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Der ontologische Gottesbeweis. Descartes Problem und (un)mögliche Lösung?

Titel: Der ontologische Gottesbeweis. Descartes Problem und (un)mögliche Lösung?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2018 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Maria Neumann (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Streben nach fundierter Gewissheit in der Philosophie mithilfe einer Methode des radikalen Zweifels bildete das Fundament der Decartesschen Arbeit. In sechs Kapiteln seiner "Meditationes de Prima Philosophia" erarbeitet er, was wir wirklich als wahr annehmen können und liefert einen Ansatz, welcher apriorisch auskommen soll.

Zwei seiner Meditationen kommen mit der Ausarbeitung der Gottesbeweise eine eminente Wichtigkeit zu. Sie verkörpern neben dem "Cogito" Grundlage für folgende aber auch vorangegangene Urteile Descartes'. Wie das möglich ist, soll sich durch meine Ausführungen in dieser Arbeit als Nebenprodukt zeigen. Die philosophische Debatte über Gott ist seit einigen Jahren wiedereröffnet und aktueller denn je und schon Theodor W. Adorno wusste, dass "wohl eine jede Philosophie um den ontologischen Gottesbeweis [kreise]". Auf diese Form des Beweises soll sich diese Arbeit konzentrieren. Bereits Anselm von Canterbury verschrieb sich dem Versuch, das Dasein Gottes zu beweisen, indem er "ihn" als das vollkommenste Wesen, über das nichts Größeres gedacht werden kann, beschrieb. Auch Descartes entwirft einen ontologischen Gottesbeweis, welchen ich in dieser Arbeit zu prüfen ersuche. Inwiefern kann sein Gottesbeweis unbezweifelbar sein?

Um diese Frage hinreichend beantworten zu können, muss natürlich zunächst der Descartessche Beweis näher beleuchtet und auf bereits bekannte Kritiken eingegangen werden. Da "Ich denke, also bin ich" den introspektiven Ausgangspunkt seines Denkens verkörpert, wird auch die Bedeutung dieses Ausspruchs im Sinne des Gottesbeweises Zuwendung finden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der ontologische Gottesbeweis nach Anselm

3. Der ontologische Gottesbeweis nach René Descartes

4. Das Problem am ontologischen Gottesbeweis

4.1. Descartes' frühe Kritiker

4.2. Erste Antwort auf die Einwände im Sinne Descartes'

4.3. Der Vorwurf des Zirkels bei Röd und dessen Lösungsversuch

5. Henning Tegtmeyer: Eine endgültige Lösung für Descartes?

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den ontologischen Gottesbeweis von René Descartes auf seine logische Konsistenz und Unbezweifelbarkeit. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Descartes' Argumente den bekannten Kritikpunkten standhalten können, wobei insbesondere die Perspektiven von Wolfgang Röd und Henning Tegtmeyer analysiert werden.

  • Die kritische Analyse des ontologischen Gottesbeweises bei Anselm von Canterbury und René Descartes.
  • Die Untersuchung der Zirkelproblematik ("Circulus vitiosus") in Descartes' Erkenntnistheorie.
  • Die Rolle der "Klarheit und Deutlichkeit" als Kriterium für Wahrheit.
  • Die Auseinandersetzung mit der Kausalität und der notwendigen Existenz Gottes.
  • Die reflektierte Bewertung der Beweisführung im Kontext von Glauben und rationaler Erkenntnis.

Auszug aus dem Buch

4.3. Der Vorwurf des Zirkels bei Röd und dessen Lösungsversuch

Da auf die Einwände seiner frühen Kritiker nur kurz im Zuge dieser Hausarbeit eingegangen wurde, soll nun der wohl problematischste und bekannteste analysiert werden. In Wolfgang Röds Ausarbeitung "le cercle cartésien" finden sich die Einwände der frühen Kritiker in detaillierter Form zusammen.

