Diese Arbeit hat das Ziel, das Ricardo-Modell vorzustellen, seine wesentlichen Charakteristika herauszuarbeiten und verbal und mathematisch nachzuweisen, dass David Ricardo entgegen der Lehren des Merkantilismus bewiesen hat, dass von internationalem Handel sowohl Ex- als auch Importeure profitieren können. Die unterschiedlichen Technologien in den Ländern und deren Einfluss auf deren Handel stehen dabei im Fokus.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Absoluter und komparativer Vorteil
3. Das Ricardo-Modell
3.1 Das Heimatland
3.2 Das Ausland
3.3 Internationaler Handel
4. Die Auswirkungen des internationalen Handels auf die Löhne
5. Der relative Weltpreis
5.1 Heimat-Exportangebotskurve
5.2 Auslands-Importnachfragekurve
5.3 Internationales Handelsgleichgewicht
5.3.1 Das internationale Tauschverhältnis
6. Die Hauptprofiteure des internationalen Handels
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das Ricardo-Modell detailliert vorzustellen, seine wesentlichen Charakteristika herauszuarbeiten und mittels verbaler sowie mathematischer Analysen zu belegen, dass durch internationalen Handel sowohl Ex- als auch Importeure profitieren können. Der Fokus liegt dabei auf der Bedeutung unterschiedlicher Produktionstechnologien für das Handelsgeschehen.
- Grundlagen des absoluten und komparativen Vorteils nach David Ricardo
- Struktur des Ricardo-Modells unter Annahme eines konstanten Arbeitsangebots
- Analyse der Auswirkungen des internationalen Handels auf Lohnniveaus
- Konstruktion von Exportangebots- und Importnachfragekurven zur Bestimmung des Weltmarktgleichgewichts
- Untersuchung der Wohlfahrtseffekte und Identifikation der Hauptprofiteure des Handels
Auszug aus dem Buch
3.2 Das Ausland
Nachdem ich mich im vorherigen Abschnitt mit dem Heimatland befasst habe, werde ich mich im folgenden Abschnitt mit der Rolle des Auslandes beschäftigen. Ich werde aufzeigen, dass das Ausland einen absoluten Nachteil gegenüber dem Heimatland bei der Produktion von Leinen und Weizen hat und trotzdem Handel mit dem Heimatland ausüben sollte.
Wie bereits beim Heimatland treffe ich auch hier folgende Annahmen, um das Ricardo-Modell genauer erklären zu können: Ein Arbeiter des Auslandes kann mit seiner Arbeitskraft entweder ein Scheffel Weizen oder einen Yard Leinen produzieren, entsprechend sind GP*L = α* = 1 und GP*L = β* = 1 und OK*L = 1 Scheffel Weizen bzw. OK*W = 1 Yard Leinen. Das Arbeitsangebot im Ausland beträgt 100 Arbeiter. Somit ergeben sich die beiden maximalen Produktionsmengen folgendermaßen: Qmax*W = 1 * 100 = 100 Scheffel Weizen und Qmax*L = 1 * 100 = 100 Yards Leinen. Auch hier ergibt die PMG eine Gerade, wie in Abbildung 3 gezeigt wird. Deren Steigung errechnet sich wie im Heimatland zu - (GP*L * L) / (GP*W * L) = - 100 / 100 = - 1.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Abkehr vom merkantilistischen Denken hin zur Theorie David Ricardos und definiert das Ziel der Arbeit, die Vorteile des internationalen Handels theoretisch zu untermauern.
2. Absoluter und komparativer Vorteil: Dieses Kapitel erläutert die entscheidende Unterscheidung zwischen absolutem und komparativem Vorteil als Grundlage für die internationale Spezialisierung.
3. Das Ricardo-Modell: Das Modell wird formal durch Produktionsfunktionen und Annahmen zur Arbeitskraft für Heimatland und Ausland eingeführt und grafisch mittels der Produktionsmöglichkeitsgrenze (PMG) veranschaulicht.
4. Die Auswirkungen des internationalen Handels auf die Löhne: Hier wird analysiert, wie sich Handel durch Preisangleichungen auf die realen Löhne und damit auf den Lebensstandard der Arbeiter in den handelnden Ländern auswirkt.
5. Der relative Weltpreis: Dieses Kapitel beschreibt die Herleitung des internationalen Handelsgleichgewichts über die Aggregation von Exportangebot und Importnachfrage sowie die Bedeutung des Tauschverhältnisses.
6. Die Hauptprofiteure des internationalen Handels: Es wird untersucht, inwieweit unterschiedliche technologische Voraussetzungen und Wirtschaftsgrößen beeinflussen, welche Nation stärker von der Handelsöffnung profitiert.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der Kernargumente Ricardos und der Bestätigung, dass durch Spezialisierung auf Basis komparativer Vorteile ein gegenseitiger Wohlfahrtsgewinn möglich ist.
Schlüsselwörter
Ricardo-Modell, Internationaler Handel, Komparativer Vorteil, Absoluter Vorteil, Produktionsteilbarkeit, PMG, Weltpreis, Terms of Trade, Reallohn, Arbeitskraft, Spezialisierung, Wohlfahrtsgewinn, Handelsgleichgewicht, Exportangebot, Importnachfrage
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das klassische Ricardo-Modell des internationalen Handels, um die ökonomische Logik hinter den Vorteilen des Austauschs von Gütern zwischen verschiedenen Ländern zu erklären.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Theorie des komparativen Vorteils, die Modellierung von Produktionsmöglichkeiten, die Auswirkungen von Handel auf Löhne und die Bestimmung von Gleichgewichtspreisen auf dem Weltmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist der Nachweis, dass durch den Abbau von Handelshemmnissen und eine Spezialisierung gemäß komparativer Vorteile der Wohlstand beider beteiligter Handelspartner gesteigert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deduktive ökonomische Analyse verwendet, die mathematische Formeln und grafische Darstellungen (wie die Produktionsmöglichkeitskurve) kombiniert, um die theoretischen Aussagen von Ricardo zu untermauern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Modellierung des Heimatlandes und Auslandes, die Herleitung von Weltmarktgleichgewichten sowie eine detaillierte Diskussion der Lohn- und Wohlfahrtseffekte durch Expansion.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Komparativer Vorteil", "Ricardo-Modell", "PMG (Produktionsmöglichkeitsgrenze)" und "Internationales Tauschverhältnis" charakterisiert.
Warum spielt die technologische Differenz eine so wichtige Rolle für das Ausland im Modell?
Die technologische Differenz begründet den komparativen Vorteil; selbst wenn ein Land (das Ausland) absolut weniger effizient produziert, kann es dennoch erfolgreich am Welthandel teilnehmen, indem es sich auf das Gut mit den geringsten Opportunitätskosten spezialisiert.
Was passiert laut dem Autor, wenn ein Land wirtschaftlich expandiert?
Eine Expansion führt zu einer Verschiebung der Produktionsmöglichkeitsgrenze, was das Exportangebot erhöht und bei unveränderter Nachfrage einen Druck auf das Tauschverhältnis (relative Weltpreise) ausübt.
- Arbeit zitieren
- Dirk Zaluski (Autor:in), 2017, Handel und Technologie. Das Ricardo-Modell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/433611