Digitalisierung in Schulen. Revolution des Lernens durch digitale Medien


Hausarbeit, 2018
19 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung
2.1 Digitalisierung und digitale Medien
2.2 Medienbegriff

3. Historische Entwicklung von Medien im Unterricht

4. Möglichkeiten des Einsatzes digitaler Medien in Schulen
4.1 Computerräume
4.2 Medienecken in Klassen- und Fachräumen
4.3 Notebook-Wagen oder Tablet-Koffer
4.4 Notebook-Klassen, Netbook-Klassen oder Tablet-Klassen
4.5 Bring your own Device (BYOD)
4.6 Beamer und interaktive Whiteboard’s

5. Herausforderungen für die Schulen

6. Vor- und Nachteile digitaler Medien
6.1 Vorteile der digitalen Medien
6.2 Nachteile der digitalen Medien

7. Mögliche Zukunft

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

10. Internetquellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Schule ist ein Ort der Bildung und Wegweiser für die spätere berufliche Zukunft.Aus diesem Grund sollten Schule und Unterricht stets zeitgemäß, attraktiv und struk-turiert sein. Dafür sind nicht nur die richtigen Lehrmethoden nötig, sondern auch derrichtige Einsatz von Medien. „Medieneinsatz weist in der Schule bekanntermaßeneine lange Tradition auf.“1 Die ersten Medien in der Antike waren der Mensch als Medium und das Lehrbuch. Bis heute entwickelten sich die eingesetzten Medien im-mer weiter. So nutzen die Lehrenden Bilder, Stauen und mit der Erfindung des Buch-drucks kamen die Schulbücher als Massenmedium dazu. Später fanden auch Fern-seher, Radio und Polylux den Weg in den Unterricht. Heute werden die Schüler und Lehrer immer mehr mit digitalen Medien konfrontiert. Man kann hier von einer wahren Revolution des Unterrichts sprechen. Die heutigen Jugendlichen nutzen in Ihrer Frei-zeit immer mehr digitale Medien wie Smartphone, MP3-Player oder Computer. Ge-nau diese digitalen Medien gewinnen auch immer mehr an Bedeutung in der Schuleund mit ihnen ist eine ganz neue Form des Unterrichts möglich geworden. „Wo früherder Lehrer vor der Klasse stand und etwas vorgegeben, vorgesagt, vorgemacht, vor-gesungen hat, wo er memorierte und katechisiert hat und wo die Schüler nachge-sagt, nachgemacht, nachgesungen haben, sind heute Medien und Materialien zwi-schengeschaltet. Dadurch wird es für die Schüler einfacher, kritische Distanz zum Unterrichtsinhalt zu entwickeln, es besteht aber auch die Gefahr, dass der Umgangmit den vielfältigen Medien und Materialien unverbindlicher wird.“2

In meiner Arbeit möchte ich untersuchen, welche Möglichkeiten man mit digitalen Medien in der Schule hat, wie diese eingesetzt werden können und welche Vor- und Nachteile es gibt. Weiterhin möchte ich zeigen vor welchen Problemen die Einführung der digitalen Medien steht und wie die Entwicklung in Zukunft weitergehenkönnte.

2. Begriffserklärung

2.1 Digitalisierung und digitale Medien

„Mit dem Begriff »Digitalisierung« […] soll die Tatsache beschrieben werden, dassanaloge Daten zunehmend in die digitale Form überführt werden oder Daten direktdigital erfasst werden. »Digital« bedeutet, dass sich alle möglichen Daten […] mitdem gleichen Alphabet, bestehend aus den beiden Zeichen 0 und 1, darstellen las-sen. Die streng genommen »binär« zu nennende Darstellung erlaubt es. Alle Datenelektronisch in einem einzigen Gerät - dem Computer - zu speichern.“3 Der Computergewinnt in allen Bereichen der Gesellschaft immer mehr an Bedeutung, so auch inder Schule. Neue digitale Medien lösen die alten Medien ab. „Ende der Kreidezeit,Tablets statt Schiefertafeln.“4

2.2 Medienbegriff

Was ist überhaupt ein Medium? Der Begriff Medium stammt vom lateinischen Adjek-tiv medius, welches soviel bedeutet wie „vermitteln“. „Was aber ein Medium ist, oderwas Medien sind, ist […] vieldeutig.“5 So ist ein Medium im naturwissenschaftlichen Bereich ein Träger chemischer oder physikalischer Prozesse, die Sprache ist ein Medium um Informationen zu übertragen und auch Film, Fernseher, Computer oderauch Internet sind technische Medien. Medien sind ganz grob gesagt, Träger und Vermittler von Informationen.6 Für diese Abhandlung gehe ich jedoch vom Medien-begriff als technische Medien aus. Dazu zählen die bereits erwähnten digitalen Medi-en Computer oder auch Internet sowie Tablets und Smartphones, deren Einflussdurch die ständige Entwicklung immer weiter wächst. „Unser Alltag ist zunehmendvon digitalen Medien durchdrungen.“7

3. Historische Entwicklung von Medien im Unterricht

„Medieneinsatz weist in der Schule bekanntermaßen eine lange Tradition auf.“8 In der Zeit der Antike, von ca. 2500 vor Christus bis 800 nach Christus, war das wichtigste und das am meisten verbreitete Medium der Mensch. Dieser fungierte als Priester, Seher oder auch Lehrer.

