Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Linguistik

Soziolekte. Gibt es in Berlin noch eine Unterschichtssprache und welche Merkmale hat sie?

Titel: Soziolekte. Gibt es in Berlin noch eine Unterschichtssprache und welche Merkmale hat sie?

Seminararbeit , 2004 , 17 Seiten , Note: 2

Autor:in: Daniela Krämer (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In Berlin wird ebenso wie in anderen Regionen Deutschlands ein lokaler Dialekt, das Berlinische, gesprochen. Aber wenn man sich Berlin und auch den Großraum Berlin genauer ansieht, kann man erkennen, dass es in manchen Gruppen und Netzwerken unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Während es in einigen Gegenden besonders stark verbreitet ist, ist es in anderen geradezu verpönt und mit starken Sanktionen verbunden.

Um herauszufinden, wie die Stratifikation des Berlinischen in der Hauptstadt ist, werden die verschieden Schichten und Wohngegenden Berlins in dieser Arbeit näher beleuchtet. Ziel ist es, herauszufinden, ob es sich, wie es eine unter Berlinern weitverbreitete Meinung ist, beim Berlinischen um eine Unterschichtssprache handelt. Ebenso wird ein Blick darauf geworfen, inwieweit sich die Situation vor und nach der Wende verändert hat und welchen Einfluss der Mauerfall auf die Sprache in Berlin Ost und West hatte.

Um einen guten Überblick über das Thema Soziolekt zu bekommen, werden zunächst der Begriff Soziolekt und die Merkmale, die eine Unterschichtssprache auszeichnen würden, besprochen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziolekt

3. Restringierter und elaborierter Kode

4. Das Berlinische

4.1 Merkmale des Berlinischen

4.2 Berlinisch vor der Wende

4.3 Die Distribution der Merkmale vor der Wende

4.4 Berlinisch nach der Wende

4.5 Die Distribution der Merkmale nach der Wende

5. Auswertung der Hörbeispiele

6. Evaluation

7. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die sprachliche Stratifikation in Berlin, um zu analysieren, ob das Berlinische primär als Unterschichtssprache fungiert und welche soziolinguistischen Merkmale diese definieren. Dabei wird der Einfluss der gesellschaftlichen Veränderungen vor und nach der Wende sowie die regionale Verbreitung des Dialekts beleuchtet.

  • Soziolinguistische Definition von Soziolekten und Sprachkodes
  • Phonologische und grammatikalische Merkmale des Berlinischen
  • Historischer Wandel der Sprachsituation durch Mauerbau und Wiedervereinigung
  • Empirische Untersuchung mittels Hörbeispielen und Fragebögen
  • Soziale Stigmatisierung versus Identitätsstiftung durch Dialektgebrauch

Auszug aus dem Buch

3. Restringierter und elaborierter Kode

Beim Berlinischen, das von der sogenannten Unterschicht gesprochen wird, ist nicht nur die phonologische Komponente entscheidend dafür, dass diese Art, zu artikulieren, als „proletenhaft“ wahrgenommen wird. Andere Punkte, die auch zum Charakter des Berliner Dialekts beitragen, sind Intonation, Prosodie und eine bestimmte Art des Satzbaus.

Es dient also nicht nur die Aussprache zur Identifizierung eines Sprechers und der Zuordnung zu einer bestimmten sozialen Schicht sondern auch die Art und Weise, wie er beispielsweise ein Ereignis wiedergibt, machen es möglich, ihn dementsprechend einzuordnen.

Bei dieser Art der Einordnung spricht man von einer Unterteilung nach restringiertem und elaborierten Kode.

Den restrigierten Kode signalisieren die folgenden Merkmale: kurze, unvollständige, einfache Sätze und eine fehlerhafte Syntax. Es werden immer dieselben Konjunktionen, falsche Pronomen, beziehungsweise ein falscher Kasus verwendet. Der Artikulierende hat generell sehr wenig syntaktische und lexikalische Alternativen. Die Sätze haben also immer eine ähnliche, relativ simple Struktur und es werden immer dieselben Wörter verwendet. Die Wiedergabe von Ereignissen oder Prozessen erfolgt im allgemeinen sehr unstrukturiert und unorganisiert, so dass diese für einen Zuhörer kaum nachvollziehbar dargestellt werden.

