Das Schloss Versailles liegt etwa 20 Kilometer westlich von Paris und wurde ursprünglich als Jagdschloss für Ludwig XIII., von 1610-1643 König Frankreichs, errichtet. Versailles war einst ein Bauerndorf gewesen, im Dorf befanden sich im 17. Jahrhundert lediglich ein verfallenes Schloss und eine Mühle, viele der Ländereien des Ortes waren im Besitz der Familie Gondi. Da Ludwig oft zum Jagen dort war, ließ er statt der Mühle ein kleines Jagdhaus errichten, welches aufgrund seiner geringen Größe von vielen Adeligen verspottet wurde. Daraufhin erwarb der König Land der Familie Gondi und ließ das Jagdhaus mithilfe von Philibert Le Roy zu einem dreiflügeligen, frühbarocken Jagdschloss erweitern, das den Kern des heutigen Schlosses im Corp de Logis bildet.
Nach dem Tod seines Vaters erbte Ludwig XIV. das Schloss, hauptsächlich diente es ihm als Sommersitz/Stätte für Hoffeste und als Lustschloss und entschied sich schließlich zum Ausbau. Ludwig weigerte sich, das alte Schloss seines Vaters aufzugeben, daher wurde dieses in umfangreichen Baumaßnahmen „ummantelt“ und in das neue Schloss integriert. Der schrittweise Umbau des Schlosses fand in mehreren Bauphasen ab 1661 statt. Als Architekten sind Philibert Le Roy und Louis Le Vau zu nennen, die Gartenanlage geht auf André Le Nôtre zurück und Charles Lebrun war vom König mit der Gestaltung der Innenräume beauftragt. Heute umfasst das gesamte Gelände des Schlosses eine Fläche von etwa 800 Hektar, zählt zum Kulturerbe der Unesco und ist ein beliebtes Ziel für Touristen.
Die Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf die Beschreibung der Stadt- und Gartenfassaden, der Spiegelgalerie und der Kapelle, alle in ihrem Zustand gegen Ende der Umbauten durch Ludwig XIV., und wird zusätzlich die wichtigsten Räume des Corp de Logis nennen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Die Bauphasen
1) Das ursprüngliche Schloss von Ludwig III
2) Erste Erweiterung unter Ludwig XIV
3) Zweite Erweiterung unter Ludwig
4) Dritte Erweiterung unter Ludwig XIV ab 1678
3. Der entgültige Zustand des Schlosses unter Ludwig XIV.
1) Baubeschreibung
2) Die Innenräume des Schlosses
3) Die Schlosskapelle von Versailles
4) Der Garten des Schlosses
5) Fazit
4. Abbildungsteil
Abb.1: Gesamtplan der Stadt Versailles
Abb.2: Ansicht auf das Schloss vom Königshof aus
Abb.3: Frontalansicht der Gartenfassade
Abb.4: Blick auf die Spiegelgalerie in Richtung des Friedenssaals
Abb.5: die verschiedenen Bauphasen nach Architekten farbig markiert
Abb.6: Das Bett Ludwigs, Schauplatz des Cocher et Lever
Abb.7: Übersicht der Zimmer im Corp de Logis, erstes Stockwerk
Abb.8: Innenraum der Schlosskapelle von der Empore aus betrachtet
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der baulichen Entwicklung und dem architektonischen Zustand des Schlosses Versailles unter Ludwig XIV. Das Ziel ist es, die Transformation vom ursprünglichen Jagdschloss hin zur prunkvollen Residenz des Sonnenkönigs nachzuvollziehen und die architektonischen sowie symbolischen Merkmale dieses Hauptwerks des französischen Barocks herauszuarbeiten.
