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Deutschland, Frankreich und die Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Title: Deutschland, Frankreich und die Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Seminar Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Viktor Höhn (Author)

Politics - Topic: European Union
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Die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) kann als ein Schlüsselprojekt der europäischen Einigung angesehen werden. Ihr Ziel ist die Stärkung der äußeren Handlungsfähigkeit der EU durch den Aufbau militärischer und ziviler Fähigkeiten zur internationalen Konfliktverhütung und Krisenbewältigung. Die Zusammenarbeit der EU-Mitgliedsstaaten in einem so sensiblen Bereich kann sehr intensiv identitäts- und gemeinschaftsbildend wirken und die Integration entscheidend vertiefen. Der derzeitige Irak-Konflikt, der die EU in zwei Lager spaltet, sowie das 40. Jahr des Elysée-Vertrages geben einen aktuellen Anlass auf die ESVP einzugehen. Diese ist ein noch sehr junges Projekt. Sie wurde auf dem Europäischen Rat von Köln am 03./04.06.1999 ins Leben gerufen. Doch der Weg bis da hin war lang. Die ersten Schritte zu einer gemeinsamen europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik wurden bereits nach dem zweiten Weltkrieg unternommen. Während dieses Entwicklungsprozesses spielten insbesondere Deutschland und Frankreich und die Beziehungen der beiden ehemaligen Erbfeinde zueinander eine entscheidende Rolle.
Die folgende Abhandlung beschäftigt sich mit der Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik von 1950 bis heute. Dabei wird insbesondere auf die Rolle Frankreichs und Deutschlands, die häufig als „Motor Europas“ bezeichnet werden, in diesem Entwicklungsprozess eingegangen. Hinsichtlich der Methodik ist die Hausarbeit chronologisch angelegt und in drei historische Abschnitte unterteilt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik von 1950 bis 1989/90

2.1 Die ersten Schritte zu einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

2.2 Die unterschiedlichen Sicherheitskonzeptionen Frankreichs und Deutschlands

2.3 Die Hemmnisse einer gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

2.4 Die Beweggründe Deutschlands und Frankreichs für eine Kooperation

3. Die Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik von 1989/90 bis Maastricht

3.1 Annäherung der deutschen und französischen Position

3.2 Gemeinsame Initiativen für Maastricht

3.3 Die Motive Deutschlands und Frankreichs für die Initiativen

3.4 Ergebnisse und Bewertung der Initiativen für Maastricht

4. Die Entwicklung der ESVP von 1998 bis 2003

4.1 Der Wandel der britischen Position

4.2 Die Gipfel von Köln, Helsinki und Feira und der Aufbau der ESVP

4.3 Die transatlantischen Beziehungen

4.4 Die Auswirkungen des Kosovo-Krieges

4.5 Die Perspektiven der ESVP

5. Schlussfolgerungen

5.1 Die Rollen Deutschlands und Frankreichs für die Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik

5.2 Die Rolle einer Avantgarde

5.3 Die ESVP im Lichte des aktuellen Irak-Konflikts

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) von 1950 bis heute, mit einem besonderen Fokus auf der wegweisenden Rolle Deutschlands und Frankreichs sowie den veränderten Rahmenbedingungen nach dem Ende des Ost-West-Konflikts und dem Wandel der britischen Position.

  • Historische Analyse der deutsch-französischen Sicherheitskonzeptionen.
  • Untersuchung der Einflussfaktoren auf die ESVP-Entwicklung (u.a. Kosovo-Krieg, Irak-Konflikt).
  • Bewertung der deutsch-französischen Kooperation und der Rolle des Vereinigten Königreichs.
  • Herausarbeitung der institutionellen Fortschritte und Herausforderungen der ESVP.
  • Analyse der transatlantischen Beziehungen im Kontext einer europäischen Verteidigungsidentität.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die unterschiedlichen Sicherheitskonzeptionen Frankreichs und Deutschlands

Aber trotz einiger Vereinbarungen und Fortschritte, lagen den Sicherheitspolitiken beider Staaten verschiedenen Konzeptionen zugrunde. Auch die Bemühungen des Deutsch-Französischen Sicherheits- und Verteidigungsrats die Sicherheitspolitik der beiden Staaten zu vereinen, konnten die unterschiedlichen strategischen Kulturen der Rheinnachbarn nicht vergessen machen. Das Verteidigungskonzept Frankreichs basiert auf der nationalen Unabhängigkeit und dem Prinzip der globalen Abschreckung. Daher trat Frankreich 1966 unter de Gaulle auch aus der militärischen Integration der NATO aus. Die Verteidigung der vitalen Interessen des Staates, wozu auch dessen Souveränität zählt, soll, auch mit Hilfe von Nuklearwaffen, notfalls allein, gewährleisten werden können. Des Weiteren definiert Frankreich seine Interessen global und erhebt Anspruch auf Großmachtstatus. Als ehemalige Kolonialmacht, als Nuklearmacht und als eine Macht mit einem ständigen Sitz im Rat der Vereinten Nationen wird dieser Anspruch gerechtfertigt. Das Ziel wurde von keinem französischen Staatsoberhaupt zumindest bis in die 90er Jahre aus den Augen verloren. Die französische Sicherheitskonzeption beruht also auf drei Kernelementen: Souveränität, europäische Eigenständigkeit und globale Orientierung, d.h. Anspruch auf Großmachtstatus.

