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Die unmögliche Person - Zum Begriff der Person in der Psychiatrie

Title: Die unmögliche Person - Zum Begriff der Person in der Psychiatrie

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 10 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Isabelle Lindekamp (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Die folgende Arbeit wurde im Rahmen des Seminars „Bioethik und Behinderung“ erstellt. Innerhalb dieses Seminars wurden Fragestellungen zur Ethik und Moral, zur Bioethik und Behindertenpädagogik, zum Personbegriff und danach zum Begriff der Menschenwürde behandelt. Diese Arbeit befasst sich speziell mit dem Begriff der Person von Ralf Seidel, der aus der Psychiatrie hervorgeht. Dieser wird in Bezug zur Bioethik und Behindertenpädagogik gesetzt.

Der Begriff der Person hat spätestens seit den Thesen von Peter Singer (1984) innerhalb der Behindertenpädagogik seine Bedeutung gefunden. Sowohl Singer, als auch von anderen entwickelte Personbegriffe, sprechen Menschen mit Behinderung Menschenrechte ab. Deswegen ist es die Aufgabe der Behindertenpädagogik Antworten und Gegendarstellungen zu den bestehenden Personbegriffen zu entwickeln.

Im ersten Abschnitt wird auf den Begriff der Person in der Bioethik eingegangen. Es wird erklärt, warum die Diskussion um den Personbegriff zu Bereich der Bioethik gehört. Danach folgt eine Zusammenfassung des Textes „Die unmögliche Person – Zum Begriff der Person in der Psychiatrie“ von Ralf Seidel. Weiterhin wird Seidels Personbegriff erläutert. Im Anschluss folgt eine Betrachtung dieses Personbegriffs aus sonderpädagogischer Sicht. Es wird hinterfragt, ob er die Anforderungen eines Personbegriffs aus behindertenpädagogischer Sicht erfüllen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriff der Person in der Bioethik

3. Ralf Seidel – Die unmögliche Person

3.1 Aspekte des Personbegriffs

3.2 Seidels Personbegriff

4. Der Personbegriff von Seidel in der Bioethik und Behindertenpädagogik

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel der Arbeit ist es, den psychiatrischen Personbegriff von Ralf Seidel auf seine Tauglichkeit für bioethische und behindertenpädagogische Fragestellungen zu prüfen und dessen Potenzial als Gegenentwurf zu utilitaristischen Auffassungen zu untersuchen.

  • Bioethische Debatten um den Status des Personseins
  • Kritische Auseinandersetzung mit utilitaristischen Menschenbildern
  • Analyse des psychiatrischen Ansatzes nach Ralf Seidel
  • Integration behindertenpädagogischer Perspektiven
  • Verhältnis von Normalität, Krankheit und Personsein

Auszug aus dem Buch

3.1 Aspekte des Personbegriffs

Ralf Seidel beginnt seinen Artikel, indem er zwei sehr gegensätzliche Standpunkte zum Begriff der Person gegenüberstellt. Er beruft sich dabei auf Leibbrand, Alexander und Ivy, die im Nürnberger Ärzteprozess ausgesagt haben. Leibbrand und Alexander fordern die Achtung und Anerkennung des Personseins aller Kranken und nehmen einen Gegenstandpunkt zur Instrumentalisierung von Patienten zur Forschungszwecken ein. Ivy hingegen unterscheidet zwischen dem „Arzt als Therapeuten“ und dem „Arzt als Wissenschaftler“. Ersterer ist dazu verpflichtet, Kranken zu helfen. Dem anderen gesteht er „weitreichende Eingriffsrechte in die Persönlichkeitssphäre des zu untersuchenden Menschen ein“ (Seidel 1997) Nach seiner Auslegung des Personbegriffs gibt es Menschen, denen der Status des Personseins nicht im vollen Umfang zukommt.

