[...] Heute herrscht mehrheitlich die Überzeugung, dass die Gesellschaft das Recht hat,
moralisch akzeptables Verhalten von der Wirtschaft und ihren Akteuren zu erwarten. Viele
dahinter liegende Fragen bleiben jedoch offen: Was ist unter spezifischen Umständen
‘moralisch richtiges Verhalten‘ oder ‘ethisches Handeln‘? Was genau ist das ‘Gute‘ und zu
welchem Preis oder anderen sozialen Kosten? Antworten auf diese Fragen sind häufig
komplex und abhängig von kulturellen und persönlichen Werten. Ethische Beurteilungen
sind in Fällen offensichtlicher Verfehlungen oder Verstößen gegen Gesetze leicht zu
fällen, schwierig wird es jedoch in den Grauzonen.
Da das Thema ‘soziale Verantwortung in Unternehmen‘ oder kürzer: ‘Unternehmensethik‘,
sehr umfassend ist, grenze ich ein. In dieser Ausarbeitung befasse ich mich
hauptsächlich mit den ‘Schwierigkeiten bei der Einführung ethischer Grundsätze in
Unternehmen‘. Um sinnvoll zum Thema hinzuführen ist es jedoch notwendig, einleitende
Vorbemerkungen und Definitionen zu machen. Diese finden sich in den Kapiteln eins und
zwei.
Zur Methode ist Folgendes zu sagen: Ich habe mich vorab intensiv theoretisch vorbereitet.
Auf dieser Basis habe ich dann im Kurs ‘Unternehmensplanung‘ eine Präsentation mit
dem Thema ‘Implementation of Corporate Ethics within modern companies‘ gehalten.
Dabei hat sich herausgestellt, dass ich mein Hauptaugenmerk in der schriftlichen
Ausarbeitung am besten auf den oben genannten Bereich der Schwierigkeiten bei der
Einführung lege. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Begriffsdefinitionen
1.1.1. Moral
1.1.2. Ethos
1.1.3. Ethik
1.2. Corporate Integrity
1.2.1. Compliance
1.2.2. Integrität
1.2.3. Unternehmenskultur
1.3. Basisüberlegungen – Individuelle und kollektive Sichtweise
1.3.1. Gesunder Menschenverstand und humane Normen
1.3.2. Was ist gutes und gerechtes Handeln im unternehmerischen Kontext?
1.3.3. Soziale Verantwortung in Unternehmen?!
2. Gründe für die Implementierung ethischer Grundsätze
2.1. Individualebene
2.1.1. Der Mensch als ganze Persönlichkeit – Bewältigung der Veränderungsprozesse
2.2. Kollektivebene
2.2.1. Markt und soziales Umfeld
2.2.2. Wertemanagement als präventive Maßnahme
2.2.3. Selbstverpflichtung vorbeugend externer Regulierung
2.2.4. Globale und verbindliche Wertorientierungen
3. Schwierigkeiten bei der Einführung
3.1. Twelve Steps for Implementing a Code of Business Ethics - Zwölf Schritte der Einführung eines Unternehmensleitbildes
3.1.1. Integration
3.1.2. Endorsement
3.1.3. Circulation
3.1.4. Breaches
3.1.5. Personal Response
3.1.6. Affirmation
3.1.7. Regular Review
3.1.8. Contracts
3.1.9. Training
3.1.10. Translation
3.1.11. Distribution
3.1.12. Annual Report
3.2. Grundsätzliche Anforderungen an Leitbilder nach Bleicher
3.3. Macht
4. Fazit
5. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Probleme, die bei der Einführung und Umsetzung ethischer Grundsätze in Unternehmen auftreten, wobei sowohl theoretische Ansätze als auch praktische Erfahrungen aus einem Unternehmen analysiert werden.
- Grundlagen von Moral, Ethos und Ethik im Unternehmenskontext
- Gründe für die Implementierung ethischer Grundsätze auf Individual- und Kollektivebene
- Detaillierte Analyse der "Twelve Steps" für die Einführung eines Unternehmensleitbildes
- Die Rolle von Macht und Verantwortung in global agierenden Konzernen
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Integration – Produce a strategy for integrating the code into the running of the business at the time that is issued.
