Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Krieg den Philistern - eine zeitkritische Moralsatire

Title: Krieg den Philistern - eine zeitkritische Moralsatire

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: zwei

Autor:in: Gina Saiko (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Literatur ist seit jeher für viele Schriftsteller nicht nur Möglichkeit, ihrem literarischen Schaffen und ihrer Phantasie Ausdruck zu verleihen, sondern auch um Kritik an den Mißständen ihrer Zeit zu üben. Dies ermöglicht insbesondere die Gattung der Satire, die individuelle, gesellschaftliche oder allgemeinmenschliche Schwächen meist in Form von Ironie und karikierender Überspitzung aufzeigt.
Namen wie John Updike, Friedrich Dürrenmatt oder Günter Grass, die zu den renommiertesten Satirikern der Gegenwart zählen, sind hier von großer Bedeutung.
Ihren Ursprung hat die Satire in der Antike, in der Autoren wie Horaz oder Juvenal dieser Literatur zu großem Ruhm verholfen haben.
Im 19. Jahrhundert jedoch, in einer Zeit des politischen und gesellschaftlichen Wandels, konnte sich eine spezielle Form der Satire behaupten. Neben Ludwig Tieck gehörte Joseph Freiherr von Eichendorff zu den Schriftstellern, die mit Hilfe der Literatursatire ihre Zeit und die damaligen Umstände gekonnt darstellten.

Eichendorff verwirklicht dies insbesondere in seinem dramatischen Märchen „Krieg den Philistern“, das 1823 entstanden ist. Es handelt sich um eine zeitkritische Philistersatire, in der der Autor kritisch mit seiner Gegenwart in all ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Eigenheiten abrechnet. Dabei ist zu beachten, dass die Literatursatire stets an ihr soziohistorisches Umfeld gebunden ist. Außerdem stellt sie eine „Sonderform der Literaturkritik [dar], bei der in dichterischer Form [...] mit den sprachlichen Kunstmitteln der Satire und der Parodie literarische Werke, Persönlichkeiten und Stilrichtungen verspottet werden“ (Meyers Kleines Lexikon Literatur 1986; 260).

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, zunächst den Gegenstand der Satire auf politischer, gesellschaftlicher und literarischer Ebene herauszuarbeiten und dabei auf die Rolle der Umsetzung dieser Problematik sowie wesentliche Randbedingungen einzugehen, die für das Verständnis der Satire von Bedeutung sind. Auch soll geklärt werden, inwiefern „Krieg den Philistern“ eine moralische Intention verfolgt. Darüber hinaus soll das Werk in einen Gesamtzusammenhang eingeordnet werden, um die Bedeutung des Werkes für das 19. Jahrhundert hervorzuheben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. EINLEITUNG

1. POLITISCHE SATIRE IN KRIEG DEN PHILISTERN

1.1. Geschichtlicher Hintergrund

1.2. Eichendorff als Romantiker

2. GESELLSCHAFTSKRITIK

2.1. Philister

2.2. Poetische

2.3. Dilettantismus und Nachahmung

3. LITERARISCHE SATIRE

3.1. Poesie und Realität

3.2. Der Riese Grobianus

3.3. Romantische Ironie und Satire

4. KRIEG DEN PHILISTERN ALS MORALSATIRE

4.1. Eichendorff als Satiriker

4.2. Intention Eichendorffs

5. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Joseph von Eichendorffs „Krieg den Philistern“ als zeitkritische Literatursatire, arbeitet die politische, gesellschaftliche und literarische Ebene des Werkes heraus und analysiert, inwiefern Eichendorff eine moralische Intention verfolgt.

  • Die Darstellung von Philistern und Poetischen im Kontext des 19. Jahrhunderts
  • Die Analyse des Begriffs der Literatursatire bei Eichendorff
  • Eichendorffs Auseinandersetzung mit dem Liberalismus
  • Die Rolle des Riesen Grobianus als Symbol für gesellschaftliche Umbrüche
  • Die Anwendung romantischer Ironie im dramatischen Märchen

Auszug aus dem Buch

3.2. Der Riese Grobianus

Diese Bedrohung in Form der kommenden Apokalypse nimmt durch die Erscheinung des Riesen Grobianus, der von den Poetischen zur Hilfe gerufen wird, bereits Gestalt an. Dieser sprengt am Ende der Satire beide Parteien, bürgerliche Philister und poetische Philister, ohne Unterschied in die Luft. „Grobianus ist der Mensch oder richtiger: Unmensch gewordene Nationalismus, der alle Gaue teutonisieren will und der alles überrennt, auch diejenigen, die ihn riefen“ (Mühlher 1966; 135 f.).

