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Geographie in Fernsehdokumentationen über Karibik-Staaten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Title: Geographie in Fernsehdokumentationen über Karibik-Staaten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Diploma Thesis , 2004 , 150 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Thorsten Weber (Author)

Geography / Earth Science - Miscellaneous
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In dieser Diplomarbeit wird die Schnittstelle Geographie- Medienwissenschaften in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Mit der Arbeit soll grundsätzlich geklärt werden, ob in den Länderdokumentationen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geographische und im Speziellen länderkundliche Aspekte vertreten sind. Weiterhin soll geprüft werden, inwiefern diese gegebenenfalls verbessert werden und welche Rolle dabei Geographen und Geographinnen zukommen kann. Außerdem stellt sich die Frage, ob das Medium Film/Fernsehen überhaupt für eine (wissenschaftliche) Länderkunde geeignet ist.

Anders als bei der Reiseführerliteratur war die Forschung im Bereich „Geographie/Länderkunde im Film“ lange Zeit zumindest im deutschsprachigen Raum nicht sehr ausgeprägt. Beispielsweise gibt es für Reiseführer seit einigen Jahren umfangreiche Bewertungskataloge der Deutschen Akademie für Landeskunde (DAL) und der Deutschen Gesellschaft für Geographie (DGfG), die ein eigenes Gütesiegel für populärwissenschaftliche Reiseführer entwickelt haben. Ähnliches gibt es für das Medium Fernsehen nicht. Doch hat sich auch hier in den vergangenen Jahren einiges getan, und der Stand der Forschung wird in Kapitel 3 vorgestellt.

Es schließt sich eine auf das vorhergegangene Kapitel aufbauende Einführung in die medienwissenschaftliche Forschung mit den zentralen Punkten Medienwirkung, Information versus Unterhaltung und Wissenschaftssendungen an. Hier soll darüber hinaus aufgezeigt werden, dass moderne Prämissen der Länderkunde sich in vielerlei Hinsicht mit den Aufgabenstellungen des (öffentlich-rechtlichen) Rundfunks ähneln und es möglicherweise Anknüpfungspunkte für eine fruchtbare Kooperation gibt.

Danach wird untersucht, ob die verschiedenen Dokumentationen spezielle Eigenschaften aufweisen, inwiefern sie aus geographischer Sicht interpretierbar sind und welche Kritikpunkte daraus resultieren. Um einen Eindruck davon zu gewinnen, was die Zuschauerinnen und Zuschauer an Länderdokumentationen schätzen, was sie am bisherigen Angebot vermissen, worin sie gegebenenfalls Vor- bzw. Nachteile zum Reiseführer sehen und weshalb sie sich solche Filme im TV anschauen, wurde im Rahmen dieser Diplomarbeit eine Umfrage mittels Fragebogen durchgeführt.

Abschließend werden die Ergebnisse diskutiert und die Frage aufgeworfen, ob der Dokumentarfilm- und Länderreportage-Markt eine Nische für Geographen und Geographinnen – mit einem medienwissenschaftlichen Nebenfach – sein kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Ziel und Methoden der Arbeit

