Segregation ist zur Zeit ein viel diskutiertes Thema. Vor allem in Großstädten hat sie sich in den letzten Jahren deutlich bemerkbar gemacht. Dadurch wurde sie Gegenstand der Forschungen einflussreicher Größen in der Geographie und auch der Soziologie, wie zum Beispiel Jürgen Friedrichs, Micheal May und der Wissenschaftler der Chicagoer Schule. In dieser Hausarbeit werde ich auf die Segregation und die damit verbundene Ungleichheit in Stadtgebieten eingehen. Ich werde versuchen zu erklären, warum sie in der heutigen Zeit so überaus präsent ist und werde mich in großem Maße auf ihre Ursachen und die damit verbundenen Effekte, die sie in der Zukunft haben wird, konzentrieren. Zuletzt werde ich noch auf das Bund-Länder-Programm Die Soziale Stadt eingehen. In dieser Hausarbeit werde ich überdies auf die Frage eingehen, welche Bedeutung Segregation aktuell in deutschen Städten besitzt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Segregation?
3. Formen der Segregation
3.1 Soziale Segregation
3.2 Ethnische Segregation
3.3 Demographische Segregation
4. Ursachen der Segregation
4.1 Ebenen der Segregation
4.2 aktive und passive Segregation
4.3 Angebots- und Nachfrageseite
5. Effekte der Segregation
6. Messung von Segregation
7. Maßnahmen gegen Segregation
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Segregation in städtischen Gebieten, analysiert deren Ursachen sowie Auswirkungen und beleuchtet die aktuelle Bedeutung des Themas in deutschen Städten unter Berücksichtigung politischer Lösungsansätze wie dem Programm "Die Soziale Stadt".
- Grundlagen und Definition der Segregation
- Formen der Segregation (sozial, ethnisch, demographisch)
- Ursachenanalyse auf Makro-, Mikro- und Individualebene
- Unterscheidung zwischen aktiver und passiver Segregation
- Messmethoden wie der Segregations- und Dissimilaritätsindex
- Maßnahmen zur städtebaulichen und sozialen Aufwertung
Auszug aus dem Buch
4.2 aktive und passive Segregation
Zuerst sollte hierbei darauf eingegangen werden, dass nach aktiver und passiver Segregation unterschieden wird. Aktive Segregation bedeutet eine freiwillige Segregation. Viele haben das Verlangen, und die nötigen Ressourcen, in der Nähe von Gleichgesinnten oder Verwandtschaft zu leben. Man hat den Wunsch nach sozialer Homogenität im unmittelbaren Wohnumfeld. Familien mit Kindern hingegen suchen lieber nach einem Wohnort in Gegenden mit weniger Verkehr, geringerer Kriminalitätsrate und qualitativ guten Schulen in der Umgebung. Die passive Segregation hingegen ist eine unfreiwillige Segregation. Hierbei haben die Haushalte nicht die letzte Entscheidungsgewalt. Eine unfreiwillige Segregation kann auftreten durch ein begrenztes Einkommen, die benötigte Mobilität um zu seinem Arbeitsplatz zu gelangen oder durch eine Diskriminierung durch die Vermieter. Von letzterem Punkt sind hauptsächlich Studenten und Ausländer betroffen (vgl. Häussermann 2004).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Segregation in Großstädten ein und umreißt das Ziel der Arbeit, die Ursachen, Effekte und aktuelle Bedeutung des Phänomens zu untersuchen.
2. Was ist Segregation?: Dieses Kapitel definiert Segregation als disproportionale Verteilung sozialer Gruppen im Raum und unterscheidet zwischen dem Zustand und dem Prozess der Segregation.
3. Formen der Segregation: Hier werden die verschiedenen Ausprägungen erläutert, wobei zwischen sozialer, ethnischer und demographischer Segregation differenziert wird.
4. Ursachen der Segregation: Das Kapitel beleuchtet die verschiedenen Ebenen (Makro, Mikro, Individual) sowie die Unterschiede zwischen aktiver, passiver und angebots-/nachfrageseitiger Segregation.
5. Effekte der Segregation: Hier werden die sozialen Folgen, wie der Teufelskreis der Armut und der Einfluss auf die nächste Generation, sowie psychologische Aspekte wie der Kontexteffekt diskutiert.
6. Messung von Segregation: Es werden mathematische Ansätze zur Quantifizierung von Segregation vorgestellt, insbesondere der Segregationsindex und der Dissimilaritätsindex.
7. Maßnahmen gegen Segregation: Dieses Kapitel stellt das Programm "Die Soziale Stadt" vor und diskutiert Ansätze zur Verbesserung der baulichen und sozialen Situation in benachteiligten Gebieten.
8. Fazit: Das Fazit fasst die enge Verzahnung der Segregationsformen zusammen und schließt, dass soziale Ungleichheit und die Angebotsseite maßgeblich die Segregation in Städten beeinflussen.
Schlüsselwörter
Segregation, Soziale Segregation, Ethnische Segregation, Stadtentwicklung, Wohnungspolitik, Sozialraum, Ungleichverteilung, Kontexteffekt, Angebotsseite, Nachfrageseite, Die Soziale Stadt, Stadtsoziologie, Benachteiligung, Diskriminierung, Demographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Phänomen der räumlichen Segregation in deutschen Großstädten und untersucht deren Entstehung sowie Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Klassifizierung von Segregationsformen, die Analyse ihrer Ursachen, die messbare Ausprägung in städtischen Räumen sowie politische Gegenmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu erklären, warum Segregation in heutigen Stadtgebieten so präsent ist, welche Effekte sie langfristig entfaltet und welche Bedeutung sie aktuell besitzt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und nutzt wissenschaftliche Konzepte der Stadtsoziologie sowie statistische Indizes zur Messung räumlicher Verteilungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition von Segregationsformen, die detaillierte Ursachenforschung, die Erörterung sozialer Folgen (wie den Teufelskreis der Armut) und die Vorstellung von Programmen wie "Die Soziale Stadt".
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis der Arbeit essentiell?
Wichtige Begriffe sind unter anderem die Differenzierung zwischen aktiver und passiver Segregation, der Kontexteffekt sowie die Unterscheidung nach Angebots- und Nachfrageseite auf dem Wohnungsmarkt.
Wie unterscheidet sich laut Autor aktive von passiver Segregation?
Aktive Segregation bezeichnet den freiwilligen Wunsch nach räumlicher Nähe zu Gleichgesinnten, während passive Segregation durch externe Faktoren wie Armut oder Diskriminierung unfreiwillig erzwungen wird.
Welche Rolle spielen Sozialwohnungen bei der Entstehung von Segregation?
Sozialwohnungen können Segregation verstärken, da sie oft räumlich konzentriert sind und einkommensschwache Gruppen, wie Migranten, in spezifische Stadtteile binden.
Was besagt die Kontakthypothese im Kontext der Segregation?
Die Kontakthypothese besagt, dass Segregation den Austausch mit der Mehrheitsgesellschaft erschwert, was dazu führt, dass sich Minoritäten eher an gruppeneigenen Verhaltensweisen orientieren.
Warum ist laut der Arbeit eine Entmischung der Wohngebiete zu erwarten?
Aufgrund von selektiven Zu- und Fortzügen sowie dem Kontexteffekt droht ein Teufelskreis, in dem arme Gebiete ärmer und wohlhabende Gebiete reicher werden.
- Arbeit zitieren
- Katharina Lurz (Autor:in), 2013, Segregation in deutschen Städten. Warum ist sie so präsent und woher kommt sie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432057