Dieses Bild ist als immanente Möglichkeit revolutionärer Umstände zu sehen. Dabei ist auch von Bedeutung, dass der Riese im sogenannten „Sagenwald“ zu finden ist, welcher das Mittelalter repräsentiert. Die Romantiker sind davon überzeugt, „daß die natürliche Entwicklung im Mittelalter unterbrochen wäre, und daß man dort wieder anknüpfen müsse, um den Staat zu seiner alten Höhe zurückzuführen“ (Heyer 1973; 45). Eichendorff konfrontiert dieses „Wunschdenken“ vom deutschen Altertum mit der Realität, indem er den Riesen Grobianus in Erscheinung treten lässt. Dieser entspricht in keiner Weise dem Idealbild des Germanen und ist somit die „nüchterne Wirklichkeit“, die vielmehr als Personifikation des Volkes und des sich entwickelnden Proletariats gesehen werden muss. Gemeint ist das arbeitende ländliche Proletariat, das „zahlenmäßig ein[en] Riese[n] gegenüber dem Bürgertum“ (Frühwald 1965; 763) darstellt und durch die beginnende Industrialisierung und das damit zunehmende Fabrikwesen entsteht. „Damit löst er bildhaft die Sprengkraft der Zeit aus: Der Pulverturm explodiert und ‚begräbt die Stadt, den Riesen und beide Heere unter seinen Trümmern‘ “ (Kucher 1991; 163).

Zusammenfassung der Kapitel

0. EINLEITUNG: Einführung in die Gattung der Satire und Zielsetzung der Analyse von Eichendorffs Werk „Krieg den Philistern“.

1. POLITISCHE SATIRE IN KRIEG DEN PHILISTERN: Untersuchung des zeitgeschichtlichen Kontextes der Restauration und Eichendorffs kritische Haltung als Romantiker.

2. GESELLSCHAFTSKRITIK: Analyse der Darstellung von Philistern, Poetischen sowie der Kritik an Dilettantismus im 19. Jahrhundert.

3. LITERARISCHE SATIRE: Betrachtung der Verbindung von Poesie und Realität, der Rolle des Grobianus und der Anwendung romantischer Ironie.

4. KRIEG DEN PHILISTERN ALS MORALSATIRE: Diskussion von Eichendorffs Rolle als Satiriker und seiner moralischen Zielsetzung im Werk.

5. ZUSAMMENFASSUNG: Abschlussbetrachtung zur Bedeutung und Rezeption des Werkes.

Schlüsselwörter

Joseph von Eichendorff, Krieg den Philistern, Satire, Literatursatire, Romantik, Philister, Biedermeier, Gesellschaftskritik, Moral, Riese Grobianus, Politische Satire, Zeitkritik, Literaturgeschichte, 19. Jahrhundert, Dramatisches Märchen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Eichendorffs Werk „Krieg den Philistern“ und ordnet es in den historischen sowie literarischen Kontext des frühen 19. Jahrhunderts ein, wobei der Fokus auf der satirischen Darstellung der Gesellschaft liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören der geschichtliche Hintergrund der Restauration, die satirische Auseinandersetzung mit dem Philistertum und der romantischen Literaturszene sowie die Funktion von Ironie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Gegenstand der Satire auf politischer, gesellschaftlicher und literarischer Ebene aufzuarbeiten und die moralische Intention des Autors zu klären.

Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter Einbeziehung von Fachliteratur und zeitgeschichtlichen Hintergründen interpretiert.

Was ist der inhaltliche Kern des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung politischer Satire, die Kritik am zeitgenössischen Bürgertum, die Analyse der literarischen Form (Poesie vs. Realität) und die moralphilosophische Einordnung des Werkes.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Romantik, Philistersatire, zeitkritische Literatur, Eichendorff, Gesellschaftskritik und literarische Ironie beschreiben.

Welche Bedeutung kommt dem Riesen Grobianus im Drama zu?

Grobianus symbolisiert die aufkeimende Bedrohung durch gesellschaftliche Umwälzungen, insbesondere durch das entstehende Proletariat, und fungiert als zerstörerische Kraft gegenüber den verkrusteten Strukturen der Philister.

Wie unterscheidet Eichendorff zwischen Philistern und Poetischen?

Die Arbeit zeigt auf, dass Eichendorff beide Gruppen kritisiert, da die „Poetischen“ oft nur eine Spiegelung der philiströsen Haltung darstellen und somit keine wirkliche Alternative bieten.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Krieg den Philistern - eine zeitkritische Moralsatire
College
LMU Munich  (Institut für deutsche Philologie)
Course
Proseminar: Der Blick des Narren - eine Geschichte der deutschen Satire
Grade
zwei
Author
Gina Saiko (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V42670
ISBN (eBook)
9783638406598
ISBN (Book)
9783638782203
Language
German
Tags
Krieg Philistern Moralsatire Proseminar Blick Narren Geschichte Satire
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gina Saiko (Author), 2003, Krieg den Philistern - eine zeitkritische Moralsatire, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42670
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint