Verbale und nonverbale Kommunikation im Unterricht


Hausarbeit, 2016
15 Seiten, Note: 2,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition Unterrichtskommunikation

3 Unterrichtlicher Gesprächstyp: Gruppenarbeit

4 Begriffserklärung – verbale, paraverbale und nonverbale Kommunikation
4.1 Verbale Kommunikation
4.2 Paraverbale Kommunikation
4.3 Nonverbale Kommunikation

5 Merkmale von Kommunikation im Unterricht
5.1 Die Sprache
5.2 Mimik
5.3 Blickkontakt
5.4 Gestik

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

8 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Sprache ist das vorherrschende Instrument der Wissensvermittlung und des Lernens. Der Ort, an dem die Sprache das Wissen bedeutsam vermittelt ist die Institution Schule. Hier spielt die Unterrichtskommunikation eine entscheidende Rolle.

Es entsteht sowohl ein Dialog zwischen den Schülern und Schülerinnen als auch zwischen dem Lehrenden und den Lernenden. Dieser Dialog grenzt sich von der Alltagskommunikation ab und kann in verschiedenen kommunikativen Praktiken vollzogen werden. Beispielsweise in Form von Partnerarbeit, Gruppenarbeit oder dem Frontalunterricht.

Neben der verbalen Kommunikation im Unterricht, spielt auch die nonverbale Kommunikation eine wichtige Rolle. Es scheint zwar, als seien diese Ausdrucksmittel nur Nebensächlichkeiten des Schulalltags. Beleuchtet man die Situation im Unterricht jedoch genauer, ist zu erkennen, wie sehr die nonverbale Kommunikation des Lehrers die Schüler und Schülerinnen beeinflusst und umgekehrt.

Daher möchte ich in meiner Hausarbeit die Bedingungen der verbalen Kommunikation und der nonverbalen Kommunikation und deren Wirkung genauer analysieren. Dabei werde ich größtenteils auf die Ausdrucksmittel der Lehrperson eingehen.

Zuvor möchte ich jedoch kurz den Begriff Unterrichtskommunikation definieren und auf eine der im Unterricht häufig durchgeführten kommunikativen Praktiken, die Gruppenarbeit, eingehen.

Im Hauptteil der Analyse der verbalen und nonverbalen Kommunikation im Unterricht werde ich zunächst eine Definition von verbaler und nonverbaler Kommunikation geben und dann die Themen Sprache, Mimik, Blickkontakt und Gestik fokussieren.

2 Definition Unterrichtskommunikation

Kommunikation bezeichnet den Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehreren Personen. Als elementare Notwendigkeit menschlicher Existenz und wichtigstes soziales Bindemittel kann Kommunikation über Sprache, Mimik, Gestik, durch schriftlichen Austausch, Medien etc. stattfinden (Schubert/Klein, 2016).

Kommunikation ist somit ein Verständigungsprozess. Es gibt drei verschiedene Ebenen, auf denen kommuniziert werden kann. Dazu zählt die verbale Ebene, die nonverbale Ebene und die paraverbale Ebene. Auf die ersten Zwei wird im Laufe der Arbeit genauer eingegangen.

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist die Hauptfunktion von Unterrichtskommunikation die Vermittlung von Wissen. Zur Unterrichtskommunikation zählen kommunikative Praktiken, die Lernziel und Lernmedium zugleich sind (Becker-Mrotzek/Quasthoff, 1998: 3-13). Unterrichtskommunikation hat nicht nur das Ziel, die fachlichen Inhalte zu vermitteln, sondern auch die sprachlichen Kompetenzen zu fördern. Unterrichtliche Gesprächstypen sind unter anderem der Frontalunterricht, die Partnerarbeit und auch die Gruppenarbeit.

3 Unterrichtlicher Gesprächstyp: Gruppenarbeit

Gruppenunterricht ist eine Sozialform des Unterrichts, bei der durch die zeitlich begrenzte Teilung des Klassenverbandes in mehrere Abteilungen arbeitsfähige Kleingruppen entstehen, die gemeinsam an der von dem Lehrer, der Lehrerin gestellten oder selbst erarbeiteten Themenstellung arbeiten und deren Arbeitsergebnisse in späteren Unterrichtsphasen für den Klassenverband nutzbar gemacht werden können.

Gruppenarbeit ist die in dieser Sozialform von den SuS und dem Lehrer, der Lehrerin geleistete zielgerichtete Arbeit, soziale Interaktion und sprachliche Verständigung (Meyer, 1987: 242).

Meyer ist der Auffassung, dass Gruppenunterricht nicht mit Gruppenarbeit gleichzusetzen ist.

