Ich habe mich entschieden, das Thema „Erziehung im Nationalsozialismus“ in meiner Facharbeit im Grundkurs Pädagogik zu bearbeiten, da ich eine Notwendigkeit darin sehe, mich mit der NS- Zeit auseinander zu setzen, da es immer noch hochaktuell und wichtig ist und nicht in Vergessenheit geraten sollte. Heutzutage ist es schwer, sich in eine vergangene Welt hineinzuversetzen. Irgendwann wird es keine Zeitzeugen mehr geben und die Wirklichkeit wird verwischen und verblassen, nur noch die Medien sind dann unsere Quellen, die uns Auskunft geben können. Viele sind jetzt schon nicht mehr informiert, was überhaupt die Hitler-Jugend oder was die SA war.
Von unglaublich hohem Stellenwert war die Rolle der Kinder und Jugendlichen in dieser Zeit. Aufgrund dessen war Erziehung schon fast ein „Modewort“ und unersetzbarer Bestandteil der NS- Ideologie. Sie waren die Zukunft, die Deutschland wieder zu alter Größe empor heben sollte. „Es ist zu allen Zeiten ziemlich leicht, die Jugend zu führen“, da sie einen natürlichen Drang zum Idealismus und Auflehnung gegen die Elterngeneration besitzen, um Autonomie zu erlangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Hitlers Erziehungsideologien- und grundsätze in „Mein Kampf“
2.1.1. Hitlers Erziehungsziele
2.1.2. Kritik am Schulwesen
2.1.3. Rassenhygiene und Schwangerschaft
2.2. Ernst Krieck: Der Erziehungsstaat
2.2.1. Leben und Werk
2.2.2. Funktionale Erziehung
2.2.3. Fremderziehung und Selbsterziehung der Gemeinschaft und der Einzelnen
2.2.4. Kriecks Einsprüche gegen traditionelle Pädagogik
2.2.5. Nationalpolitische Erziehung
2.2.6. Illusion des Erziehungsstaates
2.3. Jugend unterm Hakenkreuz- die Hitler- Jugend
2.3.1. Baldur von Schirach
2.3.2. Aktivitäten in der HJ und dem BDM
2.3.3. Schirachs Ziele (1933) und seine 10 Gebote
2.3.4. Die musisch- kulturelle Wende
2.3.5. Die Einheit der Erziehung
2.3.6. Mädchen im dritten Reich- Bund deutscher Mädel (BDM)
2.3.7. Erlebnisse in Kindheit und Jugend unter Hitler
2.4.Die demokratische Erziehung des 21. Jahrhunderts
2.4.1. Vergleich NS- Erziehung und Erziehung des 21. Jahrhunderts
3. Fazit/ Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht das Erziehungssystem während des Nationalsozialismus, beleuchtet zentrale pädagogische Strategien und Akteure wie Hitler, Krieck und Schirach und setzt diese in einen vergleichenden Kontext zur demokratischen Erziehung des 21. Jahrhunderts, um die Mechanismen jugendlicher Beeinflussung zu hinterfragen.
- Erziehungsideologien und -grundsätze laut "Mein Kampf"
- Ernst Krieck und die Theorie des Erziehungsstaates
- Strukturen und Aktivitäten der Hitler-Jugend (HJ) und des Bundes deutscher Mädel (BDM)
- Pädagogische Zielsetzungen durch Baldur von Schirach
- Vergleichende Analyse zur modernen demokratischen Erziehung
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Hitlers Erziehungsziele
Hitler legte eine klar definierte Rangfolge seiner Erziehungsziele fest. An erster Stelle stand das Heranzüchten von kerngesunden Körpern. Der Staat muss die Erziehung so einteilen, dass schon in frühster Kindheit, eine Abhärtung für das spätere Leben erfolgt, um dessen Selbsterhaltung zu begünstigen. Insbesondere den Boxsport hielt er für befähigt, den Angriffsgeist, das Ertragen von Schlägen und die rasante Entschlusskraft zu fördern. Erst in zweiter Linie sollten die geistig- seelischen Fähigkeiten geschult werden. Dabei wurde ein Fokus auf die Charakterbildung gelegt, die er im Wesentlichen auf die Willens- und Entschlusskraft, verbunden mit der Erziehung zur Verantwortungsfreudigkeit festgelegt hat. Tugenden, wie Verschwiegenheit, Fügsamkeit, Ergebenheit, Opferbereitschaft, Loyalität und Ablegen von Gejammer sollten vor allem unterstützt werden. Die grundlegenden Charaktereigenschaften sind bei jedem Menschen veranlagt, aber dennoch besteht die Chance durch richtige Erziehung, dass diese trotzdem kostbare Mitglieder der Gemeinschaft werden. Unsolidarität gegenüber dem Staat, wie Verraten der eigenen Kameraden, galt als weniger wertvoll.
