Das Burnout-Syndrom im Unternehmensalltag. Motivation und Prävention in der Personalentwicklung


Fachbuch, 2018
67 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die typische Symptomatik des Burnout-Syndroms

3 Das Burnout-Syndrom: Nur ein individuelles Problem?

4 Entwicklung eines Burnout-Syndroms

5 Die Depression - eine lebensgefährliche Erkrankung

6 Stress als Krankheitsursache

7 Ursachen eines Burnout-Syndroms

8 Risikofaktoren im Arbeitsumfeld

9 Organisationspsychologische Maßnahmen beim Erkennen eines Burnout-Syndroms

10 Der Einfluss von Führungsverhalten und Motivation
10.1 Das VW-Experiment
10.2 Sinnvermittlung im Zusammenhang mit Stresswahrnehmung und Stressverarbeitung
10.3 Intrinsische Motivation versus extrinsische Motivation
10.4 Möglichkeiten und Grenzen intrinsischer und extrinsischer Motivationsinstrumente
10.5 Burnout als Folge fehlender Arbeitsmotivation
10.6 Burnout als Folge chronischen Überlastungsempfindens
10.7 Organisatorische Gegenmaßnahmen bei Überbelastung der Arbeitnehmer
10.8 Management by Objectives
10.9 Aus der Motivation in die Überforderung

11 Weitere personalwirtschaftliche Maßnahmen, die der Entstehung von Burnout entgegenwirken
11.1 Arbeitsüberlastung oder zu hohe Arbeitsanforderungen
11.2 Unzureichende Be- oder Entlohnung
11.3 Soziale Defizite im Arbeitsumfeld
11.4 Wahrgenommene Ungerechtigkeit in den Belohnungs- und Beförderungsstrukturen sowie „Social Loafing“
11.5 Sinnhaftigkeit der Aufgabe
11.6 Diskrepanz zwischen den eigenen Werten und den Werten des Unternehmens
11.7 Wahrgenommene Unmöglichkeit, auf das Geschehen Einfluss zu nehmen

12 Personalentwicklung bei Burnout – Genesenen

13 Fazit

Literaturverzeichnis

Bücher, E-Books und Monografien

Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Vorbemerkung: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in dieser Ausarbeitung auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung wie z. B. Mitarbeiter / innen verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für beide Geschlechter.

„Ein Mensch sagt und ist stolz darauf: Ich geh in meinen Pflichten auf! Doch bald darauf, nicht mehr so munter, geht er in seinen Pflichten unter!“ (Eugen Roth, 1895-1976, dt. Autor)

Dieser einprägsame Vers von Eugen Roth verdeutlichte damals schon den Begriff Burnout der heute aktueller ist denn je. Die traurige Tatsache, dass mittlerweile bis zu 13 Millionen Bundesbürger nach Schätzungen von Gesundheitsexperten und Krankenkassen im Jahr 2014 von Burnout betroffen waren, ist ein alarmierendes Signal. Rund 71 Milliarden Euro gehen der deutschen Volkswirtschaft laut Expertenmeinungen durch Produktionsausfallkosten und eine verminderte Bruttowertschöpfung verloren. Etwa sieben Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind nach Befragungen des Bundesarbeitsministeriums betroffen - wodurch das Burnout-Syndrom etwa so häufig auftritt wie Angststörungen, Depressionen oder Diabetes, und somit zu Recht von einer neuen Volkserkrankung gesprochen werden muss. In den USA und Asien liegen nach Studien die Zahlen sogar noch höher. Nach Aussagen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin am 29.01.2013 gehen 41 Prozent der Frühverrentungen auf psychische Ursachen zurück. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Stress als eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts ein. (Hannoversche Lebensversicherung AG, 2015, S. 4-7) Das große Interesse an Information und Aufklärung in der Bevölkerung spiegelt sich in der medialen Präsenz des Begriffes "Burnout" wieder. Wenngleich das vorwiegend auf Erschöpfung beruhende Krankheitsbild ein Phänomen der heutigen Zeit zu sein scheint, so wurde es doch bereits vor mehr als einhundert Jahren von Medizinern beschrieben. Der amerikanische Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger (1974) beschrieb das Burnout-Syndrom als Erscheinung des vollständigen Motivationsverlustes bei helfenden Sozialberufen. In den sechziger Jahren wurde das Phänomen vor allem bei amerikanischen Organisationsberatern beobachtet. Bis heute beschreibt der Begriff Burnout ein Zustandsbild ohne einheitliche Definition. (ifa, Albrecht, o. J., S. 5-6)

