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Rituale der Freimaurer

Title: Rituale der Freimaurer

Seminar Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sascha Lübbe (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Die Freimaurer – eine verschwiegene Gesellschaft

„Überall, wo es einen Rechtsstaat und somit auch ein freies Land gibt, brauchen sich die Freimaurer nicht zu verstecken.“ schreibt Daniel Béresniak. Und weiter: „Angeprangert und verfolgt werden sie hingegen, wo ein Machthaber oder eine Einheitspartei allmächtig regiert – überall dort, wo die Wahrheit ein für allemal in einem Buch geschrieben steht, das einzig und allein zum Richtmaß erhoben wird.“1 Die Freimaurerei ist seit je her umstritten. Sei es die vermeintliche Schuld am Ausgang des Ersten Weltkrieges oder die angebliche „jüdisch – freimaurerische Weltverschwörung“. Die Bischofskonferenz erklärte die Mitgliedschaft in einer Freimaurerloge und in der katholischen Kirche für unvereinbar, für die evangelische Kirche ist die Freimaurerei undurchsichtig. Auch in der DDR war sie verboten. Die Geschichte der Freimaurerei ist eine Geschichte des Ausgestoßenseins und daher eine Geschichte des Kommunizierens über Codes.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Freimaurer – eine verschwiegene Gesellschaft

2. Die Freimaurer – ein Männerbund

3. Der Dualismus der menschlichen Natur und seine Bedeutung für die Symbolwelt der Freimaurer

4. Die Macht der Gruppe und die Moralvorstellungen der Freimaurer

5. Die Rituale der Freimaurer als konstitutives Element

6. Die Symbole der Freimaurer als konstitutives Element

7. Freimaurerei und Hierarchie

8. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die soziologische Funktionsweise der Freimaurerei unter Anwendung der Theorien von Emile Durkheim. Dabei wird analysiert, wie Rituale und Symbole innerhalb dieser Organisation als konstitutive Elemente wirken, um ein kollektives Bewusstsein zu schaffen, den Zusammenhalt zu sichern und dem Individuum in einer säkularen Welt einen Sinnkontext zu bieten.

  • Analyse der Freimaurerei als soziologischer Männerbund
  • Untersuchung des Dualismus zwischen profaner Welt und heiligem Raum
  • Die Rolle von Ritualen zur Stärkung des kollektiven Bewusstseins
  • Die Funktion von Symbolen als Träger von Werten im Alltag
  • Der Einfluss von Hierarchien auf die Gruppenbindung

Auszug aus dem Buch

3. Der Dualismus der menschlichen Natur und seine Bedeutung für die Symbolwelt der Freimaurer

Emile Durkheim unterscheidet zwei Bestandteile der menschlichen Natur: Auf der einen Seite der Körper, der integrale Bestandteil der materiellen Welt; auf der anderen Seite die Seele, deren Heimat „die Welt des Heiligen“ ist. Beide Elemente, in jedem Menschen enthalten, erscheinen ihrem Wesen nach als konträr und widersprüchlich und verfügen über unterschiedliche Charakteristika. Da die Handlungen des Menschen immer Ausdruck seiner Natur sind, erscheinen auch sie folglich als widersprüchlich.

Hierzu Durkheim: „Man misst unseren verschiedenen sachlichen Leistungen einem unterschiedlichen Wert bei: sie stehen in einer hierarchischen Ordnung, und diejenigen, die am meisten mit dem Körper verbunden sind, stehen am Fuße dieser Hierarchie.“ Alle Handlungen, die ein rein egoistisches Ziel verfolgen, werden seit je her mit dem körperlichen Element in Verbindung verbracht - Durkheim bezeichnet sie als profan - während selbstlose Handlungen der Seele zugeschrieben werden - diese nennt er heilig. Diese Unterteilung in profan und heilig kennzeichnet nicht nur die menschliche Natur, sondern sie überträgt sich auch nach außen. Und sie bildet die Grundlage jeder Religion.

Auch wenn sich die Freimaurerei nicht als Glaubensgemeinschaft begreift, teilt sie mit der Kirche doch die Ehrfurcht vor der Wirklichkeit des Heiligen, und die Verehrung einer überweltlichen Macht, bei den Freimaurern verkörpert durch den Allmächtigen Baumeister aller Welten. Die Freimaurerei besitzt also, ebenso wie die Kirche, weil sie sich vom profanen Alltag abwendet und weil sie an das heilige Element des Menschen appelliert, einen heiligen Charakter.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Freimaurer – eine verschwiegene Gesellschaft: Das Kapitel beleuchtet die historische und gesellschaftliche Wahrnehmung der Freimaurerei als „Geheimbund“ und hinterfragt deren Notwendigkeit in modernen demokratischen Rechtsstaaten.

