Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung und deren Folgen für Betroffene


Hausarbeit, 2017
16 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1 Begriffserklärung
2.1.1 Was sind Stereotype?
2.1.2 Was sind Vorurteile?
2.1.3 Arten
2.2 Beispielssachverhalt
2.3 Was bewirken Stereotype und Vorurteile?
2.3.1 Folgen für den Adressaten
2.3.2 Folgen für den Vorurteiler
2.3.3 Folgen für die Gesellschaft
2.3.4 Folgen für den Polizeialltag

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit thematisiert die Folgen von Stereotype und Vorurteilen.

Täglich werden Menschen mit Stereotype und Vorurteilen in Verbindung gebracht und kategorisiert, so können nicht nur Frauen, Religionen oder ethnische Minderheiten betroffen sein, sondern prinzipiell jeder Mensch. [1]

Begründet, dass jeder Mensch mit Stereotype und Vorurteilen konfrontiert werden kann, sehe ich hier als angehender Polizeibeamter meine Pflicht, mich mit dieser Thematik näher auseinander zu setzen. Während der Dienstzeit eines Polizeibeamten kommt es täglich mehrmals zum Kontakt mit dem Bürger. Hier ist es mir wichtig, möglichst unvoreingenommen auf die Person eingehen zu können.

Eingangs werde ich die Begrifflichkeiten Stereotype und Vorurteil definieren und später anhand eines Beispiels, welches sich durch die gesamte Ausarbeitung wie ein roter Faden zieht, erläutern. Ich werde zudem auf die Unterschiede der beiden Begriffe eingehen, denn so unterschiedlich sie sich anhören, so gleichen sie sich in ihrer Bedeutung.

Die Ausarbeitung beschränkt sich aber nicht nur auf die Erläuterung der beiden Begriffe, sondern setzt ihren Fokus auf die Folgen von Stereotype und Vorurteile. Damit ist gemeint was Stereotype und Vorurteile bei dem Adressaten, dem Vorurteiler und der Gesellschaft bewirkt.

Darauf aufbauend werde ich schließlich auf den polizeilichen Bezug eingehen. Hier soll zugrunde gelegt werden, mit welchen Vorurteilen Polizeibeamte in Verbindung gebracht werden und welche beispielhaft auch von ihnen gegenüber dem Bürger ausgehen können.

2. Hauptteil

2.1 Begriffserklärung

2.1.1 Was sind Stereotype?

Stereotype ist vermutlich jedem ein Begriff und man wendet ihn auch selbst an. Schon seit ewigen Zeiten beschäftigt sich die Menschheit mit dem Phänomen der Stereotype. Doch was verbirgt sich genau hinter dieser Bezeichnung?

Bereits in den 90er Jahren definierte man Stereotype „als sozial geteilte Überzeugungen über Personenmerkmale und/oder Verhaltensweisen einer Gruppe.“[2]

Diese Definition zeigt, dass einzelne Stereotype der gesamten Gruppe zugeschrieben werden und hier dem Einzelnen keine Beachtung geschenkt wird.

Etwa 20 Jahre später hat sich, bezogen auf das Verständnis des Begriffs Stereotype, nicht viel verändert. So definiert man den Begriff heute als „verallgemeinernde Zuschreibung bestimmter Eigenschaften und Merkmale auf alle Mitglieder einer Gruppe. Dabei bleiben Unterschiede zwischen den Gruppenmitgliedern unberücksichtigt.[3]

Auf der Grundlage der hier aufgeführten Definitionen könnte man den Eindruck erhalten, dass Stereotypen nur negative Eigenschaften haben, jedoch ist es durchaus möglich, dass diese auch positive Komponenten aufweisen können.[4]

2.1.2 Was sind Vorurteile?

Wie bereits in der Einleitung erwähnt ähneln sich die Begrifflichkeiten Stereotype und Vorurteile in ihrer Schreibform nicht, jedoch basierend auf ihrem eigentlichen Hintergrund und ihrer Bedeutung muss man feststellen, dass eine klare Ähnlichkeit, bis hin zur Verwechslungsgefahr besteht. Daher sollte man sich die Begriffe genauer ansehen und ihre Bedeutung verstehen.

Wie bereits eingangs erklärt, beschäftigt sich die Menschheit bereits seit sehr langer Zeit mit dem Begriff der Stereotype. Ebenso galt hier das Interesse der Vorurteile, denn so definierte man bereits in den 90er Jahren Vorurteile „als negativer Affekt oder feindliches Verhalten gegenüber Mitgliedern einer sozialen Gruppe […]. Sie basieren auf abwertenden Einstellungen oder Überzeugungen.“[5]

Ebenso wie bei den Stereotype ist die Definition der Vorurteile nahezu identisch geblieben. Demnach geht man heute bei der Definierung des Begriffs davon aus, dass ein Vorurteil „eine Einstellung bzw. Orientierung gegenüber einer Gruppe (bzw. ihren Mitgliedern) [ist], die sie direkt oder indirekt abwertet, oft auf Eigeninteresse oder zum Nutzen der anderen Gruppe.“[6]

Nun ist für jeden ersichtlich wie sehr sich diese beiden Begrifflichkeiten wirklich ähneln und man wird feststellen, dass es wahrhaftig schnell zu Verwechslungen der beiden Ausdrucksweisen kommen kann.