Doch auch wenn verschiedene Fachmeinungen darüber bestehen, ob es sich bei einem Burnout um eine eigenständige Erkrankung, die Vorstufe einer Depression oder sogar um ein Synonym für eine Depression handelt, so besteht doch insgesamt Einigkeit über die Unverzichtbarkeit effektiver Präventionsmaßnahmen, deren Verantwortung nicht allein bei Arbeitnehmern und Ärzten liegt, sondern vor allem auch den Arbeitgeber betrifft. Dieser ist nach § 84 SGB IX gesetzlich dazu verpflichtet, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um chronischen Erkrankungen vorzubeugen. Psychische Belastungen sind in die Beurteilung der Gefährdungen explizit einbezogen (§ 17 ArbSchG). Burnout-Prävention stellt somit eine der wesentlichen Aufgaben professioneller Personalführung und Personalentwicklung dar. Sie wird in Deutschland nach § 3 des Einkommenssteuergesetzes auch steuerlich sowie gemäß § 20 SGB V von den Krankenkassen gefördert. (Hannoversche Lebensversicherung AG, 2015, S. 20).

In der folgenden Arbeit soll das Burnout-Syndrom eingehender beleuchtet werden. Der Auslöser für die Wahl dieses Themas war zum einen im Arbeitsumfeld zu finden, aber auch - wobei dies als Hauptursache galt - das eigene Verhalten in dem sich Anzeichen für eine Burnout Entwicklung zeigten. Aufgrund dieser Erkenntnis, fiel der Entschluss dieses Thema in Zusammenhang mit gezielter Personalmotivation zu beleuchten. Besondere Beachtung wird hierbei der Frage gewidmet, inwiefern Personalverantwortliche durch gelungene Motivierung und eine individuelle Forderung und Förderung der Mitarbeiter dem Burnout effektiv vorbeugen können.

2 Die typische Symptomatik des Burnout-Syndroms

Die Burnout-Praxis Straesser beschreibt Burnout als einen "[...] Zustand körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung. Von Burnout wird i. d. R. dann ausgegangen, wenn verschiedene Symptome aus den drei genannten Bereichen über einen längeren Zeitraum [Hervorhebung im Original] auftreten.“ (Burnout Praxis Straesser, o. J., www.burnout-kelkheim.de/burnout-syndrom.htm - zuletzt besucht am 19.11.2017) Die Sozialpsychologin Christina Maslach untersuchte seit den 1970er- Jahren Menschen in stressigen Berufen und formulierte die drei Kernaspekte des Burnout-Syndroms:

1. Emotionale Erschöpfung - das Gefühl des "Ausgelaugtseins"
2. Depersonalisierung - einhergehend mit negativen Gefühlen und einer negativen Wahrnehmung arbeitsbezogener Faktoren, die vorher so nicht bestanden haben, oft auch Zynismus und
3. Reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit, die oft auch mit einem Einbruch des Selbstwertgefühles einhergeht. (ifa, Albrecht, o. J., S. 7)

Zu den typischen Symptomen des Burnout-Syndroms zählen darüber hinaus unter anderem auch Schlafstörungen, Schwindel und Kopfschmerzen, aber auch Niedergeschlagenheit, Angstsymptome oder Suizidgedanken. (Hannoversche Lebensversicherung AG, 2015, S. 19).

Andere Quellen beschreiben das Burnout-Syndrom als

"[...]gekennzeichnet durch Energieverlust, reduzierte Leistungsfähigkeit, Gleichgültigkeit, Zynismus und Unlust bei vorhergehendem, oft langjährigem, sehr hohem Engagement und überdurchschnittlichen Leistungen. Häufig genügt bei der langjährigen Anhäufung von Stress ein nur noch relativ geringer Auslöser (z. B. Stellenwechsel), um die Erkrankung zum Ausbruch zu bringen." (Keck, o. J., S. 4)

Lediglich für die Schweiz hat der Verein "Swiss Expert Network on Burnout" eine allgemeingültige Definition für das Burnout-Syndrom formuliert:

