Die Bildung zählt in der heutigen wissenschaftsorientierten Gesellschaft zu einer der wichtigsten Faktoren sozialer Ungleichheit, da sie großen Einfluss auf die Chancenentwicklung in den verschiedenen Lebensbereichen eines Einzelnen hat denn um politische, kulturelle und soziale Partizipationsmöglichkeiten, beruflichen Erfolg, hohes Ansehen und Macht innezuhaben, ist eine gute Bildung Voraussetzung. In der bildungsorientierten Gesellschaft schützt eine gute Qualifikation vor niedrigem Einkommen sowie prekären Arbeitsverhältnissen, und das Risiko der Arbeitslosigkeit verringert sich damit deutlich. Die Bildung entscheidet im Wesentlichen über die soziale und wirtschaftliche Position einer Person in einer Gesellschaft
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg
2.1 Historische Entwicklung und aktuelle Situation
2.2 Theoretische Erklärungsansätze nach Pierre Bourdieu
2.2.1 Ökonomisches Kapital
2.2.2 Kulturelles Kapital
2.2.3 Soziales Kapital
3. Lösungsansätze zur Verringerung der Bildungsungleichheit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den engen Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Bildungserfolg von Schülern in der Bundesrepublik Deutschland, um Ursachen für Bildungsungleichheiten zu identifizieren und mögliche politische sowie strukturelle Lösungswege aufzuzeigen.
- Analyse des Einflusses des sozioökonomischen Status auf den Bildungserfolg
- Anwendung der Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu auf das deutsche Bildungssystem
- Untersuchung der Bedeutung von ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital
- Diskussion bildungspolitischer Maßnahmen wie Ganztagsschulangebote
- Kritische Betrachtung des dreigliedrigen Schulsystems und früher Selektionsmechanismen
Auszug aus dem Buch
Theoretische Erklärungsansätze nach Pierre Bourdieu
In der wissenschaftlichen Diskussion existieren verschiedene Theorien, welche die Entstehung und die Gründe sozialer Ungleichheiten im Bildungssystem erklären. Im nächsten Abschnitt wird dazu auf Pierre Bourdieus Kapitaltheorie näher eingegangen, welche relevante Erklärungsansätze für die Ursachen sozialer Ungleichheit liefern. Nach Bourdieu ist das ökonomische Kapital direkt in Geld eintauschbar und besonders zur Institutionalisierung in Eigentumsrecht geeignet (Bourdieu 2004, S. 218). Die Familien, die über ein starkes ökonomisches Kapital verfügen, können ihre Kinder finanziell stärker unterstützen, wenn es beispielsweise um Nachhilfeunterricht, Musikunterricht oder ein förderliches Lernumfeld, wie ein eigenes Zimmer, geht. Sie können durch finanzielle Mittel stärker die Leistungsentwicklung beeinflussen und steuern. Im Gegensatz dazu können Familien mit geringem ökonomischem Kapital ihre Kinder diesbezüglich nur in eingeschränktem Maße unterstützen (Dombrowski; Solga 2009, S. 22, Gill 2008, S. 47).
Das kulturelle Kapital wird nach Bourdieus Kapitaltheorie in drei Formen aufgeteilt, nämlich in Form des inkorporierten, objektivierten und institutionalisierten Kapitals. Zu dem inkorporierten kulturellen Kapital gehört die Bildung, die einen Verinnerlichungsprozess bedingt und für die man Lebenszeit verwendet hat. Durch die familiäre Sozialisation wird das kulturelle Kapital im Laufe der Zeit verinnerlicht und drückt sich beispielsweise in Umgangsformen, Auftreten und Bildung aus. Es wird mit der Zeit zum Habitus und festen Bestandteil einer Person.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der sozialen Ungleichheit im Bildungssystem ein und verdeutlicht die Relevanz der sozialen Herkunft für den Bildungserfolg.
2. Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg: Hier werden die historischen Entwicklungen sowie die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu genutzt, um die Mechanismen hinter Bildungsungleichheiten detailliert zu erklären.
3. Lösungsansätze zur Verringerung der Bildungsungleichheit: Dieses Kapitel diskutiert mögliche politische Handlungsfelder wie finanzielle Umverteilung, den Ausbau von Ganztagsschulen und eine Reform des dreigliedrigen Schulsystems.
Schlüsselwörter
Soziale Herkunft, Bildungserfolg, Bildungsungleichheit, Soziale Ungleichheit, Pierre Bourdieu, Kapitaltheorie, Ökonomisches Kapital, Kulturelles Kapital, Soziales Kapital, Schulerfolg, Ganztagsschule, Schulsystem, Habitus, Bildungsreform, Chancengerechtigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern die soziale Herkunft eines Schülers dessen Bildungserfolg in Deutschland determiniert und welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die soziale Reproduktion, der Einfluss von ökonomischen, kulturellen und sozialen Ressourcen sowie die Rolle des Bildungssystems bei der Chancenverteilung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Herkunft und Erfolg zu beleuchten und Strategien zu erörtern, mit denen diese Ungleichheiten reduziert werden könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Anwendung soziologischer Theorien, insbesondere der Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Status quo, die theoretische Fundierung durch Bourdieu und die Diskussion von bildungspolitischen Lösungsansätzen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bildungsungleichheit, Kapitalformen nach Bourdieu und Chancengerechtigkeit definiert.
Warum spielt die familiäre Sozialisation eine Rolle für das kulturelle Kapital?
Die Sozialisation sorgt laut Bourdieu für die Verinnerlichung von Bildung, die sich als Habitus manifestiert und das Auftreten sowie die Bildungschancen einer Person nachhaltig prägt.
Warum wird das dreigliedrige Schulsystem kritisch betrachtet?
Das System wird als problematisch angesehen, da eine zu frühe Selektion stattfindet, die Kindern wenig Zeit gibt, ihre Potenziale voll zu entfalten, was soziale Unterschiede verstärkt.
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- Anonym (Author), 2017, Besteht in der Bundesrepublik Deutschland ein Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg und wie könnte man den Zusammenhang von Herkunft und Bildungserfolg reduzieren?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419411