Der Sicherheitspolitik Deutschlands lagen ganz andere Konzeptionen zugrunde. Die Bundesrepublik verfolgte und verfolgt weiterhin eine auf Integration zielende Sicherheitspolitik bei der die Mitgliedschaft in NATO und WEU eine entscheidende Bedeutung zukommt. Für Deutschland bestand auch keine Alternative zur Politik der Integration und Westanbindung, da nur auf diese Weise das von den Alliierten auferlegte Besatzungsstatut letztendlich aufgehoben werden konnte. Die Westanbindung wurde zur Staatsraison. Während Frankreich 1966 die militärische Integration der NATO verließ und durch eigene Nuklearwaffen den Schutz seiner Souveränität sichern wollte, bestand für die Bundesrepublik durch die Unterzeichnung des WEU-Vertrages 1954 und des Zwei-plus-vier-Vertrages 1990 keine nukleare Option. Außerdem war die militärstrategische Konzeption der Bundeswehr insbesondere auf Bündnistreue mit der NATO ausgerichtet. Die Sicherheitspolitik der BRD nach dem zweiten Weltkrieg basierte immer auf Zusammenarbeit, Integration und Multilateralität und nie auf „nationaler Unabhängigkeit“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik als Schlüsselprojekt der EU ein und erläutert die methodische sowie chronologische Herangehensweise der Arbeit.

2. Die Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik von 1950 bis 1989/90: Dieses Kapitel beschreibt die frühen, von unterschiedlichen Sicherheitskonzeptionen geprägten Versuche einer europäischen Verteidigungszusammenarbeit und die hemmenden Faktoren vor dem Ende der Blockkonfrontation.

3. Die Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik von 1989/90 bis Maastricht: Der Fokus liegt hier auf den durch den Mauerfall veränderten Positionen Deutschlands und Frankreichs, die zu gemeinsamen Initiativen und schließlich zu den Bestimmungen des Maastrichter Vertrags führten.

4. Die Entwicklung der ESVP von 1998 bis 2003: Hier werden die entscheidenden Impulse durch den Wandel der britischen Position, den Kosovo-Krieg und die europäischen Gipfel von Köln, Helsinki und Feira zur aktiven Gestaltung der ESVP analysiert.

5. Schlussfolgerungen: Das Kapitel reflektiert die zentrale Rolle des deutsch-französischen Tandems, die Unverzichtbarkeit des Vereinigten Königreichs für den Erfolg der ESVP sowie die Herausforderungen durch den aktuellen Irak-Konflikt.

Schlüsselwörter

Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, ESVP, Deutschland, Frankreich, Europäische Integration, Westanbindung, NATO, Maastrichter Vertrag, Sicherheitspolitik, Verteidigungsgemeinschaft, Kosovo-Krieg, Irak-Konflikt, Außenpolitik, transatlantische Beziehungen, Souveränität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) sowie den Einfluss und die Zusammenarbeit insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich in diesem Bereich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die unterschiedlichen Sicherheitskonzeptionen der europäischen Staaten, der Einfluss historischer Ereignisse wie des Endes des Ost-West-Konflikts, sowie die institutionellen Entwicklungen zur Schaffung einer gemeinsamen europäischen Verteidigungsfähigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die ESVP von ersten Ansätzen in den 1950er Jahren bis zu ihrer heutigen Ausprägung entwickelt hat und welche Rolle die Annäherung der europäischen Partner dabei spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist chronologisch angelegt und gliedert die Untersuchung in drei historische Abschnitte, um die sicherheitspolitische Evolution der beteiligten Akteure systematisch nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die frühen Integrationsversuche (EVG), den Wandel der Positionen nach der Wiedervereinigung Deutschlands, die Initiativen für Maastricht sowie die Faktoren der ESVP-Entwicklung ab 1998, wie den Kosovo-Krieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte umfassen ESVP, europäische Integration, deutsch-französische Beziehungen, NATO und die verschiedenen sicherheitspolitischen Konzeptionen der EU-Staaten.

Warum war der Wandel der britischen Position ab 1998 so entscheidend?

Großbritannien stand einer eigenständigen europäischen Sicherheitspolitik lange ablehnend gegenüber; erst der Regierungswechsel zur Labour-Partei und die Erfahrungen aus dem Kosovo-Krieg ermöglichten die notwendige Unterstützung Londons für den Aufbau der ESVP.

Wie wirkt sich der Irak-Konflikt auf die ESVP aus?

Der Irak-Konflikt offenbart eine tiefe Spaltung Europas zwischen Staaten, die ein starkes, eigenständiges Europa befürworten, und solchen, die transatlantische Beziehungen priorisieren, was die Entwicklung einer geeinten Avantgarde erschwert.

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Details

Title
Deutschland, Frankreich und die Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik
College
University of Trier  (Lehrstuhl für Vergleichende Regierungslehre)
Course
Europäische Integration
Grade
2,0
Author
Viktor Höhn (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V42769
ISBN (eBook)
9783638407236
Language
German
Tags
Deutschland Frankreich Entwicklung Sicherheits- Verteidigungspolitik Europäische Integration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Viktor Höhn (Author), 2003, Deutschland, Frankreich und die Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42769
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