Burnout ist eine arbeitsassoziierte Stressreaktion, die zu einem anhaltenden negativem Gefühlszustand bei normalen Individuen führt. Primär ist Burnout charakterisiert durch Erschöpfung, die begleitet ist von chronischem Stress, reduzierter Effizienz und Motivation und der Entwicklung von gestörter Einstellung und Verhalten am Arbeitsplatz. Burnout ist auf der somatischen Ebene gekennzeichnet durch eine Störung des neuroendokrinen Regulationsmechanismus, die sich in vegetativen Symptomen äußern kann. Dieser Zustand entwickelt sich allmählich und kann vom betroffenen Individuum über lange Zeit unbemerkt ablaufen. Es ist das Resultat eines nicht Zusammenpassens von Arbeitsplatz und Mitarbeiter in den sechs Bereichen: Arbeitsmenge, soziales Umfeld, Unterstützung, Werte, Fairness und Kontrolle. Besteht ein Ungleichgewicht in einem oder mehreren dieser Bereiche, reichen die Ressourcen des Individuums nicht mehr, um mit den Bedingungen am Arbeitsplatz richtig umzugehen. Oft ist Burnout sich selbst unterhaltend, indem die Bewältigungsstrategien zunehmend inadäquat werden und somit Teil des Syndroms bilden. [Englisch im Original] (Swiss Experts Network on Burnout, o. J., https://www.burnoutexperts.ch/wissenswertes/burnout-definition - zuletzt besucht am 19.11.2017)

Es existieren zahlreiche Testverfahren zum Burnout-Syndrom. Demnach besteht ein Verdacht auf Burnout, wenn der Patient beispielsweise einer oder mehreren der folgenden Aussagen zustimmt:

- Mir fällt es heute schwerer, nach der Arbeit abzuschalten.
- Ich habe seit einer Weile Hobbys eingeschränkt, weil mir die Zeit und Kraft dafür fehlen.
- Ich arbeite neuerdings deutlich mehr als mir lieb ist.
- Mein privater Bekanntenkreis hat sich verkleinert.
- Ich bin deutlich reizbarer geworden als früher.
- Ich hatte in letzter Zeit häufiger als früher das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst.
- Ich schlafe mittlerweile deutlich schlechter.
- Ich spüre häufiger als früher ein Gefühl der Erschöpfung, ohne körperlich gearbeitet zu haben.
- Ich fühle mich, anders als früher, nicht mehr allen beruflichen Anforderungen gewachsen.
- Meine Arbeit kommt mir zunehmend sinnlos vor.
- Ich habe immer mehr das Gefühl, mit der Arbeit nie fertig zu sein.
- Ich fühle mich zunehmend gehetzt.
- Ich empfinde einen steigenden Widerwillen gegen meine Arbeit.
- Mehr und mehr habe ich das Gefühl, für meine Anstrengungen zu wenig zurückzubekommen.
- Neuerdings können mir Kleinigkeiten den ganzen Tag verderben. (Hannoversche Lebensversicherung AG, 2015, S. 29)

Auch zahlreiche körperliche Symptome können mit einem Burnout-Syndrom einhergehen. Hierzu gehören unter anderem: Kopfschmerzen, Schwindel und Benommenheit, nächtliches Knirschen mit den Zähnen und Verspannung der Kaumuskulatur, Schwitzen, Muskelschmerzen, Herz- und Atembeschwerden, Magen-Darm-Beschwerden, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Unterleibsbeschwerden / Zyklusstörungen oder Tinnitus. (Keck, o. J., S. 6)

Doch auch wenn das Burnout-Syndrom typische Symptome verursacht, bedarf eine effektive Behandlung doch einer gründlichen medizinischen Diagnostik, die neben psychiatrisch-psychosomatischen Aspekten auch z.B. Stoffwechselerkrankungen wie Funktionsstörungen der Schilddrüse oder Diabetes bzw. entzündliche Erkrankungen ausschließt, die ebenfalls zu großer physischer und psychischer Erschöpfung führen können. (Keck, o. J., S. 5)

3 Das Burnout-Syndrom: Nur ein individuelles Problem?

Lohneinbußen bis zum finanziellen Ruin, ein Verlust des sozialen Ansehens, Isolationsgefahr und Stigmatisierung stellen neben den psychischen und körperlichen Symptomen weitreichende negative Folgen für die Betroffenen dar. Doch auch die Wirtschaft leidet unter den Auswirkungen des Erschöpfungssyndroms: Nach einer Studie des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) kosten Stress am Arbeitsplatz und dessen medizinischen Folgen und Arbeitsausfälle der Schweizer Volkswirtschaft jährlich rund 4,2 Milliarden Franken. (ifa, Albrecht, o. J., S. 27, zitiert nach SECO (2006)) Zu den Folgen für die Unternehmen zählen unter anderem: Produktionsverlust, Lohnausfallkosten, Mehrbelastung der anderen Teammitglieder und dadurch erhöhte Ausfallgefahr anderer Personen, Unruhe und Unsicherheit bei den anderen Mitarbeitenden, sinkende Identifikation mit dem Unternehmen der verbleibenden Mitarbeitenden, enormer Know-how Verlust u.v.m. (ifa, Albrecht, o. J., S. 26)

