Die Taufe Chlodwig I. Bedeutung und Folgen


Hausarbeit, 2018
11 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Die Taufe Chlodwigs
2.1 Chlodwig I
2.2 Konflikt mit den Alemannen
2.3 Die Taufe Chlodwigs in Reims

3. Bedeutung und Folgen der Taufe
3.1 Für die Zeitgenossen
3.2 Für die Geschichte Europas

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Taufe Chlodwig galt lange Zeit als eines der wichtigsten Ereignisse in der Entwicklung des christlichen Abendlandes. Einer der mächtigsten Könige in Gallien, ein Heide, bekehrt sich zum christlichen Glauben, und was ebenso wichtig ist, zum katholischen Glauben. Der König des Frankenreichs, welches um 800 unter Karl dem Großen große Teile Europas kontrolliert, stellt sich in die Tradition der römischen Kaiser, ohne selbst den Wunsch gehabt zu haben, diesen nachzueifern.

Gallien und somit auch das Gebiet des Frankenreichs ist zu diesem Zeitpunkt schon über 100 Jahre offiziell christlich und der Großteil der gallorömischen Bevölkerung und insbesondere die Oberschicht ist christlich-katholisch.

Und dennoch verändert die Taufe Chlodwigs zum katholischen Glauben das Machtgefüge in Europa und den Verlauf der Geschichte.

Als Schwierigkeit bei der Untersuchung der Begebenheiten zur Zeit Chlodwigs ist vor allem die wenigen Möglichkeiten an Quellen zu nennen. Abseits der Berichte des Gregor von Tours gibt es nur wenige Quellen, zumeist Briefe von Bischöfen oder Chlodwig nahestehenden Männer, die zurate gezogen werden können. Ansonsten sind die Historiker überwiegen auf die Texte von Gregor von Tours angewiesen, die er zwischen 576 und 580 verfasst hatte, also ungefähr 70 Jahre nach dem Tod Chlodwigs, und bei denen Gregor nachweislich die Chronologie mancher Ereignisse verändert hat und Chlodwig zum König eines von Gott ausgewählten Volk gemacht hat.1

2. Die Taufe Chlodwigs

2.1 Chlodwig I.

Chlodwig war ein Sohn des fränkischen Königs Childerich I. Er wurde im Jahr 481/482 mit 16 Jahren nach dem Tod seines Vaters König der Franken. Chlodwig war einer von mehreren Teilkönigen im fränkischen Reich, aber hatte bereits zu Beginn seiner Herrschaft eine übergeordnete Rolle innerhalb der Franken.2 Allerdings ist das Frankenreich zu Zeit des Amtsantritts Chlodwig nur eine zweitrangige Macht in Gallien 3, vor allem hinter den Burgundern und den Westgoten.

Seit der Absetzung des letzten römischen Kaisers Romulus Augustulus 476 durch Odoaker und dem Tod des letzten von Ostrom anerkannten Kaisers Julius Nepos 480 endete das weströmische Reich. Das oströmische Reich, welches in Folge dessen das ganze Imperium darstellte, hat seine Ansprüche im Westen nicht geltend gemacht und spielte in der Politik im Westen nur eine nebensächliche Rolle. Um 480 war Gallien in verschiedene germanische Königreiche und römische Restbezirke ohne Bindung an Ostrom unterteilt. Hierbei zu nennen sind das westgotische Reich, das Königreich der Burgunder, das Reich der Alemannen, das fränkische Reich und das Reich des Syagrius, der ein Restbezirk unter römischer Herrschaft kontrollierte. Syagrius war Statthalter in Soissons und abhängig von fränkischen Söldnern, da weder Rom noch das oströmische Reich Hilfe geben konnten oder wollten. Für Chlodwig und seinen Vetter Ragnachar, Kleinkönig von Cambrai, war es ein leichtes, Syagrius Residenz in Soissons zu erobern und seine Herrschaft zu beenden. Mit der Eroberung und Eingliederung der Gebiete des Syagrius ist Chlodwig den anderen Mächten in Gallien ebenbürtig geworden.