Gruppenarbeit ist jedoch ein Teil des Gruppenunterrichts, zu dem die Arbeitsphase und die soziale und sprachliche Interaktion zählt (vgl. Meyer 1987: 242). Gruppenunterricht lässt sich in drei Phasen gliedern. Diese werden: „Arbeitsauftragsphase, Gruppenarbeitsphase und Auswertungsphase“ genannt (Haag/Diegritz, 2012: 378).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.: 1 Die drei Phasen des traditionellen Gruppenunterrichts mit ihren beiden Schnittstellen.

Anhand dieses Schaubildes wird deutlich, dass der Hauptteil des Gruppenunterrichts auf der Gruppenarbeitsphase liegt. Das Relevante an dieser Phase ist jedoch, dass sie sowohl von der Arbeitsauftragsphase (der Einleitung) als auch der Auswertungsphase (dem Schluss) eingeschlossen wird. Die korrekte und erfolgreiche Durchführung ist also vom Schluss und der Einleitung abhängig.

Die Einleitung teilt Meyer nochmals in die Vorstellung des Themas, die Festlegung des Arbeitsauftrags und die Bildung der einzelnen Gruppen, ein. Das Unterrichtsthema wird durch die Lehrerin vorgestellt, im Einzelfall jedoch auch durch Referate oder Impulse der SuS. Die Festlegung des Arbeitsauftrags wird ebenfalls meist durch die Lehrerin durchgeführt. Oftmals gibt es themengleiche Aufträge. Es können aber auch themendifferenzierte Aufträge gestellt werden. Diese zuvor genannten Schritte werden im Plenum durchgeführt. Erst dann folgt die Einteilung in die Gruppen und die sogenannte Arbeitsphase (vgl. Meyer 1987: 244).

In dieser Phase wird innerhalb der vorher festgelegten Gruppen gearbeitet. Jede Gruppe bearbeitet dann gemeinsam ihren Arbeitsauftrag. Wie zuvor beschrieben, können diese Aufträge themendifferenziert oder themengleich sein. Ein Beispiel zu einer Aufgabe der Gruppenarbeitsphase wäre die Bearbeitung einer Szene eines Buches. Dort können beispielsweise verschiedene Teile eines Ausschnittes aufgeteilt und bearbeitet werden. (vgl. Meyer 1987: 244).

Wichtig ist auch zu nennen, dass es bestimmte soziale Kompetenzen in den Gruppen gibt, die eingehalten werden müssen. Die SuS müssen zunächst gelernt haben, mit einem Partner zusammenzuarbeiten. Zudem sind ein Flüsterton und grundlegende Gesprächsregeln zu beachten.

In der Auswertungsphase wird dann das in den Gruppen Erarbeitete der Reihe nach vorgeführt. Hier ist auch die Lehrperson wieder mehr gefordert und nimmt die Gruppen nacheinander dran. Zur Festhaltung der Ergebnisse kann die Lehrperson an der Tafel zusammenfassend protokollieren. Es gibt natürlich auch hier verschiedene Arten der Ergebnissicherung.

Am Schluss kann dann nochmal über die Gruppenarbeit reflektiert werden. Das hat zum Ziel, dass die Sozialform Gruppenarbeit immer routinierter wird und sich die Abläufe einspielen. Dabei sollen die SuS kurz über ihre Eindrücke berichten. Beispiele dazu sind die Fragen: „Wie hast du dich in deiner Gruppe gefühlt?“ und „Habt ihr die Arbeitsaufträge fair verteilt und ordentlich bearbeitet?“.

Die Sozialform Gruppenarbeit hat viele Vorteile, aber auch Nachteile. Ein Vorteil ist der soziale Lerneffekt. Vor allem wird hierbei die Teamfähigkeit stark gesteigert. Auch wird die Kommunikationsfähigkeit jedes Einzelnen gefördert. Gruppenarbeit bietet natürlich eine Abwechslung zum Frontalunterricht. Ein weiterer Vorteil ist, dass Gruppenarbeit in vielen Unterrichtsphasen einsetzbar ist, vor allem mit etwas Routine.

Es gibt jedoch auch einige Nachteile. Als Lehrperson kann man nicht genau erkennen, ob tatsächlich alle an ihrer Aufgabe arbeiten und nicht über Persönliches sprechen. Zudem ist nicht direkt ersichtlich, ob die Aufgaben innerhalb der Gruppe fair verteilt sind. Ein weiterer Aspekt ist, dass dadurch oftmals Unruhe im Klassenzimmer herrschen kann.