Zuverlässige Zahlen über die Häufigkeit eines Burnout-Syndroms lagen bis vor rund zehn Jahren noch nicht vor. Im Jahre 2007 wurde in einer repräsentativen Stichprobe eines Marktforschungsinstitutes die Frage "Ich fühle mich wie ausgebrannt, habe das Gefühl, irgendwann umzukippen." jedoch von rund 10,5 Prozent der knapp 2.000 Befragten mit "Ja" beantwortet. (CConsult, VBG Hamburg, 2017, S. 8)

4 Entwicklung eines Burnout-Syndroms

Das Burnout-Syndrom entsteht im Rahmen eines schleichenden Verlaufs über mehrere Stadien. In der Regel dauert es bis zu 18 Monate, bis ein Burnout-Syndrom so starke Beeinträchtigungen verursacht, dass es im Arbeitsumfeld erkannt wird. (Hannoversche Lebensversicherung, 2015, o. S.) Andere Quellen, wie zum Beispiel das Institut für Arbeitsmedizin schreiben hierzu: "Die Dauer eines Burnout- Prozesses lässt sich nicht konkret bestimmen, da der Verlauf sehr individuell ist. Außerdem kommt es darauf an, welchen Ursachen das Burnout genau zu Grunde liegt. Als Faustregel kann man aber sagen, dass ein Burnout bereits nach einigen Monaten beginnen kann und spätestens nach etwa drei Jahren offensichtlich wird. Eine zeitliche Datierung ist deshalb auch schwierig, da die Betroffenen selbst nicht merken, wie sie in den Burnout- Prozess eingetreten sind." (ifa, Albrecht, o. J., S. 23)

Doch bereits in der Anfangsphase kommt es zu typischen Warnsymptomen, bei denen aufmerksame Führungskräfte bereits Gegenmaßnahmen ergreifen können und sollten. Hierzu gehören zum Beispiel ein nahezu pausenloses Arbeiten, bei dem auf Erholung oder Entspannung verzichtet wird, das Gefühl der eigenen Unentbehrlichkeit bzw. Unersetzlichkeit am Arbeitsplatz sowie ein starkes Engagement für bestimmte Ziele. Oftmals wird der Beruf zum einzigen Lebensinhalt. Hyperaktivität und die Nichtbeachtung eigener Bedürfnisse stellen weitere Anzeichen für ein beginnendes Burnout-Syndrom dar. (Keck, o. J., S. 7)

Im weiteren Verlauf kommt es demgegenüber zu einem Abbau des Engagements, der Motivation und der Kreativität. Dem Betroffenen geht zunehmend der Überblick verloren, es kommt zu Unsicherheit und Problemen bei komplexeren Entscheidungen. Die geistige Leistungsfähigkeit reduziert sich ebenso wie die Ausdauer und die Konzentration, die Gedächtnisleistung nimmt ab. Im Verhalten werden häufig ein beruflicher oder privater Rückzug oder verstärkte Aggressivität und Impulsivität beobachtet. Das Institut für Arbeitsmedizin hebt vor allem das reduzierte Engagement in dieser Phase heraus:

"In dieser Kategorie ist die idealistische Überhöhung der Arbeit typisch. Darauf folgt oft ein emotionaler, kognitiver und verhaltensmässiger Rückzug. Mit der Zeit entwickelt sich ein Überdruss bezüglich der Arbeit und häufig scheint es den Betroffenen unmöglich, morgens zur Arbeit zu gehen. Hervorzuheben ist hier, dass es sich primär um Leute handelt, die ihren Beruf selbst wählten und ihn einmal heiss geliebt haben. Die völlige Hinwendung zu einem Bereich, wie hier zur Arbeit kann nach einiger Zeit genau das Gegenteil hervorrufen." (ifa, Albrecht, o. J., S. 21)

Mit der zunehmenden Verschlechterung der gesundheitlichen Situation geht oft ein erhöhter Missbrauch von Nikotin, Alkohol oder Medikamenten einher. Ferien und Urlaub werden als zusätzliche Belastung erlebt, Desinteresse gegenüber Mitmenschen, Abstumpfung und Pessimismus stellen sich ein. Das geistige, emotionale und soziale Leben verflacht, die Gedanken kreisen oftmals nur noch um den Beruf. (Keck, o. J., S. 8)