2. Länderkunde

2.1. Einleitung

2.2. Die Geschichte der Länderkunde in Deutschland

2.3. Die Phase nach dem 2. Weltkrieg und der Kieler Geographentag

2.4. Das Institut für Länderkunde in Leipzig (IfL) und die Zukunft der Länderkunde

2.5. Adressaten/Adressatinnen, Leistung und ethnologische Perspektive der Länderkunde

2.6. Zusammenfassung

3. Film und Geographie

3.1. Stand der Forschung

3.2. Geographie und Dokumentationen– Einige Besonderheiten

4. Fernseh- und Medienforschung

4.1. Ansätze der Medienwirkungsforschung

4.2. Information versus Unterhaltung

4.3. Wissenschaftssendungen im Fernsehen

4.4. Anmerkungen zur Rezeption und Didaktik

5. Die Dokumentationen

5.1. Tourismus in der Karibik

5.2. Dokumentationen zur Reisevorbereitung?

5.3. Dokumentationen im deutschen Fernsehen: Wer bringt was?

5.4. Definition und Abgrenzung

6. Die Analyse der Dokumentationen

6.1. Festlegung der Kriterien

6.2. Vorstellung der Filme

7. Ergebnisse der Film-Auswertung

7.1. Ausführungen zur geographischen Länderkunde

7.2. Thematische Breite der behandelten Aspekte

7.3. Statistische Daten zu Land und Leuten

7.4. Historische Grundlagen

7.5. Natürliche Grundlagen

7.6. Gegenwärtige Wirtschafts- und Sozialstruktur

7.7. Erläuterung von Kultur und Gesellschaft

7.8. Umgang mit Stereotypen und Klischees

7.9. Versuch des Verstehens der Gesellschaft / Respekt vor der anderen Kultur

7.10. Ausführungen zu den praktischen Hinweisen

7.11. Ausführungen zur Gestaltung und Verständlichkeit

8. Zuschauererwartungen

8.1. Die Auswahl der Sendungen und Gründe dafür

8.2. Beeinflussung durch Dokumentationen, beliebteste Themen und Übereinstimmung mit eigenen Erfahrungen

9. Zusammenfassung der Auswertung und Ergebnisse der Untersuchung

10. Schlussbetrachtung

11. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Schnittstelle zwischen Geographie und Medienwissenschaften am Beispiel von Länderdokumentationen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Zentrales Ziel ist es, zu klären, ob in diesen Beiträgen geographische sowie länderkundliche Aspekte adäquat vermittelt werden und inwieweit das Medium Fernsehen für eine wissenschaftliche Länderkunde geeignet ist.

  • Analyse der Qualität länderkundlicher Informationen in TV-Dokumentationen.
  • Untersuchung von Rezeptions- und Wirkungsmustern beim Zuschauer.
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Einsatz von Klischees und Stereotypen.
  • Vergleich zwischen länderkundlichen Darstellungen und den Erwartungen des Publikums.
  • Evaluierung des Potenzials für den Einsatz von Geographen in der Filmproduktion.

Auszug aus dem Buch

3.2. Geographie und Dokumentationen– Einige Besonderheiten

Dokumentationen gehören zu den Klassikern des Fernsehprogramms. Kennzeichnend für den Versuch, die Wirklichkeit oder Ausschnitte von ihr abzubilden, ist die meist politische und kulturelle Prägung eines mannigfachen Themenspektrums sowie die individuelle Präsentationsweise. Im Vorwort einer Expertise der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) über Dokumentationen im Fernsehen heißt es: „Dem Zuschauer eröffnet das Fernsehen vor allem mit seinen dokumentarischen Formen mit dem notwendigen kritischen Blick ein >Fenster zur Welt“ (WOLF 2003:4).

Wegen der gesellschaftlichen Bedeutung, die dem Dokumentarischen als informierendem und gleichzeitig kritisch reflektierendem Ausdrucksform des Rundfunks zufällt, ist dieses Thema eine genauere Betrachtung aus geographischer Perspektive wert – insbesondere für Geographen und Geographinnen, die sich mit der Rolle der eigenen Wissenschaft in den modernen Massenmedien beschäftigen. Die Frage nach der fiktiven Konstruktion einer Landschaft ist nicht nur Gegenstand der Filmwissenschaft, sondern „auch und gerade der Geographie“ (BOLLHÖFER 2003:54).

Da Dokumentationen eher der Wirklichkeit zugewandt und auf Fakten zu beruhen scheinen, sind Geographen traditionell an diesem Genre mehr interessiert als an anderen. Hier wird – innerhalb des Erzählstranges – eine größere faktische Objektivität vermutet als bei fiktionalen Filmen, ein so genannter „objektiver Realismus“ wird unterstellt. Doch geben KENNEDY und LUKINBEAL zu bedenken, dass ebenso wie populäre Filme, „documentaries use narrative conventions (e. g., plot, storyline) as well as place and nature to construct realism“ (KENNEDY&LUKINBEAL 1997:40). Denn um eine Geschichte zu erzählen oder im speziellen Fall ein Land vorzustellen, werden zunächst bestimmte Themen ausgesucht – hier hat somit schon ein Selektionsprozess eingesetzt – und anschließend muss das Drehbuch umgesetzt und der Stoff brauchbar für das Medium gemacht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der Arbeit, die sich auf die Verbindung von Geographie und filmischer Länderkunde konzentriert.