Die große Bedeutung des Menschenmedium nahm erst mit der Erfindung der Schreibmedien ab. Zunächst wurden Blätter aus beispielsweise Papyrus genutzt bisspäter ganze Bücher entstanden. Die Schreibmedien gewannen zwar rasch an gro-ßer Bedeutung ersetzten jedoch nicht den Menschen. Neben diesen beiden Mediennutze man im Unterricht auch verschiedene Gestaltungsmedien. Zu diesen gehörtenzum Beispiel Gemälde, Statuen oder auch Gefäße. Ab dem 6. Jahrhundert wurdedie Tafel als weiteres Schreib- und Gestaltungsmedium zur besseren Visualisierungim Unterricht genutzt. Hier wurden zunächst geweißte Holz- und Tontafeln verwen-det.

Der Einfluss und die Rolle der Mensch-, Schreib- und Gestaltungsmedien ändertesich bis zum Mittelalter nicht. Alle drei Medien entwickelten sich weiter. So profitiertendie Gestaltungsmedien zum Beispiel vom Kirchenbau, da dort eine Vielzahl an Ge-mälden, Skulpturen und Fensterglas genutzt werden konnte. Die Menschenmedienbedienten sich neuer Methoden wie Gesang, Geschichtenerzählung sowie Sagen.Den Schreibmedien kam eine immer größere Bedeutung zu, da auch immer mehr Menschen Bücher und Briefe nicht nur in schulischen Belangen nutzen, sondernauch im Alltag. Ein großer Aufschwung kam 1448 mit Johannes Gutenbergs Erfin-dung. Er erfand den automatischen Buchdruck und machte Bücher damit zum Mas-senmedium, da diese nun erschwinglich für jedermann waren. Dieser Aufschwunghielt bis in die Neuzeit, circa 1400 bis 1900, an und lies den Menschen als Mediumimmer mehr in den Hintergrund rücken. Die Menschen waren nun in der Lage sich Bildung aus Büchern anzueignen. Lesen statt zuhören. Das wurde um 1700 durchdie Erfindung der Zeitung noch mehr gefördert.

In den folgenden Jahren kam es zu einer großen Menge an technisch und innovati-ven Erfindungen im Bereich der audiovisuellen Medien. Von Telegrafen über die ers-ten bewegten Bilder bis zum Fernseher, Radio und Tonfilm, welche Mitte des 20.

Jahrhunderts zu den wichtigsten Medien wurden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der erste Schulfilm entwickelt.

Ab dem 2. Weltkrieg begann der Erfolgszug der elektrischen und digitalen Medien.1945 bis 1955 wurden die ersten Allzweckrechner gebaut, welche die Vorfahren derheutigen Computer waren. Durch ständige Entwicklung erhielten Computer, Fernse-hen, Radio und Telefon immer mehr Bedeutung im alltäglichen Leben und somit auchin der Schule. Anfang der 60er Jahre wurde mit dem „Berliner Modell“9 von der Kon-ferenz der Kulturminister die Medienwahl in die Schulreform aufgenommen. Unter-richtsmedien sollten von nun an in die Planung, Durchführung und Reflexion vom Un-terricht aufgenommen werden. In den 80er Jahren fanden die „Neuen Medien“10 den Weg in die Schulen. Mit dem Computer, Multimedia und Internet trafen auf die Lehrerund Schüler eine Vielzahl an neuen Bildungsprogrammen und Lernsoftware. Das Lernen und Lehren wurde revolutioniert und somit automatisiert, interaktiver undweltweit.11

4. Möglichkeiten des Einsatzes digitaler Medien in Schulen

4.1 Computerräume

Der Computerraum soll als ein Fachraum dienen. Diese Räume sollen ähnlich eines Kunst-, Musik- oder Naturwissenschaftsraum, mit den Werkzeugen, in dem Fall Computern, und allen dafür benötigten Materialien ausgestattet sein. Die Computer-räume sind gedacht als Unterrichtsräume oder Räume für Freiarbeit und Internetre-cherche. Diese Form ist momentan die in Deutschland am weitesten verbreitete Form des Medieneinsatzes in Schulen. Diese Räumlichkeiten sind jedoch nicht vor-teilhaft für anderen Unterricht, da ein Raumwechsel nötig wäre und die meist be-grenzte Anzahl an solchen Computerräumen eine Buchung erforderlich macht. Ein solcher Raum kann nicht flexibel genutzt werden. „ F ü r Ma ß nahmen im Kontext indi- vidueller F ö rderung eignet sich der Computerraum wenig, da er nur punktuell genutzt werden kann. 12 Wenn Computerr ä ume aber zu bestimmten Zeiten Sch ü lerinnen und Sch ü lern zur individuellen Freiarbeit zur Verf ü gung stehen, ergeben sich Einsatz m ö glichkeiten, die die Ziele individueller F ö rderung au ß erhalb des Unterrichtsge schehens unterst ü tzen k ö nnen.13