Schließlich stellen sich körperliche Symptome ein. Die Schwächung des Immunsystems geht mit häufigen Infektionserkrankungen einher. Muskuläre Verspannungen machen sich unter anderem in Rückenschmerzen bemerkbar. Neurologische Symptome wie Tinnitus und Migräne stellen sich ein. Die gestörte Schlafarchitektur führt zu Ein- und Durchschlafproblemen sowie dazu, dass Schlaf nicht mehr als erholsam erlebt wird. Herz-, Kreislauf- und Verdauungsprobleme gehören zu den typischen Begleiterkrankungen eines Burnout-Syndroms. Im schwersten Stadium kommt es zu einer Stressdepression, die zu großer existenzieller Verzweiflung bis hin zu Suizidgedanken und Suizidhandlungen führen kann. Hier bestätigt sich die Fachmeinung, wonach ein Burnout-Syndrom in eine Depressionserkrankung führen kann, bzw. sich symptomatisch nach ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten) mit dieser überschneidet. Häufig larviert sich eine Stressdepression jedoch hinter erhöhter Aggressivität, Gereiztheit, Alkoholkonsum oder rein körperlichen Symptomen, so dass diese erst nach langer Leidensgeschichte erkannt wird. (Keck, o. J., S. 8-9)

5 Die Depression - eine lebensgefährliche Erkrankung

Typisch depressives Denken ist negativ verzerrt und einseitig fokussiert. Sozialer Rückzug als Folge des negativen Befindens verstärkt dies noch mehr. Dies erzeugt wiederum Stress und lässt depressive Menschen und von Burnout Betroffene in einen Teufelskreis geraten. Die Verzweiflung in der Depression lässt die Betroffenen häufig an Suizid denken. Rund 15 % der an einer schweren Depression erkrankten Menschen nehmen sich das Leben. Die Zahl der an Suizid Versterbenden übersteigt jährlich die Zahl der Verkehrstoten. Der sogenannte "Freitod" - der im gesunden Zustand getroffene Entschluss zum Suizid - kommt so gut wie nie vor. Das macht die Depression zu einer hochgradig gefährlichen Erkrankung. Suizidale Menschen müssen sofort in eine ärztliche Notfallbehandlung überführt werden. Schließlich kann die Depression zu weiteren Veränderungen der Stoffwechselregulation führen, die in lebensgefährliche Erkrankungen Herzinfarkt, Schlaganfall, Osteoporose, Insulinresistenz und Diabetes münden können. (Keck, o. J., S. 15-16)

6 Stress als Krankheitsursache

"Stress ist eine reflexartige Lebenserhaltungsreaktion durch hohe Bereitstellung von Energie und ist somit ein natürlicher Verteidigungsmechanismus, so Dr. Kissling vom Institut für Arbeitsmedizin (ifa)." Er unterstreicht, "[...] dass Stress ein Ungleichgewicht zwischen Anforderungen und den persönlichen Handlungsmöglichkeiten darstellt und dieser Zustand persönlich bedeutsam ist." (ifa, Albrecht, o. J., S. 10)

"Hält der Stress über längere Zeit an, so kann dies zu einem Zustand der körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung führen“, schreibt Burnout-Experte Eigenmann in einem Zeitungsartikel, der sich im Jahr 2005 mit dem Zusammenhang zwischen Arbeitsbelastung und Burnout befasste. (ifa, Albrecht, o. J., S. 9, zitiert nach Eigenmann, 2005) Ein übermäßiges Engagement für die Arbeit, großer beruflicher Ehrgeiz, die Bereitschaft, sich zu verausgaben und ein hohes Perfektionsstreben stellen somit Risiken für ein hohes Stresserleben dar. Hohe Leistungsanforderungen allein lösen jedoch noch nicht zwangsläufig krankmachenden Stress aus. "Das Stresserleben ist eine wichtige Komponente im Burnout- Prozess aber sie ist nicht die einzige.", betonte Bodin daher bereits im Jahr 2000. (ifa, Albrecht, o. J., S. 9, zitiert nach Bodin, 2000). Erst wenn die Anforderungen als subjektiv nicht leistbar und modifizierbar erlebt werden oder der Mitarbeiter keinen Einfluss auf ihn betreffende Entscheidungen nehmen kann, kann dies in eine gesundheitsschädliche Situation führen. Das Institut für Arbeitsforschung schreibt dazu:

"Für das Individuum ist es jedoch wichtig, eigene Entscheidungskompetenzen zu haben, bei relevanten Entscheidungen beteiligt zu sein um sich mit der eigenen Tätigkeit und Firma identifizieren zu können. Es konnte verschiedentlich nachgewiesen werden, dass die Übernahme von Verantwortung und positives Engagement im Beruf wichtige Maßnahmen in der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz sind." (ifa, Albrecht, o. J., S. 15, zitiert nach Karasek, 1988).