- Historische Bauphasen und Erweiterungen des Schlosses
- Architektur der Stadt- und Gartenfassaden
- Bedeutung und Gestaltung der Spiegelgalerie
- Die Schlosskapelle als architektonisches Element
- Symbolik der Gartenanlage und deren Bezug zum Absolutismus
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Innenräume des Schlosses
Hinter den großen Fenstern des Mittelteils der Gartenfassade befindet sich Versailles' berühmtester Raum: die Spiegelgalerie/la Galerie des Glaces. Sie bildet die Verbindung zwischen dem Saal des Friedens (der Königin zugeordnet) und dem Saal des Krieges (dem König zugeordnet). Die Länge der Galerie beträgt 73 Meter, auf denen sich 17 Fenster verteilen. Das, was die Spiegelgalerie so besonders macht, sind ihre 357 Spiegelflächen, die durch ihre durchdachte Position den Raum und den Garten optisch erweitern und das einfallende Licht verteilen. Die Spiegelflächen sind so angebracht, dass sich die Außenwand mit ihren Arkaden und Pilastern und die Innenwand, die ihr nachgeahmt ist, perfekt ergänzen. Gegenüber eines jeden Fensters der Spiegelgalerie befindet sich dessen Pendant an der Innenwand: ein Arkadenbogen, umfasst von zwei flachen, marmornen Pilastern mit vergoldetem Sockel und vergoldeten korinthischen Kapitellen, statt einer Glastür befinden sich jedoch Spiegelflächen unter dem Bogen.
Auch die Innenausstattung ist so pompös und aufwendig, wie die architektonische Gestaltung: es befinden sich zahlreiche, teils vergoldete Statuen sowie Kristallleuchter als Schmuck in der Galerie. Das die Galerie überdeckende Tonnengewölbe bietet Fläche für die 30 stuckumfassten Deckengemälde, die zur Verherrlichung Ludwigs dienen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Ursprünge von Versailles als Jagdschloss Ludwigs XIII. und dessen schrittweise Umwandlung durch Ludwig XIV. in eine monumentale Residenz.
2. Die Bauphasen: Hier werden die vier wesentlichen Ausbaustufen des Schlosses chronologisch detailliert, von der ursprünglichen Anlage bis zu den weitreichenden Umbauten unter Jules Hardouin-Mansart.
3. Der entgültige Zustand des Schlosses unter Ludwig XIV.: Dieses Kapitel beschreibt die Architektur der Außenfassaden, die repräsentativen Innenräume, die Schlosskapelle sowie die Konzeption der Gartenanlage.
4. Abbildungsteil: Dieser Abschnitt bietet eine visuelle Dokumentation der Bauphasen, der Grundrisse und wesentlicher architektonischer Details des Schlosses.
5. Verzeichnisse: Enthält die bibliografischen Angaben der verwendeten Literatur, Internetquellen sowie das Verzeichnis der Abbildungen.
Schlüsselwörter
Schloss Versailles, Ludwig XIV., Sonnenkönig, Barock, Architektur, Spiegelgalerie, Gartenanlage, Absolutismus, Jagdschloss, Fassadengestaltung, Innenausstattung, Symbolik, Bauphasen, Frankreich, Kulturerbe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Baubeschreibung des Schlosses Versailles, wobei der Fokus auf der architektonischen Transformation während der Regierungszeit Ludwigs XIV. liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historischen Bauphasen, die architektonische Gestaltung der Fassaden und Innenräume sowie die symbolische Bedeutung des Schlosses im Kontext des französischen Absolutismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Dokumentation und Analyse der baulichen Erweiterungen des Schlosses, um dessen Bedeutung als machtpolitisches und architektonisches Symbol zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine bauhistorische Untersuchung, die sich auf Literaturrecherchen und die Analyse historischer Pläne sowie architektonischer Merkmale stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden detailliert die verschiedenen Bauphasen, die architektonischen Besonderheiten von Stadt- und Gartenfassade sowie die Gestaltung bedeutender Räume wie der Spiegelgalerie analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Schloss Versailles, Ludwig XIV., Barockarchitektur, Absolutismus, Spiegelgalerie und Schlosskapelle.
Warum wurde die "enveloppé"-Bauweise gewählt?
Ludwig XIV. wollte das ursprüngliche Jagdschloss seines Vaters erhalten; daher wurde das alte Gebäude durch das "enveloppé" ummantelt, anstatt es abzureißen.
Welche Bedeutung hat das Ritual des „Lever et Coucher“?
Dieses Ritual des Aufstehens und Hinlegens des Königs zelebrierte Ludwig XIV. bewusst, um sich als absoluten Mittelpunkt des Hoflebens zu inszenieren.
- Arbeit zitieren
- Shirin Shi (Autor:in), 2013, Schloss Versailles. Eine Baubeschreibung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/430045