbeit werde ich mich nur mit einer beschäftigen. Nämlich mit der Frage, "ob IKEA wirklich so nachhaltig handelt, wie sie behaupten oder ist ihnen ihre Umwelt doch nicht so wichtig, wie sie schreiben?"

1.2 Vorgehensweise

In der vorliegenden Arbeit wird die Vorgehensweise eines großen Möbelherstellers kritisch hinterfragt. Das Unternehmensleitbild sowie die Haltung zur Nachhaltigkeit werden herausgearbeitet. Der Begriff „Nachhaltigkeit" wird erklärt, der in unserer Kultur mehr und mehr an Wichtigkeit gewinnt. Danach wird offengelegt, wie sich einer der größten Möbelkonzerne der Welt in einer Stadt in Nordrhein-Westfahlen verhält, wenn er einen neuen Standort eröffnen möchte.

2 Vorstellung des Möbelherstellers

2.1 Kurzdarstellung

Der IKEA Konzern ist die größte Möbelhauskette der Welt. Sie besitzen 315 Einrichtungshäusern in 27 Ländern wo sie ca. 150.000 Mitarbeiter beschäftigen, von denen rund 15.000 in Deutschland arbeiten. Das Möbelhaus hat einen enormen Umsatz von weltweit EUR 28,7 Mrd. mit ihren Möbeln und EUR 1,46 Mrd. mit ihrem Essensangebot in 2014 erziehlen können.3 Allein in Deutschland hat ist IKEA an 48 Standorten mit ca. 16.000 Mitarbeitern vertreten. Die IKEA Deutschland GmbH & Co. KG konnte mit deren Hilfe einen Umsatz von EUR 4,12 Mrd. erwirtschaften. Das Konzept, welches hinter diesem Konzern steckt, entstand in den 40er Jahren in Seheden in einem kleinen Schuppen.

Aus einem kleinen Schuppen der sich auf dem elterlichen Grund und Boden des Schweden lngvar Kamprad befand, wurde bereits 10 Jahre später eine Möbelausstellung, wo Kunden Möbel betrachten konnten. Das erste große Einrichtungshaus entstand 1963 in Stockholm, wo der Kundenandrang so groß war, dass das Personal zum Bedienen nicht ausreichte. Kurzerhand wurde das Lager für Kunden geöffnet und das Selbstbedienungsprinzip bei IKEA war erfunden.4 Eine Idee, die Jahrzehnte später weltweit vertreten sein wird, war geboren. Das erste Einrichtungshaus in Deutschland wurde übrigens bereits 1974 in Eching bei München eröffnet.

[Abbildungen und Tabellen sind nicht enthalten in dieser Leseprobe.]

Abbildung 1: Schuppen auf dem elterlichen Hof in Elmtaryd

Quelle : IKEA.

2.2 Vision und Geschäftsidee

IKEA hat eine ganz einfache Vision: ,,Einen besseren Alltag für die vielen Menschen schaffen"5 Diese wollen sie umsetzen indem sie „ein breites Sortiment formschöner und funktionsgerechter Einrichtungsgegenstände zu Preisen anzubieten, die so günstig sind, dass möglichst viele Menschen sie sich leisten können."6

Laut ihrem Internetauftritt, ist es ihnen sehr wichtig, dass Kunden gute Qualität zu günstigen Preisen erhalten. Das erreichen sie indem sie ihre gesamte Wertschöpfungskette optimieren. Das bedeutet, sie versuchen langfristige Verträge mit Lieferanten aufzubauen und die Produktion soweit automatisiert gestalten wie nur möglich, um Kosten zu sparen. Außerdem wird in einem riesigen Volumen produziert, sodass die Stückkosten sehr gering ausfallen. Ihre Vision geht aber über das Einrichten hinaus. Sie sagen, sie wollen für alle Menschen, die von ihren Möbeln und Accessoires beein­ flusst sind, einen besseren Alltag schaffen.7

3 Wie wirbt IKEA für ihre Nachhaltigkeit?

Das Thema Nachhaltigkeit, welches zu der Thematik der Ethik gehört, wird bei IKEA sehr groß geschrieben. Im Radio, Fernsehen, Zeitung und auch im Internet werben sie für ihr nachhaltiges Auftreten. Sie verfügen sogar über einen Nachhaltigkeitsbericht der über 109 Seiten verfügt und eine Strategie, die bis ins Jahr 2020 reicht.8

Zum Beispiel wird ab September 2015 ihre Baumwolle in Produkten aus nachhaltigen Quellen bestehen. Gleichzeitig wird das gesamte Beleuchtungssortiment komplett auf LED umgerüstet. Die LED Lampen sollen 85 % weniger Energie verbrauchen als die herkömmlichen Glühbirnen. Im Vergleich sieht man, dass alte Glühbirnen 40 Watt verbraucht haben und die neuen LED Lampen nur 6,3 Watt verbrauchen.9 Da sehr viele Leute Lampen bei IKEA kaufen ist dies ein Schritt in die richtige Richtung.