Beim elaborierten Kode dagegen sind die Sprecher imstande, grammatikalisch und syntaktisch korrekte, komplexe Sätze mit variierenden Konjunktionen zu bilden. Konjunktionen, Pronomen, Adjektive und Adverbien werden häufig und abwechslungsreich gebraucht. Benutzern dieses Kodes ist möglich, ein Geschehen wesentlich bildhafter, genauer und ausführlicher zu reproduzieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob das Berlinische eine Unterschichtssprache darstellt, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

2. Soziolekt: Es werden die theoretischen Grundlagen soziolinguistischer Variationen und deren soziale Bewertung erläutert.

3. Restringierter und elaborierter Kode: Das Kapitel erklärt die Unterscheidung zwischen Sprachkodes anhand syntaktischer und lexikalischer Komplexität.

4. Das Berlinische: Die phonologischen Merkmale des Dialekts werden aufgelistet und die Sprachsituation in Ost- und Westberlin historisch analysiert.

5. Auswertung der Hörbeispiele: Durch qualitative Analysen von Interviews wird die praktische Anwendung der zuvor definierten Sprachkodes untersucht.

6. Evaluation: Das Fazit fasst die stigmatisierende Wirkung des Berlinischen zusammen und diskutiert den aktuellen Stand der Dialektverwendung.

7. Anhang: Hier finden sich der verwendete Soziolinguistik-Fragebogen sowie Transkriptionen der durchgeführten Interviews.

Schlüsselwörter

Berlinisch, Soziolekt, Unterschichtssprache, restringierter Kode, elaborierter Kode, Sprachvariation, Stigmatisierung, Mauerfall, Sprachwandel, Soziolinguistik, Dialekt, Identität, Prestigemodell, Uniformitätsmodell, Performanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziolinguistische Struktur des Berliner Dialekts und hinterfragt, ob dieser als spezifische Unterschichtssprache einzuordnen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung von Sprachkodes, der historischen Entwicklung des Berlinischen in Ost- und Westberlin sowie der sozialen Wahrnehmung des Dialektgebrauchs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob das Berlinische in Berlin tatsächlich primär als Unterschichtssprache gilt und welche spezifischen sprachlichen Merkmale eine solche Zuschreibung rechtfertigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden eine theoretische Analyse soziolinguistischer Konzepte sowie eine empirische Untersuchung durch die Auswertung von Hörbeispielen und einem Fragebogentest angewandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Definition von Soziolekten, der detaillierten Beschreibung der phonologischen Merkmale des Berlinischen sowie der Analyse der Sprachverteilung in verschiedenen Bezirken vor und nach der Wende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Soziolekt, restringierter/elaborierter Kode, Stigmatisierung, Sprachwandel, Ost-West-Vergleich und soziale Stratifikation.

Wie unterscheidet sich die Sprachsituation in Ost- und Westberlin laut der Analyse?

Während im Westen ein Prestigemodell herrschte, das Hochdeutsch favorisierte, war im Osten das Berlinische aufgrund seiner historischen Rolle stärker in öffentlichen Institutionen und im sozialen Miteinander verankert.

Welche Schlussfolgerungen werden aus den Hörbeispielen gezogen?

Die Auswertung zeigt, dass Sprecher mit restringiertem Kode häufiger als der Unterschicht zugehörig wahrgenommen werden, während eine stärkere Sprachbeherrschung der Mittelschicht zugeordnet wird.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Soziolekte. Gibt es in Berlin noch eine Unterschichtssprache und welche Merkmale hat sie?
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2
Autor
Daniela Krämer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V42528
ISBN (eBook)
9783638405393
ISBN (Buch)
9783638763141
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziolekte Gibt Berlin Unterschichtssprache Merkmale
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniela Krämer (Autor:in), 2004, Soziolekte. Gibt es in Berlin noch eine Unterschichtssprache und welche Merkmale hat sie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42528
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum
  • Vertrag widerrufen