2. Die Freimaurer – ein Männerbund: Hier wird die Freimaurerei anhand soziologischer Kriterien als Männerbund definiert, wobei insbesondere die Rolle von Gruppenerlebnissen und das Element der Treue für den internen Zusammenhalt analysiert werden.

3. Der Dualismus der menschlichen Natur und seine Bedeutung für die Symbolwelt der Freimaurer: Basierend auf Durkheims Unterscheidung von profan und heilig wird erklärt, wie die Freimaurerei durch Symbole einen heiligen Charakter erhält, der den Menschen aus dem Alltag abhebt.

4. Die Macht der Gruppe und die Moralvorstellungen der Freimaurer: Dieses Kapitel erläutert, wie der Anschluss an die Gruppe ein kollektives Bewusstsein schafft, das als Fundament für moralisches Handeln dient und den Einzelnen in der Gemeinschaft stärkt.

5. Die Rituale der Freimaurer als konstitutives Element: Der Fokus liegt auf der psychologischen Wirkung von Ritualen, die bei Versammlungen eine Art „Elektrizität“ erzeugen und den Zusammengehörigkeitssinn durch regelhafte Handlungen manifestieren.

6. Die Symbole der Freimaurer als konstitutives Element: Es wird untersucht, wie Symbole als „beständiges Element“ dienen, um die in rituellen Momenten erfahrenen Gefühle über die Logen-Versammlung hinaus in den Alltag zu transportieren.

7. Freimaurerei und Hierarchie: Das Kapitel analysiert die hierarchische Struktur der Freimaurerei und die Rolle des Meisters, wobei der Fokus auf der begrenzten Machtausübung durch rituelle Vorgaben liegt.

8. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Freimaurerei eine moderne, auf den Menschen ausgerichtete Form von „Religion“ darstellt, deren Kraft primär in der Macht der Gruppe liegt.

Schlüsselwörter

Freimaurerei, Männerbund, Emile Durkheim, Symbolwelt, Rituale, kollektives Bewusstsein, profan, heilig, Gruppenidentität, moralische Harmonie, soziale Kohäsion, Hierarchie, Außeralltäglichkeit, Loge, Soziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die soziologische Struktur und die konstitutive Wirkungsweise von Symbolen und Ritualen innerhalb der Freimaurerei auf Basis der Theorien von Emile Durkheim.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Gruppenbildung, das Spannungsfeld zwischen profanem Alltag und dem als „heilig“ empfundenen Raum der Loge sowie die moralische Bindungskraft innerhalb eines Männerbundes.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie die Freimaurerei ihren Bestand sichert und welche soziologischen Mechanismen (insbesondere Rituale und Symbole) für den starken Zusammenhalt ihrer Mitglieder verantwortlich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine soziologische Analyse, primär gestützt auf die Schriften von Emile Durkheim zu Moral, Religion und Totemtheorie, sowie ergänzende Definitionen zum Phänomen des Männerbundes von Autoren wie Helmut Blazek.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Freimaurerei als Männerbund, die dualistische Natur des Menschen, die Macht kollektiver Versammlungen durch Rituale, die Bedeutung von Symbolen für den Alltagstransfer und die Rolle von Hierarchien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Freimaurerei, kollektives Bewusstsein, Rituale, Symbole, soziale Kohäsion und das Konzept des Heiligen im soziologischen Sinne beschreiben.

Wie unterscheidet sich die Freimaurerei laut Autor von der modernen Dienstleistungsgesellschaft?

Während die moderne Gesellschaft oft durch Unüberschaubarkeit, Konkurrenzdenken und emotionale Kälte geprägt ist, bietet die Freimaurerei einen überschaubaren Raum moralischer Harmonie und Sicherheit.

Welche Funktion hat die Hierarchie innerhalb der Freimaurerlogen?

Die Hierarchie dient der Ordnung und wird als Kanalsystem begriffen, um Kräfte zu leiten; sie ist durch die Ritualtexte streng begrenzt, sodass kein willkürlicher Machtmissbrauch stattfinden kann.

Ist die Freimaurerei für den Autor eine Form von Religion?

Der Autor schließt mit der Erkenntnis, dass die Freimaurerei eine auf moderne Bedürfnisse zugeschnittene Form von Religion sein kann, in der jedoch der Mensch und nicht Gott im Vordergrund steht.

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Details

Title
Rituale der Freimaurer
College
Free University of Berlin  (Soziologie)
Course
Seminar
Grade
1,0
Author
Sascha Lübbe (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V42383
ISBN (eBook)
9783638404259
Language
German
Tags
Rituale Freimaurer Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Lübbe (Author), 2005, Rituale der Freimaurer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42383
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