Geht mit chronischem Stress ein Gefühl des Kontrollverlustes und der Überlastung einher, so kommt es zu einer dauerhaften, krankmachenden Aktivierung des Stresshormonsystems, die es dem Gehirn nicht mehr ermöglicht, steuernd einzugreifen. Von einer Stressdepression Betroffene zeigen eine erhöhte Konzentration von Stresshormonen im Blut. Die ständige Überaktivität des Stresshormonsystems stört den Nervenzellstoffwechsel so stark, dass Produktion und Abbau der Botenstoffe im Gehirn aus dem Gleichgewicht geraten. Die gesteigerte Aktivität des Stresshormonsystems führt dazu, dass der Nervenzellstoffwechsel entgleist, chronischer Stress trägt zudem dazu bei, dass die Nervenzellneubildung in wichtigen Hirnregionen zurückgeht bzw. eingestellt wird, was zu den typischen Symptomen wie beispielsweise Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Leeregefühl und niedergedrückter Stimmung führt. Oft besteht eine Stresssituation jedoch bereits schon über viele Jahre, ohne dass der Betroffene an einem Burnout-Symptom erkrankt. Ein - vergleichsweise - unbedeutendes Ereignis kann jedoch dann "das Fass zum Überlaufen bringen" und in die Krankheit führen. (Keck, o. J., S. 15)

Wichtig ist allerdings die Feststellung, dass Stress an sich noch keine Krankheitsursache darstellt. Ausschlaggebend ist hingegen die individuelle Bewertung und Verarbeitung der Stressfaktoren.

Greif definiert Stress als „ein subjektiv intensiv unangenehmer Spannungszustand, der aus der Befürchtung entsteht, dass eine stark aversive, subjektiv zeitlich nahe und subjektiv lang andauernde Situation sehr wahrscheinlich nicht vollständig kontrollierbar ist, deren Vermeidung aber subjektiv wichtig erscheint“ (ifa, Albrecht, o. J., S. 10)

Es entsteht aus dem ursprünglichen Stressreiz ein scheinbar unentrinnbarer Dauerstress, dem sich der Burnout-Gefährdete oder Burnout-Betroffene hilflos ausgeliefert fühlt - vergleichbar mit einer Falle oder Zwickmühle. (CConsult, VBG Hamburg, 2017, S. 13)

Stressbewältigungsstrategien setzen genau hier an: Realistische Ziele und eine wirklichkeitsnahe Einschätzung der individuellen Möglichkeiten, Entspannung und Ruhepausen sowie positive Sozialkontakte stellen bewährte Möglichkeiten dar, den Stress zu bewältigen. (Keck, o. J., S. 12) Das Arbeitsumfeld muss daher dem Mitarbeiter die Möglichkeit bieten, entsprechend angemessen auf eine Stresssituation reagieren zu können.

7 Ursachen eines Burnout-Syndroms

Nach dem Institut für Arbeitsmedizin spielen zwei Hauptfaktoren bei der Entstehung eines Burnout-Syndroms eine entscheidende Rolle: Persönlichkeitsmerkmale und arbeitsbezogene Einstellungen, beziehungsweise Jobmerkmale und Aspekte des Arbeitsumfeldes. Wichtig ist nach Einschätzung des Institutes, „[…] immer alle Komponenten zu berücksichtigen, damit die Problemstellung individuell erfasst werden kann und zielorientiert Lösungsansätze gefunden werden können." (ifa, Albrecht, o. J., S. 16, zitiert nach Leupold, 2007)

Das Burnout-Syndrom ist eine psychosomatische Erkrankung mit seelischen und körperlichen Symptomen. Und auch ursächlich kann das Burnout-Syndrom sowohl auf psychosoziale Faktoren wie auch eine genetische Prädisposition zurückgeführt werden. Das Risiko, an einer Stressdepression zu erkranken, ist erhöht, wenn bereits in der Verwandtschaft, vor allem bei Verwandten ersten Grades, Depressionserkrankungen vorgekommen sind. Es wird jedoch nicht die Krankheit vererbt, sondern lediglich das Risiko, in einem belastenden psychosozialen Umfeld mit einer Entgleisung des Stresshormonsystems und des Nervenstoffwechsels zu reagieren und an einem Burnout zu erkranken. Weiß eine Person um ihre erhöhte Vulnerabilität, so kann diese gezielt Vorbeugungsmaßnahmen treffen bzw. rechtzeitig therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. (Keck, o. J., S. 13,18)