Erst an dritter und somit letzter Stelle sah der Führer die wissenschaftliche Schulung. Die Kinder werden mit Wissen überschüttet, welches sie zu 95 Prozent nicht brauchen. Sie sollen nicht lernfähig gemacht werden, sondern eine Fächerbreite an Wissen für das spätere Leben besitzen. Gleichwohl auch Selbstbeherrschung, Freiheitsdurst, Mut zum Handeln und Risiko sind Aufgabe der Erziehung in Bildungsstätten. „ […] ein gesunder, kraftvoller Geist [kann sich] auch nur in einem gesunden und kraftvollen Körper finden.“ Im Kampf unterliegt zumeist der körperlich Schwächere bzw. der Stubenhocker.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin motiviert die Auseinandersetzung mit dem Thema Erziehung im Nationalsozialismus und stellt zentrale Forschungsfragen zur Rolle der Jugend und der Beeinflussbarkeit im damaligen System.
2. Hauptteil: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die Erziehungskonzepte Hitlers, Ernst Kriecks "Erziehungsstaat" sowie die Struktur und pädagogischen Ziele der Hitler-Jugend und des BDM im Vergleich zu modernen demokratischen Erziehungsstilen.
3. Fazit/ Reflexion: Hier erfolgt eine kritische Würdigung, in der die Instrumentalisierung der Jugend im NS-Staat reflektiert und ein Fazit zur Widerstandsfähigkeit heutiger Generationen gegenüber totalitären Suggestionen gezogen wird.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Erziehung, Hitler-Jugend, BDM, Ernst Krieck, Baldur von Schirach, Erziehungsstaat, pädagogische Ideologie, Volk, Demokratische Erziehung, Charakterbildung, Rassenhygiene, totalitärer Erziehungsstil, Gebrauchspädagogik, Jugendführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Erziehung im Nationalsozialismus als Instrument zur ideologischen Formung der Jugend eingesetzt wurde und welche pädagogischen Ziele und Strukturen dabei verfolgt wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Erziehungsideologien laut Hitlers „Mein Kampf“, das Konzept des Erziehungsstaates nach Ernst Krieck sowie die Organisation und Indoktrination in der Hitler-Jugend und dem BDM.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die NS-Erziehungsmethoden zu analysieren und diese mit den Idealen und der Praxis demokratischer Erziehung im 21. Jahrhundert zu vergleichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Verfasserin nutzt eine theoretische Analyse auf Basis historischer Quellen und pädagogischer Literatur, ergänzt um einen vergleichenden Ansatz zur heutigen Pädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der nationalsozialistischen Ideologien, die Rolle der HJ und des BDM als "souveräne Erziehungsstätten" sowie eine kritische Gegenüberstellung zur demokratischen Erziehung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Nationalsozialismus, Erziehung, Hitler-Jugend, Erziehungsstaat, Ideologie, Indoktrination und demokratische Erziehung.
Welche Rolle spielt Ernst Krieck in dieser Arbeit?
Ernst Krieck wird als einer der einflussreichsten NS-Pädagogen dargestellt, dessen Theorie der funktionalen Erziehung und die Idee des totalen Erziehungsstaates die Lücke in den Ausformulierungen zur Machtübernahme 1933 füllte.
Wie unterscheidet sich laut der Autorin die NS-Erziehung von der heutigen Erziehung?
Während die NS-Erziehung auf die Vorbereitung für das Heer, totale Unterordnung unter den "Typus" und ideologische Konformität zielte, steht heute die Mündigkeit, Autonomie und das individuelle kritische Denken im Vordergrund.
Was besagen die "10 Gebote" der Hitler-Jugend?
Die 10 Gebote dienten primär der körperlichen Disziplinierung und der Verpflichtung des Individuums gegenüber der Nation, zusammengefasst in der Maxime: "Du hast die Pflicht gesund zu sein."
- Arbeit zitieren
- Lea Beem (Autor:in), 2017, Erziehung im Nationalsozialismus. Mit Vergleich zur demokratischen Erziehung des 21. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421635