Für Descartes ist alles, was ich klar und deutlich zur Natur eines Dinges erkenne, auch objektiv gültig und gehört zwingend zu dieser Sache. Dieses Kriterium soll aber nicht nur zum Existenzbeweis Gottes hinführen, sondern ist, wie in der fünften Meditation deutlich wird, auch von diesem abhängig. Damit äußert sich, was auch Röd ausarbeitet und Descartes' frühe Kritiker bereits andeuteten: Der Verdacht des "Circulus vitiosus". Eine objektiv gültige Erkenntnis kann demnach zu keiner Zeit erreicht werden, wenn nicht vorher die Existenz Gottes erwiesen ist. Wie schon im letzten Kapitel angedeutet wurde, kann Descartes diesem Vorwurf nicht wirklich entkommen; Er versucht dies, indem er seinen zuvor vorherrschenden Zweifel auf die erinnerte Gewissheit reduziert und abstreitet, ihn auf die "aktuale Evidenz ausgedehnt zu haben".

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert das methodische Streben Descartes nach Gewissheit und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Unbezweifelbarkeit seines ontologischen Gottesbeweises.

2. Der ontologische Gottesbeweis nach Anselm: Dieses Kapitel skizziert Anselms Ansatz, Gott als das vollkommenste Wesen zu definieren, über das nichts Größeres gedacht werden kann.

3. Der ontologische Gottesbeweis nach René Descartes: Hier wird Descartes' apriorischer Ansatz dargestellt, bei dem die Idee Gottes als vollkommenes Wesen untrennbar mit der notwendigen Existenz verbunden wird.

4. Das Problem am ontologischen Gottesbeweis: Dieser Abschnitt behandelt die Kritik von Zeitgenossen wie Caterus, Mersenne und Gassendi sowie das zentrale Problem des Zirkelschlusses.

5. Henning Tegtmeyer: Eine endgültige Lösung für Descartes?: Der Autor diskutiert Tegtmeyers Interpretation, die eine gegenseitige Bedingung von Cogito und Gottesbeweis vorschlägt, um den Zirkelvorwurf zu entkräften.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit reflektiert, dass der Gottesbeweis eher als Glaubensbekenntnis denn als rein logischer Beweis zu verstehen ist und diskutiert die Vereinbarkeit mit der Theodizee.

Schlüsselwörter

Ontologischer Gottesbeweis, René Descartes, Anselm von Canterbury, Circulus vitiosus, Erkenntnistheorie, Meditationen, Klarheit und Deutlichkeit, Existenz Gottes, Kausalität, Metaphysischer Zweifel, Henning Tegtmeyer, Wolfgang Röd, Daseinsgewissheit, Natürliche Theologie, Glaubensbekenntnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem ontologischen Gottesbeweis von René Descartes und der Frage, ob dieser logisch konsistent ist oder ob er in einem Zirkelschluss verfängt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Kritik am Gottesbeweis, die erkenntnistheoretische Methode des radikalen Zweifels, das Kriterium der Klarheit und Deutlichkeit sowie die Verbindung zwischen Essenz und Existenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Prüfung, inwiefern der Gottesbeweis bei Descartes unbezweifelbar ist und wie bekannte Kritiker diesen infrage stellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine philosophiehistorische und textkritische Methode angewandt, indem Descartes' Originaltexte mit den Analysen von Forschern wie Röd und Tegtmeyer in Bezug gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Beweisansätze, die zeitgenössische Kritik, die Zirkelproblematik sowie neuere Interpretationsansätze zur Rettung der logischen Argumentation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der ontologische Gottesbeweis, der Circulus vitiosus, die absolute Substanz und die gnoseologische Funktion der Gottesidee.

Wie entkräftet Tegtmeyer den Vorwurf des Zirkels bei Descartes?

Tegtmeyer argumentiert, dass die Gottesidee und das Cogito-Argument wechselseitig unempfänglich für den Zweifel sind und die Rechtfertigung klarer Gedanken durch Gott nicht zirkulär ist.

Warum kommt die Autorin zu dem Schluss, dass der Beweis eher ein Glaubensbekenntnis ist?

Die Autorin argumentiert, dass ein vollständig bewiesener Gott, an dessen Existenz man nicht mehr zweifeln kann, seine Eigenschaft als zu glaubendes, transzendentes Wesen verlieren würde.

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Details

Titel
Der ontologische Gottesbeweis. Descartes Problem und (un)mögliche Lösung?
Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,0
Autor
Maria Neumann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V424800
ISBN (eBook)
9783668700185
ISBN (Buch)
9783668700192
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gottesbeweis descartes problem lösung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maria Neumann (Autor:in), 2018, Der ontologische Gottesbeweis. Descartes Problem und (un)mögliche Lösung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/424800
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Leseprobe aus  20  Seiten
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