Zu Beginn eines solchen Prozess’ (die sogenannte Set-up-Phase) steht natürlich in erster Linie das Erkennen des Bedarfs. Nur wenn auffällt, dass etwas nicht optimal läuft, also noch besser laufen könnte, werden Veränderungen in Erwägung gezogen. So ist es auch hierbei. Wenn die Vorteile praktisch gelebter ethischer Grundsätze bekannt sind, werden Wege zu deren Einführung und Festigung gesucht. Hierbei ist jedoch vorsichtig vorzugehen. Bei Errichtung einer neuen Unternehmung kann das Klima, die Kultur, sprich der gesamte ethische Rahmen nahezu frei von Vorgaben definiert werden. Sollen jedoch ethische Grundsätze in bestehende, u.U. Jahrzehnte alte, Organisationen integriert werden, müssen zahlreiche Parameter beachtet werden. Oberstes Ziel ist dabei jedoch meist, die Schlagkraft des Unternehmens am Markt zu erhöhen.
Im Falle von ehemaligen Monopolisten kann dies die Orientierung am Kunden sein. Dann wird vormals praktizierte ’Abnehmer-Mentalität’ in eine der Dienstleistung und des Service umgewandelt. Dem liegt dann ein völlig gewandeltes Menschenbild zugrunde. Der Kunde wird als mündiger – wechselfähiger! – Partner akzeptiert und entsprechend behandelt. Ebenfalls verändern sich die Beziehungen innerhalb der Organisation. Dabei fallen möglicherweise bestimmte Selbstverständlichkeiten dem Wettbewerb zum Opfer. Dies können freiwillige Sozialleistungen ebenso sein wie höhere Standards im Umweltschutz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz ethischen Handelns in der Wirtschaft ein, erläutert die Bedeutung für Wettbewerbsfähigkeit und langfristigen Erfolg und grenzt das Thema auf die Schwierigkeiten bei der Einführung ethischer Grundsätze ein.
2. Gründe für die Implementierung ethischer Grundsätze: Das Kapitel analysiert sowohl auf Individual- als auch auf Kollektivebene, warum Unternehmen sich ethischen Werten verpflichten sollten, etwa zur Steigerung der Arbeitsplatzzufriedenheit, zur Imageverbesserung oder zur präventiven Risikominimierung.
3. Schwierigkeiten bei der Einführung: Dieser Hauptteil vergleicht ein zwölfstufiges Einführungsschema eines Unternehmensleitbildes mit den in Interviews gewonnenen Erkenntnissen und beleuchtet Anforderungen an Leitbilder sowie den Einfluss von Macht.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ethisches Handeln als "Schmiermittel der Wirtschaft" notwendig ist und betont die Wichtigkeit eines ehrlichen Umsetzungswillens gegenüber einer bloßen "Feigenblatt-Ethik".
5. Anhang: Der Anhang beinhaltet ein ausführliches Quellenverzeichnis sowie einen Hinweis zum Verzeichnis der Interviewpartner.
Schlüsselwörter
Unternehmensethik, Implementierung, Leitbild, Code of Conduct, Moral, Ethos, Corporate Integrity, Compliance, Wertemanagement, soziale Verantwortung, Stakeholder, Veränderungsprozesse, Führungsethik, Unternehmenskultur, Unternehmensplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit?
Die Ausarbeitung befasst sich mit den Problemen und Herausforderungen bei der Implementierung ethischer Grundsätze in Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Begriffsdefinitionen (Moral, Ethos, Ethik), die Gründe für ethisches Handeln und der konkrete Einführungsprozess von Unternehmensleitbildern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Schwierigkeiten bei der Einführung ethischer Grundsätze aufzuzeigen und Strategien zu diskutieren, wie diese erfolgreich in den Unternehmensalltag integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Methode basiert auf einer intensiven theoretischen Vorbereitung kombiniert mit einem einmonatigen Praktikum und der Durchführung persönlicher Interviews in einem Unternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die "Twelve Steps" zur Einführung eines Leitbildes, grundlegende Anforderungen an solche Dokumente nach Bleicher sowie die Rolle von Macht im Unternehmenskontext.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Unternehmensethik, Implementierung, Code of Conduct, soziale Verantwortung und Unternehmenskultur.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Compliance und Integrität?
Compliance wird als technisch orientierte Befolgung von Regelwerken verstanden, während Integrität auf die Schaffung eines vertrauensvollen Klimas und die aktive Gestaltung von Unternehmenswerten zielt.
Welche Bedeutung misst der Autor dem Management bei?
Das Management hat eine entscheidende Vorbildfunktion; nur wenn die Unternehmensführung die Grundsätze aktiv vorlebt, können diese dauerhaft in der Organisation verankert werden.
Warum lehnt der Autor staatliche Eingriffe zur Ethikförderung ab?
Er betrachtet staatliche Eingriffe als kontraproduktiv, da er davon ausgeht, dass die Interaktion zwischen Produzent und Konsument die meisten ethischen Fragen selbst regeln kann.
- Quote paper
- Michael A. Braun (Author), 2002, Probleme bei der Implementierung ethischer Grundsätze in Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42770