Zudem haben sie weltweit mehr als 700.000 Solarzellen auf IKEA Gebäuden installiert und wollen sich in der Zukunft Windkrafträder erwerben.10 Aber nicht nur zum Eigenbedarf beschäftigt sich das Möbelhaus mit Solar. In England kann man in allen 18 Geschäften Solarelemente zu erschwinglichen Preisen erwerben. Damit wollen sie den Stromverbrauch der Haushalte angenehmer gestalten und ihren Kunden helfen Stromkosten zu sparen. Sie werben damit, dass ihre Kunden bis zu 50 % der Stromrechnungen sparen können.11

Außerdem werben sie auf Seite 12 des Nachhaltigkeitsberichtes für ein Nachhaltiges Leben zu Hause. Hier geht es darum, dass ihre Elektroprodukte wenig Energie ver­ brauchen, Wasserhähne weniger Wasser transportieren und recycle bare Verpackungen und Aufbewahrungsbehälter angeboten werden.12 Der Müll der in den Möbelhäu­ sern anfällt soll ebenfalls zu 89 % und Plastikstühle zu 100 % recyclebar sein (siehe Abbildung 2).

Die Nachhaltigkeit bezieht sich aber nicht nur auf die Produkte, sondern auch auf ihre logistischen Handlungen. Denn sie behaupten, dass sie ihre LKW's im Durchschnitt immer zu 64 % füllen und zu 58 % direkt vom Hersteller zum Möbelhaus fahren. Damit sollen Fahrten und somit C0 2 gespart werden.

[Abbildungen und Tabellen sind nicht enthalten in dieser Leseprobe.]

Abbildung 2: Resource and Energy lndependence. Quelle : Substainability report 2014, Seite 24.

Der Rohstoff Holz

Da Holz der größte Rohstoff des Möbel Giganten ist nutzen sie auch hier zu 41 % nachhaltige Quellen.13 Sie arbeiten mit WWF zusammen, sodass keine illegale Rodung von Waldflächen möglich ist. Ihr Ziel ist es, bis 2020 Holz aus 100 % nachhaltigen Quellen zu beziehen.14

Da der Möbelkonzern so gewachsen ist, haben sie eigene "IWAY Standarts" entwickelt mit dem Arbeitsbedingungen, Material und Servicebedingungen und der Beschaf­ fungsmarkt geregelt sind.15 Diese Standards umfassen natürlich auch die Holzproduktion, sie nennen den Standard "IWAY - Forestry Standart". Diese Standarts knüpfen auch an die internationalen Richtlinen „Forest Stewardship Council (FSC)" an. Die Inhalte sind unter anderem folgende:

- Holz darf nur legal gerodet sein.

- Das Holz darf nicht aus sozialen Konflikten entstanden sein.

- Die Wälder dürfen nicht unter Naturschutz stehen oder Artenschutz der Tier gefährden.16

Der Rohstoff Baumwolle

Baumwolle wird für viele IKEA-Produkte verwendet, seien es Einrichtungsgegenstände wie Sofas, Kissen oder Bettwäsche. Dieser Rohstoff wird an allen Ecken verwendet. Daher ist es wichtig, dass auch dieser nachhaltig produziert wird. Jedes Jahr verarbeitet IKEA 0,6 bis 0,7 % der weltweiten Baumwollvorräte. Leider ist die Baumwolle Industrie ein hartes Geschäft. Sie wird beschattet von Kinderarbeit, Gesundheitsrisiken für Landwirte und Schäden der Böden durch den Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft. Um diesen Problemen vorzubeugen, arbeitet IKEA auch hier mit der Organisation WWF zusammen.17

Das Essen von IKEA

Jedes Jahr genießen 600 Mio. Kunden das Essensangebot bei IKEA, was für viele nach einem langen Shopping-Vergnügen nicht fehlen darf. Ganz bekannt sind die schwedischen Mettbällchen. Seit 2015 gibt es sogar vegetarische Frikadellen. Auf der ganzen Welt haben sie ca. 600 verschiedene Lieferanten für die Lebensmittel. Man hat Spezialisten, die sich um den Tierschutz, Gesundheit und Ernährung, die Lebensmittelabfälle und die sozialen Bedingungen der gesamten Wertschöpfungskette kümmern.

Dieser Prozess soll dem Möbelhersteller helfen, so nachhaltig wie möglich zu produzieren.18

Es gibt noch viele weitere Punkte die IKEA in ihrem Nachhaltigkeitsbericht präsentiert, wie zum Beispiel ihre Arbeitsbedingungen oder speziellere Themen wie Anti­ Korruptionsprogramm. Auf diese ganzen Thematiken kann und möchte ich mich bei dieser Arbeit jedoch nicht beziehen.

[...]


Fußnoten

1 Vgl. IKEA.

2 Vgl. WDR.

3 Vgl. IKEA.

4 Vgl. IKEA.

5 Vgl. IKEA

6 Vgl. IKEA

7 Vgl. IKEA

8 Vgl. IKEA.

9 Vgl. Sustainability Report 2014, Seite 16.

10 Vgl. IKEA.

11 Vgl. Sustainability Report 2014, Seite 17.

12 Vgl. Sustainability Report 2014, Seite 12.

13 Vgl. Sustainability Report 2014, Seite 8.

14 Vgl. Sustainability Report 2014, Seite 26.

15 Vgl. IKEA IWAY Standart von 01.12.2012 , Seite 1.

16 Vgl. Sustainability Report 2014, Seite 28. 17 Vgl. Sustainability Report 2014, Seite 31. 18 Vgl. Sustainability Report 2014, Seite 34.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die Nachhaltigkeit des Möbelherstellers IKEA
Untertitel
Wie umweltfreundlich ist das Unternehmen wirklich
Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
24
Katalognummer
V418167
ISBN (eBook)
9783668672918
ISBN (Buch)
9783668672925
Dateigröße
4553 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ikea, Nachhaltigkeit, Möbel, Natur, Holz, Umwelt
Arbeit zitieren
Christian Pütz (Autor), 2015, Die Nachhaltigkeit des Möbelherstellers IKEA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418167

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