Das Institut für Arbeitsmedizin spricht auch von bestimmten Persönlichkeitstypen, die besonders anfällig für das Erkranken an einem Burnout-Syndrom seien, und bezieht sich hierbei auf eine Ausarbeitung im Psychological Bulletin aus dem Jahr 1996:

"Neben den strukturellen Faktoren des Arbeitsplatzes müssen auch die individuellen Faktoren wie; die Neigung zu hoher Leistungsbereitschaft, Hang zu Perfektionismus, Streben nach Erfolg, fehlendes Bewusstsein bezüglich der Wichtigkeit von ausgleichenden Tätigkeiten und oftmals geringes Selbstwertgefühl, angeschaut werden. Menschen, die eher dazu neigen, ängstlich zu sein, sensibel sind und eher depressiv oder auch ablehnend reagieren, erleben sich häufiger anderen Menschen und den Dingen gegenüber „ausgeliefert“. Menschen, mit solchen Persönlichkeitsmerkmalen haben ein erhöhtes Risiko, ein Burnout oder auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkte zu erleiden." (ifa, Albrecht, o. J., S. 15, zitiert nach Miller, T. Q., Smith, T. W., Turner, C. W., Guijarro, M. L., & Hallet, A. J. (1996)).

Der selbst an einem Burnout erkrankte Skispringer Sven Hannawald äußerte sich hierzu in einem Interview folgendermaßen:

"Ich konnte nicht abschalten. Ich war perfektionistisch und zu ehrgeizig. Ich bin nach dem Wettkampf in den Teambus gestiegen und habe sofort über den nächsten Wettkampf nachgedacht. Andere Springer können sich auch mal zwei Tage ganz entspannen und sich mit etwas völlig anderem beschäftigen." (Focus, 2017, S. 79)

Das Institut für Arbeitsmedizin stellt folgende Persönlichkeitsmerkmale bei für ein Burnout besonders gefährdeten Menschen fest:

- Neigung zu hoher Leistungsbereitschaft,
- hohes Engagement bzw. Überengagement,
- Hang zu Perfektionismus,
- starke Identifikation mit der Arbeit,
- Erfolgsstreben,
- hohe Wettbewerbs- und Erfolgsorientierung,
- fehlendes Bewusstsein bezüglich der Wichtigkeit von ausgleichenden Tätigkeiten,
- oftmals geringes Selbstwertgefühl,
- Ängstlichkeit und Sensibilität,
- geringe Wahrnehmungsfähigkeit für die eigenen Gefühle,
- Vernachlässigung eigener Gefühle,
- Arbeit unter Zeitdruck,
- Neurotizismus und Ängstlichkeit,
- ein Gefühl der eigenen Unentbehrlichkeit und Unersetzbarkeit,
- Mühe zu delegieren. (ifa, Albrecht, o. J., S. 25)

Die Unternehmensberatung CConsult, VBG Hamburg, unterscheidet in ihrer 2017 für den VBG geschriebenen Broschüre sogar fünf aufeinander aufbauende Ebenen, auf denen Entstehungsursachen für ein Burnout-Syndrom gefunden werden können. "Damit ein Burnout-Prozess in Gang kommt, muss es an mindestens einer Stelle "Reibungspunkte" geben.", so CConsult, VBG Hamburg, (CConsult, VBG Hamburg, 2017, S. 9-10). Den Kern bildet hierbei ebenfalls die Persönlichkeit des Betroffenen, die individuelle Ebene. Auch CConsult, VBG Hamburg, streicht die übermäßige Fixierung auf die Arbeit als Lebensaufgabe heraus und zudem eine Unfähigkeit, "Nein" zu sagen. Die meisten der von Burnout Betroffenen lebten demnach mit mindestens einem der fünf klassischen Antreiber in sich, unbewussten absoluten Lebensgeboten, die sie für eine Überforderung besonders anfällig machten.

Diese seien:

- „Sei perfekt!
- Streng dich an!
- Beeil dich!
- Sei stark!
- Mache es den anderen recht!“ (CConsult, VBG Hamburg, 2017, S. 10)

Eine Bewusstmachung und ein Hinterfragen dieser inneren Glaubenssätze stelle bereits eine wesentliche Hilfe bei der Vorbeugung gegen ein Burnout-Syndrom dar.

