Der Interkulturelle Ansatz hat sich ab der zweiten Hälfte der 80er Jahre entwickelt. Er stellt eine Weiterentwicklung des pragmatisch-funktionalen Konzepts, der audio-visuellen und der kommunikativen Methode dar. Didaktik und Methodik legen mehr Wert auf die Zielgruppen und ihre kulturelle wie auch sprachliche Herkunft. Der Interkulturelle Ansatz soll im Sprachunterricht integriert werden, entweder bewusst und organisiert oder unbewusst, aber immer unterschwellig mitlaufen. Er setzt den Einsatz von Medien wie z.B. Bildern, Videos, Hörbeispielen, Kunst, Musik etc. voraus.
Inhaltsverzeichnis
Theorie
1. Der Interkulturelle Ansatz
2. Interkulturelle Kommunikation
3. Interkulturelles Lernen
4. Voraussetzungen für Interkulturelles Lernen
5. Interkulturelle Didaktik
6. Methoden
7. Zielgruppenorientierte Auswahl von Themen und Inhalten des Unterrichts
8. Konsequenzen für das didaktisch-methodische Konzept der interkulturellen Orientierung
9. Ziele
10. Kriterien der Lehrwerkanalyse
Analyse der Lehrwerke
a) Sprachbrücke 1
Analyse der Übungen
Fazit
b) Sichtwechsel
Analyse der Übungen
Fazit
c) em – Hauptkurs
Analyse der Übungen
Fazit
d) Berliner Platz
Analyse der Übungen
Fazit
Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration interkultureller Aspekte in gängigen Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrwerken, um zu bewerten, inwieweit diese die Lernenden auf interkulturelle Kommunikation vorbereiten und interkulturelles Lernen fördern. Ziel ist es, durch eine systematische Analyse die didaktische Qualität der Übungsmaterialien in Bezug auf interkulturelle Kompetenzentwicklung zu hinterfragen.
- Theoretische Fundierung interkultureller Didaktik und Kommunikation.
- Entwicklung von Kriterien zur Bewertung von Interkulturalität in Lehrwerken.
- Analyse von vier ausgewählten Lehrwerken hinsichtlich ihres interkulturellen Ansatzes.
- Kritische Reflexion der Übungsformen und deren Eignung für den Kompetenzerwerb.
- Gegenüberstellung von theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung im Unterrichtsmaterial.
Auszug aus dem Buch
Analyse der Übungen:
Um den Lernern zu vermitteln, dass es sich bei Bedeutungen oft um kulturgeformte Einheiten handelt, wird im Lehrwerk auf Seite 27 in Übung B 6 das Thema Die Zahl 13 behandelt. Dem Lerner wird erst die Frage gestellt, warum es in Deutschland keine Zimmer mit Nummer 13 gibt, dann wird ihm gleich die Antwort gegeben. Im Anschluss daran sollen die Lerner Glücks- und Unglückszahlen sowohl von Deutschland als auch von ihrem eigenen Land in eine Tabelle eintragen. Eine Figur aus dem Lilaland stellt dann fest, dass in anderen Ländern die Zahl 13 eine Glückszahl ist. Außerdem werden typisch deutsche Glücks- bzw. „Unglücksbringer“ gezeigt. Diese Übung bietet gute Sprechanlässe und verdeutlicht an einem „lustigen“ Thema kulturelle Unterschiede. Man kann mit den Lernern über Glücksbringer sprechen, über ihre Assoziationen mit bestimmten Zahlen und Gegenständen und über Aberglaube allgemein.
Eine ähnliche Übung, die sich auch mit kulturellen Unterschieden und Assoziationen befasst, ist die Aufgabe C 3 auf Seite 81. Sie basiert auf Ausdrücken und Redewendungen, die auf bestimmte Farben zurückgehen, wie z. B. „schwarz sehen“. Es gibt leider keine explizite Aufgabe dazu, aber die Figuren aus dem Lilaland machen die Lerner auf diese Ausdrücke aufmerksam. Diese Übung könnte man gut ausbauen. Dadurch könnten die Lerner sowohl ihren Wortschatz (Farben) als auch ihr Wissen, was Redewendungen betrifft, erweitern.
In zahlreichen Übungen werden die Lerner aufgefordert, Deutsch mit ihrer Muttersprache zu kontrastieren, indem sie bestimmte deutsche Ausdrücke und Phrasen in ihre Muttersprache übersetzen sollen. In Übung B 3 auf Seite 42 wird die Uhrzeit geübt und am Ende der Übung sollen die Lerner die Begriffe „eine Stunde“, „ein Uhr“ und „eine Uhr“ in ihre Muttersprache übersetzen, um den Unterschied zwischen „Stunde“ und „Uhr“ zu lernen, der in manchen Sprachen gemacht wird, in manchen aber auch nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
Theorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des interkulturellen Ansatzes, der Interkulturellen Kommunikation und des interkulturellen Lernens sowie deren methodische Umsetzung im Fremdsprachenunterricht.
Analyse der Lehrwerke: Hier werden vier verschiedene Lehrwerke (Sprachbrücke 1, Sichtwechsel, em – Hauptkurs, Berliner Platz) anhand spezifischer Kriterien hinsichtlich ihrer interkulturellen Ausrichtung und Übungspraxis geprüft.
Zusammenfassung: Dieser abschließende Teil fasst die Ergebnisse der Lehrwerkanalyse zusammen und stellt fest, dass das Potenzial für interkulturelles Lernen in den untersuchten Werken sehr unterschiedlich und oft nur unzureichend genutzt wird.
Schlüsselwörter
Deutsch als Fremdsprache, Interkulturelle Kommunikation, Interkulturelles Lernen, Interkulturelle Didaktik, Lehrwerkanalyse, Fremdperspektive, Kulturvergleich, Sprachbrücke 1, Sichtwechsel, em – Hauptkurs, Berliner Platz, Multikulturalität, Stereotype, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Eignung ausgewählter Deutsch-als-Fremdsprache-Lehrwerke für die Vermittlung interkultureller Kompetenz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen des interkulturellen Lernens, die Kriterien für eine Lehrwerkanalyse sowie die praktische Bewertung konkreter Übungseinheiten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es zu bewerten, ob moderne Lehrwerke Lernende tatsächlich auf fremdkulturelle Kommunikationssituationen vorbereiten können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine kriterienbasierte Analyse der Lehrwerkstexte und Übungsaufgaben vorgenommen, um die interkulturelle Orientierung zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung und dem Fazit zu vier konkreten Lehrwerken, wobei insbesondere auf den Umgang mit kulturellen Unterschieden, Vorurteilen und Assoziationen eingegangen wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Interkulturelle Kompetenz, Sprachdidaktik, Kulturvergleich und Lehrwerkanalyse beschreiben.
Warum wird das Lehrwerk "Sprachbrücke 1" positiv hervorgehoben?
Es wird gelobt, da es durch den fiktiven Kulturraum "Lilaland" kontinuierliche Möglichkeiten zur Identifikation und für interkulturelle Vergleiche bietet.
Warum kritisiert die Autorin die neueren Lehrwerke wie "Berliner Platz"?
Die Autorin stellt erstaunt fest, dass diese trotz ihrer Aktualität oft weniger intensiv auf interkulturelles Lernen setzen als ältere Werke, da sie interkulturelle Probleme zwar oberflächlich anschneiden, aber keine nachhaltigen Lösungsmodelle anbieten.
- Arbeit zitieren
- Sylvia Hadjetian (Autor:in), 2003, Interkulturelle Kommunikation und Interkulturelles Lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/42825