Vermutlich 493 heiratete Chlodwig die Nichte des burgundischen Königs Gundobad Chlothilde (oder auch Chrodechilde). Chlothilde war, im Gegensatz zum burgundischen Königshof, katholisch und nicht arianisch. Neben den Burgundern hingen auch die Goten und die Alemannen dem arianischen Glauben an, während die gallorömische Bevölkerung katholisch war. Chlothilde versuchte, ihren Mann vom christlich-katholischen Glauben zu überzeugen. Allerdings stellte es sich als sehr schwierig heraus, Chlodwig davon zu überzeugen. Vor allem der Tod des Erstgeborenen Ingomer, innerhalb einer Woche nach seiner christlichen Taufe, führte zu einer Verkomplizierung der Situation. Allerdings wird auch der zweite Sohn Chlodomer getauft. Es kann also davon ausgegangen werden, dass Chlodwig eine gewisse Sympathie gegenüber dem christlichen Glauben entgegenbrachte.4 Das gleiche bezeugen die guten Beziehungen zu der gallorömischen Bevölkerung und grade zu deren Oberschicht wie zu den Klerikern der katholischen Kirchen, allen voran Bischof Remigius von Reims.

Nachdem Chlodwig das Reich der Alemannen eroberte5 und mit Sigismund ein katholischer König die Macht in Burgund übernahm, griff Chlodwig mithilfe Sigismund das Westgotenreich und Alarich II. an. Unter dem Vorwand des religiös motivierten Krieges, Alarich war Arianer, kann davon ausgegangen werden, dass der Zugang zum Mittelmeer der weitaus wichtigere Grund zum Krieg war.6 Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte Chlodwig das Heer Alarichs besiegen und den König töten. Die Franken eroberten fast das gesamte gallisch- westgotische Reich mit Ausnahme Septimanien. Im Zuge dessen ließ der oströmische Kaiser Anastasius I. Chlodwig zum Ehrenkonsul ernennen und erkannte ihn somit als König der Franken an.

Im Anschluss an die Siege über die Alemannen und die Westgoten beseitigte Chlodwig seine fränkischen Mitkönige. Zuerst König Chararich und sein Sohn, dann König Sigibert, König der Rheinfranken und sein Sohn Chloderich, die ihm beim Sieg über die Alemannen Waffenhilfe gegeben hatten. Mit deren Tode endete die Königslinie der Ripuarier. Zum Schluss musste noch König Ragnarchar von Cambrai beseitigt werden, der Chlodwig beim Sieg über Syagrius behilflich war. Chlodwig starb 511 mit 45 Jahren eines natürlichen Todes und wurde in Paris beigesetzt.

2.2 Konflikt mit den Alemannen

„Derweil hatte Chlodwig freilich ganz andere Probleme - nämlich mit den Alemannen, den einzigen Gegner nördlich der Alpen, mit denen er zu rechnen hatte.“7 Während Chlodwig mithilfe Ragnarchar Syagrius besiegte, wurde sein Vetter Sigibert, der König der Rheinfranke, von Alemannen angegriffen. Zwar konnte Sigibert den Angriff abwehren, aber er musste jederzeit mit einem erneuten Vorstoß der Alemannen rechnen. Den Schutzwall Burgund, den Chlodwig unter anderem mit deiner Heirat gegen die Alemannen aufzubauen versucht hatte, erwies sich als nutzlos.

[...]


1 Dierkens, Alain (1996): Die Taufe Chlodwigs. In: Die Franken - Wegbereiter Europas. Mainz/ Mannheim: Philipp von Zabern Verlag. S.184

2 Feuerstein-Praßer, Karin (1993): Europas Urahnen - Vom Untergang des Westr ö mischen Reiches bis zu Karl dem Gro ß en. Regensburg: Friedrich Pustet Verlag. S. 71

3 Becher, Matthias (2011): Chlodwig I. - Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der Antiken Welt. München: C.H.Beck oHG. S. 144

4 Becher, Matthias (2011): Chlodwig I. - Der Aufstieg der Merowinger und das Ende der Antiken Welt. München: C.H.Beck oHG. S. 179

5 Vgl. Kap. 2.2, S. 4-6

6 Feuerstein-Praßer, Karin (1993): Europas Urahnen - Vom Untergang des Westr ö mischen Reiches bis zu Karl dem Gro ß en. Regensburg: Friedrich Pustet Verlag. S. 82

7 Feuerstein-Praßer, Karin (1993): Europas Urahnen - Vom Untergang des Westr ö mischen Reiches bis zu Karl dem Gro ß en. Regensburg: Friedrich Pustet Verlag. S. 78

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Details

Titel
Die Taufe Chlodwig I. Bedeutung und Folgen
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Geschichte)
Veranstaltung
Einführung in die Mittelalterliche Geschichte
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
11
Katalognummer
V429600
ISBN (eBook)
9783668737716
ISBN (Buch)
9783668737723
Dateigröße
471 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Chlodwig
Arbeit zitieren
Jonathan Brützel (Autor), 2018, Die Taufe Chlodwig I. Bedeutung und Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/429600

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