Die vorliegende Bachelorarbeit behandelt die Folgen der Digitalisierung der Wirtschaft auf die mittelständischen Unternehmen und insbesondere ihre Ge-schäftsmodelle. Die theoretischen Erkenntnisse über die Digitalisierung, deren Prinzipien und Ausprägungsformen sowie die daraus entstandenen digitalen Geschäftsmodelle wurden in dieser Arbeit zusammengefasst. Anschließend wurden diese in Bezug zu klassischen Geschäftsmodellen des Mittelstandes gesetzt, um daraus Denkanstöße zur digitalen Transformation abzuleiten. Die entwickelten Annahmen wurden im letzten Schritt mithilfe von Expertenmeinungen aus der Praxis auf mögliche Herausforderungen und Grenzen bei der Umsetzung bewertet. Sie geben einen Ausblick für Geschäftsmodelle von mittelständischen Unternehmen in der digitalen Ökonomie.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
1.3 Abgrenzung
2 Die Digitalisierung
2.1 Prinzipien der Digitalisierung
2.1.1 Immaterielle Güter
2.1.2 Wertschöpfungsnetzwerke
2.1.3 Anwendung der Spieltheorie
2.2 Formen der Digitalisierung
2.2.1 Big Data
2.2.2 Cloud Computing
2.2.3 Gamification
2.2.4 Industrie 4.0
2.2.5 Internet der Dinge
2.2.6 Mobile Payment
2.2.7 Sharing Economy
2.2.8 Social Business
3 Die Auswirkungen der Digitalisierung
3.1 Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette
3.2 Auswirkung der einzelnen Formen der Digitalisierung
3.2.1 Auswirkungen von Big Data
3.2.2 Auswirkungen von Cloud Computing
3.2.3 Auswirkungen von Gamification
3.2.4 Auswirkungen der Industrie 4.0
3.2.5 Auswirkungen des Internets der Dinge
3.2.6 Auswirkungen von Mobile Payment
3.2.7 Auswirkungen der Sharing Economy
3.2.8 Auswirkungen von Social Business
4 Geschäftsmodelle
4.1 Geschäftsmodelle des Mittelstands
4.2 Digitale Geschäftsmodelle
4.2.1 Erfolgsprinzipien digitaler Geschäftsmodelle
4.2.2 Innovationskriterium
4.2.3 Überblick über digitale Geschäftsmodelle
5 Die digitale Transformation
5.1 Möglichkeiten der digitale Transformation im Mittelstand
5.1.1 IT-Kompetenz der Führungsebene
5.1.2 Geschäftsmodelle auf Nischenmärkten
5.1.3 Digitalisierung von Vertriebsprozessen unter veränderten Kundenanforderungen
5.1.4 Kooperationen eingehen, um Innovationen zu schaffen
5.1.5 Beschleunigte Umsetzung durch mittelständische Unternehmenskultur
5.1.6 Commitment der Unternehmensführung
5.1.7 Aufbau von IT-Strukturen und Kompetenzen
5.1.8 Optimierte Verwendung begrenzter Ressourcen
5.2 Notwendigkeit einer Strategieveränderung im Mittelstand
5.3 Umsetzung der Strategieveränderung
5.3.1 Phasen der Umsetzung
5.3.2 Mögliche Widerstände
6 Zusammenfassung und Ausblick
7 Kritische Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Geschäftsmodelle mittelständischer Unternehmen, um Handlungsmöglichkeiten für eine erfolgreiche digitale Transformation abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, wie mittelständische Unternehmen auf den digitalen Wandel reagieren und ihre bestehenden Geschäftsmodelle anpassen können, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Analyse der Prinzipien und Formen der Digitalisierung
- Untersuchung der Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette und den Mittelstand
- Erarbeitung von Erfolgsprinzipien für digitale Geschäftsmodelle
- Evaluation von Strategien zur digitalen Transformation durch Experteninterviews
- Identifikation von Herausforderungen und Widerständen bei Veränderungsprozessen
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Wertschöpfungsnetzwerke
Im digitalen Wirtschaftsumfeld wird Wertschöpfung nicht mehr nur mittels der bekannten linearen Modelle generiert. Die Wertschöpfung im vereinfachten Muster von Eingangslogistik, Operationen und Ausgangslogistik inklusive Marketing und Vertrieb, ist nicht länger der alleinige Maßstab der Wirtschaft. Vielmehr stellt ein Unternehmen ein Netzwerk dar, welches mit anderen Netzwerken kooperiert und dadurch seine Wertschöpfung hervorbringt. Unter anderem werden die Bereiche Entwicklung und Produktion durch Informations- und Telekommunikationstechnik mit anderen Marktteilnehmern eng verknüpft.
Zur Verdeutlichung dient die Vorstellung eines Fischernetzes, an dem an einem Punkt gezogen wird. Folglich verformt sich die komplette Struktur des Netzes, da jeder Knotenpunkt mit den anderen verknüpft ist. Wird dieses Prinzip nun auf das Wertschöpfungsnetzwerk bezogen, so verursacht jede Produktänderung oder Änderung im Produktionsverlauf eines Unternehmens, auch Auswirkungen bei den anderen Akteuren im Netzwerk.