Die der persönlichen Anfälligkeit für Überforderung folgende Ebene ist entsprechend des Beratungsinstitutes das Zwischenmenschliche. Ungelöste Konflikte auf dieser Ebene, sei es im Privat- oder im Arbeitsleben, bilden die Hauptursache vieler Burnout-Erkrankungen. Burnout-Gefährdete sind häufig nicht in der Lage, sich angemessen zur Wehr zu setzen und entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit auch Grenzen zu setzen. Das Thema Mobbing spielt auf der zwischenmenschlichen Ebene eine große Rolle, leitet aber bereits in den institutionellen Rahmen über. Nur eine Organisation, in der eine wertschätzende, und Mobbingprozessen gegenüber intolerante Unternehmenskultur herrscht, kann diesem bedeutenden Risikofaktor wirksam entgegentreten. Zuletzt werden von CConsult, VBG Hamburg, auch gesellschaftliche und globale Einflussfaktoren genannt, die eine Veränderung der Arbeitswelt und damit Risikofaktoren für Burnout-Erkrankungen mit sich bringen. Die permanente Erreichbarkeit per Internet und Smartphone stellt hierfür ein Beispiel dar. Da diese Faktoren durch den Einzelnen jedoch nur wenig bis gar nicht beeinflusst werden können, soll in dieser Arbeit nicht vertiefend darauf eingegangen werden.

8 Risikofaktoren im Arbeitsumfeld

Verschiedene Faktoren im Arbeitsumfeld begünstigen die Entstehung des Erschöpfungssyndroms. Hierzu gehören zum Beispiel folgende Gegebenheiten:

- zu hohe Arbeitsanforderungen
- zu geringer Gestaltungsspielraum
- wenig Anerkennung für Geleistetes
- wenig Unterstützung seitens des Vorgesetzten
- unflexible Arbeitszeiten
- viele Überstunden
- Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen
- dauerhaft oder regelmäßig auftretende stressige Arbeitssituationen
- keine Möglichkeit, regelmäßig Pausen einzulegen
- Arbeitswochen mit mehr als vierzig Arbeitsstunden
- schlechtes Arbeitsklima unter den Kollegen
- mangelnde Sinnhaftigkeit der Aufgaben
- keine Fort- oder Weiterbildungsmöglichkeiten
- fehlende Ansprechpartner für gesundheitliche Belange (Hannoversche Lebensversicherung AG, 2015, S. 31)

Auch ein Wertekonflikt (es müssen Aufgaben erledigt werden, die nicht dem eigenen Wertesystem oder Weltbild entsprechen und die innerlich abgelehnt werden) oder die ständige Erreichbarkeit über Mobiltelefon oder Internet/E-Mail stellen hohe Risikofaktoren für die Entstehung eines Burnout-Syndroms dar. (Keck, o. J., S. 5) Als sinnlos erlebte Arbeit führt in kurzer Zeit in den Burnout (CConsult, VBG Hamburg, 2017, S. 12), was die hohe Bedeutung von Personalentwicklung und -motivation im Hinblick auf die Burnout-Prävention herausstreicht.

"Durch die Globalisierung und Digitalisierung der Kommunikation ist es möglich „rund um die Uhr zu arbeiten“ und losgelöst von Arbeit-Zeit-Ort seiner Tätigkeit nachzugehen. Von den Beschäftigten wird ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit verlangt. Zeit ist Geld und Entscheidungen müssen schnell ohne Fehler und in hoher Qualität getroffen werden. Dieser Wandel hin zum enormen Leistungsdruck führt zu einem starken Konkurrenzkampf unter den Individuen.", (ifa, Albrecht, o. J., S. 13)

schreibt das Institut für Arbeitsforschung unter Bezug auf Klinglers Beitrag "Burnout und Berufsleben. Ärzteschaft im Diskurs mit Human Ressource Management. Humankapital – ein Wert im Unternehmen?" In diesem Zusammenhang bezieht sich das Institut für Arbeitsforschung auf eine Informationsschrift Leupolds für Betroffene und Angehörige zum Thema Burnout aus dem Jahr 2007, in dem sie ausführt:

[...]

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Details

Titel
Das Burnout-Syndrom im Unternehmensalltag. Motivation und Prävention in der Personalentwicklung
Autor
Jahr
2018
Seiten
67
Katalognummer
V428452
ISBN (eBook)
9783960953326
ISBN (Buch)
9783960953333
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Burnout, Personalentwicklung, Motivation, Forderung, Überforderung, Stress, Führungsverhalten, Überlastung, Arbeitsanforderungen, Ängste, Sinn, Depression, Mitarbeitermotivation
Arbeit zitieren
Stefan Haßfurter (Autor), 2018, Das Burnout-Syndrom im Unternehmensalltag. Motivation und Prävention in der Personalentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/428452

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