Mode gilt als „der phantastische Ausbruch aus dem Alltag, Attraktivität und Lebenslust.“ Mode spiegelt den Menschen und seine wahren Wünsche wider, in ihr kann sich der Mensch ausleben und nach außen zeigen, wer er ist und wofür er steht. Menschen hatten schon immer unterschiedliche Geschmäcker und vor allem was die Bekleidung angeht, gibt es unendlich viele Meinungen und folglich verschiedene Richtung innerhalb der Mode. In den letzten Jahren fiel beim Betrachten der Fashion-Weeks auf, dass immer mehr und mehr Labels Einflüsse aus Streetwear in ihre Kollektionen einfließen lassen. Sei es der Jogginganzug bei Gucci, der übergroße Sweater von Balenciaga oder die Bauchtaschen von Fendi, so ziemlich alle Kreativdirektor der Labels lassen sich von der Straße inspirieren. Es scheint, als hätten alle Labels die gleiche Inspirationsquelle genutzt und dennoch könnten die Kollektionen unterschiedlicher nicht sein. Selbst das etwas eingestaubte und als altbacken geltende französische Luxuslabel Louis Vuitton kollaborierte mit dem US-amerikanischen Streetwear-Riesen Supreme.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Produktdiversifikation
2.1 Verschiedene Arten der Produktdiversifikation
2.2 Ursachen und Ziele der Produktdiversifikation
2.3 Vor- und Nachteile der Produktdiversifikation
3 Produktdiversifikation von High-Fashion-Brands in das Segment Streetwear
3.1 Produktdiversifikation bei Gucci
3.2 Der Erfolg von OFF WHITE
3.3 Auswertung von Statistiken
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Produktdiversifikation auf den Erfolg von High-Fashion-Brands bei der Erschließung des Streetwear-Segments, um zu klären, ob diese Strategie finanziell sinnvoll ist und zur langfristigen Kundenbindung beiträgt.
- Grundlagen der Produktdiversifikation
- Analyse der Strategien von Luxusmarken im Streetwear-Bereich
- Fallstudie zur Markenentwicklung von Gucci
- Erfolgsfaktoren von Off-White
- Finanzielle Bewertung anhand von Marktdaten
Auszug aus dem Buch
3.1 Produktdiversifikation bei Gucci
Als wichtigstes Label im Jahr 2017, wäre die Analyse jedes anderen Labels als Gucci, in Bezug auf die Produktdiversifikation in das Segment Streetwear, schlicht falsch. Gucci ist seit der Ankunft von Kreativdirektor Alessandro Michele, vor knapp 2 Jahren, das Luxuslabel, welches die Jugend am stärksten erreicht. Die jungen Zielgruppen machen bei Gucci inzwischen mehr als 50 Prozent der Kundschaft aus, innerhalb von zwei Jahren entspricht dies einem Zuwachs von 40 Prozent. Diese Veränderungen zeigen sich auch im Vergleich der Ergebnisse des dritten Quartals, mit dem gleichen Quartal im Vorjahr; Gucci verzeichnete in ersterem 49 Prozent mehr Umsatz.25 Gucci diversifizierte horizontal und schaffte es durch die Einführung neuer Produkte „die irgendwann eher tantig gewordene Ästhetik der Marke in ein neues, unbeschwertes Fantasyparadies zu überführen.“26 Gucci arbeitet dabei vor allem zukunftsorientiert; Berechnungen der Unternehmensberater Bain & Company zufolge, werden Millennials - also alle Personen die zwischen 1980 und 2010 geboren wurden - im Jahr 2025 fast 50 Prozent der potenziellen Luxuskunden ausmachen. 2016 waren für 73 Prozent des Umsatzes in der Luxusmodebranche noch die älteren Zielgruppen verantwortlich.27
Um sich für diesen Wandel zu wappnen, stellte Marco Bizzari, Geschäftsführer von Gucci, sein Team neu auf. Alle Entscheidungen, die Bizzari in Meetings mit den Managern des Kering-Konzerns trifft, werden im Anschluss ein weiteres Mal mit einem Kabinett bestehend aus unter 30-jährigen Beratern diskutiert. Auf diese Weise lässt sich Bizzari inspirieren und holt dabei eine zweite Meinung ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel in der Modebranche hin zu Streetwear-Einflüssen und definiert die Forschungsfrage hinsichtlich der finanziellen Sinnhaftigkeit von Produktdiversifikation bei High-Fashion-Marken.