2.1.3 Arten

Aufbauend auf die aufgeführten Definitionen der Stereotype und Vorurteile wird hier deutlich, dass es verschiedene Arten von Stereotype gibt.

Es wurde in der Vergangenheit bereits große Forschungsarbeit betrieben. So hat man durch Metaanalysen herausfinden können, dass vorwiegend Studien zu Nationen- und Geschlechterstereotype behandelt wurden. Im Gegensatz zu diesen Studien hat man etwaige Studien zu anderen Stereotyparten wie beispielsweise Alter-, Religions- und Klassenstereotype außer Acht gelassen. Anmerken sollte man hier allerdings, dass sich diese Situation mittlerweile geändert hat und dem Themenfeld immer mehr Beachtung gewidmet wird. Im Folgenden werden einige Arten von Stereotype aufgeführt und kurz erläutert.[8]

Räumliche Stereotype:

Räumliche Stereotype sind ortsgebunden. Hierbei werden Bewohnerinnen und Bewohnern verschiedener Ortschaften, Regionen oder Ländern bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. Demnach kommt es beispielsweise zu dem „ordnungsliebenden Deutschen“. [8]

Ethnische/"rassische" Stereotype:

Eine weitere Form nennt sich Ethnische/"rassische" Stereotype, die der Räumlichen Stereotype sehr ähnelt. Biologistische Deutungen aus dem 19. Jahrhundert haben sich sehr stark verbreitet, hiernach bringt man zum Beispiel „die Zigeuner“ mit beurteilenden Eigenschaften in Verbindung. [8]

Religiöse Stereotype:

Man spricht von einer religiösen Stereotype, wenn man Personen aufgrund ihrer Angehörigkeit verschiedener Religionen, Konfessionen, religiösen Gruppierungen und “Anders“- und Nicht-Gläubigen unterschiedliche Handlungsweisen und Charakteristika nachsagt.[9]

Geschlechtliche und sexuelle Stereotype:

Geschlechtliche Stereotype fundieren auf dem Aspekt, dass überwiegend die Zweigeschlechtlichkeit in der Gesellschaft akzeptiert wird. Darauf aufbauend kommt es schließlich dazu, dass verschiedene Verhaltensweisen als typisch „männlich“ oder als typisch „weiblich“ angesehen werden. Gleichermaßen verhält sich die Situation bei den sexuellen Stereotypen, denn hier werden beispielsweise homosexuelle Personen als „das Andere“ bezeichnet. Dies liegt vor allem daran, dass unsere Gesellschaft immer noch vorwiegend heteronormativ denkt. So kommt es nicht selten vor, dass vorwiegend solche Personen besonders häufig stereotypisiert werden und bevorzugt in satirischen Texten, Karikaturen und Witzen ihren Platz einnehmen.[9]

Altersstereotype:

Altersstereotypen benennen Hypothesen über Personen, die einer gewissen Altersgruppe oder auch einer ganzen Generation, wie zum Beispiel „die Jugend“, oder auf den Jahrgang bezogen „den 68er“ angehören.[9]

Berufliche Stereotype:

Von den beruflichen Stereotype spricht man dann, wenn wir Personen die einen bestimmten Beruf ausüben, gewisse Verhaltensweisen oder Einstellungen zuschreiben. Hier kommt auch häufig der Aspekt des Ansehens hervor, denn dieser steht in einer direkten Abhängigkeit zum Einkommen, Verantwortung und der bisherigen Ausbildung der Person.[9]

[...]


[1] Appel (2008) S.314

[2] Appel (2008) S.315

[3] Fischer, Asal, and Krueger (2014) S.98

[4] Appel (2008) S.315

[5] Beelmann and Jonas (2009) S.22

[6] Jonas and Brodbeck (2014) S.509

[7] http://www.medienzentrum-muc.de/angebotevent/move/ zuletzt geprüft am 3.12.1017

[8] https://www.bpb.de/apuz/221579/medien-und-stereotype?p=all zuletzt geprüft am 3.12.2017

[9] https://www.bpb.de/apuz/221579/medien-und-stereotype?p=all zuletzt geprüft am 3.12.2017

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung und deren Folgen für Betroffene
Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Köln
Note
1,3
Jahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V418429
ISBN (eBook)
9783668677470
ISBN (Buch)
9783668677487
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stereotype, Polizei, Vorurteile, Folgen, Polizeibezug, Hausarbeit Polizei
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung und deren Folgen für Betroffene, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/418429

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