Bei dieser Hausarbeit handelt es sich um einen orginellen Versuch, das Verständnis von sozialer Gerechtigkeit auf zwei Ebenen zu vergleichen. Zum einen temporär und zum anderen im Spannungsfeld zwischen politikwissenschaftlicher Theorie und politischer Praxis. Als Vergleichsgegenstände werden zum einen das 1971 veröffentlichte Hauptwerk des US-amerikanischen Philosophen John Rawls "A Theory of Justice" und zum anderen die Aussagen des SPD-Politikers Rudolf Scharping und des Poliktikwissenschaftlers Wolfgang Merkel am Rande einer Diskussionsveranstaltung zum Thema "Soziale Gerechtigkeit" an der Universität Heidelberg im Sommer 2001 untersucht. Die vorliegende Arbeit hat keinen Anspruch auf streng genommene wissenschaftliche Stringenz bei der Durchführung des Vergleichs. Das wäre auch aufgrund des ungewöhnlichen Designs nicht machbar. Viel mehr liegt ihr Reiz in dem orginellen Ansatz. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass der zentrale Unterschied zwischen dem Philosophen Rawls und Scharping bzw. Merkel der Umgang mit dem "Paradox der gerechten Ungleichheit" (Scharping) ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- John Rawls
- Theorie der Gerechtigkeit als Fairness
- Die Grundstruktur der Gesellschaft
- Der Urzustand
- Das Unterschiedsprinzip
- Diskussion Merkel/Scharping über Soziale Gerechtigkeit
- Vergleichende Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text beleuchtet das Konzept der sozialen Gerechtigkeit im Kontext der Globalisierung und den damit verbundenen Herausforderungen. Der Fokus liegt auf dem Vergleich verschiedener theoretischer Ansätze und deren Anwendung in der Praxis.
- Die Bedeutung der sozialen Gerechtigkeit in einer globalisierten Welt
- John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit als Fairness
- Die Diskussion um einen gerechten Sozialstaat in Deutschland
- Die Beziehung zwischen Theorie und Praxis in Bezug auf soziale Gerechtigkeit
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Der Text stellt die Problematik der sozialen Gerechtigkeit im Kontext der Globalisierung dar und führt in die Diskussion über einen gerechten Sozialstaat ein. Die Diskussion um Leitlinien für einen gerechten Sozialstaat wird anhand der Vorträge von Rudolf Scharping und Wolfgang Merkel vorgestellt.
John Rawls
Dieser Abschnitt beleuchtet die Biographie und das Werk des amerikanischen Philosophen John Rawls. Sein Hauptwerk „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ und seine wichtigsten Schriften werden vorgestellt.
Theorie der Gerechtigkeit als Fairness
Hier wird Rawls' Theorie der Gerechtigkeit als Fairness genauer betrachtet. Es werden die Grundstruktur der Gesellschaft, der Urzustand und das Unterschiedsprinzip erklärt.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen des Textes sind die soziale Gerechtigkeit, die Globalisierung, der Sozialstaat, John Rawls, Theorie der Gerechtigkeit als Fairness, das Unterschiedsprinzip, der Urzustand, die „Maximin-Strategie“, der Naturzustand, der Schleier des Nichtwissens, Leitlinien für einen gerechten Sozialstaat, und die Diskussion um die Rolle der Wirtschaft in der Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern von John Rawls’ „Theorie der Gerechtigkeit“?
Rawls schlägt vor, Gerechtigkeit als „Fairness“ zu betrachten. Zentrale Elemente sind der Urzustand und der Schleier des Nichtwissens, um neutrale Grundregeln für eine Gesellschaft zu finden.
Was bedeutet das „Unterschiedsprinzip“?
Laut Rawls sind soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten nur dann gerechtfertigt, wenn sie den am wenigsten begünstigten Mitgliedern der Gesellschaft den größtmöglichen Vorteil bringen.
Was besagt das „Paradox der gerechten Ungleichheit“?
Dieser Begriff, geprägt in der Diskussion zwischen Scharping und Merkel, beschreibt die Schwierigkeit, in der politischen Praxis Ungleichheiten so zu gestalten, dass sie dennoch als gerecht empfunden werden.
Wie beeinflusst die Globalisierung die soziale Gerechtigkeit?
Die Arbeit beleuchtet, wie die Globalisierung nationale Sozialstaaten vor neue Herausforderungen stellt und die theoretischen Konzepte von Gerechtigkeit unter Druck setzt.
Was ist der „Schleier des Nichtwissens“?
Es ist ein Gedankenexperiment, bei dem die Entscheider ihre eigene soziale Stellung, Talente und Interessen nicht kennen, um unvoreingenommene Gerechtigkeitsprinzipien zu wählen.
- Quote paper
- David Christoph Lerch (Author), 2001, Soziale Gerechtigkeit im Spannungsfeld zwischen politikwissenschaftlicher Theorie und politischer Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42113