4.2 Medienecken in Klassen- und Fachräumen

Besonders in Grundschulen hat sich die Form der Medienecken in Klassenräumendurchgesetzt. Dabei werden in Klassenräumen ein oder mehrere Computer aufge-stellt, welche in bestimmten Lernphasen genutzt werden können. Das macht für kur-ze Sequenzen eines Themenbereiches eine situative Nutzbarkeit möglich. Das einzi-ge Problem ist die limitierte Anzahl an Computern, da nicht alle gleichzeitig arbeitenkönnen. Das verlangt vom Lehrenden, dass dieser das passende Szenario für den Einsatz finden muss.14Medienecken in Klassen- und Fachr ä umen k ö nnen individu elle F ö rderung unterst ü tzen, weil sie einzelnen Lernenden oder kleinen Gruppen in individualisierten Lernphasen zur Verf ü gung stehen.15

4.3 Notebook-Wagen oder Tablet-Koffer

Diese Variante ermöglicht ein mobiles Lernen. Nicht die Lernenden gehen in den Computerraum, sondern die Computer kommen zu ihnen. Der Lehrende hat die Möglichkeit Medien gezielt einzusetzen, damit diese in den Unterrichtsverlauf pas-sen. Bei ausreichender Verfügbarkeit ist es möglich, dass jeder Schüler mit einem Gerät arbeiten kann und sollte dies nicht der Fall sein, dann ist der Einsatz in Grup-pen möglich. Das Problem ist hierbei ist der Transport. Der Lehrende müsste den Einsatz im Vorfeld geplant haben. Bei den Laptopwagen kommt der sperrige Trans-port zwischen mehreren Etagen dazu, welcher nur schwer möglich ist.

[...]


1 Albers, Carsten, Magenheim, Johannes, Meister, Dorothee M. (Hrsg.), Schule in der Digita- len Welt: Medienp ä dagogische Ans ä tze und Schulforschungsperspektiven (Band 8), Wiesbaden : VS, Verl. für Sozialwiss., 2011, S. 7.

2 Meyer, Hilbert, Unterrichtsmethoden, Frankfurt am Main: Cornelsen Scriptor, 1987, S. 87.3

3 Döbeli Honegger, Beat, Mehr als 0 und 1: Schule in einer digitalisierten Welt, Bern : hep, der Bildungsverlag, 2016, S. 16.

4 ebd., S. 8.

5 Schill, Wolfgang, Integrative Medienerziehung in der Grundschule: Konzeption am Beispiel medienp ä dagogischen Handels mit auditiven Medien, München : kopaed, 2008, S. 23.

6 ebd.

7 Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Individuell f ö rdern mit digitalen Medien : Chancen, Risiken, Erfolgsfaktoren, Gütersloh : Verlag Bertelsmann Stiftung, 2017, S. 20.4

8 Albers, Carsten, Magenheim, Johannes, Meister, Dorothee M. (Hrsg.), Schule in der Digita- len Welt: Medienp ä dagogische Ans ä tze und Schulforschungsperspektiven (Band 8), Wiesbaden : VS, Verl. für Sozialwiss., 2011, S. 7.

9 Das „Berliner Modell“ wurde von Paul Heinemann entwickelt. Es ist ein praktikables Ent- scheidungsmodell, welches Lehrern bei der Unterrichtsplanung helfen soll, um möglichst vie-le den Unterricht beeinflussende Faktoren zu berücksichtigen. So auch den Einsatz der rich-tigen Medien.

10 Mit dem Begriff „Neue Medien“ sind elektronische Geräte gemeint, welche den Nutzer mit dem Internet verbinden und Interaktivität ermöglichen. Dazu gehören Computer, Tablets oder auch Smartphones.

11 Toman, Hans, Historische Belange und Funktionen von Medien im Unterricht: Grundlagen und Erfahrungen, Baltmannsweiler : Schneider-Verl. Hohengehren, 2006, S. 18-47.6

12 Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), Individuell f ö rdern mit digitalen Medien : Chancen, Risiken, Erfolgsfaktoren, Gütersloh : Verlag Bertelsmann Stiftung, 2017, S. 108-109.

13 ebd., S. 109.

14 ebd., S. 110.

15 ebd.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Digitalisierung in Schulen. Revolution des Lernens durch digitale Medien
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V432567
ISBN (eBook)
9783668746794
ISBN (Buch)
9783668746800
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Digitalisierung, Neue Medien, Schule, digitale Medien, Unterricht, Computer, Notebook, Tablet, Medien
Arbeit zitieren
Sascha Kästner (Autor), 2018, Digitalisierung in Schulen. Revolution des Lernens durch digitale Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/432567

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