Wie zu erkennen ist, gibt es ein Für und Wider der Gruppenarbeit. Dennoch kann man diese Sozialform gut als Abwechslung in einer Klasse anwenden.

4 Begriffserklärung – verbale, paraverbale und nonverbale Kommunikation

Watzlawicks 4. kommunikationspsychologisches Axiom lautet:

Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.

Digitale Kommunikationen haben eine komplexe und vielseitige logische Syntax, aber eine auf dem Gebiet der Beziehungen unzulängliche Semantik.

Analoge Kommunikationen hingegen besitzen dieses semantische Potential, ermangeln aber die, für die eindeutige Kommunikation erforderliche, logische Syntax (Watzlawick 1996:68).

Neben dem Miteinander-Sprechen sind auch die Gestik und die Mimik ausschlaggebend für eine gelingende Kommunikation.

Im Folgenden werde ich auf diese Aussage genauer eingehen.

4.1 Verbale Kommunikation

Laut Watzlawick ist verbale Kommunikation eine Art von Kommunikation, die mit Hilfe von Worten zwischen zwei oder mehreren Parteien stattfindet. Dabei kann der Austausch von Worten sowohl in schriftlicher als auch in mündlicher Art und Weise stattfinden. Diese Art von Kommunikation nehmen wir über das Gehör beziehungsweise das Geschriebene über das Auge wahr.

Verbale Kommunikation ist im Unterricht durch viele verschiedene Arten vermittelbar. Laut Meyer kann man bei Unterrichtskommunikation zwischen offenen und gebundenen Formen unterscheiden.

Zu der offenen Form eines Unterrichtsgesprächs gehört die Unterhaltung, das Schülergespräch, das „Labern“ und die Diskussion.

Die Unterhaltung wird von mindestens zwei Gesprächspartnern geführt. Sie ist die lockerste Form der Unterrichtskommunikation. Hierbei werden Meinungen und Ansichten ausgetauscht. Die Unterhaltung erfolgt zudem eher planlos auf kein bestimmtes Ziel hin. Ein Beispiel einer Unterrichtsunterhaltung ist der Morgenkreis, in dem die SuS von ihrem Wochenende und ihren Erlebnissen erzählen können.

Das Schülergespräch ist ein freies Unterrichtsgespräch, bei dem die Lehrperson im Hintergrund agiert und die SuS den größten Teil der Konversation selbst gestalten. Beispielhaft hierfür wäre ein Gespräch an Gruppentischen untereinander.

Das „Labern“ bezeichnet Meyer als eine Fehlinterpretation von Schülergespräch und Unterhaltung. Es kann sowohl von Schülern als auch von den Lehrern ausgehen. Gesprächsthemen wären Interessen oder Hobbies der Personen.

Die letzte offene Gesprächsform ist die Diskussion oder das Streitgespräch. Hierbei handelt es sich laut Meyer um „stark verregelte Gespräche zur Erörterung umstrittener konsensbedürftiger Fragen und Probleme“.

Als gebundene Formen des Gesprächs bezeichnet Meyer das gelenkte Unterrichtsgespräch, das fragend-entwickelnde Gespräch, das sokratische Gespräch sowie das Prüfungsgespräch.

Das gelenkte Unterrichtsgespräch beinhaltet ein Ziel umzusetzen, welches die Lehrperson vorgibt. Die SuS sind trotzdem dazu aufgefordert, aktiv mitzudenken und Rückfragen zu stellen.

Beim fragend-entwickelnden-Gespräch nutzt der Lehrer die Vorkenntnisse der SuS um einen Sach-, Sinn-, oder Problemzusammenhang zu entwickeln. Der sokratische Dialog ist ein Vorläufer des fragend-entwickelnden-Gesprächs.

Unter einem Prüfungsgespräch versteht man unter anderem eine „mündliche Prüfung“, bei der sowohl der Lehrer als auch der Schüler zu Wort kommen. Die Herrschaftsverhältnisse bleiben aber deutlich geregelt.

4.2 Paraverbale Kommunikation

Bei der paraverbalen Kommunikation handelt es sich um die Art und Weise des Sprechens. Genauer um die Stimmeigenschaften und das Sprechverhalten. Das bedeutet, es werden vor alle die Stimmlage, der Tonfall, die Artikulation, die Lautstärke, der Sprechrhythmus- und die geschwindigkeit wahrgenommen. Diese Art von Kommunikation nehmen wir übers Gehör wahr.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Verbale und nonverbale Kommunikation im Unterricht
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,3
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V424787
ISBN (eBook)
9783668700123
ISBN (Buch)
9783668700130
Dateigröße
589 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verbale, kommunikation, unterricht
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Verbale und nonverbale Kommunikation im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424787

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