2 Produktdiversifikation: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, Ziele, verschiedene Arten (horizontal, vertikal, lateral) sowie die Vor- und Nachteile der Produktdiversifikation.
3 Produktdiversifikation von High-Fashion-Brands in das Segment Streetwear: Der Hauptteil analysiert den konkreten Trend des Streetwear-Einflusses bei Luxusmarken anhand der Fallbeispiele Gucci und Off-White sowie einer datenbasierten Auswertung.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass Streetwear derzeit einen wichtigen, wenn auch trendabhängigen Faktor für Umsatzwachstum und Kundenbindung bei großen Luxusmarken darstellt.
Schlüsselwörter
Produktdiversifikation, High-Fashion, Streetwear, Gucci, Off-White, Kering, Luxusmarken, Millennials, Umsatzwachstum, Modetrends, Markenmanagement, horizontale Diversifikation, Zielgruppenansprache, Wettbewerbsfähigkeit, Strategische Neuausrichtung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Luxusmarken durch Produktdiversifikation in das Segment Streetwear neue Märkte erschließen und welche Auswirkungen dies auf ihren unternehmerischen Erfolg hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Produktdiversifikation als strategisches Management-Instrument, der Einfluss aktueller Modetrends auf das Luxussegment und die Analyse von Unternehmenszahlen im Kontext dieser Veränderungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die Investition in das Streetwear-Segment für High-Fashion-Brands finanziell rentabel ist und ob diese Strategie tatsächlich zur Erschließung neuer Kundenschichten beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und eine exemplarische Fallstudien-Methode, ergänzt durch die Auswertung öffentlich zugänglicher Wirtschaftsstatistiken von Marken wie Gucci.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen der Diversifikation erklärt, der Wandel von Luxusmarken hin zum Streetwear-Stil diskutiert und die konkreten Umsetzungen bei Gucci und Off-White statistisch beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Produktdiversifikation, High-Fashion, Streetwear, Luxusmarken, Millennials und Markenmanagement.
Warum ist das Beispiel Gucci für diese Arbeit so bedeutend?
Gucci dient als wichtigstes Fallbeispiel, da das Unternehmen unter Alessandro Michele eine erfolgreiche Transformation vollzogen hat und quantifizierbare Erfolge in der jungen Zielgruppe vorweisen kann.
Welche Rolle spielt Off-White in der Analyse?
Off-White wird als Beispiel für eine Marke angeführt, die den Wandel in der Modeordnung und den Erfolg des Streetwear-Konzepts durch die Verbindung von High-Fashion und "Straße" verkörpert.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich zukünftiger Trends?
Der Autor schlussfolgert, dass Streetwear ein momentaner Trend ist, der zwar derzeit hohes Wachstum garantiert, aber für Marken, die den Anschluss verpassen, langfristig zu spät sein könnte.
Wie bewertet die Arbeit die statistische Datenlage?
Die Arbeit stellt fest, dass die Statistiken zwar deutliche Umsatzsteigerungen zeigen, eine direkte kausale Beweisführung rein durch die Diversifikation ohne detaillierte Umsatzaufschlüsselung der Produktbereiche jedoch schwierig bleibt.
- Arbeit zitieren
- David Weinberger (Autor:in), 2018, Produktdiversifikation von HighFashion-Brands, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433159