2. Länderkunde: Es wird die historische Entwicklung der Länderkunde in Deutschland beleuchtet, von der Antike bis hin zu modernen interdisziplinären Ansätzen und der Rolle des Instituts für Länderkunde.

3. Film und Geographie: Hier erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit der medialen Repräsentation von Raum und der Frage, wie filmische Konstruktionen Wirklichkeit abbilden.

4. Fernseh- und Medienforschung: Das Kapitel analysiert die komplexen Wirkungsmechanismen von Massenmedien auf das Publikum sowie die Debatte um Information versus Unterhaltung.

5. Die Dokumentationen: Es wird der Tourismus in der Karibik als wirtschaftlicher Faktor dargestellt und die Relevanz von Dokumentationen für die Reisevorbereitung erörtert.

6. Die Analyse der Dokumentationen: Hier werden die methodischen Grundlagen für die Filmanalyse festgelegt, basierend auf Kriterien der Geographie und der Medienwissenschaft.

7. Ergebnisse der Film-Auswertung: Das Kapitel präsentiert eine detaillierte Analyse der zehn untersuchten Dokumentationen hinsichtlich verschiedener Kriterien wie Geographie, Kultur und Gestaltung.

8. Zuschauererwartungen: Die Ergebnisse einer empirischen Umfrage zeigen auf, wie das Publikum Dokumentationen auswählt, warum es sie anschaut und wie es die Inhalte wahrnimmt.

9. Zusammenfassung der Auswertung und Ergebnisse der Untersuchung: Die Erkenntnisse aus den vorangegangenen Analysen werden gebündelt und die Kernfragen der Arbeit beantwortet.

10. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über das Potenzial und die Grenzen des Fernsehens als Medium für geographische Bildungszwecke.

Schlüsselwörter

Länderkunde, Fernseh-Dokumentation, Geographie, Medienwirkung, Karibik, Film-Analyse, Tourismus, Wissensvermittlung, Rezeption, Kulturgeographie, Zuschauererwartungen, Realitätskonstruktion, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Stereotype, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Qualität und wissenschaftliche Eignung von Länderdokumentationen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, speziell im Hinblick auf geographische Inhalte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Geschichte der Länderkunde, medienwissenschaftliche Wirkungsforschung, die filmische Repräsentation der Karibik sowie die Erwartungshaltung des TV-Publikums.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es zu prüfen, ob Fernseh-Dokumentationen geographische Sachverhalte korrekt vermitteln und wie Geographen zur inhaltlichen Verbesserung dieser Sendungen beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor führt eine strukturierte Filmanalyse anhand eines Kriterienkatalogs durch und kombiniert diese mit den Ergebnissen einer empirischen Umfrage unter etwa 150 Zuschauern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Geographie und Medienforschung, gefolgt von einer detaillierten Auswertung ausgewählter Karibik-Dokumentationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Länderkunde, Mediale Konstruktion von Raum, Zuschauerforschung, Tourismus, Dokumentarfilm und interkulturelles Verständnis.

Warum wurden gerade Karibik-Dokumentationen als Fallbeispiel gewählt?

Die Karibik dient als Beispielregion, da sie durch starke Klischees ("Sonne, Strand und Palmen") geprägt ist, die eine spannende Untersuchung von Stereotypen in den Medien ermöglichen.

Welche Rolle spielt die "Text-Bild-Schere" im Kontext der Arbeit?

Die Arbeit diskutiert, wie widersprüchliche Informationen zwischen gesprochenem Text und gezeigten Bildern die Lern- und Erinnerungsleistung der Zuschauer beeinträchtigen können.

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Details

Title
Geographie in Fernsehdokumentationen über Karibik-Staaten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
College
University of Göttingen  (Institut für Geowissenschaften)
Grade
1,3
Author
Thorsten Weber (Author)
Publication Year
2004
Pages
150
Catalog Number
V42283
ISBN (eBook)
9783638403559
ISBN (Book)
9783638706742
Language
German
Tags
Geographie Fernsehdokumentationen Karibik-Staaten Rundfunk Kuba Dominikanische Republik Länderkunde Reiseführer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thorsten Weber (Author), 2004, Geographie in Fernsehdokumentationen über Karibik-Staaten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42283
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