In seinem nächsten Abschnitt stellt er die Doppeldeutigkeit und den Ursprung des Personbegriffs dar. Er stellt den juristischen Begriff gegen den ursprünglichen Begriff der Person im Theater als Akteur mit einer Maske. Die juristische Person urteilt, entscheidet und handelt (vgl. Seidel 1997). Sie ist für ihr Tun verantwortlich. Die Person als Akteur hingegen „stellt sich vor, stellt sich dar, verstellt sich, kann die Rollen tauschen – und ist doch unersetzlich“ (Seidel 1997). Daraus schließt er, dass Personen sich durch Bezug auf den Anderen in ihrer Einmaligkeit und Unterschiedenheit erfahren können. „Durch die Person erst gelangt Vielfalt und daraus Gegenseitigkeit ins Spiel, (...)“ (Seidel 1997)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Seminar „Bioethik und Behinderung“ ein und skizziert die Relevanz des Personbegriffs für die Behindertenpädagogik sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Begriff der Person in der Bioethik: Dieses Kapitel erläutert die Einordnung der Bioethik in die philosophische Ethik und thematisiert die grundlegenden bioethischen Fragestellungen zum menschlichen Leben.

3. Ralf Seidel – Die unmögliche Person: Das Kapitel bietet eine ausführliche Zusammenfassung und Analyse des Textes von Ralf Seidel unter besonderer Betrachtung der Aspekte des Personbegriffs und seiner spezifischen Definition.

4. Der Personbegriff von Seidel in der Bioethik und Behindertenpädagogik: Hier erfolgt die kritische Anwendung von Seidels Personbegriff auf die Debatten der Behindertenpädagogik und den Schutz durch das Grundgesetz.

5. Resümee: Die Zusammenfassung reflektiert den Nutzen von Seidels Ansatz als Schutzinstrument gegen ausgrenzende utilitaristische Theorien und benennt verbleibende offene Fragestellungen.

Schlüsselwörter

Bioethik, Personbegriff, Behindertenpädagogik, Ralf Seidel, Menschenrechte, Utilitarismus, Ethik, Psychiatrie, Menschenwürde, Behinderung, Pränataldiagnostik, Selbstbestimmung, Inklusion, Schutz des Lebens.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen und pädagogischen Definition des Begriffs „Person“ und dessen Bedeutung im Kontext der Bioethik und Behindertenpädagogik.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die bioethische Debatte über den Lebenswert, die Instrumentalisierung von Menschen mit Behinderung sowie der psychiatrische Personbegriff.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Ansatz von Ralf Seidel als Gegenmodell zu utilitaristischen Personbegriffen zu evaluieren, um Menschen mit Behinderung besser zu schützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Zusammenfassung fachwissenschaftlicher Literatur und philosophischer Texte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Einordnung der Bioethik, eine detaillierte Auseinandersetzung mit Seidels Thesen und eine kritische Diskussion für den Bereich der Behindertenpädagogik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Bioethik, Personbegriff, Behindertenpädagogik, Menschenwürde, Utilitarismus und Inklusion sind die maßgeblichen Begriffe.

Wie unterscheidet Seidel zwischen juristischer und schauspielerischer Person?

Seidel kontrastiert die verantwortliche, handelnde juristische Person mit der Person als Akteur im Theater, die durch Rollenwechsel ihre Einmaligkeit und Unterschiedenheit erfährt.

Kann Seidels Begriff zur Beantwortung der Präimplantationsdiagnostik beitragen?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Seidels Begriff hier noch Grenzen aufweist und weiter ausgeweitet werden müsste, um auch Embryonen in den Schutzraum zu integrieren.

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Details

Title
Die unmögliche Person - Zum Begriff der Person in der Psychiatrie
College
University of Dortmund
Course
Bioethik und Behinderung
Grade
1,3
Author
Isabelle Lindekamp (Author)
Publication Year
2004
Pages
10
Catalog Number
V43061
ISBN (eBook)
9783638409469
Language
German
Tags
Person Begriff Person Psychiatrie Bioethik Behinderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabelle Lindekamp (Author), 2004, Die unmögliche Person - Zum Begriff der Person in der Psychiatrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43061
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