Der Trend zur Vernetzung beruht auf dem Ausbau der Kundenmacht. Diese wird, durch die Möglichkeit Kundenmeinungen über digitale Kanäle schnell und breit streuen zu können, noch weiter erhöht. Um die damit einhergehenden hohen Kundenerwartungen erfüllen zu können, integrieren sich moderne Organisationen vermehrt in Wertschöpfungsnetzwerke. Unternehmen öffnen ihre Grenzen und interagieren mit ihren Lieferanten, Kunden, Partnern und Wettbewerbern, u. a. im Rahmen von Crowdsourcing (in Kapitel 2.2.7 Sharing Economy genauer erläutert).
Diese Betrachtung ändert auch die Sichtweise auf die Erfolgsfaktoren eines Unternehmens. Nicht mehr nur Gewinn und Umsatz bestimmen den Unternehmenswert. Der Vernetzungsgrad im Vergleich zu Wettbewerbern ist in dieser neuen Ökonomie mindestens ebenso ausschlaggebend. Ein branchenunabhängiger Vergleich, der Höhe der Börsenwerte von Facebook (~ 297 Mrd. €) im Vergleich zu Siemens (~ 103 Mrd. €), ist ein gutes Beispiel hierfür.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der digitalen Transformation ein und begründet die Notwendigkeit, sich als Unternehmen mit dem digitalen Wandel auseinanderzusetzen, um langfristig zu bestehen.
2 Die Digitalisierung: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Prinzipien der Digitalisierung wie immaterielle Güter und Wertschöpfungsnetzwerke sowie technologische Trends wie Big Data und Cloud Computing.
3 Die Auswirkungen der Digitalisierung: Es werden die Folgen der Digitalisierung für die Wertschöpfungskette und spezifische Branchen analysiert, wobei zwischen disruptiven und evolutionären Einflüssen unterschieden wird.
4 Geschäftsmodelle: Hier wird der Begriff des Geschäftsmodells definiert und das Business Model Canvas zur Analyse eingeführt, ergänzt um die spezifischen Anforderungen und Erfolgsprinzipien für digitale Geschäftsmodelle.
5 Die digitale Transformation: Dieses Hauptkapitel entwickelt Möglichkeiten für die digitale Transformation im Mittelstand und evaluiert diese auf Basis von Experteninterviews, unter Berücksichtigung von Change-Management-Ansätzen.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse aus Theorie und Praxis zusammen und bietet einen Ausblick auf die Zukunft mittelständischer Geschäftsmodelle in der digitalen Ökonomie.
7 Kritische Diskussion: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Methodik und der Ergebnisse ab und zeigt Potenziale für zukünftige Forschungsarbeiten auf.
Schlüsselwörter
Betriebswirtschaftslehre, Mittelstand, Digitalisierung, Geschäftsmodelle, digitale Transformation, Unternehmensstrategie, Wertschöpfungsnetzwerke, Industrie 4.0, Change Management, Innovationskriterium, IT-Kompetenz, Big Data, Cloud Computing, Sharing Economy, Customer-First-Gedanke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Auswirkungen der Digitalisierung auf Geschäftsmodelle im deutschen Mittelstand und zeigt Wege für eine digitale Transformation auf.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Prinzipien der Digitalisierung, deren Auswirkung auf Wertschöpfungsstrukturen, die Anpassung von Geschäftsmodellen sowie die Herausforderungen des Change Managements.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser die Facetten der Digitalisierung näherzubringen und Denkanstöße zur Anwendung digitaler Geschäftsmodelle im Mittelstand zu liefern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche sowie einer qualitativen Expertenbefragung bei drei mittelständischen Unternehmen zur Validierung der theoretischen Ansätze.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Digitalisierungsformen, deren Auswirkungen, die Struktur von Geschäftsmodellen sowie praktische Transformationsstrategien für den Mittelstand.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Digitalisierung, Mittelstand, Geschäftsmodelle, digitale Transformation, Wertschöpfungsnetzwerke und Change Management.
Welche Rolle spielt die IT für den Mittelstand laut der Autorin?
Die IT wird als wesentlicher "Enabler" und strategischer Baustein gesehen, wobei der Aufbau von IT-Kompetenzen und die Einbindung der Führungsebene für den Erfolg entscheidend sind.
Warum fällt mittelständischen Unternehmen die digitale Transformation oft schwer?
Aufgrund begrenzter Ressourcen, fehlender Überhangkapazitäten und einer konservativen Unternehmenskultur fällt es vielen Unternehmen schwer, sich ohne konkreten Veränderungsdruck mit neuen Technologien auseinanderzusetzen.
Wie bewerten die befragten Unternehmen das Risiko bei Kooperationen mit Start-ups?
Die Bewertung ist geteilt: Während Start-ups als Inspirationsquelle dienen können, sehen einige Unternehmen Risiken in der Abhängigkeit und möglichen Ausfällen, die sich negativ auf die eigene Lieferfähigkeit auswirken könnten.
- Arbeit zitieren
- Anja Stenzel (Autor:in), 2017, Auswirkungen der Digitalisierung auf Geschäftsmodelle im Mittelstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423578